Bilder: Matthias Bauer (2004)

Irene Koss

 

 

Deutsche Fernsehansagerin; die Tochter eines Zigarettenhändlers war von Haus aus Schauspielerin - sie spielte an norddeutschen Theaterbühnen; bekannt wurde sie allerdings erst, nachdem der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) für das Fernsehen eine Ansagerin suchte, sie aus über 60 Bewerberinnen ausgewählt worden und am ersten Weihnachtstag des Jahres 1952 auf den damals allerdings noch wenigen Schwarzweiß-Fernsehbildschirmen ihre ersten Ansage absoviert hatte. Neben ihrer Tätigkeit als Ansagerin, die sie 10 Jahre lang ausübte, war sie für diverse Schallplattenproduktionen als Sprecherin tätig und verfaßte auch Kinderbücher wie z.B. Schnurzelpurz (1959).

Verheiratet war sie seit 1962 mit dem Sportreporter Sammy Drechsel.

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München, Nordfriedhof

Siegfried Breuer

 

 

Deutscher Schauspieler; der Sohn eines Opernsängers begann als Theaterschauspieler 1924 am Volkstheater in Wien, gefolgt von Auftritten auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt, bevor er nach Prag ging ud ann nach Berlin, wo er als Conférençier bei Modeschauen arbeitete. 1935 holte ihn Max Reinhardt an das Deutsche Theater, an dem er bis 1941 Mitglied des Ensambles blieb. Neben Ferdinand Marian gehörte er zu den Filmschauspielern, die während des Dritten Reichs ihre Karriere mit Hilfe der das Nazi-System während des Krieges stützenden Unterhaltungsfilmen aufgebaut hatten. Debütiert hatte er bereits 1931 in dem Streifen Weekend im Paradies, aber erst ab Ende der 1930er Jahre trat er in zahlreichen Filmen in Erscheinung. Er konnte jedoch auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges seine Laufbahn erfolgreich weiterführen.

Filme u.a.: Unsterblicher Walzer (1939), Nanette, Der Postmeister (beide 1940), Anuschka (1942), Romanze in Moll (1943), Orient-Express (1944), Die Fledermaus (1946), Der Dritte Mann (1949), Wenn abends die Heide träumt (1952), Der Vogelhändler (1953), Die Deutschmeister (1954).

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Göttingen, Stadtfriedhof

Ruth Berlau-Lund

 

 

Dänische Schauspielerin, Regisseurin und Schriftstellerin; lernte im Sommer 1933 in Kopenhagen Bertold Brecht und seine Frau Helene Weigel kennen, die beide dorthin emigriert waren; sie wurde eine der in Brechts Leben zahlreichen und von ihm abhängigen Geliebten. Nach der Besetzung Dänemarks durch deutsche Truppen 1940 gingen Brecht und sein Mitarbeiterstab über einige Zwischenstationen in die Vereinigten Staaten. 1944 kam es zum Bruch zwischen ihnen, aber sie kehrten dennoch gemeinsam nach Deutschland zurück und ließen sich in Ostberlin nieder. Dort arbeitete sie mit Brecht weiterhin zusammen und begründete das Brecht-Archiv. Aber die zunehmende Entfremdung griff auch auf gemeinsame Freunde über, die sie mieden und fallen ließen. Nach Brechts Tod wurde ihr schließlich sogar Hausverbot für das Berliner Emsemble erteilt.

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Berlin, Friedhof der Dorotheenstädtischen u. Friedrichswerdersche Gemeinde

Wastl Witt

 

 

Deutscher Schauspieler; von Haus aus Bergarbeiter, trat er zunächst auf Laienbühnen z.B. dem Reichenhaller Bauerntheater oder dem Münchner Volkstheater auf, bevor er in Fernsehinzenierungen des Bayerischen Rundfunk u.a. als Josef Filser in Ludwig Thomas Komödien in Erscheinung trat. Außerdem wirkte er in zahlreichen Kinofilmen. Neben Michl Lang und Beppo Brem gehörte er zum Urgestein der bayerischen Volksschauspieler.

Filme u.a.: SA Mann Brandt (1933), Einmal der liebe Herrgott sein, Der verkaufte Großvater (beide 1942), Peterle (1943), Königskinder (1959), Küssen ist keine Süd (1951), In München steht ein Hofbräuhaus (1952), Das sündige Dorf (1954), Die Herrin vom Sölderhof (1955), Zärtliches geheimnis (1956).

