Lope Félix de Vega Carpio Kurzform Lope de Vega

Spanischer Dichter; der Sohn eines Kunsthandwerkers besuchte das Madrider Jesuitenkolleg, studierte von 1577 bis 1582 an der Universität von Alcalá de Henares und 1583 vermutlich auch in Salamanca. Im Azoren-Feldzug von 1583 war er Soldat. Nachdem er 1588 wegen Verleumdung angeklagt und bis 1596 aus Madrid verbannt worden war, diente er 1588 in der Armada und nahm an deren Fahrt und Untergang teil. Überhaupt war er häufig in Liebesaffären verstrickt, über die er in seiner autobiographischen Lyrik mehr oder weniger offen berichtete, und geriet häufig mit der gesellschaftlichen Ordnung in Konflikt. Nach seiner Heirat im Jahre 1588 lebte er u.a. zwei Jahre in Valencia, dessen Theater ihn prägte. Um 1600 war er schließlich der führende Literat in Spanien und der angesehenste Dramatiker seiner Zeit. Dennoch stand er sein Leben lang im Dienste hoher Adliger und in Abhängigkeit zu ihnen. Nach dem Tode seiner ersten Frau im Jahre 1595 heiratete 1598 erneut und wandte sich kirchlichen Institutionen zu; sein bisheriges Leben quasi abschüttelnd, wurde er fanatischer Katholik, sogar 1608 “familiar” d.h. ”Vertrauter” der Inquisition und 1611 Tertianer das Franziskanerordens. Als seine zweite Frau 1613 starb, ließ er sich im Folgejahr zum Priester weihen, arbeitete aber weiterhin als Schriftsteller. 1627 wurde er Ritter des Johanniterordens. Im Alter von 73 Jahren ”ließ er sich vom damalig grassierenden Flagellantenfieber derart mitreißen, daß er sich selber blutig geißelte”. Vega Carpio gilt als Begründer des spanischen Nationaltheaters und als bedeutendster Dramatiker seiner Zeit. Neben zahlreichen Theaterstücken und religiösen Stücken verfaßte er das spanische Nationalepos Jerusalén conquistada (1609, Die Eroberung Jerusalems).

Werke u.a.: Los melindres de Belisa (1617, Die übertriebene Delikatesse), El caballero del milagro (1621, Der Ritter vom Mirakel), El acero de Madrid (ca. 1618, Brunnenkur), El caballero de Olmedo (1620-1625, Der Ritter von Olmedo), Arcadia (1598, Arkadien), Rimas (1604), Rimas sacras (1614), Rimas humanas y divinas (1634).

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Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

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Madrid, Kirche de San Sebastián

Nelly Sachs eigentl. Leonie Sachs

1910 

Deutsch-schwedische Schriftstellerin; wuchs in einer jüdisch-großbürgerlichen Atmosphäre als Tochter des Gummifabrikanten und Erfinders des Vorläufer des Expanders, Georg William Sachs, auf. Bereits im Alter von 17 Jahren begann sie, Gedichte zu schreiben; 1921 veröffentlichte sie ihr erstes Buch Legenden und Erzählungen, ein Exemplar sandte sie Selma Lagerlöf zu, mit deren Hilfe ihr und ihrer Mutter Margarete (†1950) im Mai 1940 die Flucht mit einem der letzten Flüge vom Flughafen Tempelhof in Berlin nach Stockholm gelang; sozusagen in letzter Minuten, den kurz zuvor hatte sie einen sog. Gestellungsbefehl erhalten. Lagerlöf hatte sich in einem Brief an die schwedische Regierung gewandt: “Es liegt mir daran, daß Fräulein Nelly Sachs Aufnahme in Schweden findet”. In Stockholm lebte sie mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen, deren Tod sie so sehr traf, daß sie in eine Nervenzusammenbruch erlitt und sich einige Zeit in einer Klinik erholen mußte. Erst 1953 erhielt sie die schwedische Staatsbürgerschaft. 1947 wurde ihres erster Gedichtband In den Wohnungen des Todes veröffentlicht, das sie bereits unmittelbar nach Ende des Krieges geschrieben hatte. Aber erst gegen Ende der 1950er Jahre wurde Sachs literarisch wahrgenommen. Sie gestaltete in ihrem der biblischen Psalmendichtung und der religiösen Mystik des jüdischen Volkes verpflichteten Werk dessen Schicksal. In ihren letzten Lebensjahren zog sich Nelly Sachs, die sich mehrmals in einer Nervenheilanstalt behandeln ließ, weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Werke u.a.: Die Leiden Israels (1951), Fahrt ins Staublose. Die Gedichte (Bd. 1, 1961), Zeichen im Sand (szenische Dichtungen, 1962), Teile dich Nacht (Gedichte, herausgegeben 1971).

