Saadi eigentl. Moscharraf od-Din Abdullah

 

Persischer Dichter und Mystiker; nach dem frühen Tode des Vaters kam Saadi in die Obhut seines Onkels, der ihn unterstützte und sein Studium finanzierte. Nach seinen Studien in Bagdad wandte er sich der Mystik zu und bereiste fremde Länder, u.a. Indien, Arabien, Syrien, Jemen, Türkei und Ägypten, über die er in seinen Werken berichtete, möglicherweise auch bis Indien. Außerdem unternahm er mehrere Pilgerreisen nach Mekka. Als er in mittleren Jahren nach Schiras zurückkehrte, schrieb er seine berühmtesten Werke Bustan (1257, dt. Saadis Obstgarten) und Golestan (1258, dt. Der Rosengarten), zwei didaktisch-ethische Meisterwerke, die die sozialen Verhältnisse der Zeit vor dem Hintergrund der Vergangenheit behandeln; und er verfaßte bedeutende Liebesdichtung, lyrische Dichtungen, Oden und Lobeshymnen, sowohl in persischer wie auch in arabischer Sprache geschrieben. Als einer der volkstümlichste Dichter seines Landes erhielt Saadi in seiner Geburtsstadt – ebenso wie auch sein Schüler und Nachfolger Hafis, ebenfalls ein Sohn der Stadt – ein Mausoleum.

Zitate:

Bitter ist die Geduld, doch ihre Frucht ist süß. (Rosengarten, Von den Königen und dem Hofleben).

Decke die verborgenen Fehler der Leute nicht auf, denn du raubst ihnen die Ehre und dir das Vertrauen. (Rosengarten, Von dem guten Betragen im Umgange)

Der Gebildete wird, wohin er auch kommt, geschätzt und auf den Ehrenplatz gesetzt, der Ungebildete aber wird, wohin er kommt, nur Bettelgaben aufheben und Not erleben. (Rosengarten, Von dem Einflusse der Erziehung).

Handle an mir, wie es deiner würdig ist, nicht wie es meiner würdig ist. ( Rosengarten, Von den Gesinnungen der Derwische).

Was immer in Hast erstellt, ist vergebene Müh. (Rosengarten, Von dem guten Betragen im Umgange).

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Bilder: Jürgen Pferdekamp (05/2009)

Schiraz, Mausoleum

Bilder: Jürgen Pferdekamp (05/2009)

Schiraz, Mausoleum im Musalla Garten

Michel Eyquem de Montaigne,

1578

Französischer Schriftsteller und Philosoph; Sohn einer wohlhabenden Familie; besuchte das Collège de Guyenne, in dem er eine humanistische Schulbildung erhielt, studierte anschließend Rechtswissenschaften in Toulouse und Bordeaux, war Steuerrat in Périgueux und ab 1557 Parlamentsrat in Bordeaux. Zu jener Zeit legte Montaigne mit einer Übersetzung der Theologia Naturalis des spanischen Theologen Raymond de Sebond seine erste Veröffentlichung vor. 1570 legte er alle Ämter nieder und zog sich 1571 auf sein Schloß zurück, wo er 1572 mit den Aufzeichnungen zu Les Essais begann (1580, dt. Michaels Herrn von Montaigne Versuche, auch unter dem Titel Essays). 1580/81 unternahm er eine Bäderreise nach Italien, die in seinem Journal de voyage en Italie, par la Suisse et l'Allemagne beschrieben ist (herausgegeben 1774; dt. Reisen durch die Schweiz und Italien, 2 Bde.); nach seiner Rückkehr war er von 1581 bis 1585 Bürgermeister von Bordeaux.

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Bilder: Bernd Wolter (08/2009)

Bordeaux, Musée d´Aquitaine

Hinweis: Das heutige Musée d´Aquitaine war bis zu ihrer Sekularisierung anläßlich der Französischen Revolution die Èglise de Feuillants, in der Montaigne beigesetzt wurde. Sein Herz befindet sich in der l'égliseSaint-Michel-de-Montaigne.

