Helene “LenchenDemuth

Haushälter in der Familie Karl Marx’; bevor sie 1843 zu Marx und dessen Frau Jenny von Westphalen nach London kam, war sie seit 1837 als Dienstmädchen bei Jennys Vater, dem Regierungsrat Johann Ludwig von Westphalen tätig gewesen. Sie war nicht nur Marxens lebenslange Haushälterin und politische Seelenverwandte, sondern auch dessen Geliebte. Sie wurde sogar von ihm schwanger und gebar ihren Sohn Friedrich (Frederik, *23. Juni 1851), der in eine Londoner Pflegefamilie gegeben wurde. Das Liebesverhältnis wurde erst nach Marxens Tod bekannt: dessen Freund Friedrich Engels, der sich zunächst der Vaterschaft bekannt hatte, lüftete das Geheimnis um Helene Demuths Schwangerschaft und den tatsächlichen Erzeuger. Nach Marxens Tod zog Demuth zu Engels und führte diesem fortan den Haushalt. Zudem half sie ihm beim Ordnen des Marxschen Nachlasses. Auf Wunsch von Jenny Marx wurde sie im Familiengrab der Familie Marx beigesetzt. Anläßlich ihres Todes schrieb Engels: “By the death during the past week of Helena Demuth the Socialist party has lost a remarkable member. Born on New Year's Day, 1823 [falsche Datumsangabe!], of peasant parents, at St. Wendel, she came, at the age of 14, into the family of the von Westphalens of Trier ... From 1837 to the death of Mrs. Marx in 1881 ... the two women were constant companions ... The leaders of the Socialist movement bore testimony to "her strong common-sense, her absolute rectitude of character, her ceaseless thoughtfulness for others, her reliability, and the essential truthfulness of her nature".

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Bilder: Jan O'Leary (05/2008)

London, Highgate North Land Cemetery

Paul Camille von Denis (seit 1852)

Französischer Ingenieur und Eisenbahnpionier; der Sohn eines Mainzer Stadtrats besuchte das Lyceum Louis le Grand in Paris. 1814/15 studierte er an der Pariser Polytechnischen Hochschule. Nach dem Studienabschluß kehrte er in die Pfalz zu seinem mittlerweile in Neustadt ansässigen Vater zurück. Vom bayerischen Staat - zu dem die Pfalz damals gehörte - zunächst als Praktikant eingestellt, arbeitete er seit März 1816 als Baukondukteur in Germersheim. 1822 wurde er als Inspektionsingenieur nach Speyer, 1826 als Ingenieur 1. Klasse nach Zweibrücken befördert. Wegen seiner Teilnahme am vom 27. bis 30. Mai 1832 stattfindenden Hambacher Fest in der Eigenschaft als Mitglied des Pfälzischen Landrats, wurde er gerügt und nach Rosenheim versetzt. Als er im August des gleichen Jahres den Kaiserslauterner Protest gegen die Bundesbeschlüsse vom 28. Juni unterzeichnete, führte dies zu einer Anklage wegen "Verunglimpfung der höchsten Staatsbehörden". Gewärtig, daß es zu weiteren Schwierigkeiten und einer erneuten Versetzung kommen würde, beantragte er im November unbezahlten “Bildungsurlaub” und ging nach England und in die Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr baute er die erste deutsche Eisenbahnlinie, die 1835 eröffnet wurde und zwischen Nürnberg und Fürth verlief. 1839/40 baute er die Taunus-Eisenbahn von Frankfurt am Main nach Wiesbaden und von 1844 bis 1849 die Pfälzische Ludwigsbahn sowie weitere Strecken in den deutschen Ländern. 1865 wurde von Denis Vorsitzender der Planungskommission der Rheinbrücke Mannheim-Ludwigshafen und kurz darauf, 1866, auf eigenes Verlangen hochverdient in Ruhestand versetzt.