Auszeichnungen u.a.: Nobelpreis für Literatur (1966, mit Samuel Agnon), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1965).

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Kurt Ihlenfeld

 

Deutscher Schriftsteller; studierte evangelische Theologie und Kunstwissenschaften an den Universitäten Halle und Greifswald. Ab 1925 war er als Pfarrer tätig. Von 1933 bis 1943 war er Herausgeber der Literaturzeitschrift Eckart und begründete den Eckart-Kreis als Widerstandszentrum junger christlicher Autoren, darunter Werner Bergengruen, Ricarda Huch, Jochen Klepper, Rudolf Alexander Schröder.

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John Milton

1629                    

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Englischer Dichter; der streng puritanisch erzogene Sohn eines Notars studierte zunächst in Vorbereitung auf das geistliche Amt am Christ's College der Universität Cambridge und erwarb dort 1632 den den Magistertitel (Master of Arts). 1638/39 unternahm er eine Reise nach Frankreich und Italien, wo er mit dem Rechtsgelehrten und Staatsmann Hugo Grotius (*1583, †1645) bzw. Galileo Galilei zusammentraf. Nach seiner Rückkehr war er zunächst als Privatlehrer tätig und hielt sich von jeglichen politischen Aktivitäten zurück, ergriff dann jedoch im politischen Kampf gegen die Monarchie unter Oliver Cromwell Partei für die Puritaner und wurde in dessen Staatsrat Staatssekretär des Äußeren. Nach der Restauration der Monarchie amtsenthoben, war er 1660 für kurze Zeit in Haft. Milton, der ab 1652 völlig erblindet war, widmete sich nach der Entlassung ausschließlich der Dichtung. Bereits vor seiner Reise ins Ausland waren u.a. das philosophische Maskenspiel Comus, dessen Uraufführung 1634 stattfand, und die pastorale Elegie Lycidas (1637) als Klage über den Tod eines Freundes entstanden. Während seines öffentlichen Engagements setzte er sich in Streitschriften für religiöse und bürgerliche Freiheit ein sowie für die Möglichkeit einer Scheidung im Falle der Zerrüttung einer Ehe, und er forderte in Schriften zur Bildungsreform mehr Praxisbezug und die Berücksichtigung der Naturwissenschaften und das grundsätzliche Recht zur freien Meinungsäußerung auch in der Presse; er rechtfertigte die republikanische Revolution und die Hinrichtung König Karls I. (1649), argumentierte gegen den Absolutismus und für die Demokratie. Sein Hauptwerk ist das in der Tradition des klassischen Epos (Homer, Vergil) abgefaßte, zwölf Gesänge umfassende und puritanischen Ideen verpflichtete Paradise lost (1667, dt. Das verlorene Paradies), das er vor 1660 begonnen hatte (wenn der Mensch - da mit Vernunft und freiem Willen ausgestattet - nur wollte, dann könnte er in die verlorene Harmonie mit Gott zurückkehren). Er setzte sich damit über das puritanische Dogma der Prädestination hinweg. In Deutschland übte Milton besonders auf Friedrich Gottlieb Klopstock Einfluß aus (Der Messias, 1748-73), den englischen Romantikern galt er als Freiheitsheld.

