Gotthold Ephraim Lessing

               Rekonstruktion des BKA, (C)2002

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Deutscher Schriftsteller und Kritiker; wurde von seinem Vater, einem Archidiakon, zunächst selbst unterrichtete, bevor dieser ab 1737 die Lateinschule seiner Heimatstadt besuchte und anschließend von 1741 bis 1746 die Fürstenschule Sankt Afra in Meißen. Danach begann er gemäß des Wunsches seines Vater in Leipzig ein Studium der Theologie, wechselte 1748 jedoch noch in Leipzig zur Medizin und ging noch im selben Jahr an die Universität Wittenberg, wo er auch Philosophie hörte. Er unterbrach das Studium und ging als freier Schriftsteller nach Berlin, wo er 1750 Voltaire begegnete. Gemeinsam mit seinem Stiefvetter C. Mylius gab er die Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters (1750) heraus und war seit 1751 Mitarbeiter der Berlinischen Pivilegierten Zeitung, der Vorläuferin der Vossischen Zeitung, schrieb Rezensionen, Übersetzungen und Abhandlungen. Ab Dezember 1751 war er wieder in Wittenberg und erhielt dort die Magisterwürde, kehrte aber noch im gleichen Jahr wieder nach Berlin zurück, wo jetzt sein Ruf als Kritiker begründet wurde und wo er sich 1754 mit Moses Mendelssohn befreundete und mit ihm philosophischen Diskussionen führte. Für die Theatergruppe der Friederike Caroline Neuber verfaßte Lessing, dessen Interesse am Theater durch die Lektüre von Plautus und Terenz geweckt worden war, erste Stücke, u.a.: Der junge Gelehrte (Uraufführung 1748, Erstausgabe 1754), Die Juden (Uraufführung 1749, Erstausgabe 1754). Zu einem großen Bühnenerfolg wurde sein am 10.7.1755 in Frankfurt an der Oder uraufgeführtes Trauerspiel Miß Sara Sampson, das deutsche bürgerliche Trauerspiel überhaupt. Im Herbst 1755 kehrte Lessing nach Leipzig zurück, brach 1756 von dort aus als Reisebegleiter eines Patriziersohnes zu einer Reise durch ganz Europa auf, die jedoch wegen Ausbruchs des Siebenjährigen Krieges bereits in Amsterdam abgebrochen werden mußte. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig schloß er eine enge Freundschaft mit Ewald Christian von Kleist, der später zum Vorbild für den Major Tellheim in Minna von Barnhelm wurde. Seit Mai 1758 hielt sich Lessing, der mit ständigen finanziellen Problem zu kämpfen hatte, so daß viele seiner Projekte nicht vollendet werden konnten, wieder in Berlin auf, um bereits knappe zwei Jahre später (von 1760 bis 1765) Sekretär des preußischen Kommandanten und Verteidiger von Breslau, F.B. von Tauentzien, zu werden. Während dieses Aufenthalts verfaßte er die wesentlichen Teile seiner Untersuchung Laokoon oder Über die Grenzen der Mahlerey und Poesie, die 1766 erschien, in der er gegen die Auffassungen Winckelmanns den grundsätzlichen Unterschied zwischen der Poesie als Kunst des zeitlichen Nacheinanders und den bildenden Künsten entwickelte. 1765 übersiedelte Lessing erneut nach Berlin, folgte aber schon im Frühjahr 1767 unter dem Druck finanzieller Schwierigkeiten der Einladung als Dramaturg an das neu gegründete Deutsche Nationaltheater nach Hamburg. Hier wurde am 30.9.1767 das bereits im Vorjahr vollendete Lustspiel Minna von Barnhelm uraufgeführt. Nachdem jedoch das Hamburger Theaterunternehmen im November 1768 zusammengebrochen war, folgte Lessing im April 1770 einem Ruf als Bibliothekar an die Bibliothek in Wolfenbüttel, wo er sehr isoliert lebte; die Eintönigkeit der ungeliebten Tätigkeit wurde lediglich durch eine Italienreise (1775/76) unterbrochen, auf der er Herzog Leopold von Braunschweig begleitete. 1776 verfügte er zwar endlich über die Mittel, die es ihm erlaubte, Eva König, mit der er seit 1771 verlobt war, zu heiraten; jedoch verlor er sie und seinen Sohn bei dessen Geburt. Lessings letzten Wolfenbütteler Jahre waren geprägt durch die theologische Kontroverse mit dem Hamburger Hauptpastor J. M. Goeze (Anti-Goeze , 1778), die Lessing zu seinem dramatischen Gedicht Nathan der Weise - mit der berühmten Ringparabel - (1779, Uraufführung 14.4. 1783 Berlin) veranlaßte, einem Aufruf zu Toleranz und Humanität. Lessing gilt als herausragender Vertreter der Ideale der Aufklärung (Vernunft, Freiheit, Menschlichkeit, Eintreten gegen Vorurteile, gegen kirchliche Bevormundung und Fürstenwillkür) und als Befürworter der Emanzipation eines Bürgertums, das sich mit wachsendem Wohlstand und Selbstbewußtsein aus der Bevormundung durch den Adel zu lösen begann. Lessing starb auf einer Reise nach Braunschweig.

