Bernard von Brentano

1930

Deutscher Schriftsteller; Mitglied der berühmtesten literarischen und politischen Adelsfamilie Deutschlands (Sohn desIhessischen Innen- und Justizministers Otto von Brentano di Tremezzo; Bruder des späteren Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Heinrich von Brentano, und des deutschen Diplomaten und späteren deutscher Botschafters in Rom, Clemens von Brentano. Obwohl aus katholisch-konservativem Haus schloß er sich in der Weimarer Republik der Kommunistischen Partei an (ohne Parteimitglied zu sein), die ihm allerdings wegen seines Kosmopolitismus und deutschem Nationalbewußtsein mißtrauisch gegenüberstand, ihm Inkonsequenz eines bürgerlichen Schriftstellers vorwarf. 1933 (-1949) emigrierte er freiwillig vor den Nationalsozialisten, die er bereits 1932 in seiner Analyse zu Beginn der Barbarei in Deutschland durchschaute, in die Schweiz, kam in Zürich und Küssnacht, wo er eine Zeit lang in der Nähe Thomas Manns wohnte, den er häufig traf, mit zahlreichen Emigranten in Kontakt, hatte engen Kontakt zu dem exilierten Bert Brecht, dem er mit dem Hinweis, Lenin hätte den Begriff der Diktatur des Proletariat erst kurz vor der Revolution 1917 verwendet, vorwarf, der ”Diktatur einer Clique” anzuhängen. "Ich nahm mir die Freiheit, die es vielleicht nicht mehr gibt, meinen Überlegungen, meinem Gewissen und meinen Vorbildern zu folgen."

Werke u.a.: Sozialkritische Romane, u.a. der Familienroman Theodor Chindler (1936), Franziska Scheler (1945) und Essays.

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Christian Fürchtegott Gellert

                          pinxit Anton Graff

Deutscher Schriftsteller; Sohn einer in ärmlichen Verhältnissen lebenden Pastorenfamilie; studierte in Leipzig Theologie, mußte das Studium jedoch 1739 aus Geldmangel unterbrechen und hielt sich mit Privatstunden und der Erziehung junger Adliger über Wasser. Ab 1751 hielt er dort Vorlesungen über Moral, Poesie und Beredsamkeit. Gellert war ein bedeutender Vertreter der Leipziger Aufklärung zwischen Johann Christoph Gottsched und Gottfried Ephraim Lessing und einer der meist gelesenen deutschen Autoren des 18. Jahrhunderts, begründete den bürgerlichen Roman in Deutschland. Der Preußen-König Friedrich II. der Große, der nicht viel von der deutschen Literatur hielrt, schätzte ihn wegen seiner Moral und Beredsamkeit und seiner Fabeln und Erzählungen (1746-48).,

Werke u.a.: Die Betschwester (1745), Das Los in der Lotterie (1746), Die zärtlichen Schwestern (1747), Das Leben der schwedischen Gräfin von G. (1747/48), Oden und Lieder (1757), Die Biene und die Henne (1769).

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Sämtliche Schriften (Titelblatt mit Impressum der Erstausgabe 1769)

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Wiebaden-Sonnenberg, Friedhof

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Anmerkung: Bevor die sterbliche Überreste Gellerts im Jahre 1900 in die Gruft der Johanniskirche überführt wurden, waren sie auf dem Johannisfriedhof beigesetzt worden. 1949 erfolgte eine weitere Überführung in den Kirchenraum der Universitätskirche. Als diese 1968 aus ideologischen Gründen gesprengt wurde, erfolgte die bislang endgültige Beisetzung auf dem Südfriedhof (Informationsquelle: Dr.Manfred Wurlitzer u. Wieland Zumpe) Die Grabplatte befindet sich seit 2009 an einer Wand im Hof des Leipziger Grassimuseums, Das Grab deckt jetzt eine moderne Platte.)