 

Titelblatt der Erstausgabe von 1668

 

 

Werke u.a.: L’allegro, Il penserso (beide 1632), Samson Agonistes (1671), Paradise regained (1671, dt. Das wiedergewonnene Paradies).

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Madrid, Kloster Trinitarios Descalzas (Conventos de los Trinitarios)

Arno Otto Schmidt

 

Deutscher Schriftsteller; Sohn eines Polizei-Oberwachtmeisters; erhielt nach einer im Frühjahr 1934 begonnenen kaufmännischen Ausbildung in einer Textilfabrik in Greiffenberg (Niederschlesien, heute Gryfów Śląski, Ldkrs. Lwówecki, Polen) 1937 dort eine Festanstellung als Lagerbuchhalter. 1940 wurde er zur leichten Artillerie der Wehrmacht nach Hirschberg am See (Nordböhmen,(heute Doksy , Tschechien) einberufen und kam 1941 in eine Garnison in Hagenau im Elsaß, bevor er 1942 auf eine Schreibstube in Norwegen versetzt wurde. Nach einem kurzen Fronteinsatz in Niedersachsen im Frühjahr 1945 geriet er im April in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung lebte er mit seiner Frau Alice née Murawski, die er in Greiffenberg kennengelernt und 1937 geheiratet hatte, zunächst in Cordingen in der Lüneburger Heide und begann eine Tätigkeit als Dolmetscher für Englisch an der Hilfspolizeischule Benefeld, die die britische Besatzungsmacht eingerichtet hatte. Ab 1947 arbeitete er dann als freier Schriftsteller und verfaßte zunächst erzählerische Werke; 1949 erschien die Erzählung Leviathan bei Rowohlt. 1950 wurde er mit dem Großen Akademie-Preis für Literatur der Mainzer Akademie ausgezeichnet. Nach Umsiedlung in das Rheinland-Pfälzische Gau-Bickelheim, wo seine Erzählung Schwarze Spiegel entstand, zogen er und seine Frau Alice, née Murawski, die er bereits in Greiffenberg kennengelernt und 1937 geheiratet hatte, bereits wenig später, im Jahr 1951,  nach Kastel an der Saar. Als er wegen seiner Erzählung Seelandschaft mit Pocahontas 1955, zwei Jahre nach deren Veröffentlichung, wegen ”Gotteslästerung und Pornographie" angezeigt wurde, verließ er die katholische Kleinstadt und ging in das protestantische Darmstadt. 1958 ließ sich Arno Schmidt schließlich in Bargfeld (heute zu Eldingen) in der Nähe von Celle nieder, wo er sehr zurückgezogen lebte.

Schmidt läßt sich - abgesehen von der frühen Prosa - keiner der zeitgenössischen Literaturrichtungen zuordnen. Er bediente sich einer assoziationsreiche Sprache und einer sehr eigenwillige Orthographie. Eigenwillig sind auch seine Übersetzungen aus dem Englischen (u.a.John Fenimore Cooper, William C. Faulkner, Edgar Allan Poe, Wilkie Collins, Edward George Bulwer-Lytton [*1803, †1873]). Zettels Traum, das Hauptwerk Arno Schmidts, der heute zu den bedeutendsten Schriftstellern im deutschen Sprachraum gerechnet wird, an dem er zehn Jahre gearbeitet hatte, erschien 1970 in einer dreispaltigen komplizierte Struktur als Typoskript im DIN A3-Format. Obwohl mit einem Subskriptionspreis von fast DM 300 (EURO 150) für damalige Verhältnisse sehr teuer, war es aufgrund der Vorbestellungen bereits bei Erscheinen vergriffen.

