Oskar von Miller

               

 

Deutscher Ingenieur; hatte zwar zunächst am Polytechnikum in München Ingenieurswesen mit Schwerpunkt Eisenbahn-, Wasser- und Brückenbau studiert, wandte sich jedoch dann der Elektrotechnik zu. 1882 organisierte er in München die erste Elektrizitätsausstellung Deutschlands. Er war von 1884, bis er 1890 in München ein eigenes Ingenieursbüro für Energiewirtschaft gründete, Direktor der deutschen Edison-Gesellschaft in Berlin, der späteren AEG Aktiengesellschaft. 1891 gelang ihm als erstem die Übertragung von Drehstrom. Im gleichem Jahr baute er die erste Strom-Überlandleitung, über die er auf eine Distanz von ca. 180 Kilometern von Lauffen (Neckar) nach Frankfurt am Main einen auf 20.000 Volt hochgespannten Drehstrom übertrug. Damit trat der Wechselstrom seinen Siegeszug an. George Westinghouse, der von dieser dieser technischen Meisterleistung gehört hatte, erkannte, daß sich nur mit Wechselstrom die Übertragungsverluste niedrig halten ließen. In seiner Unterstützung der Wechselspannungsübertragung kam es zu einem erbitterten Kampf mit Edinson und dessen Gleichspannungssystem, dem sog. Stromkrieg. 1897/98 entwickelte er die Etschwerke, 1898/99 die Brennerwerke und errichtete zwischen 1918 und 1925 das Walchenseekraftwerk. Auf seine Anregung hin wurde 1926 das Forschungsinstitut für Wasserbau und Wasserkraft am Walchensee gegründet. Mit dem Ziele, der Allgemeinheit einen Ein- und Überblick über die Entwicklung von Technik und Naturwissenschaften zu bieten, gründete er 1925 das Deutsche Museum in München.

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München, Neuhausener Friedhof

Bild: Hartmut Busch (2005)

Heinz Maegerlein

 

Deutscher Radio- und Fernseh-Sportjournalist; kommentierte bereits während seines Studiums der Germanistik, Geschichte und Sport an der Universität Leipzig 1931 für die Mitteldeutsche Rundfunk AG ein Feldhandballspiel zwischen Leipzig und Minden. 1936 wurde er als Stadionsprecher für die Gerätturnwettbewerbe bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin verpflichtet und ein Jahr später erhielt er eine Anstellung als Sportreporter beim Reichssender Leipzig. Während des Zweiten Weltkrieges berichtete er im Range eines Leutnants der Propagandakompanie von der Ostfront, so u.a. im März 1945kurz vor Kriegsende von der Schlacht um Breslau. Nach dem Krieg kommentierte als freier Mitarbeiter beim NWDR, SWF, und ab 1950 beim BR vor allen Dingen Skiereignisse und Eiskunstlauf. Legendär war sein sprachlicher “Ausrutscher” während einer Fernsehübertragung im Jahre 1959: ”Tausende standen an den Hängen und Pisten”, so berichtete er von einem Skiwettbewerb. Von 1958 bis 1979 war er Abteilungsleiter beim BR und von 1958 bis 1969 Moderator der populären Quizsendung Hätten Sie’s gewußt.

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Gräfelfing, Friedhof

Georg Jennerwein

 

Bayerischer Wildschütz; der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Holzarbeiter wilderte wie schon sein Vater, der von königlichen Jägern erschossen wurde, da er keine andere Möglichkeit sah, sich zu ernähren. Er verkaufte seine Beute an Wirte seines Heimatlandes oder verteilte das im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol gewilderte Wildbret auch an Bedürftige, weswegen man ihn auch mit Robin Hood verglich. Angeblich wurde er während des Wilderns von Forstbeamten hinterrücks erschossen, nachdem er von einem Freund verraten worden war. Ein auf ihn gemünztes Volkslied (“Ein stolzer Schütz in seinen besten Jahren”) verklärte ihn zum Volkshelden. Seine Geschichte wurde von BR verfilmt (Jennerwein, 2003).

Inschrift: Ein stolzer Schütz in seinen schönsten Jahren, er wurde weggeputzt von dieser Erd. Man fand ihn erst am neunten Tage auf hohen Peißenberg bei Tegernsee.