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Bilder: Bernd Wolter (05/2008)

Straßburg, Helenenfriedhof (Cimetière Sainte-Hélène)

Bild: Bernd Wolter (05/2008)

Anna Elisabeth LiliSchönemann

                                

Goethes Verlobte; die Tochter eines vermögenden Frankfurter Bankiers. Die Familie ihrer Mutter, die adlige Hugenottenfamilie d’Orville, betrieb in Offenbach gemeinsam mit der Familie Bernard eine Tabakfabrik. In Offenbach hielt sich Goethe häufig auf, nachdem er die 16jährige Lili anläßlich eines im Hause der Schönemanns stattfindenden Hauskonzerts in Frankfurt am Main kennengelernt und sich im Frühjahr 1775 gegen den Widerstand beider Elternhäuser mit ihr verlobt hatte. Doch schon nach einem halben Jahr wurde beider Eheversprechen wieder gelöst, wohl auch, weil Goethe die Beziehung als mögliche Einschränkung seiner Lebensplanung empfand (s. 17. Buch Dichtung und Wahrheit). Vergessen hat er sie jedoch wohl nie: “Lili war die erste, die ich tief und wahrhaft liebte, und vielleicht war sie auch die letzte“, so Goethe im Alter von 80 Jahren an seinen Vertrauten Friedrich Soret... und sie war Vorbild zweier Frauengestalten Goethes, Stella und Dorothea, und wurde somit unsterblich. Später heiratete sie Freiherrn Bernhard von Türckheim, Bankier wie ihr Vater und später Bürgermeister von Straßburg und Präsident des dortigen Konsistoriums. Während der Französischen Revolution 1793 mußte Lili mit ihrer Familie fliehen, konnte aber als Bäuerin verkleidet mit ihren Kindern über die Grenze nach Deutschland entkommen. Dort lebte sie in Erlangen, bis sie nach der Restauration schließlich nach Straßburg zurückkehren konnte. und dort im Alter von nur 59 Jahren starb.

Im holden Tal, auf schneebedeckten Höhen
War stets dein Bild mir nah:
Ich sah’s um mich in lichten Wolken wehen,
Im Herzen war mir’s da.
Empfinde hier, wie mit allmächt’gem Triebe
Ein Herz das andre zieht,
Und daß vergebens Liebe
Vor Liebe flieht
.

Eine Zueignung Goethes an Lili Schönemann

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Krautergersheim, Mausoleum

Bild: Hans-Christian Seidel (06/2008)

Ferdinand Franz Wallraf

Deutscher Kanonikus und Mäzen; der Sohn eines Kölner Schneidermeisters besuchte ab 1760 das Gymnasium Montanum und ab 1765 die Artistenfakultät, an der er 1767 mit dem Magister Artium abschloß. Da er kein Geld für die höheren Studien (Theologie, Jura, Medizin) besaß, mußte sich Wallraf, der 1763 die niederen Weihen empfangen hatte, als Lehrer verdingen. Mittels finanzieller Unterstützung eines Freundes studierte er ab 1776 Medizin in Wien. 1784 erhielt er eine Professur an der Universität Köln und wurde zugleich Kanonikus an St. Maria im Kapitol, 1795 auch noch an St. Aposteln zu Köln. 1788 promovierte er zum Doktor der Medizin und war zugleich Doktor der Philosophie. Von Ende 1793 bis 1796 war er Rektor der Universität. Nachdem die Franzosen 1798 die Universität aufgehoben hatten und nachdem er den Eid auf die Republik zunächst verweigert hatte, den er dann aber doch leistete, wurde er Professor für Botanik und Naturgeschichte an der Medizinischen Fakultät der Zentralschule, der Nachfolgerin der Universität, und im Oktober 1798 Professor der schönen Wissenschaften. Nach der Säkularisation von 1803 begann Wallraf die Kunstschätze aus dem ehemaligen, jetzt herrenlosen Kölner Kirchenbesitz zu sammeln. Diese Sammlung erbte die Stadt Köln 1824 und präsentierte sie in einem eigenen Bau, den der Kaufmann Johann Heinrich Richartz stiftete und der 1861 eröffnet wurde. Nach der Zerstörung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg wurde es von 1953 bis 1957 von R. Schwarz und J. Bernard neu erbaut.

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Köln, Friedhof Melaten

Hinweis: Es handelt sich um die urspr. Grabstätte Karl Marx’.