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München, Ostfriedhof

Osnabrück, Johannisfriedhof (in der Familiengruft)

Mathias Wieman

 

 

Deutscher Theater- und Filmschauspieler; nach den ersten Lebensjahren in Wiesbaden verbrachte er seine Jugend in Berlin, wohin seine Familie gezogen war. Seine Gymnasialzeit wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, so daß er erst 1920 das Abitur nachholen und Kunstgeschichte und Philosophie an der Berliner Universität belegen konnte, das Studium dann jedoch zugunsten der Schauspielerei dann doch nicht fortführte. Bis er 1924 von Max Reinhardt an das Deutsche Theater in Berlin, wo er sein Debüt in Frank Wedekinds Frühlings Erwachen gab, verpflichtet wurde, zog er seit 1922 mit einer Wanderbühne durch die Provinz. Seine erste Filmrolle spielte er 1929 dem Stummfilm Freies Volk. Danach folgten zahlreiche Filme, zu denen Der Schimmelreiter (1934), nach der gleichnamigen Novelle von Theodor Storm, zu den bedeutendsten gehörte. Hier verkörperte er neben Marianne Hoppe eindrucksvoll den Deichgrafen Hauke Heien. Umstritten war seine Teilnahme an dem Film Ich klage an (1941), ein Film, dessen weitere Aufführung von der allierten Besatzungsmacht nach Ende des Zweiten Weltkrieges wegen seiner Argumentation in Bezug auf die Akzeptanz der Euthanasie verboten wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte er seine Karriere fortsetzen; Viele der seinerzeit bedeutenden Schauspieler(innen) waren seine Partner(innen), u.a. Hilde Krahl, Brigitte Horney, Heinrich George, Willy Birgel, Dieter Borsche. In dem nach der Novelle Die Angst von Stefan Zweig in Deutschland gedrehten Rossellini-Film Angst (1954) war Ingrid Bergmann seine Partnerin. Aber auch seine unverwechselbare, pathetische, getragen klingende Stimme war viel gefragt; so las er im Rundfunk Texte bekannter Schriftsteller. Neben der Filmarbeit arbeitete Wieman auch immer wieder am Theater ging auf Theatertouren.

Filme u.a.: Die Königin Luise (1927), Das blaue Licht (1932), Vorstadtvarité (1934), Das andere Ich (1941), Paracelsus (1943), Träumerei (1944), Herz der Welt (1953), Der letzte Sommer (1954), TKX antwortet nicht (1955), Robinson soll nicht sterben (1957).

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Ute Mora

 

 

Deutsche Schauspielerin; wirkte nach ihrer Schauspielausbildung am Schauspielstudio Düsseldorf. zunächst als Theaterschauspielerin. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie allerdings, nachdem sie 1985 in der ARD-Vorabendfernsehserie Lindenstraße die Rolle der Berta Griese übernommen hatte.; diese Rolle verkörperte sie von der ersten Episode, die am 8.12.1985, bis bis Folge 935 (Erstausstrahlung: 2. November 2003)., die am 2.11.2003 gesendet wurde.

In den 1990er Jahren spielte sie auch wieder Theater; Ute Mora wirkte aber auch in zahlreichen Fernsehserien mit, wie z.B. in Tatort, Ehen vor Gericht und Die Wache.

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München, Neuer Südfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (2005)
Bild: Michael (04/2007)
Bild: Matthias Bauer (2003)
Bilder: Heiko Bockstiegel (10/2007)
Bilder: Heiko Bockstiegel (07/1996)
Bild: Matthias Bauer (08/2007)

Heinrich Pachl

 

 

Deutscher Kabarettist und Schauspieler;

bekannt als Kabarettist wurde Pachl 1970 mit dem Ensemble Der Wahre Anton. Später trat er dann auch gemeinsam mit anderen Künstlern auf, so zwischen 1979 und 1982 mit Richard Rogler, von 1986 bis 1989 mit Matthias Beltz und (1979-1982), mit Matthias Beltz und von 1991 bis 1993 mit Arnulf Rating. Pachl war Gesellschafter und 1981 Mitbegründer des Pantheon Theater in Bonn sowie der Gründer des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt. und gehörte der Kabarettgruppe Reichspolterabend an.

Außerdem arbeitete er auch als Theaterregisseur und veröffentlichte in den 1990er Jahren vier Theaterstücke. und war zeitweise als Regisseur beim Schauspiel Köln tätig. Auch im Fernsehen war er zu sehen. in dem Zweiteiler Teufelsbraten (2007) und in Unter Bauern (2009).

Auszeichnungen u.a.: Deutscher Kleinkunstpreis (1982), Adolf-Grimme-Preis (1986), Deutscher Kabarettpreis (2006), Gaul von Niedersachsen (2007).

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Bilder: Wilfried Paque (04/2015)

Köln, Friedhof Melaten

Karlheinz Hackl

 

 