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Bilder: Wikipedia (gemeinfrei 2004)

Schliersee, Friedhof Westhofen

Günter Gaus

 

Deutscher Publizist und Politiker; Sohn eines Kaufmanns; studierte Germanistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde während des Studiums bereits journalistisch tätig. Bekannt wurde Gaus durch seine ab April 1963 von ZDF ausgestrahlte Sendereihe Zur Person. in der Politiker, Wissenschaftlern und andere Personen des öffentlichen Lebens vorgestellt und befragt wurde. Von 1969 bis 1973 war Gaus Chefredakteur des in Hamburg erscheinenden Wochenmagazins Spiegel, und ab 1974 (bis 1980) leitete er die “Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR”. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde 1981 der Journalist Klaus Bölling.

Werke u.a.: Zur Person. Porträts in Frage und Antwort (Interviews, 2 Bde., 1964-66), Die Welt der Westdeutschen (1986), Kein einig Vaterland. Texte von 1991 bis 1998 (1998), Widersprüche. Erinnerungen eines linken Konservativen (2004).

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Berlin, Friedhof Dorotheenstädt. u. Friedrichswerdersche Gemeinde

Bild: Mademoiselle (1999)

Eugène Edine Pottier

 

Französischer Fabrikarbeiter; Textdichter der im Mai 1871 entstandenen Internationalen (Musik von Pierre C. Degeyter), der Hymne der Arbeiterbewegung. Pottier war von März bis Mai 1871 Mitglied der Pariser Kommune. Als die Bewegung blutig niedergeschlagen wurde, entzog er sich der bevorstehenden Verhaftung durch Flucht über England in die Vereinigten Staaten. Nach seiner Begnadigung im Jahre 1880 kehrte er jedoch in seine Heimat zurück.

      Debout les damnés de la terre
        Debout les forçats de la faim!
        La raison tonne en son cratère
        C’est l’éruption de la fin.
        Du passe faisons table rase.
        Foules, esclaves, debout, debout
        Le monde va changer de base
        nous sommes rien, soyons tout!
       
        C’est la lutte finale
        Groupons-nous, et demain
        L’Internationale
        Sera le genre humain!

,
        Wacht auf, verdammte dieser Erde.
        die stets man noch zum Hungern zwingt!
        Das Recht wie Glut im Kraterherde
        nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
        Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
        Heer der Sklaven, wache auf!
        Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger,
        alles zu werden, störmt zuhauf.       

        Völker, hört die Signale!
        Auf, zum letzten Gefecht!
        Die Internationale
        erkämpft das Menschenrecht!

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Internationale (1. Strophe, Musik)

Sebastian Kneipp

Geistlicher (kath.) und Naturheilkundiger; Sohn eines armen Webers; besuchte von 1827 bis 1833 die Dorfschule in Stephansried und anschließend bis 1839 die Sonn- und Feiertagsschule in Ottobeuren. Zunächst ebenfalls Weber, studierte er in Dillingen a.d. Donau und dann in München Theologie, nachdem er das Abitur am Gymnasium zu Dillingen nachmachen konnte. 1852 wurde er Priester und 1880 Pfarrer in Bad Wörishofen, wo er die Hydrotherapie begründete. Er fand heraus, daß Wassergüsse, Kaltwasserkuren und Wassertreten durch ihre abhärtende Wirkung einen positiven Einfluß auf die Gesundheit ausübt und zu deren Erhaltung beitragen. Heute hat Bad Wörishofen den Beinamen Kneippkurort.

Werke u.a.: Meine Wasserkur (1886).

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Bilder: Egbert May (08/2005)

Bad Wörishofen, Friedhof

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Harry Valérien

 

 

Deutscher Sportjournalist; Sohn eines Pressephotographen; im Alter von 15 Jahren Vollwaise - er verlor Vater und Mutter kurz hintereinander -, kam er mit seinen drei Geschwistern zu seinem Großvater. Nach einer Mechanikerlehre wurde er 1942 als Gebirgsjäger zum Kriegsdienst herangezogen. Nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft besuchte er 1946 eine in München kurz zuvor eröffnete Journalistenschule, und nach einer Tätigkeit 1947 als Volontär und dann als Redakteur beim Münchner Merkur, begann er 1949 auch als Reporter für den Bayrischen Rundfunk (BR) zu arbeiten. 1952 wurde er als Rundfunkreporter zu den Olympischen Winterspielen nach Norwegen entsandt. Auch in den kommenden vier Jahrzehnten berichtete er von den Olympischen Spielen. Aber er war nicht nur auf den Wintersport spezialisiert, sondern berichtete auch über Schwimm- und Golfwettbewerbe. Harry Valérien war Mitbegründer und Moderator der vom ZDF produzierten Fernsehsendung Das aktuelle Sportstudio, das er von 1964 bis 1988 moderierte und das ihn bekanntmachte (sein Nachfolger war bis 1997 Günther Jauch). Seine Popularität wurde von den TV-Sendeanstalten immer wieder genutzt, um ihn als Moderator einzusetzen: So moderierte er u.a. die Wohltätigkeitsveranstaltung Stars in der Manege aus dem Circus Krone von München, die jährlich ausgestrahlt wurde. In den 1990er Jahren berichtete Valérien auch für die Privatsender Sat.1 und Premiere über Golfveranstaltungen. Valérien verfaßte auch einige Bücher über die Olympischen Spiele und die Fußball-Weltmeisterschaften.