Leipzig, Südfriedhof

Jakob Michael Reinhold Lenz

                               

Deutscher Schriftsteller; der Sproß einer Pfarrersfamilie verließ mit 17 Jahren das Elternhaus, begann mit Hilfe eines Stipendiums der Stadt Dorpat (heute Tartu, Estland), in die die Familie gezogen war, in Königsberg ein Studium der Theologie, besuchte aber, was ihm wichtiger war, die Vorlesungen Immanuel Kants , auf den er später ein Huldigungsgedicht schrieb, wie er sich überhaupt mit eigener Schriftstellerei beschäftigte. Nach Abschluß seines Studium lernte Lenz in Straßburg Goethe kennen, mit dem ihn zunächst eine Freundschaft verband. Lenz gilt neben Goethe als einer der Mitbegründer des Straßburger Sturm- und Drang, verfaßte Gedichte und Dramen, aber auch literaturtheoretische Schriften. Die Freundschaft zerbrach, als sich beide sich in dasselbe Mädchen, Friederike Brion, verliebten. Während Goethes Leidenschaft schnell verflog, was Friederikes Herz brach, blieb Lenz auch hier der ewige Zweite, stand hinter seinem Vorbild Goethe zurück. Lenz widmete Friederike mehrere Gedichte. In einem der Gedichte schilderte er den Gemütszustand der jungen Frau, nachdem Goethe sie ohne persönliche Verabschiedung verlassen hatte:

“Denn immer, immer, immer doch
Schwebt ihr das Bild an Wänden noch,
Von einem Menschen, welcher kam
Und ihr als Kind das Herze nahm.
Fast ausgelöscht ist das Gesicht,
Doch seiner Worte Kraft noch nicht.”

Schließlich verließ auch er Straßburg und ging nach Weimar, und obwohl zunächst wohlwollend aufgenommen, wurde er im November 1776 wegen übler Nachrede über Goethe und dessen Verhältnis zu Charlotte von Stein von Herzog Carl August des Landes verwiesen. Da er die Verweisung aus Weimar als Verbannung empfand, fiel er in eine tiefe seelische Krise (Anzeichen für Schizophrenie zeigten sich schon, als er sich 1777 in Zürich aufhielt), die ihn Zeit seines Lebens im Griff behielt. Im Februar 1778 ging er nach Emmendingen, wo er von Goethes Schwester Cornelia und Johann Georg Schlosser aufgenommen wurde, und unternahm von dort aus mehrere Reisen ins Elsaß und in die Schweiz. Ein Versuch, in Jena Jura zu studieren scheiterte 1779. Schließlich verließ er Deutschland und reiste mit seinem Bruder im Juni nach Riga, wo der Vater Generalsuperintendent war. Aber auch hier scheiterten alle seine Versuche, im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen. Schließlich ging Lenz weiter nach Sankt Petersburg, wo sowohl sein Versuch, als Lehrer beim Kadettenkorps als auch als Bibliothekar angenommen zu werden, scheiterte. Daraufhin nahm er im Herbst 1780 in Dorpa die Stelle eines Hofmeisters an, die er jedoch schon im November wieder aufgab. 1781 reiste er nach Moskau, wo er an öffentlichen Schulen lehrte. Obwohl er rasch das Russische erlernte und u.a. das Standardwerk Sergej Pleschtschejews über den russischen Staat ins Deutsche übersetzte, konnte er in Moskau nie heimisch werden. Völlig vereinsamt und in der Heimat längst vergessen, starb er einsam in einer nächtlichen Moskauer Straße; sein Grab ist unbekannt.

Aus dem Intelligenzblatt der Allgemeinen Literatur-Zeitung vom 18. August 1792:

”Moskau, den 24. May. Heute starb allhier Jac. Mich. Reinh. Lenz der Verfasser des Hofmeisters, des neuen Menoza etc. von wenigen betrauert, und von keinem vermißt. Dieser unglückliche Gelehrte, den in der Mitte der schönsten Geisteslaufbahn eine Gemüthskrankheit aufhielt, die seine Kraft lähmte, und den Flug seines Genies hemmte, oder demselben wenigstens eine unordentliche Richtung gab, verlebte den besten Theil seines Lebens in nutzloser Geschäftigkeit, ohne eigentliche Bestimmung. – Von allen verkannt – gegen Mangel und Dürftigkeit kämpfend, entfernt von allem, was ihm theuer war, verlohr er doch nimmer das Gefühl seines Werthes; sein Stolz wurde durch unzählige Demüthigungen noch mehr gereizt und artete endlich in jenen Troz aus, der gewöhnlich der Gefährte der edlen Armuth ist. Er lebte von Almosen, aber er nahm nicht von jedem Wohlthaten an – und wurde beleidigt, wenn man ihm ungefordert Geld oder Unterstützung anbot, da doch seine Gestalt und sein ganzes Äußere die dringendste Auffoderung zur Wohlthätigkeit waren. Eine genauere Schilderung seiner letzten Lebensjahre müßte äußerst interessant in psychologischer und moralischer Hinsicht seyn – und der Concipient dieser Nachricht wird vielleicht...”