August Hinrichs

 

Deutscher Schriftsteller; erlernte das Tischlerhandwerk bei seinem Vater, einem Tischler, und begab sich anschließend auf Wanderschaft durch Deutschland, war aber auch in Oberitalien und Österreich-Ungarn “auf der Walz”. Nach seiner Heimkehr eröffnete er im Jahre 1905 in Oldenburg eine eigene Tischlerwerkstatt. Als Mitglied des Oldenburger Turnerbundes trug er mittels kleiner Theaterstücke so erfolgreich zur Unterhaltung im Verein bei, so daß er bald auch umfangreichere Stücke in Angriff nahm, die dann auch ihren Weg auf die Bühne des Oldenburger Hoftheaters, dem heutigen Staatstheater, fanden. Das bekannteste Stück ist das ursprünglich plattdeutsch geschriebene Stück aus dem Jahr 1930 mit dem Titel Swienskomödi, der 1935 die hochdeutsche Fassung mit dem Titel Krach um Jolanthe folgte. Dieses Lustspiel, dessen Titel auch gerne zitiert wird, wenn jemand andeuten will, daß er einen Streit für unnötig oder albern hält, und Für die Katz wurden mehrfach verfilmt, am Hamburger Ohnsorg-Theater und Münchner Komödienstadels immer wieder aufgeführt oder auch für das Fernsehen adaptiert. Während des Dritten Reichs übernahm er die Landesleitung der Reichsschrifttumskammer für den Gau Weser-Ems und schrieb auch völkisch angehauchte Stücke.

Theaterstücke u.a.: Kinder der Sehnsucht (1909), Frithjof (1911), De Aukschon (1913), Freie Bahn dem Tüchtigen (1931), Wenn de Hahn kreiht (1933), För de Katt sowie Petermann fährt nach Madeira (1938).

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Bild: Heiko Bockstiegel (08/2009)

Oldenburg i.O., Grablage St. Gertrudenfriedhof

Julius Mosen eigentl. Moses Moses (bis 1844)

Deutscher Dichter; Sohn eines Kantors und Schulmeisters; nach dem Abitur am Gymnasium in Plauen studierte er ab 1822 Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universität Jena, wo er sich auch der Burschenschaft anschloß. Eine Geldprämie, die er als Anerkennung für ein Großherzogs Karl August von Sachsen gewidmeten Gedicht erhielt, ermöglichte ihm einen dreijährigen Aufenthalt in Italien. Nach seiner Rückkehr führte er sein Studium weiter und schloß es 1826 mit dem juristischen Staatsexamen ab, arbeitet als Advokat in Leipzig und als zweiter Amtsrichter in Kohren (Ldkrs. Leipzig), ließ sich dann aber 1835 in Dresden als Rechtsanwalt nieder. Im Jahre 1844 übersiedelte er nach Oldenburg und war als Dramaturg am dortigen Hoftheater tätig. Die letzten 20 Jahre verbrachte der an einer rheumatischen Krankheit und fortschreitenden Lähmung leidende Mosen weitgehend im Bett, obwohl er immer wieder eine Reihe von Bädern und Heilanstalten aufgesucht hatte, um Heilung oder wenigstens Linderung zu erreichen.

Bekannt wurde Mosen, der u.a. Dramen, zu denen er in Italien die Anregung erfahren hatte, schrieb, vor allem durch das 1831 verfaßtes Andreas-Hofer-Lied, das 1948 zur Landeshymne des österreichischen Bundeslandes Tirol erhoben wurde.

Zu Mantua in Banden
Der treue Hofer war,
In Mantua zum Tode
Führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
Ganz Deutschland, ach in Schmach und Schmerz.
Mit ihm das Land Tirol,
Mit ihm das Land Tirol.

 

Werke u.a.: Ritter Wahn, Kaiser Otto der Dritte, Cola Rienzi (beide 1842), Der Kongreß von Verona (1842).

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Bild: Heiko Bockstiegel (08/2009)

Kurt Pinthus

 

Deutscher Schriftsteller und Journalist; studierte Literaturgeschichte, Philosophie und Geschichte an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Berlin, Genf und Leipzig und promovierte dort 1912. 1914 veröffentlichte er in seinem Kinobuch Filmskripte junger Schriftsteller. Seine Anthologie Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung (1920), etablierte ihn als einen der bedeutendsten publizistischen Vertreter des literarischen Expressionismus. Anfang der 1920er Jahre war er Dramaturg an den Max Reinhardt-Bühnen in Berlin, arbeitete als Journalist für mehrere deutsche und internationale Zeitungen und Zeitschriften als Theater-, Film- und Literaturkritiker und war Verlagslektor in Leipzig.