   

Lessing und Lavater zu Gast bei Moses Mendelssohn (links.) - in der Tür dessen Frau Frommet (pinxit Moritz Daniel Oppenheim, 1856)

Werke u.a.: Hamburgische Dramaturgie (1768-69, 2 Bde.), Emilia Galotti (1772), Ernst und Falk. Gespräche für Freymäurer (1778-80, 2 Tle.), Die Erziehung des Menschengeschlechts (vollständig 1780).

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Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jacob Corvinus)

       

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Deutscher Schriftsteller; Sohn eines Justizbeamten; lebte nach Beginn einer Buchhändlerlehre in Magdeburg (1849) und dem Besuch von philosophischen und historischen Vorlesungen in Berlin (1854) als freier Schriftsteller in Wolfenbüttel und Stuttgart und ab 1870 in Braunschweig, wo er auch zu schreiben begann. Raabe zählt neben Theodor Fontane zu den bedeutenden Erzählern des deutschen, ”poetischen” Realismus. Seine Arbeiten beinhalten Schilderungen der Gesellschaft, historische Romane, Novellen und auch Gedichte.

Werke u.a.: Die Chronik der Sperlingsgasse (1857), Ein Frühling (1857), Die Kinder von Finkenrode (1859), Die Leute aus dem Walde (3 Bde., 1863), Der Hungerpastor (3 Bde., 1864), Die schwarze Galeere (1861), Der Dräumling (1872), Hastenbeck (1899).

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Friedrich Gerstäcker

              

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Deutscher Schriftsteller; Sohn eines Opernsängers; begann 1833 in Kassel eine kaufmännische Lehre, die er nach wenigen Monaten jedoch wieder abbrach. Angeregt durch die Lektüre von Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe sowie der Lederstrumpferzählungen von James Fenimore Cooper, wollte er nach Amerika auswandern; seiner Mutter gelang es jedoch, ihn von diesem Plan abzuhalten, indem sie ihn überredete, sozusagen in Vorbereitung auf ein Leben als Farmer zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Rittergut Doeben bei Grimma zu durchlaufen. In seiner Abenteuerlust ungebremst, durchreiste Gerstäcker schließlich von 1837 bis 1843 Amerika, unternahm von 1849 bis 1852 Reisen durch Südamerika und Australien und später noch drei weitere Weltreisen. Basierend auf Erlebnissen auf diesen Reisen schrieb er spannende Abenteuerromane (Die Flußpiraten des Mississippi, 3 Bde., 1848), sowie Erzählungen und Reiseberichte (Hell und Dunkel, 2 Bde., 1859; In Mexico, 4 Bde., 1871). Seine Berichte über Amerika bilden eine zuverlässige, durch ethnographische Studien angereicherte Geschichtsquelle.

