Friedrich Georg Jünger

 

Deutscher Schriftsteller; der Sohn eines Apothekers meldete sich wie sein Bruder Ernst Jünger als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, in dem er schwer verwundet wurde. Nach dem Kriege studierte er Rechtswissenschaften in Halle (Saale) und in Leipzig. Ab 1926 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin, wo er dem ”nationalbolschewistischen” Kreis um den Publizisten Ernst Niekisch angehörte und für dessen Monatsschrift Widerstand Essays und politische Glossen er schrieb. Der elitär denkende Jünger bezog zunehmend Distanz zum nationalsozialistischen Regime und zog sich 1936 nach Überlingen zurück; er fühlte sich der Welt und den Werken Friedrich Gottlieb Klopstocks und Friedrich Hölderlins sowie der Antike verpflichtet, was in seinen Essaybänden Griechische Götter (1943) und Griechische Mythen (1947, bearbeitet 1957) zum Ausdruck kommt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg zählte er mit seinen Essays und Abhandlungen, seinen zahlreichen Erzählungen und seinen Romanen zu den geistigen Fürsprechern einer von konservativen Gedankengut geprägten Kulturrevolution.

Werke u.a.: Gedichte (1934), Die Perfektion der Technik (1946) Die Silberdistelklause (1947), Maschine und Eigentum (1949), Grüne Zweige (1951), Ring der Jahre (1954), Zwei Schwestern (1956), Spiegel der Jahre (1958), Wiederkehr (Erzählungen, 1965), Es pocht an der Tür (1968).

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Elisabeth Hauptmann

 

Deutsche Schriftstellerin; die spätere Geliebte Bertold Brechts kam 1922 nach Berlin, wo sie ab 1924 mit ihm zusammenarbeitete. Wie er war sie von 1934 bis 1949 in den Vereinigten Staaten. Nach seinem Tode im Jahre 1952 war sie Herausgeberin seiner Werke und arbeitete als Dramaturgin im Berliner Ensemble.

Auszeichnungen u.a.: Lessing-Preis der DDR (1961).

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Brendan Francis Aidan Behaneigentl. Breandan O’Beachain

 

Irischer Dramatiker, Journalist und IRA-Aktivist; der Sohn eines Anstreichers wuchs - aus einer kinderreichen Familie stammend - in ärmlichen Verhältnissen am Rand der Slums von Dublin auf. Bei seiner Geburt saß sein Vater, der in der Gewerkschaftsbewegung aktiv war, im Gefängnis wegen illegaler Aktionen ein. Auch Behan, der im Alter von 13 Jahren die Schule verlassen hatte und einer der bedeutendsten irischen Dramatiker des 20. Jahrhunderts werden sollte, saß wegen seiner Mitgliedschaft und seiner Aktivitäten in der IRA (Irish Republican Army), von der er sich 1939 hatte anwerben lassen, häufig in Besserungsanstalten bzw. Gefängnissen ein, so mit kurzen Unterbrechungen von 1939 bis 1947. Seine erste Haft verbüßte er, weil er im verhaßten England einen Bombenanschlag hatte ausführen wollen; er wurde jedoch noch vor Ausführung des Anschlags in Liverpool verhaftet. Kaum entlassen, wurde er bereits 1942 erneut verhaftet, weil er mit einem Mord an zwei Polizisten in Verbindung gebracht und zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Bei einer Generalamnestie kam er jedoch bereits 1946 wieder auf freien Fuß, um wenig später wegen anderer, geringfügigerer Delikte erneut einzusitzen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis arbeitete er wie sein Vater es getan hatte, zunächst als Anstreicher, wurde dann 1947 nach einer erneute Freilassung aus einer kurzen Haft nach Frankreich abgeschoben, wo er in Paris als Journalist für den Rundfunk arbeitete und erstmals, von Albert Camus und Samuel Beckett ermutigt, ernsthaft mit dem Schreiben begann. Er hatte zwar schon während seiner zahlreichen Gefängnisaufenthalte begonnen, zu schreiben; seine Erlebnisse während der Haft verarbeitete er jedoch später in seinen Dramen, die er teilweise in englischer Sprache, teilweise auf gälisch verfaßte; und es gab zunächst nur einige wenige Abdrucke in der Literaturzeitschrift The Bell, ansonsten aber hatten seine Schriften wenig Echo gefunden. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, verfaßte er in dieser Zeit auch pornographische Texte. 1951 kehrte Behan nach Dublin zurück und wurde durch sein 1954 verfaßtes Theaterstück The Quare Fellow (dt. Der Spaßvogel bzw. Der Mann von morgen früh) nach dessen Aufführung am Dubliner Pike Theatre 1955 schlagartig auch als Schriftsteller bekannt (einen gewissen Bekanntheitsgrad anderer Art hatte er sich schon durch seine Sauftouren erworben). Als das Stück dann auch noch in England am Theatre Royal in Stratfort, der Geburtsstadt Shakespeares, aufgeführt worden war, war er ein auch international bekannter Bühnenautor geworden. 1962 wurde das Stück schließlich auch noch verfilmt. Der begabte Schriftsteller starb vorzeitig wegen seiner Unfähigkeit, mit dem Trinken aufhören zu können. Bis zu seinem Ende mußte er u.a. wegen Diabetes behandelt werden. In Deutschland hatte sich vor allen Dingen der Regisseur Peter Zadek der Stücke Behans für Bühneninszenierungen angenommen, aber auch das Stück The Hostage unter dem Titel Die Geisel wurde 1977 für einen Film mit O.E. Hasse, Hannelore Hoger und Peter Kern umgesetzt. Heinrich Böll und dessen Frau haben seine Werke teilweise ins Deutsche übersetzt.