Zwischen 1925 und 1933 war er Rundfunksprecher und Mitglied der literarischen Kommission bei der Funk-Stunde Berlin. 1933 wurden seine Werke von den Nationalsozialisten verboten. 1937 floh er in die USA. Von 1938 bis 1940 war er Dozent an der New School for Social Research in New York City, 1941 bis 1947 wissenschaftlicher Berater bei der Theatersammlung der Library of Congress in Washington (D.C.). Von 1947 bis 1961 unterrichtete Pinthus Theatergeschichte an der Columbia-Universität in New York. Ab 1957 besuchte er mehrmals Europa; 1967 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück und arbeitete in Marbach am Neckar im Deutschen Literatur-Archiv des Schiller-Nationalmuseums.

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Bilder: Hajo Rackel (08/2009)

Marbach am Neckar, Friedhof an der Alexanderkirche

Oldenburg i.O., Grablage St. Gertrudenfriedhof

Hafis (auch Hafiz, Hafes) eigentl. Schams od-Din Mohammed

Persischer Dichter und Koranlehrer; Sohn eines Kohlenhändler, der nach seinem frühen Tod der Familie einen hohen Schuldenberg hinterließ, so daß Hafis das Bäckerhandwerk erlernte, das er für einige Zeit ausübte. Zu jener Zeit lernte er die junge und schöne Schach-e Nabaat kennen, deren Schönheit ihn zu vielen Gedichten anregte, die er ihr widmete. Mit seinen Gedichten erlangte er bald Aufmerksamkeit und wurde Dichter am Hof von Abu Ishak und war wohl auch zu jener Zeit Lehrer an der Madrasa (Hochschule) Qur'anic als Koranlehrer, wo er den in islamischen Ländern üblichen Ehrentitel Hafis, für jemanden, der den Koran auswendig kann, erhielt. Im Alter von 21 Jahren wurde er Schüler des Poeten und Mystikers Fariduddin Attar. Obwohl er nur einen Gedichtband hinterlassen hat, gilt Hafis, über dessen Privatleben so gut wie gar nichts überliefert ist, als bedeutendster persischer Lyriker. Im Westen ist Hafis v.a. allem durch die Lyriksammlung des Diwan, der etwa 500 ebenso lyrische wie sprachlich schlichte Gedichte enthält, von denen die meisten in der Form von Ghaselen geschrieben sind – eine traditionsreiche Form der persischen Literatur - bekannt, der durch die durch den Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall 1812/13 erfolgte Übertragung Goethes Interesse ausgelöst hatte und zur Entstehung des West-östlichen Divans (1819) führte. Nach Goethe wurden weitere deutsche Lyriker zu Nachdichtungen angeregt. Die ersten formstrengen Übertragungen der Ghaselen des Hafis schuf Friedrich Rückert. Vordergründig werden darin die Freuden des Trinkens, der Jagd und der Liebe gepriesen; tatsächlich aber geht es um die Vereinigung mit Gott, die Aref (i.e. derjenige der erkannt hat) durch Hingabe anstrebt und die Abkehr von einer heuchlerischen und machtheischenden Welt. Als Hafez starb, war er hoch geachtet und gilt, obwohl er nur einen Gedichtband hinterlassen hat, als bedeutendster persischer Lyriker.

Diwan von Hafis (Miniaturmalerei)

 

 

 

 

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Erik Aalbæk Jensen

 

 

Dänischer Schriftsteller; wuchs während der Zeit der Krisen in der Landwirtschaft und den starken ideologischen Konflikte in Dänemark auf, die für sein Leben prägend sein sollte; absolvierte 1943 die Aalborg Katedralskole und wurde 1949 cand. theol.. Während der Besetzung Dänemark durch die deutsche Wehrmacht engagierte er sich in der Studenternes Efterretningstjeneste, einer studentischen Widerstandsgruppe, wurde 1944 verhaftet, kam zunächst in das Vestre-Gefängnis, dann in die Konzentrationslager Dachau und Neuengamme und kam nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit De Hvide Busser, den “weißen Bussen”), nach Schweden. Er setzte sein Studium fort und wurde nach seiner Ordination 1950 Pfarrer der Dänischen Volkskirche in Osted. 1957 arbeitete er als Journalist bei Danmarks Radio (DR), bei dem er zuletzt von 1959 bis 1964 Chef des Fernsehtheaters war

1949 hatte Jensen sein Debüt als Schriftsteller mit seinem Roman Dommen (dt. Das Urteil), sein Durchbruch erfolgte jedoch erst 1964 mit Perleporten (dt. Perlentore), dem ersten Band seines 5-bändigen Werkes über die soziale Entwicklung in Nordjütland in den Jahren zwischen 1930 und 1970). Aalbaek Jensens Werke sind realistische Darstellungen der sozialen und historischen Situation, geprägt oftmals von einem impressionistischen Stil. in seinem 8-bändigen Werk über die Pflanzen auf den dänischen Inseln (1981-87) beschreibt er das dortige Leben aller dänischen Inseln von weniger als Fünen. Später verfaßte er aber auch wieder Romane, u.a. Herrens mark (1990) und Magtens folk (1991).

