Heiko Engelkes

 

Deutscher Journalist; studierte zwischen 1952 und 1955 in Wilhelmshaven, Hamburg und Berlin Rechtswissenschaft, politische Wissenschaften und Journalismus. Anschließend wechselte er als Student des Fulbright-Programms an die William Allan White School of Journalism der Kansas University. 1956 begann er als freier Mitarbeiter für das Hörfunkprogramm des Norddeutschen Rundfunks zu arbeiten und für das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt zu schreiben, bevor er 1960 zum Westdeutschen Rundfunk (WDR) wechselte und dort Mitarbeiter der Tagesschau-Redaktion und 1965 Leiter der Redaktion wurde. Bis 1974 war er Leiter der Kölner Tagesschau-Redaktion. Ab 1974 als Korrespondent der ARD in Paris, leitete ab 1978 das dortige Auslandsstudio der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands. 1983 kehrte er in die Bundesrepublik zurück und wurde Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell, um schließlich 1991 erneut die Leitung des ARD-Studios in Paris zu übernehmen, eine Tätigkeit, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1998 innehielt. 1987 wurde er Ritter der französischen Ehrenlegion.

Auszeichnungen u.a.: Adenauer-de-Gaulle-Preis (1998), Bundesverdienstkreuz erster Klasse (2005).

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Köln-Poll, Deutzer Friedhof

Giovanni Falcone

Falcone & Borsellino (Plakette am Flughafen) von Palermo

 

Italienischer Jurist; richtete als Untersuchungsrichter am Justizministerium von Palermo Anfang der 1980er Jahre eine Sonderkommission zur Bekämpfung der Cosa Nostra ein. Er hatte sich den Haß der Mafia zugezogen, da aufgrund seiner von Drohungen unbeirrten Ermittlungen ein 22-monatigem Prozeß, in dem gegen rund 400 Mitglieder der Mafia verhandelt wurde, erfolgreich abgeschlossen werden konnte. 1991 wechselte Falcone ins Justizministerium. Im Angesicht weiterer Ermittlungen entschloß sich die Mafia, Falcone zu töten. Falcone wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau Francesca Morvillo, einer Richterin am Jugendgericht sowie drei Leibwächtern durch eine in einer Drainage unter der Autobahn bei Capaci deponierte 500-kg-Bombe, die ferngezündet wurde, getötet. Als Verantwortlicher für dieses Attentat wurde ein Anführer der Cosa Nostra, Giovanni Brusca, vor Gericht gestellt; er ist seit 1996 inhaftiert. Das Attentat auf Falcone stürzte Italien in eine schwere Krise – zumal vermutet wird, daß der Weg, den Falcones Auto nahm, als er mit seiner Familie in sein Ferienhaus in der Nähe Palermos fahren wollte, aus dem inneren Zirkel der Staatsmacht verraten worden sei. Wenig später starben auch sein Kollege und Vertrauter, der Richter Paolo Borsellino, sowie seine vier Begleiter und eine weitere Begleiterin in Palermo durch einen Sprengstoffanschlag.

Die Stele markiert die Stelle, an der Falcone ums Leben kam (Foto: Valentina Giuffrè, 06/2008).

 

 

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Palermo, Cimitero di Sant'Orsola

Paolo Borsellino

 