Österreichischer Schauspieler und Regisseur; absolvierte nach der Matura (=Abitur) eine Ausbildung an der Schauspielschule Kraus und studierte parallel dazu Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien mit einem Magister-Abschluß. 1972 debütierte er am Theater der Courage in Wien, spielte von 1974 bis 1976 am Volkstheater und anschließend bis 1978 am Hamburger Thalia-Theater, wohin ihn Boy Gobert engagiert hatte. 1978 wurde er Mitglied des Ensembles der Burgtheaters, spielte dort u.a. den Demetrius in William Shakespeares Sommernachtstraum, den Karl Moor in Friedrich von Schillers Die Räuber, den Alfred in Ödön von Horvaths Geschichten aus dem Wienerwald oder den Liliom in Franz Molnars gleichnamigen Bühnenstück. Er spielte bei den Salzburger Festspielen u.a. 1991 die Titelrolle in Der Schwierige oder 2012 den Doktor von Aigner in Arthur Schnitzlers Das weite Land. Zudem feierte er Musical- und Kabaretterfolge. Hackl führte aber auch Regie: 1988 feierte er sein Regiedebüt am Volkstheater mit Neil Simons Brooklyn Memoiren. Danach inszenierte er u.a. Henrik Ibsens Nora, William Shakespeares Romeo und Julia, Georges Feydeaus Ein Floh im Ohr, Ferdinand Raimunds Verschwender und Johann Nepomuk Nestroy Der Färber und sein Zwillingsbruder. Neben seiner Bühnentätigkeit wirkte er ab den 1970er Jahren in zahlreichen TV- und Filmproduktionen mit.

Ab 1996 war er am Wiener Reinhardt-Seminar als Professor für Rollengestaltung tätig,

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Der junge Freud (1976), Der Ehrentag (1978), Ringstraßenpalais (1980-86), Ein anderer Liebhaber, (1991), In uns die Hölle (1995), Radetzkymarsch (1995), Spiel im Morgengrauen (2001),

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Wien, Heiligenstädter Friedhof

Horst Bollmann

 

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Verwaltungsdirektors; kam unmittelbar nach dem Abitur im Jahre 1943 in den Kriegseinsatz. Anschließend besuchte er bis 1949 die Folkwang-Schule in Essen, wo er auch sein Theaterdebüt gab. Es folgten Engagements in Mannheim und Berlin; 1959 holte ihn Boleslaw Barlog an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, an denen er bis 1988 Ensemblemitglied war. Daneben spielte Bollmann, der 1970 zum Berliner Staatsschauspieler ernannt wurde, auch an Kleinkunstbühnen. Einige seiner berühmtesten Theaterrollen hatte er unter der Regie von Samuel Beckett in dessen Stücken am Berliner Schillertheater, so 1965 in dessen Stück Warten auf Godot und 1969 im Endspiel.

Ab Anfang der 1960er Jahre war er auch im Kino und im Fernsehen zu sehen, u.a. 1961 als Pater Malachias in Bernhard Wickis Film Das Wunder des Malachias. Einem breiten Publikum bekannt aber wurde er durch seine Rolle als Kommissar in dem Durbridge-Mehrteiler Wie ein Blitz (1970). Immer wieder war er als Ermittler in Kriminalfilmen aktiv, so im Tatort- der ARD oder in Derrick-Episoden des ZDF. Außerdem wirkte er in vier Folgen der ZDF-Serie Das Traumschiff mit. 1993 glänzte er an der Seite von Mario Adorf in der Krimisatire Abendstunde im Spätherbst.

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit übernahm Bollmann, der 1989 Mitglied der Akademie der Künste wurde, Sprechrollen in Hörspielen.

Film- und Fernsehproduktionen u.a.: Jacobowsky und der Oberst (1967), Felix und Oskar (1980), Wer erschoss Boro? (1987).

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Bilder: Bernd Schwibbe (05/2015)

Berlin, Städtischer Friedhof III a.d. Stubenrauchstraße

Harald Madsen

 

 

Dänischer Schauspieler; begann seine künstlerische Karriere bereits im Alter von 14 Jahren. Er arbeitete zunächst in einem Wanderzirkus als Zirkusclown und bereiste als solcher - später auch als Varietékünstler - ganz Europa. Sein Debüt beim Film hatte er 1917, als Mauritz Stiller ihm eine Rolle in dem schwedischen Film Alexander der Große anbot. Bekannt - auch international - aber wurde er ab 1920 als der lange Dünne in der Rolle des Patachon neben dem kleinen Dicken Pat, dargestellt von Carl Schenstrøm, des Komikerduos Pat & Patachon (im Original Fyrtaarnet och Bivognen). Obwohl Schenstrøm im Gegensatz zu Madsen bereits Schauspieler war, hatten sie gemeinsam über die nächsten 15 Jahre - sie drehten zwischen 1920 und 1940 über 50 Filme - großen Erfolg.

                                             

Von dem Vermögen, das er mit seiner Filmarbeit verdiente, gründete er seinen eigenen Zirkus. Gegen Ende der 1930er Jahre hatte er mit vielen langwierigen Krankheiten zu kämpfen, seine Ehe war zerrüttet, sein Zirkus ging bankrott und er bekam psychische Probleme; schließlich lebte Madsen zurückgezogen in einem Zirkuswagen. Als 1947 der Versuch gemacht wurde, das einst erfolgreiche Komikerduo - allerdings mit einem anderen Partner - wieder aufleben zu lassen, gelang der Anschluß an die einstigen Erfolge nicht mehr.

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Bild: Finn Halling Larsen (05/2015)

Hørsholm, Kirkegård

Bilder: Josef Aschenbrenner (08/2008)
Bild: Matthias Bauer (03/2018)
Bild: Heinz Knisch (06/2019)
Theater / TV Film / Show XCII

Omnibus salutem!