Werke u.a.: Confessions of an Irish Rebel, The Hostage (1957, gälisch: An Giall; dt. Die Geisel), Richard's Cork Leg (dt. Richards Corkbein), Brendan Behan’s Island (1962), The Scarperer (1964, dt. Der Spanner).

Autobiographie: Ther Borstal Boy (1958).

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Überlingen, Friedhof

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Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Friedrichwerdersche Gemeinde

Paul Eipper

 

Deutscher Schriftsteller; Sohn eines Schlossermeisters und Kunstschmiedes; absolvierte nach dem Besuch einer Oberealschule eine Ausbildung zum Tierzeichner.und war danach als Kunstmaler tätig, bevor er ab 1912 als Buchhändler in München arbeitet. Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte Eipper in Berlin als Privatsekretär des Verlegers Samuel Fischer, und ab 1920 als Redakteur und Herstellungsleiter im Fritz-Gurlitt-Verlag. Während dieser Zeit erschienen erste natur- und tierkundliche Beiträge in Zeitschriften. Bekannt wurde Eipper vor allen Dingen durch seine zahlreichen Tierbücher. Er arbeitete zunächst im Buchhandel, bis seine schriftstellerischen Erfolge es ihm ermöglichten, sich als freier Schriftsteller zu betätigen. Eines seiner erfolgreichsten Bücher war Die gelbe Dogge Senta (1936), von dem 300.000 Exemplare verkauft wurden. .

Werke u.a.: Tieren sehen Dich an (1928), Menschenkinder (1929), Tierkinder (1929), Zirkus, Tiere, Menschen, Wanderseligkeit (1930), Du, liebe Katze (1931), Zwiegespräch mit Tieren (1957), Die schönsten Tiergeschichten (1963).

Auszeichnungen u.a.: Bundesverdienstkreuz (1956), Ehrendoktor der Veterinärmedizin.(1961).

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Dublin, Glasnevin Friedhof

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

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Deutscher Schriftsteller; studierte von 1738 bis 1741 an der Universität Halle (Saale) Jura und Philosophie. Dort gründete er gemeinsam mit Johann Peter Uz und Johann Nikolaus Götz (*1721, †1781) den anakreontischen Halleschen Freundeskreis. 1743 wurde er Hauslehrer in Potsdam und 1744 u.a. Sekretär des Prinzen Wilhelm von Brandenburg-Schwedt, den er in den 2. Schlesischen Krieg begleitete, und ein Jahr später Sekretär Leopolds I. von Anhalt-Dessau, des ”alten Dessauer." Ab 1747 wandte er sich ganz der Literatur zu und wurde der führende Vertreter der Anakreontiker. Im Versuch in scherzhaften Liedern (2 Tle., 1744-45) einen leichten Ton in die deutsche Dichtung zu bringen, besang er die Freuden der Liebe und des Weines. Außerdem verfaßte er Preußische Kriegslieder in den Feldzügen 1756 und 1757 von einem Grenadier (1758) sowie Epigramme, Oden, Fabeln, Romanzen und Balladen und Nachdichtungen Walters von der Vogelweide und der Minnesänger. U.a. stammt von Gleim die Fabel Die Milchfrau, deren belehrende Absicht, niemals etwas vorauszusetzen, bevor es zu Ende geführt wurde, unter dem Schlagwort ”Milchmädchenrechnung” in die Umgangssprache eingegangen ist: Die Milchfrau hatte sich bereits ausgerechnet, was sie mit dem durch den Verkauf der Milch zu erwartenden erlösten Geld alles anstellen könnte; bevor sie die Milch hatte verkaufen können, fiel ihr der Milchtopf aus der Hand, und die Milch ergoß sich über den Boden.

Gleim war mit u.a. Friedrich Gottlieb Klopstock, Moses Mendelssohn mit Herder, Johann Heinrich Voß und mit Johann Gottfried Seume befreundet.