Werke u.a.: Brand's Haide (1951); Aus dem Leben eines Fauns (1953), Die Umsiedler (1953), Das steinerne Herz (1956), Die Gelehrtenrepublik (1957), KAFF auch Mare Crisium (1960), Die Schule der Atheisten (1972

Auszeichnungen u.a.: Theodor-Fontane-Preis (1964), Goethepreis der Stadt Frankfurt (1973).

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Solna (Stockholms län), Neuer Jüdischer Friedhof am Norra begravningsplatsen

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London Cripplegate, Saint Giles’ Churchyard

Miguel de Cervantes Saavedra

         

Spanischer Dichter; wuchs als Sohn eines Hidalgo (= Angehöriger des niederen Adels) und mittellosen Chirurgen auf, wobei über seine Jugend und Bildung nichts Genaueres bekannt ist. Bereits 1568 erschienen erste Gedichte. Er studierte in Madrid, ging aber 1569 - möglicherweise auf der Flucht vor der Justiz - nach Italien und lernte dort im Dienst des Kardinals Giulio Acquaviva die italienische Sprache und Literatur gründlich kennen. 1570 schloß er sich einem spanischen Regiment in Neapel an und nahm 1571 auf der Galeere Marquesa an der Schlacht von Lepanto gegen die Türken teil; dabei wurde ihm die linke Hand verstümmelt (”el manco de Lepanto”). Auf der Rückreise nach Spanien nahmen ihn 1575 algerische Piraten gefangen, die ihn als Sklaven nach Algerien verschleppten. Erst 1580 gelang es, ihn freizukaufen. Alle seine Bemühungen, in der Heimat Fuß zu fassen und eine gesicherte wirtschaftliche Existenz aufzubauen (u.a. versuchte er sich als Steuereintreiber), scheiterten. Auch seine schriftstellerischen Arbeiten waren zunächst finanziell wenig lukrativ, wenngleich ihm der Schäferroman La Galatea (1585) einen gewissen Bekanntheitsgrad einbrachte. Nach längerem Aufenthalt in Sevilla folgte er 1605 dem Hof nach Valladolid, 1608 nach Madrid.

Die literaturhistorische Bedeutung Cervantes‘ liegt in seiner virtuosen Erzählkunst, vor allem in seinem Meisterwerk El ingenioso hidalgo Don Quijote de La Mancha (1.Tl. 1605, 2.Tl. 1615; Der sinnreiche Junker Don Quijote von La Mancha), Don Quijote war von großem Einfluß auf die Entwicklung der europäischen Erzählprosa. Das Werk wurde in alle modernen Sprachen übersetzt. Cervantes’ literarische Bedeutung wurde erstmals in der Zeit der Romantik erkannt, als August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck den Don Quijote übersetzten. Der Roman wurde mehrmals verfilmt, u. a. in Deutschland 1933 von Georg Wilhelm Pabst und 1957 in der Sowjetunion.

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Eldingen OT Bargfeld (Lkrs. Celle) im Garten seines Hauses

André Marie de Chénier

 