Hinweis: Bei dem Mausoleum handelt es sich um ein Überbleibsel einer Kirche, die auf einem Gelände inmitten der Stadt gestanden hatte. Nach dem Tode des Baron de Turckheim im Jahre 1831 wurde das Gelände an eine Gesellschaft in Obernai veräußert, die es stückweise nach und nach weiterverkaufte. Heute gehört es - in eine Privatkapelle gewandelt - der Familie de Turckheim de Dachstein.

Adele Bloch-Bauer  née Bauer

 

 

Österreichische Unternehmergattin; Tochter von Moritz Bauer, Generaldirektor des Wiener Bankvereins und Präsident der Orientbahnen; 1899 heiratete sie den aus Prag stammenden, 17 Jahre älteren Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch (*1864, †1945), beide verwendeten fortan den Doppelnamen Bloch-Bauer.

Adele Bloch-Bauer II (1912) 

Das Ehepaar führte in der Zeit des Wiener Fin de siècle und während der Ersten Republik in ihren Räumlichkeiten in der Schwindgasse 10 im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden und später in der Elisabethstraße 18 einen Salon, in dem viele Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur verkehrten, u.a. der Schriftsteller Stefan Zweig, der SPÖ-Politiker und spätere Bundeskanzler und Bundespräsident Karl Renner, sowie der Arzt und sozialdemokratische Politiker Julius Tandler.

Gustav Klimt gehörte zu den Künstlern, die vom Ehepaar Bloch-Bauer gefördert wurden; Adele Bloch-Bauer saß ihm mehrmals Modell. Bekannt wurde sie insbesondere durch sein 1907 entstandenes Gemälde Goldene Adele, eines der bedeutendsten Werke des Wiener Jugendstils Das 1912 entstandene Bild Adele Bloch Bauer II wurde 2006 für 87,9 Millionen US-Dollar verkauft und gilt damit als eines der teuersten Gemälde der Welt.

Adele Bloch-Bauer starb im Alter von nur 43 Jahren an den Folgen einer Hirnhautentzündung.

 Adele Bloch-Bauer I (1907) 

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Wien, Feuerhalle Simmering, Urnenhain

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Bild: Walter Anton (09/2008) Wikipedia.de

Eva Kemlein née Eva Ernestine Graupe

 

 

Deutscher Photographin und Photojournalistin; jüngstes von drei Kindern des jüdischen Getreidegroßhändlers und Bankiers Albert Graupe und dessen Frau Gertrud; besuchte das Mädchengymnasium in der Sybelstraße, das sie jedoch vorzeitig verließ (später wird sie den Abschhluß nachholen und eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin an der Lette-Schule absolviert und auch den Einsatz der Photographie in der Medizin kennenlernte. 1929 schloß sie dort ihre Ausbildung errfolgreich ab und sammelte anschließend erste berufliche Erfahrungen in der Gerichtsmedizin. Anfang der 1930er Jahre ließ sie sich mit ihrem nichtjüdischen Mann Herbert Kemlein, den sie Anfang 1933 auf einer Reise ein Italien kennen gelernt hatte, in Athen nieder. Dort schrieb sie für deutsche Zeitungen Reiseberichte. Bald aber wurde sie als Jüdin mit Berufsverbot belegt, was zur Folge hatte, daß ihre Honarare nicht mehr an sie ausgezahlt, sondern auf ein Sperrkonto überwiesen wurden. Schließlich ließ sich das Ehepaar unter dem Druck der Nationalsozialisten formal scheiden, lebte aber in Athen weiterhin zusammen. 1937 wurde das Ehepaar dann überraschend aus Griechenland ausgewiesen und kehrte nach Berlin zurück. Dort ließ Herbert Kemlein ließ sich von ihr scheiden und sie lebte allein mit ihrer Mutter in Berlin; ihr Vater war inzwischen verstorben. Sie ging mit dem links stehenden Schauspieler Werner Stein, den sie kennen gelernt hatte, in den Untergrund. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie unerkannt bei Siemens am Fließband und begann mit ihrer Kleinbildkamera, der von Oskar Barnack entwickelten Leica, zu photographieren, wobei sie Aufnahmen von der durch die Bombenangriffe zerstörten Stadt machte. Auch nach der Befreiung Berlins durch die Rote Armee setzte sie diese Tätigkeit fort. Bereits Ende Mai 1945 erschienen erste ihre Bilder in der Berliner Zeitung., der ersten deutschen Tageszeitung, die nach dem Ende des Krieges gegründet worden war. Dann begann sie - angeregt durch ihren Lebenspartner, den Schauspieler Werner Stein - Aufnahmen in Ost-Berliner Theatern zu machen; es entstanden u.a. Aufnahmen vom Ensemble des Deutschen Theaters, das sie photographierte als desen Mitarbeiter die Trümmer ihres Theaters wegräumten, und es entstanden Aufnahmen von allen legendären Brechtschen Inszenierungen. In dieser Zeit entstanden zahlreiche, auch private Photos von Hanns Eisler, Hedda Zinner mit Fritz Erpenbeck Erwin Piscator, Ernst Busch, mit dem sie befreundet war. In den 1970er Jahren begann sie dann auch, in West-Berliner Theatern zu photographieren. 1939 verkaufte sie über 300.000 Negative an das Berliner Stadtmuseum. Eva Kemlein lebte bis zu ihrem Tod in der Künstlerkolonie Berlin.