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Bilder: Matthias Bauer (2006)

Gräfelfing (Ldkrs. München), Friedhof

André Kaminski eigentl. Andrzei Henrik Kaminski

 

Schweizer Schriftsteller; studierte Geschichte an den Universitäten in Genf und Zürich und war später Privatdozent an der Genfer Universität. 1950 wanderte er nach Polen aus, dem Land, aus dem sein Vater, ein Psychiater, stammte. Als er dort 1968 ausgewiesen wurde, ging er zunächst nach Israel, arbeitete dann in der Schweiz als Dramaturg und Drehbuchautor. Bekannt wurde Kaminski durch seinen 1986 veröffentlichten Roman Nächstes Jahr in Jerusalem.

Werke u.a.: Der Irrtum des Archimedes, Verdammte dieser Erde (beide 1970), Herzflattern (1984), Schalom allerseits (1987), Adam, Eva und die Dampfwalze, Der Sieg über die Schwerkraft und andere Erzählungen (beide 1990), Kiebitz (1991).

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Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (05/2006)

Halberstadt, Poetengang

Eugenie Marlitt eigentl. Friederieke Henriette Christiane Eugenie John

Deutsche Schriftstellerin; die in Wien ursprünglich zur Sängerin ausgebildete Tochter eines Kaufmanns mußte wegen Hörproblemen ihre als Kammersängerin erfolgreich begonnene Karriere bereits 1853 aufgeben; statt dessen arbeitete sie für ihre Gönnerin, die Fürstin Schwarzburg-Sondershausen als Gesellschaftsdame, bis diese gezwungen war, die Zahl der Dienstboten und Angestellten zu reduzieren und auch Eugenie John 1863 zu entlassen. Diese zog daraufhin zu ihrem Bruder Alfred nach Arnstadt bis sie die Villa Marlitt erbauen ließ, die sie 1871 mit ihm bezog. Ihre schriftstellerische Karriere hatte begonnen, nachdem sie einige Erzählungen an die Redaktion der Zeitschrift Die Gartenlaube in Leipzig gesandt hatte. 1865 erschien unter ihrem Pseudonym E. Marlitt eine Novelle und ein Jahr später ihr erster Roman Goldelse, der so erfolgreich wurde und sie so bekannt machte, daß die Berliner die vergoldete Göttin auf der Siegessäule ”Goldelse” nannten.

Werke u.a.: Das Geheimnis der alten Mamsell (1867), Reichsgräfin Gisela (1869), Die zweite Frau (1873), Die Frau mit dem Karfunkelstein (1885).

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Willibald Alexis eigentl. Georg Wilhelm Heinrich Häring

      

Deutscher Schriftsteller; einer hugenottischen Familie entstammend; Sohn eines Kanzleidirektors; studierte Jura in Berlin und Breslau und schrieb während seiner Zeit als Gerichtsreferendar am Kammergericht in Berlin bereits für das Berliner Conversationsblatt, für das er später als Redakteur arbeiten wird. Ab 1842 veröffentlichte er zusammen mit dem Verleger und Schriftsteller Julius Eduard Hitzig (*1780, †1849) den Neuen Pitaval, eine Sammlung von Berichten über Verbrechen. Angeregt durch Walter Scott, besonders dessen Roman Ivanhoe (1820), verfaßte er Romane aus der brandenburgisch-preußischen Geschichte, u.a. Die Hosen des Herrn von Bredow (1846).

Inschrift: Zur Seite seiner edlen Gattin Laetitia schläft hier...

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Zürich, Friedhof Nordheim

Bilder: Wolfgang Prokosch (04/2006)

Arnstadt, Alter Friedhof

Arnstadt, Alter Friedhof

Karl Oppel

 

 

Deutscher Schriftsteller und Pädagoge; Sohn eines aus Schlesien stammenden, 1813 über Bayreuth nach Frankfurt am Main eingewanderten Schneidermeister; älterer Bruder des Pädagogen, Physikers und Sprachwissenschaftlers Johann Joseph Oppel; besuchte zwischen 1833 und 1835 das Lehrerseminar in Esslingen am Neckar, bevor er anschließend in seine Geburtsstadt zurückkehrte, wo er zunächst Lehrer an der 1813 gegründeten Weißfrauenschule, der ersten Realschule in Frankfurt (heute in der Gutleutstraße), dann von 1838 bis 1879 an der 1803 von Wilhelm Friedrich Hufnagel als Reform- und “Experimentier“schule gegründeten Musterschule in seiner Geburtsstadt wurde. 1859 wurde er an der Universität Gießen zum Dr. phil. mit einer Dissertation über Das Wunderland der Pyramiden promoviert. Die Jahre von 1883 bis 1893 verbrachte er in Schweinfurt.

Karl Oppel veröffentlichte zahlreiche Publikationen, vor allem nach seiner Pensionierung, unter anderem zur Ägyptologie und zur Pädagogik (Pestalozzi-Forschung).

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bilder:  Norbert Seydinovic (03/2022)
Schriftsteller LXVII

Omnibus salutem!