Bild: Franz-Josef Mörsch jr.

Maria Magdalena Schiller née von Pfingsten

 

Schwiegertochter Friedrich von Schillers; war, bevor sie Ernst von Schiller am 27.9.1823 heiratete, in erster Ehe mit dem Richter Anton Mastiaux verheiratet.

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Köln, Friedhof Melaten

Markus Mischa Johannes Wolf

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Deutscher Generaloberst und Spionagechef der DDR; Bruder des Regisseurs Konrad Wolf; sein Vater, der jüdische Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf mit kommunistischer Weltanschauung, verließ mit seiner Familie unmittelbar nach der “Machtübernahme” der Nationalsozialisten Deutschland. Die Familie emigrierte über Frankreich und die Schweiz im April 1934 in die UdSSR. In Moskau kam er zunächst in die für die Kinder von Emigranten bereitgestellte Karl-Liebknecht-Schule. Als die Schule im Zuge der “Säuberungen” 1937 geschlossen wurde, kam er in die 110. Schule. Ab 1.9.1940 studierte er am Moskowskij Awiazionny Institut, der Hochschule für Flugzeugbau in Moskau, Flugzeugbau. 1941, nach dem Angriff deutscher Truppen auf die Sowjetunion, wurde die Hochschule nach Alma-Ata ausgelagert. Im September 1942 kam er an die aus Moskau in die in der 60 km nördlich von Ufa gelegenen Stadt Kuschnarenkowo evakuierte Parteischule des Exekutivkomitees der Komintern und erhielt den Dechnamen “Förster”. Dort lernte der perfekt russisch sprechende Wolf, seit Mitte der 1930er Jahre russischer Staatsbürger, auch seine spätere erste Frau Emmi née Stenzer (Deckname “Stern”), einer der beiden Töchter eines von den Nazis ermordeten Reichstagsabgeordneten der KPD, kennen. Ab 1943 arbeitete er als Redakteur und Sprecher beim Moskauer “Deutschen Volkssender.” Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Wolf mit der “Gruppe Ulbricht” nach Deutschland zurück und war zunächst unter dem Decknamen “Michael Storm” beim Berliner Rundfunk tätig, als solcher nahm er als Beobachter an den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen teil. Von 1949 bis 1951 war er Erster Botschaftsrat der DDR-Vertretung in Moskau. Der damalige Staatssekretär im DDR-Außenministerium Anton Ackermann, mit dem Aufbau eines Nachrichtendienstes beauftragt, erteilte Wolf 1951 den Auftrag eine DDR-Auslandsaufklärung aufzubauen. Er leitete 34 Jahre die Hauptverwaltung Aufklärung, den Auslandsnachrichtendienst im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Mitte der 1960er Jahre wurde er 1. Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit unter  Ernst Wollweber, später dann unter Erich Mielke. Unter seiner Führung gelang es, in die wichtigsten Entscheidungszentren der Bundesrepublik Deutschland vorzudringen. Sein erfolgreiches Einschleusen von Günter Guillaume in den Beraterstab um Willy Brandt war u.a. Ursache für dessen Rücktritt 1974 als Kanzler. Im Westen galt Wolf über viele Jahre hinweg als “Mann ohne Gesicht” (erst 1978 war es gelungen, von ihm in Stockholm ein aktuelle Photo zu machen), die “graue Eminenz der Spionage.” 1986 trat er von seinen Ämtern “aus gesundheitlichen Gründen” zurück. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands beklagte er die Tätigkeit der westdeutschen Strafverfolgungsbehörden als Siegerjustiz. Nach dem Fall der Mauer suchte er zunächst in Schweiz politisches Asyl und floh, da ihm dieses verweigert wurde, nach Moskau. Nach dem Sturz Gorbatschows kehrte er 1991 nach Deutschland zurück, wo er sich der Polizei stellte und zu sechs Jahre Haft wegen Landesverrat verurteilt wurde (“Welches Land soll ich verraten haben?”); das Urteil wurde jedoch später aufgehoben. In einem weiteren Verfahren wurde er wegen Verschleppung von vier Personen im Mai 1997 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung rechtskräftig verurteilt.

Wolf, der in dritter Ehe mit Andrea verheiratet war, kochte gerne russische Gerichte und veröffentlichte ein Buch über die russische Küche unter dem Titel Geheimnisse der russischen Küche (1995). 

Werke u.a.: Troika (1989), Spionagechef im geheimen Krieg. Erinnerungen (1997).

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Marianne Hainisch née Perger

anläßlich ihres 150.Geburtstags von der Republik Österreich herausgegebene Briefmarke.

 

 

 

 

 

Österreichische Begründerin der Frauenbewegung; die Mutter des österreichischen Bundespräsidenten Michael Hainisch forderte bereits in einer Rede am 12.3.1870 anläßlich der Generalversammlung des Wiener Frauenerwerbsvereins die Schaffung von Realgymnasien für Mädchen und die Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium. 1902 begründete sie den Bund österreichischer Frauenvereine, der zu Beginn des Ersten Weltkriegs bereits 90 Vereine umfaßte und dessen Vorsitz sie bis 1918 führte. 1909 wurde sie zur Dritten Vizepräsidentin des Internationalen Frauenrates (International Council of Women - ICW) gewählt, zu dessen Ehrenvizepräsidentein sie bereits 1899 gewählt worden war. Nach dem Ende des Krieges widmete sie sich der Fürsorge und der Friedensbewegung und übernahm nach dem Tod der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner 1914 zusätzlich die Leitung der Friedenskommission im Bund österreichischer Frauenvereine. Sie war Initiatorin zur Einführung des Muttertags in Österreich, der seit 1924 dort gefeiert wird.