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Marie Louise von François

                          

Deutsche Erzählerin; Tochter eines preußischen Majors hugenottischer Abstammung; wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf, was sich jedoch nach dem Tode ihres Vaters änderte, als ihr ererbtes Vermögen durch die Unfähigkeit ihres Vormunds verlorenging. So lebte sie längere Zeit in dem Haus ihres Onkels. Iher Verarmung fiel auch die Verlobung mit einem adeligen jungen Offizier zum Opfer - sie mußte aus Geldnot gelöst werden. Nach dem Tod des Onkels im Jahre 1855 zog sie zu ihrer gehbehinderten Mutter, die in Weißenfels lebte, und begann als Vertreterin eines ungebrochenen, in der klassischen Tradition wurzelnden Bürgertums, ihre schriftstellerische Laufbahn mit der Veröffentlichung kleinerer, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen angesiedelter Novellen im Cottaschen Morgenblatt für gebildete Stände. Zehn Jahre vor ihrem Tod hörte Louise von François schließlich mit dem Schreiben auf und beschäftigte sich vorwiegend mit der Lektüre historischer Werke. Sie führte eine umfangreiche Korrespondenz und unternahm Reisen zu Verwandten und befreundeten Personen wie Conrad Ferdinand Meyer und Marie von Ebner-Eschenbach; letztere setzte sich für ihre Werke auch über deren Tod hinaus ein.

Neben ihren Novellen, Erzählungen und Romanen verfaßte sie eine Geschichte der preußischen Befreiungskriege in den Jahren 1813-15 (1873).

Werke u.a.: Die letzte Reckenburgerin (1871), Geschichte einer Häßlichen (1871), Stufenjahre eines Glücklichen (1877), Frau Erdmuthens Zwillingssöhne (1873), Der Katzenjunker (1879). .

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Weißenfels (Sachsen-Anhalt), Friedhof III

Joseph Rudyard Kipling

                               

Englischer Schriftsteller; Sohn eines Lehrer; arbeitete nach seiner Erziehung von 1871 bis 1882 in England als Journalist in Indien. Seine Kurzgeschichten befaßten sich mit dem Leben und Verhalten der Engländer in Britisch-Indien. Weitere Erzählungen, Gedichte und Tiergeschichten, in denen er die mentalen Gegensätze zwischen Okzident und Orient behandelte, veröffentlichte er nach seiner Rückkehr nach England. Kipling vertrat die Meinung, daß die Kolonialmächte ein Mission erfüllten und schätze die Unterwerfung der Kolonien als eine zivilisatorische Leistung ein.

Auszeichnungen u.a.: Nobelpreis für Literatur (1907)

Werke u.a.: Plain Tales from the Hills (1888, dt., Schlichte Geschichten aus Indien), T he Jungle Book (1894, dt., Im Dschungel bzw. Das Dschungelbuch), The Second Jungle Book (1895, dt., Das neue Dschungelbuch), Kim (1901).

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Moskau, Grab unbekannt

Georg Büchner

         

Deutscher Schriftsteller, Arzt und Philosoph; der Sohn eines Arztes und Bruder von Ludwig und Luise Büchner studierte von 1831 bis 1833 in Straßburg, wo er im Hause des Pfarrers Johann Jakob Jaeglé untergekommen war und sich mit dessen Tochter Wilhelmine (*1810, †1880) 1832 heimlich verlobte, und von 1833 bis 1834 in Gießen Naturwissenschaften, Medizin und Philosophie. Als entschiedener Gegner der Reaktion nahm er 1834 an den politischen Kämpfen in Hessen teil, gründete in Gießen zusammen mit dem Butzbacher Pfarrer und Rektor Friedrich Ludwig Weidig die Gesellschaft der Menschenrechte und verfaßte eine Elternhausradikaldemokratische Kampfschrift mit sozialistischen Anklängen, Der Hessische Landbote, mit dem Motto ”Friede den Hütten, Krieg den Palästen”. Als die Behörden davon Kenntnis bekamen, konnte Büchner noch fliehen, während Weidig verhaftet und unter ungeklärten Umständen im Gefängnis starb. Büchner floh 1835 zunächst nach Straßburg und dann 1836 weiter nach Zürich. Erschüttert von den Schicksalen seiner Mitstreiter gab Büchner seine Steckbriefrevolutionären Aktivitäten auf und arbeitete als Arzt und Privatdozent für vergleichende Anatomie.