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Berg OT Aufkirchen, Friedhof

Bilder: Rebekka Schmidt (10/2013)

Henri Cartier-Bresson

 

 

Französischer Photograph; der Sohn der wohlhabenden Familie eines Textilfabrikanten wuchs in der Normandie und in Paris auf. Nach einem Studium der Malerei bei André Lhote in Paris von 1927 bis 1928 widmete er sich ab 1930 der Photographie. Seine erste große Photoreportage entstand 1931 während einer Reise an die Elfenbeinküste, der weitere Reisen folgten. Seine Aufnahmen fanden schnell Eingang in Zeitschriften und wurden auf Ausstellungen gezeigt. Von 1936 bis 1939 arbeitete Cartier-Bresson als Regieassistent von Jean Renoir. Bereits kurz nach Beginn des Westfeldzugs der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg geriet er 1940 für fast drei Jahre in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach drei gescheiterten Fluchtversuchen gelang es ihm schließlich, zu fliehen und sich nach Paris durchzuschlagen, wo er sich einer Gruppe von Photographen der französischen Résistance anschloß und Szenen von der Befreiung von Paris photographierte. 1947 war er Mitbegründer der Photoagentur Magnum. 1952 formulierte er seine Theorie der Photographie des “entscheidenden Augenblicks". 1955 konnte er als erster Photograph überhaupt seine Bilder im Pariser Louvre ausstellen. Die auf seinen Weltreisen entstandenen künstlerischen Schwarzweißphotographien veröffentlichte er in zahlreichen Bildbänden. Anfang der 1970er Jahre beendete Cartier-Bresson seine Tätigkeit als professioneller Photograph und widmete sich intensiv der Zeichenkunst.

Werke u.a.: Images à la sauvette (1952, dt. Bilder im Vorübergehen), D’une Chine à l’autre (1968, dt. China gestern und heute), Moscou (1955, dt. Moskau)

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Bilder:  Peter Steller (06/2013)

Montjustin (Dép. Alpes-de-Haute-Provence), Cimetière

Kurt Brumme

 

 

Deutscher Sportmoderator und Journalist; Sohn eines Kaufmanns; machte nach em Besuch von Volks- und Mittelschu­le eine Ausbildung zum Bankkaufmann und absolvierte danach ein Praktikum beim Politischen Tagblatt in Aachen, bevor er 1941 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach dem Wende des Zweiten Weltkrieges entschied er sich dann für die journalistische Laufbahn und wurde 1945 Mitarbeiter bei den Aachener Nachrichten, wo er 1946 die Funktion des Sportredakteurs übernahm und ab 1947 parallel zu seiner Arbeit eine 4-jährige Ausbildung an der Journalistenschule in Aachen absolvierte. In dieser Zeit wechselte Brumme im April 1947 zum Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR).Im Folgejahr, am 8. August, durfte er das erste Finale der Deutschen Fußballmeisterschaft, das Spiel zwischen dem1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern (2:1), das im Müngersdorfer Stadion in Köln stattfand, im Radio. kommentieren. 1950 war als Reporter bei dem ersten Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem Ende des Zweiten Krieges gegen die Schweiz am 22. November dabei, als die deutsche Mannschaft durch ein Tor von Herbert Burdenski das Spiel mit 1:0 gewann. Bei der anschließenden Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz kommentierte er das Halbfinalspiel der deutschen Mannschaft gegen Österreich.

Insgesamt berichtete Kurt Brumme zwischen 1952 und 1974 von sechs Fußball-Weltmeisterschaften und ebenso vielen Olympischen Spielen. Im November 1963 wurde Brumme zum Abteilungsleiter Sport im Hörfunk des Westdeutschen Rundfunks (WDR), der 1956 aus der Aufteilung des NWDR hervorgegangen war. ernannt.

1988 trat Kurt Brumme in den Ruhestand, kümmerte sich aber noch fast 10 Jahre um die Ausbildung des sportjournalistischen Nachwuchses,

Auszeichnungen u.a.: Deutscher Fernsehpreis (1958)

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Köln-Lövenich, Friedhof

Bilder: Wilfried Paque (11/2016)
Sonstige XXXVII

Omnibus salutem!