Italienischer Richter; stammte wie auch sein Freund und Vertrauter Giovanni Falcone und der MafiosoTommaso Buscetta (*1928, †2000), der in den großen Strafprozessen der 1980er und 1990er Jahre als Kronzeuge aussagte, aus dem Armenviertel La Kalsa in Palermo. Borsellino studierte nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums Rechtswissenschaften an der Universität von Palermo. Unmittelbar nach Abschluß seines Studiums im Juni 1962 verschwand sein Vater Diego spurlos, worauf Paolo dessen Apotheke solange weiterführte, bis seine Schwester Rita (*1945) nach Abschluß ihres Pharmaciestudiums die Apotheke übernehmen konnte. 1963 trat er dann in den Dienst der Justizbehörde von Palermo ein, und nach Dienst in verschiedenen Orten Siziliens, arbeitete er nach seiner Versetzung nach Palermo im Ufficio istruzione affari penali (Amt für Untersuchung von Strafsachen). Nachdem Anfang 1980 mehrere Mafiosi verhaftet worden waren und im Mai der Ermittler Emanuele Basile ermordet worden war, wurde im gleichen Jahr der aus mehrere Untersuchungsrichtern bestehende “pool antimafia” gebildet, dessen Aufgabe es war, die Ermittlungsergebnisse unmittelbar untereinander auszutauschen. Unter der Leitung von Rocco Chinnici, der 1983 Opfer einer Autobombe wurde, arbeiteten die Richter Falcone, Borsellino und Barrile und zwei Kommissare zusammen. Der Pool konnte unter Opfern einige Erfolge erzielen, wenn auch immer wieder Opfer unter Ermittlern und Polizei zu beklagen waren. 1986 wurde Borsellino jedoch zum Prokurat von Marsala berufen, konnte aber vom westlichen Teil Siziliens aus, die Jagd auf die Mafiosi unterstützen. Im Dezember 1991 kehrte er nach Palermo zurück, wo er im Mai des Folgejahres die Ermordung Falcones zu beklagen hatte. Getötet wurde Borsellino nur zwei Monate später durch eine in einem in der Nähe der Wohnung seiner Mutter geparktem Auto plazierte Bombe. Mit in den Tod wurden fünf Personen aus seiner Begleitung, nur eine Person überlebte. Sein Tod war ein schwerer Schlag für die Ermittlungen gegen die Mafia, zumal Unterlagen verschwanden, in denen er wichtige Informationen gesammelt hatte.

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Bilder: AGT Palermo (01/2009) Picasa-Webalbum

Palermo, Cimitero monumentale di S. Maria di Gesù

Käthe Paulus

 

Deutsche Berufsluftschifferin; aus kleinbürgerlichen, ärmlichen Verhältnissen stammend; verlor bereits 1887 ihren Vater, einen~ 1890 Schmied, der aber auch als Tagelöhner und Maschinenheizer arbeitete; erlernte den Schneiderberuf, entdeckte aber ihre Liebe zum Ballonfahren, als sie während eines Kuraufenthaltes 1889 den Ballonfahrer Hermann Lattemann (*1852, †1894) kennenlernte, der sie in die Kunst des Ballonfluges und des Fallschirmsprungs einführte. Später führten sie Tourneen in viele europäische Großstädte u.a. nach London, Wien, Amsterdam, Berlin, Budapest, Düsseldorf, Wiesbaden, Paris und Frankfurt am Main und wurde durch ihre oft spektakulären und waghalsigen Absprünge sehr populär. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, unternahm sie im Juli 1914, nunmehr 46 Jahre alt, ihre letzte Ballonfahrt. Ab Sommer 1916 fertigte sie im Auftrag des Preußischen Kriegsministeriums die von ihr erfundenen Paketfallschirme.

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Bild: Hans-Christian Seidel (04/2009)

Berlin-Reinickendorf, Dankes Friedhof

Hamburg-Hamm, Friedhof a.d.Dreifaltigkeitskirche

Bilder: Udo Grimberg (05/2009)

Felix von Kunowski

 

Deutscher Stenograph; Sohn eines Rittmeisters und Gutsbesitzers; schlug die militärische Laufbahn ein und wurde 1890 Leutnant im 4. Garderegiment, 1898 Oberleutnant und 1902 Hauptmann im Generalstab. Gemeinsam mit seinem Bruder Albrecht beschäftigte er sich seit 1882 mit Stenographie. 1893 erfanden die Brüder eine neue Kurzschrift, die sie im Lehrgang der deutschen Kurzschrift (1893) veröffentlichten, gefolgt 1895 von Die Kurzschrift als Wissenschaft und Kunst. Nachdem sich die Kurzschriftschulen von Wilhelm Stolze und Ferdinand Schrey 1897 zusammengeschlossen hatten, nahm der Einigungsausschuß ein Jahr später das System der Brüder Kunowski unter dem Namen Nationalstenografie an. Seit den 1920er Jahren unternahm Kunowski außerdem erfolgreiche Versuche mit Stenographieunterricht für Kinder. Die von ihm entwickelte Kurzschrift für Kinder, die zunächst unter dem Begriff Wurzelschrift lief, wurde seit 1942 “Sprechspur“ genannt.