Büchner gilt mit seinen Hauptwerken als Vorläufer von Naturalismus und Expressionismus. Büchner übersetzte Dramen von Victor Hugo. Nach Büchner benannt ist der 1923 gestiftete, zunächst für hessische Künstler bestimmte Preis, der seit 1951 als allgemeiner Literaturpreis von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen wird.

 

 

 

Inschrift: Ein unvollendet Lied sinkt er ins Grab, der Verse schönsten nimmt er mit hinab (Zeilen von Georg Herwegh).

Werke u.a.: Dantons Tod (1835, Uraufführung 1902), Lenz (Erstausgabe 1842), Leonce und Lena (Erstausgabe 1842, Uraufführung 1885), Woyzeck (unvollendet, Erstausgabe 1879, Uraufführung 1913, als Oper von Alban Berg, 1925).

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London, Westminster Abbey, South Transept

Bilder: Dieter Georg (2004)

Zürich, Rigiblick (Germaniahügel)

Zürich, Rigiblick (Mitte des 19. Jahrhunderts)

Bild: Josef Aschenbrenner (09/2012)

Henry Kolarz

 

 

Deutscher Schriftsteller und Journalist österreichischer Herkunft; Sohn einer Armenierin; war als Journalist tätig und schrieb u.a. für das Hamburger Wochenmagazin Stern Serien, für die er im Milieu der Kriminellen und der Halbwelt recherchierte. Bekannt wurde er aufgrund seiner Reportagen wie z.B. Wenn Joseph nicht gesungen hätte (1960) oder Der Tod der Schneevögel (1969) 1964 war er verantwortlich für die Serie Das Superding im Stern, in der er die Geschichte des spektakulären Raubüberfalls auf den Postzug Glasgow - London, bei dem die Gangster ca 49 Millionen Pfund Sterling (ca. 55 Millionen Euro) erbeuteten, erzählte. und später daraus das Drehbuch für den Fernseh-Dreiteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse entwickelte, den Claus Peter Witt für die ARD realisierte. In der Folge verfaßte  Kolarz für das ZDF eine Reihe weiterer Drehbücher, die sich mit aufsehenerregende Verbreche beschäftigten, u.a. 1972 das 3-teilige Dokumentarspiel Der Illegale - Biografie eines Spions mit Götz George.

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Hamburg-Altona; Ev. Friedhof Bernadottestr.

Bild: Matthias Bauer (08/2017)

Franz Josef Degenhardt

 

 

Deutscher Schriftsteller, Liedermacher und Jurist; studierte von 1952 bis 1956 Rechtswissenschaften an den Universitäten von Köln und Freiburg im Bresgau, legte 1956 das Erste Juristische Staatsexamen und 1960 das Zweite Juristische Staatsexamen ab, bevor er ab 1961 für das Institut für Europäisches Recht der Universität des Saarlandes tätig wurde. 1966 wurde er mit einer Studie über Die Auslegung und Berichtigung von Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften promoviert

Während der Studentenunruhen des Jahres 1968 radikalisierte sich Degenhardt, der sich 1969 in Hamburg als Rechtsanwalt niedergelassen hatte; Er vertrat in mehreren Prozessen Sozialdemokraten oder Kommunisten, die wegen Aktionen derAußerparlamentarischen Opposition (APO) angeklagt waren, vor Gericht; endgültig bekannt wurde er 1972/73 als Verteidiger der Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe.

Degenhardt war 1961 Mitglied der SPD, geworden jedoch im Juli 1971 aufgrund des vom Parteivorstand der SPD im Jahr zuvor gefaßten sogenannten Unvereinbarkeitsbeschluß aus der Partei ausgeschlossen: Er hatte sich für eine Zusammenarbeit von Sozialdemokraten und Kommunisten ausgesprochen. Außerdem hatte er im schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf die DKP unterstützt.

Degenhadt schrieb zeitkritische Lieder, u.a. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern (1967), Väterchen Franz (1967), Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen (1979) und entwickelte sich zu einem der angesehensten Liedermacher der linken Szene in den 1960er Jahren. Franz Josef Degenhardt verfaßte aber auch Romane, .u.a. Zündschnüre (1973), Brandstellen (1975) .August Heinrich Hoffmann, genannt von Fallersleben (1991), Für ewig und drei Tage (1999).

