Tennessee Williams eigentl.Thomas Lanier Williams

 

US-amerikanischer Dramatiker; der Sohn eines Handelsvertreters studierte Publizistik und Theaterwissenschaften in New York und war bei Erwin Piscators Dramatic Workshop Praktikant. Er arbeitete in vielen Gelegenheitsjobs z.B. als Liftboy, Kellner und als Fabrikarbeiter. Die Erfahrungen, die er hierbei über die Situation der amerikanischen Gesellschaft, besonders deren Schattenseiten, gewann, verarbeitete er in seinen Dramen. Schon früh einsetzender Alkoholmißbrauch stürzte ihn immer wieder in tiefe Krisen. Die mit zunehmendem Alter nachlassende Kreativität verdünsterte seine letzten Lebensjahre. Den Spitznamen ”Tennessee” legte er sich aus Verbundenheit zu seiner Südstaaten-Heimat zu.

Auszeichnungen u.a.: Pulitzerpreis (1948) für Endstation Sehnsucht (A Steetcar Named Destiny), (1955) für Die Katze auf dem heißen Blechdach (Cat on A Hot Tin Roof).

Inschrift: ”The violets in the mountains have broke the rocks!”. Camino Real

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Ferdinand Bruckner eigentl. Theodor Tagger

 

Österreichisch-deutscher Schriftsteller; gründete 1923 das Renaissance-Theater in Berlin, das er bis 1928 leitete; 1933 emigrierte er nach Paris, anschließend in die Vereinigten Staaten und kehrte 1953 nach Deutschland zurück; er schrieb neorealistische, von der Tiefenpsychologie beeinflußte Dramen: Krankheit der Jugend (1929), Die Verbrecher (1929), Elisabeth von England (1930), Heroische Komödie (1945), Pyrrhus und Andromache (1951), Das irdene Wägelchen (1957).

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Johann Christian Günther

Deutscher Dichter; Sohn eines Arztes, auf dessen Wusch er zwar ein Medizinstudium in Wittenberg begann, sich jedoch mit seinem starrsinnigen Vater überwarf, als er dieses Studium zugunsten der Dichtkunst abbrechen wollte; mit diesem gelang ihm auch später keine Versöhnung mehr. 1717 wechselte er nach Leipzig, um sich an der dortigen Universität zu immatrikulieren. Trotz Unterstützung seitens des des Schriftstellers und Historiker Johann Burckhardt Mencke, gelang es ihm 1719 nicht, eine Stelle als Dichter am Hofe Augusts des Starken in Dresden zu erlangen. Ebenso mißlang ein Versuch, sich 1720 als Arzt in Kreuzburg niederzulassen. Günther, der erste Dichter, der sich bewußt außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft stellte, war ein Vorläufer der modernen sogenannten Erlebnislyrik, verfaßte ein umfangreiches lyrisches Werk (über 40.000 Verse), Studenten- und Trinklieder, Liebesgedichte für seine jeweiligen Geliebten, aber auch Gedichte über Armut und Tod. 1722, schon von tödlicher Krankheit gezeichnet, kam er nach Jena, um sein Medizinstudium wieder aufzunehmen. Später lebte er als Gast bei den Familien verschiedener Studienfreunde. Johann Christian Günther starb im Alter von nur 28 Jahre an den Folgen eines Blutsturzes.

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Saint Louis, Cavalry Cemetery

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Theodor Plievier eigentl. Plivier

 