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Dresden, Alter Annenfriedhof

Amalie Wilhelmine Sieveking

1841

Deutsche Philantropin; Tochter eines Hamburger Senators; wurde, wie seinerzeit in gutbürgerlichen Kreisen üblich, in den schönen Künsten, in Haushaltsführung, Musik, Kunst und Literatur unterrichtet. Nach dem frühen Tode ihres Vater im Jahre 1809 - ihre Mutter hatte sie bereits im Alter von 5 Jahren verloren - kam sie zunächst zu einer Schwägerin Klopstocks, einem Fräulein Dimpfel; zwei Jahre später zu einer Verwandten ihrer Mutter, wo sie bis zu deren Tode lebte. Ihre Lebensaufgabe fand sie in der Erziehung und Betreuung, eine Tätigkeit, der sie bereits während ihrer Zeit bei Fräulein Dimpfel zugewandt hatte. 1823 beschloß sie schließlich, eine barherzige Schwesternschaft für junge Mädchen zu gründen, wurde aber in ihrem Plan durch den Ausbruch der Cholera 1831 in Hamburg zunächst abgehalten, als sie freiwillig in den Armenhäusern als Krankenpflegerin tätig wurde. Gleichzeitig rief sie die anderen Frauen von Stand auf, sich ihr anzuschließen. Bald wurde ihr die Aufsicht über das Pflegepersonal übertragen. 1832 gründete sie schließlich zusammen mit anderen bürgerlichen Frauen den Weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege, in dessen Rahmen sie vor allem Hilfe zur Selbsthilfe betrieb. So ließ sie z.B. Kinderwagen anfertigen und beauftragte arbeitslose Männer, die Kleinkinder von Arbeiterinnen auszufahren. Sieveking gilt mit ihrem Verein, ihren Initiativen zur Arbeitsbeschaffung und Berufsausbildung für Arme und Aktionen für den Wohnungsbau und Bau von Spitälern als eine Vorreiterin der modernen Sozialarbeit in Deutschland.

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Hinweis: Die Inschrift auf der Plakette lautet: Gli altri. L'orgoglio della Nuova Sicilia [Die Anderen. Der Stolz des Neuen Sizilien]

Hinweis: Die Inschrift auf der Plakette lautet: Gli altri. L'orgoglio della Nuova Sicilia [Die Anderen. Der Stolz des Neuen Sizilien]

Bilder: Matthias Bauer (05/2015)

Günther Nenning

 

 

Österreichischer Journalist; wurde nach der Matura (Abitur) wurde im Zweiten Weltkrieg 1940 zum Kriegsdienst herangezogen, wurde 1945 von Soldaten der Roten Armee, die in Öberösterreich eingerückt war, gefangen genommen, kam danach in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, wurde aber bald wieder unter der Bedingung entlassen, die US-amerikanische Besatzungszone nicht zu verlassen, so dass ernicht nach Wien zurückkehren konnte. Nach dem Ende des Krieges studierte Nenning in Graz Sprach- sowie Religionswissenschaft und promovierte 1949 zum Dr. phil. und 1959 zum Dr. rer. pol. Bereits während seiner Studienzeit begann er journalistisch zu arbeiten, zunächst bei der Grazer sozialistischen Tageszeitung Neue Zeit als Redakteur, dann bis 1958 als deren stellvertretender Chefredakteur. Danach war er in Wien Mitherausgeber der von Friedrich Torberg gegründeten Kulturzeitschrift Forum und ab 1965 Eigentümer und Chefredakteur der Zeitschrift Neues Forum. die sich unter seiner Führung zu einem bedeutenden Sprachrohr der 68er auch in Deutschland entwickelte. Ab den frühen 1970er Jahren schrieb er als Kolumnist unter anderem für die österreichischen Publikationen profi und Kronenzeitung sowie die bundesdeutschen Printmedien Spiegel und Die Zeit.