Erik Aalbæk Jensen wurde mit dem Kritikerprisen als auch mit dem Søren-Gyldendal-Preis ausgezeichnet.

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Herfølge (Østsjælland) Kirkegård

Bilder:  Finn Halling Larsen (05/2010)

Guido Pieter Theodorus Josephus Gezelle

1860           

 

Flämischer Priester, Lyriker, Publizist und Mundartforscher; Sohn eines Gärtners; studierte zunächst an einem kleineren Seminar in der ostflämischen Stadt Roulers, dann am Priesterseminar von Brügge. 1854 wurde er zum römisch-katholischen Priester geweiht. Als Lehrer für Poesie und Leiter einer Gruppe englischer Studenten war er angehalten, in französischer Sprache zu unterrichten, machte sich aber bei Kollegen unbeliebt, weil er die geschmähte flämische Sprache verteidigte. Seine ersten Gedichte verfaßte er für seine Schüler: Vlaemsche Dichtoefeningen (1858, dt. Flämische Dichtungsübungen) und Kerkhofblommen (1858, dt. Friedhofsblumen). Im Jahr 1860 wurde er Professor am englischen Hochschule in Brügge und 1861 bis zu deren Schließung Vizedirektor und danach Professor am Anglo-Belgicum Seminarium. Im Jahr 1865 wurde er zum Pfarrer in der Pfarrei St. Walburga ernannt, ebenso der Pfarrei von Brügge. Im selben Jahr gründete die flämischen Zeitschrift Rond den Heerd. In dieser Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand aufgrund seiner verantwortungsvollen und schweren Pflichten sowie ständiger finanzieller Probleme; 1871 gab er daher den Rond den Heerd in die Hände von Adolf Duclos. Seine dichterische Tätigkeit, in der er sich u.a. mit dem Nationalismus auseinandersetzte und für das Proletariat einsetzte, führten zu Konflikten mit Vertretern von Kirche und Schulwesen; 1872 wurde er in eine der seinerzeit ärmsten Pfarreien Flanderns, nach Kortrijk, versetzt. Dort blieb er bis 1889, verfaßte in dieser Zeit fortgesetzt Artikel für die flämischsprachige katholische Presse und gründete die Zeitschrift Loquelia. Die letzten Jahre seines Lebens zog Gezellesich immer wieder aus dem öffentlichen Leben zurück und beschäftigte sich u.a. mit dem Mystiker Johannes von Ruysbroeck, der im 14. Jahrhundert gewirkt hatte..

Gezelle, der als größter flämischer Lyriker des 19. Jahrhundert gilt, verfaßte eine Reihe von der englischen Romantik beeinflußte schlichte Gedichte , die voller Naturgefühl, Religiosität und Liebe zu Volk und Heimat sind. Seine Werke fanden allerdings erst nach seinem Tode Beachtung und Wertschätzung.

Werke u.a.: Gedichten, gezangen en gebeden (1862), Tijdkrans (1893, dt. Im Kranz der Gezeiten), Rijmsnoer om en om het jaar (1897), Laatste verzen (1901).

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Bilder: Chris van de Riet (10/2016)

Brügge (Belgien), Centrale Begraafplaats

Karl-Ernst Maedel

 

 

Deutscher Sachbuchautor; begann 1938 eine Maschinenbaustudium in Halle, die er in Berlin fortsetzt; durch seine Einberufung zu Wehrmacht bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mußte er das Studium jedoch abbrechen. Nach dem Ende des Krieges arbeitete er als Beamter bei der Stadtverwaltung seiner jetzt in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) liegenden Heimatstadt. Bereits zu jener Zeit begann der begeisterte Freund der Eisenbahn in seiner Umgebung Photos von Eisenbahnanlagen und Lokomotiven zu machen, was riskant war, da das Photographieren insbesondere von Eisenbahnanlagen streng verboten war. 1953 begann er dann auch mit ersten Aufzeichnungen zu seinem Hobby, und es entstand die Idee, eine Dokumentation über die Entwicklung der Dampflokomotive zu verfassen. Sein Plan, diese Dokumentation in der SBZ veröffentlichen zu lassen, wurde vom VEB-Verlag Technik mit Interesse aufgenommen, die Realisierung jedoch wegen Bedenken, es könnten aus ihr im Westen unerwünschte Rückschlüsse auf den Zustand der Reichsbahn gezogen werden, immer wieder hinausgeschoben.- ohne daß ein Ende abzusehen gewesen wäre.