Werke u.a.: Zur Frage des Frauenunterrichts (1870), Die Mutter (1913).

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Bild: Alexander Krischnig (11/2006)

Gloggnitz, OT Eichberg (Niederösterreich)

Berlin-Lichtenberg, Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Grabanlage Pergolenweg

Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (10/2006)

Eduard Thöny

 

Österreichischer Zeichner und Karikaturist; war langjähriger und sehr produktiver Mitarbeiter der Zeitschriften Simplicissimus und Jugend, für die er u.a. viele Karikaturen aus dem Militär- und Gesellschaftsleben schuf. Bekannt war er zudem für seine Karikaturen aus dem Studentenleben (“Jaja, vor dem Krieg war das ein Katerfrühstück – jetzt ist’s ein Mittagessen!“, 1920) und als impressionistischer Maler von Jagd- und Reitsportbildern.

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Utting OT Holzhausen am Ammersee

Bild: Alexandre Bourdeu  (07/2006)

Jean Moulin

 

Französischer Widerstandskämpfer; der Sohn eines Erdkundelehrer begann an der Universität Montpellier ein Jurastudium, das jedoch unterbrochen wurde, als Moulin kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges zur Armee eingezogen wurde; an Kampfhandlungen nahm er jedoch nicht mehr teil. 1921 machte er seinen Abschluß und trat im Folgejahr als Chef de cabinet in die Verwaltung der Präfektur Savoies ein. 1925 wurde er der seinerzeit jüngste Unterpräfekt Frankreichs in Albertville. Nach weiteren Positionen berief man ihn 1939 zum Präfekt des Départements Eure-et-Loir. Als das Vichy-Regime nach der Niederlage Frankreichs im November 1940 die Präfekten anwies, alle Bürgermeister der Linken zu entlassen, weigerte sich Moulin, diesem Befehl nachzukommen, wurde er daraufhin selbst aus seinem Amt entfernt und trat der Résistance bei. Im September 1941 verließ er Frankreich und ging unter Verwendung eines Decknamens (Joseph Jean Mercier) über Spanien und Portugal nach London, wo er in Kontakt u.a. mit Charles de Gaulle kam. Von dort kehrte er Anfang Januar 1942 in die Heimat zurück - er sprang mit dem Fallschirm in den Alpilles nahe Avignon ab - und errichtete sein Hauptquartier in Lyon. Nach einem weiteren Besuch in London im Jahre 1943 kehrte er als persönlicher Beauftragter de Gaulles mit dem Auftrag zurück, den CNR, (Conseil National de la Résistance) zu bilden. Am 21. Juni 1943 wurde Moulin in Caluire-et-Cuire festgenommen und im Gefängnis Fort de Montluc gefangengehalten. Klaus Barbie, “der Schlächter von Lyon”, der 1942 von der Ostfront nach Lyon versetzt worden war, ließ Jean Moulin und andere Résistance-Mitglieder foltern und ermorden.

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Paris, Panthéon

Joseph Ratzinger

 

Bayerischer Polizeibeamter; Vater Joseph Kardinal Ratzingers, des späteren Papstes Benedikts XVI.; heiratete 1920 die Köchin Maria Peintner.

Maria Ratzinger

Köchin und Hausfrau; unehelich geborene Tochter einer Dienstmagd; Mutter Joseph Kardinal Ratzingers, des heutigen Papstes Benedikts XVI..

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Ziegetsdorf bei Regensburg

Hinweis: Moulin wurde urspr. auf der Cimetière du Père Lachaise beigesetzt; am 19. Dezember 1964 wurde seine Urne in das Panthéon überführt.

Bild: Hans-Christian Seidel (09/2008)

Sir George Everest (seit 1861)

 

Britischer Ingenieuroffizier und Geodät; trat nach der Schulausbildung am Junior Department des Royal Military College in Great Marlow und an der Royal Military Academy Woolwich 1806 als Kadett in die Dienste der East India Company und segelte im gleichen Jahr nach Indien. In Bengalen wurde er mit verschiedensten Aufgaben betraut, so u.a. der zwei Jahre dauernden Vermessung der Insel Java, der Verbesserung der Schifffahrt in den Mündungsarmen des Gangesdeltas und der Leitung des Baus einer Telegraphenleitung von Kalkutta nach Benares. Im Rahmen seines Militärdienstes wurde er 1817 zum Assistenten von William Lambton ernannt, der bereits 1806 mit der Great Trigonometrical Survey Indiens (Große Trigonometrische Vermessung) begonnen hatte. Ab 1823, nach dem Tode Lambtons, leitete er dann die trigonometrische Vermessung und war ab 1830 Surveyor General of India. 1832 ließ er sich oberhalb des Doon Tales ein Haus erbauen, das Mussoorie Haus, in dem er lebte und ein Laboratorium betrieb. 1843 trat er in den Ruhestand und kehrte nach England zurück. Ihm zu Ehren wurde der intern bisher als Peak XV bezeichnete 8.840 Meter aufragende Gipfel nach ihm benannt.

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Mussoorie House

Bild: Shashankpuchu (06/2012) Wikipedia.en  cc_somerightsreserved

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Bilder: Op. Deo (07/2009) Wikipedia.en

Hove, St Andrew Churchyard

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Sonstige XLV

Omnibus salutem!