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Berlin, Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichwerderschen Gemeinden

Bilder_ Hajo Rackel (12/2016)

Claude François Chauveau-Lagarde

                              

 

Französischer Anwalt; Sohn eines Friseurs, studierte nach dem Besuch des collège de Chartres in Paris Rechtswissenschaften. Nachdem 1789 die Generalstände einberufen worden waren, veröffentlichte er eine Theorie der Generalstaaten und eines regenerierten Frankreichs. Zu Beginn der Französischen Revolution wurde er in der Öffentlichkeit vor allem als défenseur officieux (offiziell bestellter Verteidiger) prominenter Persönlichkeiten, so vertrat er u.a. den Publizisten und Journalisten Jacques Pierre Brissot, Charlotte Corday, die Jean-Paul Marat ermordet hatte, den General Francisco de Miranda, Marie Antoinette und der Élisabeth de France, gen. Madame Elisabeth, Schwester Ludwigs XVI., vor dem Revolutionstribunal., wobei ihm teilweise Gespräche mit den angeklagten Inhaftierten untersagt waren. Nachdem die drakonischen Gesetze vom 22 Prairial II (10.6.1794) beschlossen und in Kraft gesetzt worden waren, die die Rolle der Anwälte für die Verteidigung der Angeklagten vor den Tribunalen extrem einschränkten, zog er sich in seine Heimatstadt zurück. Dort wurde er verhaftet und beschuldigt, zuviel Nachsicht gegenüber Konterrevolutionären demonstriert zu haben; der Sturz Robespierres am 9. Thermidor des Jahres II des republikanischen Kalenders (27 7.1794) rettete jedoch von der Guillotine, er wurde in Freiheit gesetzt. Nach der Erhebung der Royalisten der section l'Unité am 13 vendémiaire des Jahres IV (5.10.1795), die ihn zum Vertreter ihrer section gewählt hatten,  wurde er wegen “contumace”(Rechtsverweigerung) zum Tode verurteilt; er versteckte sich bis wieder Ruhe eingekehrt und der Vorwurf fallengelassen worden war. Danach nahm er seine berufliche Tätigkeit als Verteidiger wieder auf.

Am 8.7.1806 wurde er Anwalt beim Staatsrat und beim Kassationshof ernannt. Nach der Restauration wurde er Rechtsanwalt am Conseil du roi und Präsident des Conseil de l'ordre des avocats (Anwaltverein), und im Jahre 1828 zum Berater des Obersten Gerichtshofs in Strafangelegenheiten ernannt.

Auiszeichnungen u.a.: Chevalier de la Légion d'honneur. (1814).