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Bilder: Günter Strack
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Braunschweig, Magni-Friedhof

Siegfried Jacobsohn

 

Deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizist; gründete 1905 die Theaterzeitschrift Die Schaubühne, aus der unter seiner Leitung im April 1918 die politisch-literarische Wochenzeitung Die Weltbühne weltbuehnehervorging, die Kurt Tucholsky von 1926 bis Oktober 1927 herausgab und die Carl von Ossietzky von 1927 bis 1933 als Chefredakteur leitete. Sie stellte das Forum der radikaldemokratischen bürgerlichen Linken dar. Sie geriet immer wieder in den Fokus der Gerichte u.a. wegen eines Berichtes über die heimliche Aufrüstung der Reichswehr und des in ihr von Tucholsky geprägte und vom rechten Lager mit Empörung aufgenommenen Satzes ”Soldaten sind Mörder”, für den Ossietzky als der verantwortliche Herausgeber angeklagt wurde. Bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie im März 1933 verboten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blühte sie noch einmal auf, wurde jedoch 1998 eingestellt.

 

 

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Bilder: Günter Strack

Braunschweig, Hauptfriedhof

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Braunschweig, Magni-Friedhof

Stahnsdorf b. Berlin, Südwest-Friedhof

Kurt Tucholsky (Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel)

1906            1928            

Deutscher Schriftsteller und Journalist; Sohn des Bankkaufmanns Alex Tucholsky und dessen Cousine Doris Tucholski, die er 1887 geheiratet hatte, wuchs in Stettin auf; erst 1899 zog die Familie wieder nach Berlin zurück; nach einem Jurastudium in Berlin und Genf und seiner Promotion wurde er 1915 eingezogen und kam an die Ostfront, wo er Stellungskämpfe miterlebte, dann war er in der Etappe eingesetzt. Später stellte er freimütig fest: “Ich habe mich dreieinhalb Jahre im Kriege gedrückt, wo ich nur konnte.Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete Tuchosky nach einem kurzen Volontariat bei einer Bank als Theaterkritiker der Zeitschrift Die Schaubühne (ab 1918 Die Weltbühne), die er nach dem Tod seines Mentors Siegfried Jacobsohn von 1926 bis Oktober 1927 herausgab und die sich unter seinem Einfluß von einer reinen Theaterzeitschrift zu einem Organ der linken Intellektuellen entwickelte. Empörung im rechten Lager rief u.a. sein Satz ”Soldaten sind Mörder” - in der Zeitschrift Die Weltbühne publiziert - hervor, für den der verantwortliche Redakteur Carl von Ossietzky 1932 wegen ”Beleidigung der Reichswehr“ angeklagt, jedoch freigesprochen wurde. Ab 1924 lebte er als Korrespondent der Weltbühne und der Vossischen Zeitung in Paris. Er setzte sich mit dem Nationalismus, dem Militarismus, der Korruption in der Justiz und im Pressewesen sowie dem Nationalsozialismus auseinander und machte sich die neuen Machthaber zum Feind. Bevor sie ihm aber nach dem Leben trachten konnte, wie so vielen anderen, war er jedoch schon nach Schweden übersiedelt - er hatte seinen Wohnsitz 1929 dauerhaft in das schwedische Hindås bei Göteborg verlegt - von wo aus er zahlreiche Reisen unternahm. Krank und deprimiert von den politischen Verhältnissen und der Zerstörung seines Lebenswerkes in Deutschland, für das er sich so vehement eingesetzt hatte, nahm er schließlich Gift; die Tucholsky mit seinen Geschwistern Ellen und Fritz (1904)Ärzte versuchten zwar, ihn zu retten, aber zwei Tage später starb er im Alter von nur 44 Jahren. Bereits 1933 hatten die Nationalsozialisten die Weltbühne verboten, seine Bücher verbrannt und ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Tucholsky (r) mit seinen Geschwistern Ellen und Fritz.