Einem breiten Publikum wurde Nenning als Moderator der ORF-Diskussionsreihe Club 2, und in Deutschland auch als Moderator des Fernsehtalksendung 3 nach 9 von Radio Bremen bekannt. Günther Nenning war überzeugter Gegner der Atomkraft sowie einer der ersten Grünen-Aktivisten. In den Aktionen für die Erhaltung der Hainburger Au, eine naturbelassene Flusslandschaft an der Donau, der eine Zerstörung eines Teils der Donauauen durch ein dort geplantes Wasserkraftwerk drohte, und deren Besetzung übernahm er eine führende Aktivisten. Der Protest fruchtete: Seit 1996 gehört die Hainburger Au zum Nationalpark Donau-Auen.

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Bilder: Heinz Knisch (01/2018)

Mödling (Niederösterreich), Friedhof

Scrope Berdmore Davies

 

 

Englischer Gelehrter, Spieler, Dandy; zweiter Sohn von Reverend Richard Davies, Pfarrer von Horshley; studierte am Eton College und in Cambridge, wo er sich mit dem jungen Lord Byron, der dort ab 1805 am Trinty College studierte, anfreundete. Später, als Byron in Italien im Exil lebte, schrieb dieser zahlreiche Briefe an Davies und erinnerte sich, daß “'he always beat us in the battle of words, and his eloquence not only delighted us but held us together'.

Später war Davies Fellow der Universität. Abgesehen von seiner Tätigkeit als Gelehrten entwickelte Davies, der hauptsächlich in London lebte, sich zu einem Dandy und einem notorische Spieler, der präzise Buch über seine Strategien und seine Gewinne und Verluste führte. Von seinem Vater erbte er Plantagen in Jamaika, auf der auch Sklaven beschäftigt waren. Im Jahr 1807 setzte er sich zwar für die Abschaffung der Sklaverei ein, war aber gegen eine Freilassung der aktuellen Sklaven. 1818 begann er eine Affäre mit Frances Webster, die in der Vergangenheit fast Byrons Geliebte geworden wäre

Schließlich ruinierten ihn seine Spielgewohnheiten, so daß er sich gezwungen sah, ins Ausland gehen, um der Verfolgung durch seine Gläubigern zu entgehen. Er lebte einige Jahre in Ostende und später in Paris, manchmal in Brüssel oder London. Er hatte nur eine kleine jährliche Zulage, aber seine Armut schien ihn nicht weiter zu stören; er traf seine Freunde auf Bänken in den Tuilerien in Paris. Nach seinem Tod im Jahr 1852 kam ein gewisser John Lyons für seine Beerdigung und die Grabstätte auf dem Cimetière de Montmartre auf.

1976 wurde ein Koffer voller Papiere in einem Tresor in einer Bank in London entdeckt, wo Davies ihn 1820 deponiert hatte. Der Koffer enthielt nicht nur seine Aufzeichnungen über seine Glücksspiele, sondern auch zahlreiche persönliche Briefe und Manuskripte von Byron sowie zwei bisher unbekannte Sonette von Percy Bysshe Shelley.

Inschift an der Stirnseite des Grabsteins: He was a fine fellow. Byron.

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Paris, Cimetière de Montmartre

Bilder: Herbert Herterich (07/2018)

Paul Bocuse

 

 