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Quickborn, Friedhof

Middelburg (Prov. Zeeland), Algemene Begraafplaats Middelburg

Henri Arnoldus

 

 

Niederländischer Kinderbuchautor; von Haus aus Lehrer, wurde Arnoldus besonders in seiner Heimat aufgrund seiner Kinderbuchreihe Pitje Puck bekannt, die insbesondere von Kindern in den Niederlanden und in Flandern mit Begeisterung gelesen wurden. Pitje Puck ist der lustige Briefträger eines kleinen Dorfes, der in den Geschichten in verschiedene Berufe schlüpft und den Dorfbewohnern hilft. Das erste Buch der Reihe erschien 1958. Mehr als 50 Geschichten sind in dieser Reihe erschienen: insgesamt wurden 3,5 Millionen Exemplare verkauft. Außer den Pitje Puck-Bücher verfaßte er noch eine Reihe andere Geschichten für Kinder, darunter Bollejan, Tup und JoepOki und DokiIm Dierenland, Pim und Kim oder Jace Pearson's verhalen van de Texas Rangers, Außerdem war Arnoldus Co-Autor von Lehrbüchern für die r.k. Grundschulbildung.

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Quelle d. Bildes: http://www.online-begraafplaatsen.nl/

Quelle d. Bildes: http://www.online-begraafplaatsen.nl/

Robert Musil

1900

Österreichischer Erzähler, Essayist und Dramatiker; Sohn des Ingenieurs und Hochschulprofessors Alfred Musil und dessen Ehefrau Hermine; besuchte von 1892 bis 1897 militärische Bildungsinstitute, brach 1898 die Ausbildung auf der Technischen Militärakademie in Wien ab, um in Brünn Maschinenbau zu studieren, wo er 1901 Ingenieurstaatsprüfung ablegte; 1902/03 war er Assistent an der Technischen Hochschule Stuttgart, bevor er ab 1903 in Berlin Philosophie, Psychologie und Mathematikstudierte studierte. 1908 schieb er eine Dissertation über den Physiker Ernst.Mach. Nach der Zeit als Bibliothekar an der Technischen Hochschule in Wien von 1911 bis 1913 war Musil bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges Redakteur der Neuen Rundschau und Mitarbeiter der Aktion in Berlin. Während des Krieges war er österreichischer Offizier und gab ab 1916 die Südtiroler Soldatenzeitung heraus, war zuletzt im Kriegspressequartier tätig und bis 1922. Beamter im österreichischen Staatsdienst. Ab 1923 lebte Musil als freier Schriftsteller, Kritiker und Essayist in Berlin und Wien und emigrierte 1938 nach dem “Anschluß” Österreich an das Deutsche Reich über Italien nach Zürich; 1939 übersiedelte er nach Genf, wo er vereinsamt und verarmt starb. Seine Werke waren seit 1938 sowohl in Deutschland als auch in Österreich verboten.

Bekannt wurde Robert Musil vor allem als Autor des Romans Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, der 1906 erschien und des 2-bändigen, in Fragment gebbliebenen, zwischen 1930 und 1943 bei Rowohlt publizierten Hauptwerks Der Mann ohne Eigenschaften, der zu den bedeutendsten Romanen des 20. Jahrhunderts gezählt wird. Obwohl der erste Band des Romans auf lebhaftes Interesse stieß, wurde Musil nach seinem Tod zunächst vergessen. Heute gilt Musil neben James Joyce, Marcel Proust, Thomas Mann und dem von Letzgenannten für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagenen Hermann Broch als einer der großen Erneuerer des Romans im 20. Jahrhundert.

Werke: u.a.: Die Schwärmer (1921); Grigia (1923); Die Portugiesin (1923); Drei Frauen (1924); Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer (1924); Über die Dummheit (1937).

Auszeichnnungen u.a.: Kleist-Preis (1923)

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Bild: Albrecht Conz (06/2011) Wikipedia.de

Genf OT Pleinpalais, Cimetière des Rois

Hinweis: Das obige Bild zeigt das auf dem Cimetière des Rois zu Erinnerung an Robert Musik errichteten Denkmals. Seine Asche wurde jedoch am Fuße des östlich von Grenf im Département Haute-Savoie, Auvergne-Rhône-Alpes gelegenen Berg der Savoyer Voralpen Mont Salève verstreut.

Schriftsteller XXX

Omnibus salutem!