Im Sommer 1955 verließ Maedel die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und ließ sich in der Bundesrepublik nieder, wo er als Verwaltungsbeamter in Wanne-Eickel, Oberhausen und Offenbach am Main tätig war. Seinem Hobby blieb er treu; auch in der Bundesrepublik photographierte er - obwohl die Elektrifizierung und die Ausrüstung der Bahn mit Diesellokomotiven stark fortschritt - die noch weitverbreiteten Dampflokomotiven der Deutschen Bundesbahn (heute Bahn AG) und dokumentierte so die sich dem absehbaren Ende zuneigende Ära der Dampflokomotiven, mit deren Erfindung die Mobilität des Menschen ca. 125 Jahre zuvor in England begonnen hatte. Er fand die Franckh'sche Verlagshandlung in Stuttgart, in der er seine zahlreichen Sachbücher zum Thema Eisenbahn.veröffentlichen konnte. 1964 erschien sein Buch Bekenntnisse eines Eisenbahnnarren.

Werke u.a.: Deutsche Dampflokomotiven gestern und heute (1957), Unvergessene Dampflokomotiven (1965), Die Dampflokzeit (1968), Dampf überm Schienenstrang (1970).

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Bilder: Bernd Wolter (10/2016)

Worms, Hauptfriedhof

Sir William Gerald Golding (seit 1988)

 

 

Englischer Schriftsteller; Sohn eines Lehrers für Naturkunde an der Marlborough Grammar School; studierte in Oxford zunächst Naturwissenschaften, dann englische Literatur und war anschließend als Bühnenautor, Schauspieler, Regisseur und später als Lehrer tätig. 1934 erschien seine Lyriksammlung Poems (Gedichte). 1940 wurde er zur Royal Navy eingezogen, diente als Offizier an Bord eines Zerstörers und war kurzfristig an der Verfolgung und der Zerstörung des Schlachtschiffs Bismarck beteiligt. Außerdem nahm er am sog. D-Day währemd der Invasion der Alliierten in der Normandie als Kommandeur eines der Landungsschiffe beteiligt.

Seinen Beruf als Lehrer gab Golding aufgrund des Erfolgs seiner Werke 1961 auf und lebte fortan als freier Schriftsteller.Sein Romandebüt The Lord of the Flies (1954; Herr der Fliegen), der zunächst von vielen Verlagen abgelehnt wurde, machte ihn auch international bekannt. Der Roman, der 1963 von Peter Brook und 1990 von Harry Hook erfolgreich verfilmt wurde, zählt inzwischen unter die zum Kanon moderner Klassiker gehörenden englischen Literaturwerke Seine Romane behandeln in allegorischer Einfachheit menschlich-moralische Grundprobleme. Darüber hinaus verfaßte er Essaysammlungen.

1983 erhielt er den Nobelpreis für Literatur, und 1988 wurde er von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen (.

Werke u.a.; Pincher Martin (1956, dt. Der Felsen des zweiten Todes; auch: Pincher Martin), The Brass Butterfly (1958, dt, Der Messing-Schmetterling), Free Fall (1959, dt. Freier Fall), The Hot Gates (1965), Rites of Passage (1980, dt. Die Äquatortaufe), A Moving Target (1982, dt. Bewegliche Ziele), The Paper Men (1984, dt. Papier-Männer), Close Quarters (1987, dt. Die Eingepferchten), Fire Down Below (1989). The Double Tongue (1996, dt. Mit doppelter Zunge).

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Bild: Robert Cock (07/2008)
Bild: Robert Cock (07/2008)

Bowerchalke (Wiltshire), Churchyard

Bilder: Dr. Herta Lepie  (0/2017)

Zwei Gedichte Saadis in der Nähe des Sarkophags an der Wand

Schriftsteller CXXIX

Omnibus salutem!