Tucholsky verfaßte Lieder und Couplets für das Kabarett, u.a. für das literarischen Kabarett Schall und Rauch in Berlin und für Claire Waldoff und Trude Hesterberg, Sketche, schrieb viele Polemiken und zahllose Feuilletons sowie zwei bis heute sehr populäre Erzählungen, die beide verfilmt wurden: Rheinsberg, ein Bilderbuch für Verliebte (1912) im Alter von 22 und Schloß Gripsholm, da war er schon 41 Jahre alt. Beide wurde unter der Regie von Kurt Hoffmann verfilmt: Schloß Gripsholm (1963), mit Jana Brejchová (*1940) als Lydia, Walter Giller als Kurt, Hanns Lothar als Karlchen und Nadja Tiller (*1929) als Billie und 1967Rheinsberg mit Cornelia Froboess (*1943) als Claire und Christian Wolff (*1938) als Wolf in den Hauptrollen. Außerdem schuf der Regisseur Xavier Koller 2000 einen Film mit dem Titel Gripsholm, der allerdings sehr stark von der literarischen Vorlage abweicht.

Tucholsky war zweimal verheiratet: Seit 1920 mit der Ärztin Else Weil, mit der er im August 1911 in Rheinsberg ein Wochenende verbracht hatte, was als Vorlage für seine Liebesgeschichte Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte bildete; die Ehe wurde 1924 geschieden. Else Weil wurde 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet, nachdem sie zuvor seit 1942 in Südfrankreich interniert war. Von 1924 bis 1933 war er mit Mary Gerold (*1898, †1987) verheiratet, die nach seinem Tode auch den Nachlaß verwaltete.

Werke u.a.: Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte (1912), Träumereien an preußischen Kaminen (1920), Mit 5 PS (1928), Deutschland, Deutschland über alles. Ein Bilderbuch (1929, zusammen mit dem Grafiker John Heartfield), Das Lächeln der Mona Lisa (1929), Lerne lachen ohne zu weinen (1931), Schloß Gripsholm (1931).

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1 Die Weltbühne, 30. März 1926, S. 490

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Mariefred b. Gripsholm ( Schweden)

Bilder: Dott. Lodovico Buscatti (06/2011)

Edmondo De Amicis

        

Italienischer Schriftsteller; besuchte das Lyzeum in Turin. Mit 16 Jahren kam er auf die Accademia militare di Modena und wurde Offizier. 1866 nahm er als Leutnant im Deutscher Krieg an der Schlacht von Custoza teil, der mit einer Niederlage der Kräfte Savoyens gegen Österreich endete. Das Ergebinis des Krieges enttäuschte ihn so sehr, daß er später die Armee verließ. In Florenz verfaßte er erste literarische Versuche, in denen er seine Erlebnisse im Krieg verarbeitete; sie erschienen 1868 unter dem Titel Bozzetti di vita militare (dt. Szenen aus dem militärischen Leben). 1870 begann er für das Magazin La Nazione in Rom als Korrespondent zu arbeiten. Diese Arbeit diente ihm später als Grundlage für seine zahlreichen Reisebeschreibungen Spagna (1873), Olanda (1874), Ricordi di Londra (1874), Marocco (1876), Costantinopoli (1878), Ricordi di Parigi (1879).

Zum Schulbeginn des Jahres 1886 erschien sein Roman Cuore (dt. Herz), der sich rasch zu einem Verkaufserfolg entwickelte und schon bald in viele Sprachen übersetzt wurde. Der Erfolg des Buches in Italien versteht sich aufgrund der auf die Mythen des Risorgimento gegründeten Moral. von der katholischen Kirche allerdings wurde es kritisiert, da es die Annexion Rom mit dem Vatikan zum neugeschaffnen Nationalstaat begrüßte. Ab Ende der 1890er Jahre wandte sich De Amicis mehr den sozilane Problem des Landes zu, was auch in seinen Werke zum ausdruick kommt. Er beschrieb die schlechten Lebensbedingungen der armen Bevölkerung und die damit verbundene zunehmende Emigration. In seinem Buch Questione sociale (1894) nahm er sich besonders der Situation in Turin an, das sich immer mehr zu einer Industriestadt entwickelte. Die letzten Jahre seines Lebens war tragik und Einsamkeit geprägt: Seine Konflikte mit seiner Frau, der Tod seiner Mutter, besonders aber der Suizid seines Sohnes Furio belasteten seine Psyche.