Deutscher Schriftsteller; der einer Arbeiterfamilie entstammende Plievier - der Vater war Feilenhauer - begann nach der Volksschule eine Ausbildung zum Stuckateur, brach diese jedoch ab und unternahm Wanderungen durch Europa. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er Matrose bei der Handelsmarine, musterte 1910 in Südamerika ab und arbeitete bis 1913 in den Salpeterminen in Chile. Als er 1914 nach Hamburg zurück kam, wurde er von der Polizei wegen der Beteiligung an einer Schlägerei festgenommen und für die Kriegsmarine zwangsrekrutiert. Im Ersten Weltkrieg diente er als Matrose u.a. auf Vorpostenschiffen und Minensuchbooten. Im November 1916 kam er als einer von 346 Mann Besatzung auf den unter dem Kommando von Karl August Nerger stehenden Hilfskreuzer SMS Wolf. Nach der Rückkehr von der 444 Tage andauernden Kaperfahrt in Februar 1918 beteiligte er sich aktiv am Matrosenaufstand in Wilhelmshaven. U.a. beeinflußt von den Ideen Michael Bakunins, war Plievier ein Verfechter des Anarchismus. Er betätigte sich bis 1924 als Gelegenheitsarbeiter und arbeitete auch wieder als Matrose. Später wirkte er journalistisch und als Übersetzer. Von 1933 bis 1945 war er in der Emigration, zuletzt in der Sowjetunion, wo er 1943 Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland wurde. Während der Zeit in der Sowjetunion machte Plievier, der bis nach dem Zweiten Weltkrieg dem Kommunismus nahestand, die Bekanntschaft von Johannes R. Becher; mit ihm kehrte er später nach Deutschland zurück, ließ sich in Ostdeutschland nieder. Unzufrieden mit der dortigen Situattion verließ er 1948 die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) und siedelte sich als freier Schriftsteller in Hamburg an. Später zog er nach Wallhausen (heute zu Dettingen b. Konstanz), 1953 dann Avegno (Tessin).

Seine Tatsachenromane zeigen ein starkes sozialkritisches Engagement. Am bekanntesten wurde seine Romantrilogie über den Rußlandfeldzug, die zugleich eine realistische Chronik des Zusammenbruchs Deutschlands ist.

Werke u.a.: Des Kaisers Kulis (1929), Stalingrad (1945), Moskau (1952), Berlin (1954).

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Jena, Alter Friedhof

Caroline Sophie Auguste Freifrau von Wolzogen née von Lengefeld

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Deutsche Schriftstellerin; Tochter des Oberlandjägermeisters Carl Christian von Lengefeld (*1715, †1775); ältere Schwester Charlotte, der spätere Gemahlin Friedrich von Schillers; heiratete 1794 in zweiter Ehe ihren Vetter Wilhelm von Wolzogen (*1762), der während eines Kuraufenthaltes 1809 in Wiesbaden starb und dort beerdigt wurde (Sarkophag verschollen). Sie verfaßte Romane und Erzählungen; ihr Hauptwerk jedoch ist eine Biographie über ihren Schwager Friedrich von Schiller, mit dem sie seit 1787 bekannt war (Schillers Leben, 2 Bde., 1830). Nach dem Tod ihres einzigen Sohnes bot ihr 1825 die Zarentochter Maria Pawlowna, Gemahlin des Weimarer Erbprinzen, eine Wohnung in Jena an, in der sie bis zu ihrem Tode lebte. Das Grabkreuz trägt auf der Rückseite eine Inschrift, die sie sich selbst ausgewählt hatte: "Sie irrte, litt, liebte, verschied im Glauben an Christus, die erbarmende Liebe."

Werke u.a.: Agnes von Lilien (2 Bde., 1798).

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Sully Prudhomme eigentl. René-Francois-Armand Prudhomme

                 

Französischer Dichter; wuchs in einer katholischen Familie auf; obwohl zum Ingenieur ausgebildet, wandte er sich der Literatur und der Philosophie zu. Vertreter und Freund der ”Parnassiens”, der Dichter des Parnasse; er verfaßte Lyrik und sogenannte Gedankendichtungen in einer oft der prosaartigen, wissenschaftlich präzisen Sprache (Stances et poèmes, 1865). Prudhomme war Mitglied der Académie française.

Auszeichnungen u.a.: erster Nobelpreis für Literatur (1901).

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Avegno (Kt. Tessin)

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Rückseite des Grabkreuzes

Jena, Alter Friedhof

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

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Berlin OT Charlottenburg, Waldfriedhof Heerstr

Hinweis: Es handelt sich um eine Gedenkplakette; die Lage das Grabes ist nicht mehr bekannt.

Schriftsteller LV

Omnibus salutem!