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Bilder: Annie Grillet (04/2017)

Paris, cimetière de Montparnasse

Dieter Thoma

 

 

Deutscher Journalist; Sohn eines Gymnasiallehrers; als 17-Jähriger erlebte er kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges den Tod seiner Mutter, die nach einem Bombenangriff der Alliierten unter den Trümmern ihres Hauses begraben wurde. Er studierte an der Universität Münster zunächst aufgrund des Wunsches seines Vaters Griechisch und Latein, wechselte dann aber zu den Fächern Geschichte und Zeitungswissenschaft und war anschließend als Kabarettist und Journalist (u.a. Lokalreporter bei der Aachener Volkszeitung und Chefreporter des Kölner Stadtanzeigers) tätig, bevor er 1963 zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) wechselte und dort zunächst Leiter der aktuellen Abteilung und dann 1978 Chefredakteur wurde. Bekannt wurde Thoma durch die von ihm konzipierte Hörfunksendung Mittagsmagazin im WDR, die aus einer Mischung von Popmusik, Politik und Live-Interviews besteht. Im Fernsehen wurde er durch die Talk Show Kölner Treff mit Alfred Biolek (*1934) populär, die ab 1977 vom WDR produziert und bis 1983 ausgestrahlt wurde. Zwischen 1988 und 1993 moderierte er den Presseclub im Ersten Programm der ARD, die Nachfolgesendung von Werner Höfers populären Internationalem Frühschoppen. 1992 zog sich Dieter Thoma, der auch als Autor arbeitete, in den Ruhestand zurück.

Autobiographie: Salto Rückwärts und andere Geschichten aus meinem Leben (1997)..

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Köln, Friedhof Melaten

Rudolf Leopold

 

 

Österreichischer Augenarzt und Kunstsammler; vom Kriegsdienst wegen einer Gelbsucht freigestellt, studierte er ab 1943 an der Universität Wien Augenheilkunde, wurde 1953 zum Dr. med. promoviert und war anschließend bis in das Jahr 1980 als Augenarzt tätig. Bereits während seines Medizinstudium besuchte er Vorlesungen zur Kunstgeschichte, für die er sich schon zuvor sehr interessierte, und begann Anfang der 1950er Jahre Bilder und Kunstobjekte zu sammeln, vorwiegend des damals bereits in Vergessenheit geratenen expressionistischen Malers Egon Schiele, die immer wieder in Museen und Ausstellungshallen auf der ganzen Welt gezeigt wurden, die Schiele wieder - nun auch international - bekannt machte .1972 veröffentlichte Leopold das erste wissenschaftliche Werkverzeichnis über den Maler 1994 brachte Rudolf Leopold mit Hilfe der Republik Österreich und der Oesterreichischen Nationalbank seine Sammlung in die Leopold Museum-Privatstiftung ein, in der sich heute mehr als 5.000 Kunstwerke befinden. Das Leopold Museum, daß im Jahr 2001 im Wiener MuseumsQuartier eröffne wurd und dessen museologischer Direktor Leopold war, ist für seine außergewöhnliche Schiele- und Klimt-Sammlung bekannt. Rudolf Leopold geriet unter Beschuß; als Kritiker ihm vorwarfen, er habe wider besseres Wissen Bilder gekauft, die ihren jüdischen Eigentümern von den Nazis geraubt oder weit unter Wert abgepresst worden waren.

Wally (1912) 

1998 wurde Schieles Bild Wally1, ein Portrait von Schieles damaliger Geliebten Walburga Neuzil, das als Leihgabe des Wiener Leopold Museums im Museum of Modern Art (MoMA) in New York City ausgestellt war, beschlagnahmt. Diese Beschlagnahme löste die sogenannte Restitutionsdiskussion aus und führte zu dem Restitutionsgesetz, welches .den zuständigen Bundesminister ermächtigt, Kunstgegenstände der Bundesmuseen zu restituieren.

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1  Im Juli 2010 einigte sich das Leopold-Museum mit den Erben nach Lea Bondi-Jaray und der US-Regierung darauf, dass das Eigentumsrecht an diesem Bild gegen eine Zahlung von 19 Millionen $ (14,8 Mio. €) definitiv an das Leopold-Museum übergeht.

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Bild: Heinz Knisch (04/2017)

Wien, Grinzinger Friedhof

Bild: Wifried Pacque (10/2017)
Sonstige LXVII

Omnibus salutem!