Französischer Lyriker; Sohn von Louis de Chénier, einem Tuchhändle, Historikerr und Diplomaten in Diensten König Ludwigs XVI.,; Bruder des Dramatikers Marie-Joseph Chénier; besuchte, nachdem die Familie 1773 nach Paris zog, das Collège de Navarre. Nach einem fruchtlosen Versuch als Offiziersanwärter in Straßburg 1782/83 unternahm er mit Freunden im Jahre 1784 eine Bildungsreisen durch die Schweiz und im Folgejahr durch Italien, wo er Interesse für die antike Kunst entwickelte. Ende 1787 ging er als Sekretär des neuernannten französischen Botschafters nach London, kehrte aber schon 1790 wieder nach Paris zurück, schloß sich den Revolutionären an und wurde begeisterter Anhänger der Französischen Revolution, wandte sich jedoch schon 1791 in Pamphleten gegen die radikale Willkürherrschaft der Jakobiner. In seinerOde à Charlotte Corday, verherrlichte er die Attentäterin Marats, Seine Versuche, das Leben König Ludwigs XVI., der im September abgesetzt und im Dezember angeklagt worden war, zu retten, blieben erfolglos. Jetzt verfolgt, verbarg er sich nach der Hinrichtung des Königs bei Freunden in Versailles, wurde Anfang 1794 in Passy (heute zu Paris) verhaftet, inhaftiert und zum Tode verurteilt. Im Gefängnis La Saint-Lazare verfaßte er Gedichte, die er - verborgen in seiner schmutzigen Wäsche - aus dem Gefängnis schmuggeln konnte, darunter die berühmte Ode à une jeune captive, womit er Aimée de Coigny, Herzogin von Fleury, die dort ebenfalls eingekerkert und seine Muse war, unsterblich machte. Im Alter von nur 31 Jahren wurde Aimée de CoignyChenier guillotiniert, zwei Tage vor dem Sturz Robespierres, der das Ende der Schreckensherrschaft einläutete. Seine tragische Figur bewegte viele Autoren und Künstler; sie steht im Mittelpunkt der Oper Andrea Chenier von Umberto Giordano (uraufgeführt 1896).

Chenier schrieb formal an antiken Vorbildern orientierte, von Musikalität und Unmittelbarkeit der Empfindung erfüllte Gedichte (Idyllen, Elegien, Oden, Hymnen u.a.); gilt als bedeutendster französischer Lyriker des 18. Jahrhunderts und als einer der ersten Wegbereiter der Poésie pure.

 

Inschrift: Sohn Griechenlands und Frankreichs, diente den Musen, liebte die Weisheit, starb für die Wahrheit.

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Paris, Cimetière de Picpus (nicht öffentlich zugänglicher Teil)

Hinweis: Zur Zeit des Terrors im Jahre 1794 während der Französischen Revolution schuf man auf dem hinteren Teil des Cimetière de Pictus zunächst zwei Massengräber, Fosses communes (sie sind heute durch Steine markiert), in dem 1.306 Guillotinierte vergraben wurden. Ein drittes bereits vorgesehenes Massengrab wurde allerdings nach dem 9. Thermidor nicht mehr verwendet).

Hinweis: Die Gebeine Cervantes gelten seit dem mehrmaligen Umbau des Klosters als verschollen. 2014 wurde beschlossen, erneut nach den sterblichen Überresten im "Literatenviertel" der Madrider Altstadt gelegenen Kloster zu suchen.

Bild: Annie Grillet (07/2017)

Marie-Joseph Blaise de Chénier

Französischer Dramatiker; Sohn von Louis de Chénier, einem Tuchhändler, Historiker und Diplomaten in Diensten König Ludwigs XVI., Bruder von André Chénier. 1765 ging die Familie nach Frankreich, wo die Mutter mit zwei älteren Geschistern mit seinem Vater, der in Konstantinopel als Kaufmann tätig war, 1765 nach Frankreich, zunächst nach Paris , seine Mutter mit zwei älteren seinen Geschwistern blieb, während der Vater als als Konsul Frankreich nach Marokko, ging und Marie-Joseph und sein Bruder André zu einem Onkel nach Carcassonne kam. 1773 kamen beide Brüder wieder zurüch nach Paris, wo sie  das Collège de Navarre besuchten und im Salon ihrer geistig interessierten Mutter Literaten, Künstler und Gelehrte kennenlernten. 1781, also eben fünfzehnjährig, begann Chénier eine militärische Karriere als Kadett in einem Dragoner-Regiment in Niort. Zwei Jahre später gab er seine militärische Karriere auf und kehrte wieder zu seine Mutter nach Paris zurück, um dort seinen literarischen Neigungen zu folgen. 1785entstand sein erstes Stück die ”heroische Komödie“ Edgar, roi d'Angleterre, ou Le Page supposé. Das Stück fiel aber durch, genau wie 1787 auch sein zweites, die Voltaire imitierende Tragödie Azémire.. Sein nächstes Stück, die um die Ereignisse während der Bartholomäusnacht angesiedelte Tragödie Charles IX ou La Saint-Barthélemy, wurde zwar von der Comédie Française angenommen, jedoch von der Zensur nicht freigegeben.

gilt als bedeutendster Dramatiker der Französischen Revolution, ist heute aber so gut wie vergessen.