Werke u.a.: Sull' Oceano (1889), Il romanzo di un maestro (1890), Amore e ginnastica (1892), Maestrina degli operai (1895), La carrozza di tutti (1899), L'idioma gentile (1905), Nuovi ritratti letterari e artistici (1908).

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Turin, Cimitero Monumentale

Silvio Pellico

Italienischer Schriftsteller; Sohn eines Kaufmanns; im piemontesischen Pinerolo, wohin seine Eltern vor der Expansion der Franzosen geflohen waren, ging er zur Schule und studierte er an der dortigen Universität und später in Turin. Nach einem Aufenthalt in Lyon bei seinem Onkel seit 1805, kehrte er 1809 nach Italien zurück und ließ sich in Mailand nieder, wo er als Französichlehrer am Collegio Militare tätig war. Schon zu dieser Zeit interessierte er sich für die moderne französische Literatur und begeisterte sich für die neo-klassische Dichtung; er kam in Kontakt mit Vincenzo Monti (*1754, †1828) und Ugo Foscolo und begann zu schreiben, v.a. für das Theater, Tragödien in Versen von klassischer Struktur, wie Laodamia (1813) und Euphemio di Messina. Seine Tragödie Francesca da Rimini (1815) wurde mit großem Erfolg 1818 in Mailand auf die Bühne gebracht. Auch die Tragödie Euphemio da Messina wurde zu einem Erfolg, wurde jedoch später verboten. 1818/19 war Pellico Mitherausgeber der Zeitschrift Il Conciliatore, und veröffentlichte in ihr seine politische Artikel, in denen er die Einheit Italiens forderte. Auch als die Zeitung ihr Erscheinen aufgrund eines Verbots 1819 einstellen mußte, blieb Pellico weiterhin politisch aktiv. 1820 wurde er allerdings als Mitglied der Carboneria verdächtigt, gemeinsam mit weiteren Beschuldigten verhaftet und 1824 zum Tode verurteilt. Bis zur Vollstreckung des Urteils sperrte man ihn ihn die Bleikammern, dem ehemaligen Gefängnis der Dogen von Venedig, ein, in denen frühe Casanova bereits festgehalten worden war. Durch einen Gnadenakt des Kaisers von Österreich Franz I. wurde die Todesstrafe in eine 15-jährige Kerkerstrafe umgewandelt, die Pellico in der Festung Spielberg bei Brünn in Mähren verbüßte; die 10-jährige Haftzeit (er wurde vorzeitig entlassen) schilderte er eindrucksvoll in Le mie prigioni (1832, dt. Meine Gefängnisse). Körperlich schwer gezeichnet, lebte er bis an sein Lebensende zurückgezogen und enthielt sich jeglicher weiteren politischen Aktivitäten. Seine letzten Jahre verbrachte Pellico in Turin, wo er seinen Lebensunterhalt als Bibliothekar und Sekretär der Marquise Giulia Falletti di Barolo verdiente.

Werke u.a.: 1821 Hèrodiade (1821), Iginia d'Asti (1828), Tommaso Moro (1834).

    

Festnahme Pellicos und Maroncellis

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Bild: Dott. Lodovico Buscatti (06/2011)

Turin, Cimitero Monumentale

Hinweis: Die Grabplatte mit der Inschrift “Alles Vergängliche Ist Nur Ein Gleichnis“ aus Goethes Faust II wurde erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf das Grab gelegt - Vorgeschlagen hatte er : “Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze – Gute Nacht – !” Dieser Wunsch wurde allerdings nicht realisiert.

Schriftsteller XXXI

Omnibus salutem!