Französischer Koch, Gastronom und Kochbuchautor; arbeitete bereits mit 9 Jahren als Koch in der Küche des Restaurant seines Vaters Georges. Dessen Vater Joseph hatte 1840 am Ufer der Saône das Restaurants Bocuse gegründet. Seine Großeltern mütterlicherseits führten das 400 m entfernte Hotel du Pont, in das seine Eltern 1936 zogen und dort das L'Auberge du Pont etablierten. 1943 absolvierte Paul Bocuse seine Ausbildung bei der Drei-Sterne-Köchin Eugénie Brazier in Lyon. Im Alter von 17 Jahren, schloß Bocuse sich der Résistance an und war ab 1944 als Freiwilliger Mitglied der französischen Befreiungsarmee General Charles de Gaulles. Bei Kämpfen in den Vogesen im Elsaß wurde er schwer verwundet, konnte dank eines US-amerikanischen Feldlazaretts mittels Bluttransfusionen gerettet werden .und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 18.6.1945 in Paris an der zentralen französischen Siegesparade auf der Avenue des Champs-Élysées teilnehmen. Nach seiner Rückkehr ins Privatleben und verschiedenen Stationen in Restaurantbetrieben, kehrte er 1958 nach Collonges zurück und erhielt seinen ersten Stern im Guide Michelin mit seinem Vater, der jedoch nur ein Jahr lang Bestand hatte. Im Jahr 1961 gewann Paul Bocuse den Titel Meilleur Ouvrier de France.

Nach dem Tod seines Vaters übernahm er dessen Restaurant und machte es zum Wallfahrtsort lokaler Feinschmecker: 1965 folgte der zweite, im Folgejahr der dritte Stern des Guide Michelin, sein Restaurant, "Paul Bocuse" stieg auf in die Top-Liga der Nation. 1975 wurde er von Präsident Valéry Giscard d'Estaing zum Ritter der Ehrenlegion ernannt,

Nach und nach eröffnete Bocuse neue Brasseries und sogar Fast-Food-Outlets ("L'Ouest Express"), und er gründete Dependancen seiner Restaurants in Tokio und Nagoya. Außerdem vertrieb er gemeinsam mit seiner dritten Lebensgefährtin, Patricia Zizza, Delikatessen unter seinem eigenen Label. Der Gesamtumsatz seines Imperiums mit weltweit 700 Angestellte erreichte zeitweise 50 Millionen Euro.

Paul Bocuse, der 1989 vom Gault-Millau als einer der wenigen Köche zum ”Koch des Jahrhunderts“ ernannt wurde, ist der Schöpfer der Nouvelle Cuisine (dt. Neue Küche) mit einfach zuzubereitenden, leicht bekömmlichen, nährstoffverminderten, d.h. kalorienarmen Gerichten; schrieb u.a. Neue Küche (1976). 

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Collonges-au-Mont-d’Or (Dép. Metropole Lyon), Cimetière communal

Bilder: Bernd Wolter (08/2018)

Sebastian Josef Mayrhofer

 

 

Österreichischer Jurist und Freiheitskämpfer: Sohn eines Schusters: begann ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck, das er abbrach, um sich dem Freiheitskampf der Tiroler Bevölkerung gegen die bayerische Besatzung vor dem Hintergrund des Fünften Koalitionskrieges im Jahre 1809 einer Studentenkompanie anzuschließen, deren Kommandant er im August wurde. Am 13. August nahm er mit den von ihm befehligten Kompanien aus Süd- und Nordtirol, die dabei das Zentrum des tirolischen Aufgebotes bildeten, an der 3. Schlacht am Berg Isel, der Entscheidungsschlacht, teil, als der französische Marschall Francois Joseph Lefebvre angriff. Anfang Oktober beteiligte er sich im Rang eines Hauptmanns mit einer Kompanie an einem Vorstoß nach Kärnten. Dabei tat er sich im Gefecht am Lammersberg bei Sachsenburg hervor. Nach dem Frieden von Schönbrünn flüchtete er nach Wien, wo er sein Studium fortsetzte und 1818 zum Dr. jur. promoviert. 1822 erhielt er eine Advokatenstelle in Salzburg, wurde 1831 auch Wechselnotar und 1851 Präsident der Salzburger Advokatenkammer ernannt, eine Position, die er vierzig Jahre lang bekleidete, bevor er sich im Jahre 1862 wegen Altersschwäche in den Ruhestand zurückzog.

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Bild: Klaus Paap (09/2018)

Innsbruck, Hofkirche

Sonstige LXXVII

Omnibus salutem!