Inschrift: Auprès d’André Chénier, avant que de descendre, J’élèverai la tombe où manquera sa cendre ;Mais où vivront du moins et son doux souveni, Et sa gloire, et ses vers dictés pour l’avenir.

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bilder: Annie Grillet (07/2017)

Fred von Hoerschelmann

 

 

Deutscher Schriftsteller und Hörspielautor; Sohn eines Arztes; begann zunächst ein Studium der Chemie, studierte dann aber Kunstgeschichte und Philosophie in Dorpat (heute Tartu), das er in München fortsetzte. Bevor er sich 1927 in Berlin niedergelassen hatte, war er dort als freier Schriftsteller tätig. In dieser Zeit  veröffentlichte er in Zeitungen und Zeitschriften erste Prosawerke, u.a. in der Vossische Zeitung, dem Berliner Tageblatt und dem Satiremagazin Simplizissimus.. 1936 kehrte er in seine Heimat zurück. Zu Beginn des Rußlandfeldzuges im Jahre 1941 wurden er und zahllose sogenannte Volksdeutsche auf Grund der drohenden Annexion Estlands, Lettlands und Litauens durch die Sowjetunion in den "Reichsgau Warthegau" umgesiedelt, den die Reichsregierung völkerrechtlich annektiert hatte. Während des Zweiten Weltkrieges diente er von 1942 bis 1945 als Soldat in der Wehrmacht. Nach dem Ende des Krieges ließ er sich als freier Schriftsteller dauerhaft in Tübingen nieder, wo seine Schwester Senta bereits lebte. In der Nachkriegszeit machte sich Hoerschelmann in Westdeutschland vor allen Dingen einen Namen als Autor vieler Hörspiele, darunter sein bekanntestes Das Schiff Esperanza (1953), das in viele Sprachen übersetzt wurde. Er schuf aber auch Fernsehspielen und Bühnenwerke.

Im Jahr 1952 wurde er für seien Novellen Schnee, Aale sind zart und Die schweigsame Insel, mit dem 1. Preis im Literaturwettbewerb des Kultusministeriums Württemberg-Hohenzollern ausgezeichnet.

Werke u.a.: Die Flucht vor der Freiheit (1928/29), Das rote Wams (1935), Die zehnte Symphonie (1941), Wendische Nacht (1942), Die Stadt Tondi (1950,), Sieben Tage, sieben Nächte (1963).

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Bilder: Matthias Bauer (03/2013)

Tübingen, Bergfriedhof

Wladimir Alexejewitsch Giljarowskij [russ. Влади́мир Алексе́евич Гиляро́вский]

 

Russischer Publizist, Journalist und Schriftsteller;

Wladimir Alexejewitsch Giljarowski [russ. Влади́мир Алексе́евич Гиляро́вский]

 galt als Kenner seiner Wahlheimat Moskau und befaßte sich in seinen Veröffentlichungen vornehmlich mit dem Alltag der Stadt und ihrer Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten.

 

Saporoger Kosaken verfassen einen Brief an den türkischen Sultan; der lachende Kosak in Rot stellt Giljarowskij dar (pinxit Ilja Repin, Ausschnitt 1880-91).

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Bild: Arsenij Pawlow (04/2017) Wikipedia.ru
Bild: Arsenij Pawlow (04/2017) Wikipedia.ru

Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster

Schriftsteller LVIII

Omnibus salutem!