Mata Hari eigentl. Margaretha Geertruida Zelle

um die Jahrhundertwende  1906  1907  1910

Niederländische Tänzerin; einzige Tochter eines Hutmachers; heiratete im Juli 1895 im Alter von 18 Jahren Campbell MacLeod (*1856, †1928), einen Hauptmann der niederländischen Armee, der in Großbritannien geborenen wurde; die Flitterwochen verbrachten die beiden im seinerzeit mondänen Wiesbaden. Als ihr Mann 1897 nach Batavia, dem heutigen Jakarta, in der damaligen Kolonie Niederländisch-Ostindien versetzt wurde, folgte sie ihm dorthin, auch später nach Medan auf ~1909Sumatra. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1900 blieb das Paar zunächst im Osten, kehrte 1902 dann aber in die Niederlande zurück, wo es getrennte Wege gingen (die Ehe war schon seit geraumer Zeit zerrüttet, die Scheidung erfolgte 1906). Nach einem zweimaligen erfolglosen Aufenthalt in Paris - sie wollte dort als Mannequin oder Model arbeiten - kehrte sie zunächst wieder nach Holland zurück. Sie hatte bereits ab 1900 bei privaten Veranstaltungen erotische Tänze zum Mißvergnügen ihres Mannes aufgeführt; jetzt entwarf sie ihren Schleiertanz im Kostüm einer indischen Tempeltänzerin und faszinierte damit die “bessere Gesellschaft” der Belle Époque in Paris. Sie gab sich als eine aus dem Süden Indiens stammende Angehörige der Kaste der Brahmanen aus und nahm den Namen Mata Hari an (auf malaiisch wörtlich “Auge des Tages“ =Sonne). Sie trat jetzt auch im Ausland auf, in Madrid, in Monte Carlo, in Wien und wurde 1907 auch in Berlin im Varieté Wintergarten an der Friedrichstraße umjubelt, tanzte vor dem Kaiser. Im gleichen Jahr wurde sie in Lörrach zur Spionin ausgebildet und arbeitete anschließend als deutsche Agentin in Frankreich. Dank ihrer Affären mit hochrangigen Offizieren der Alliierten konnte sie während des Ersten Weltkrieges wichtige militärische Informationen sammeln. 1917 wurde sie in Frankreich wegen Doppelspionage und Hochverrats für das Deutsche Reich überführt und von den Richtern eines französischen Militärgerichts am 25.7. zum Tode verurteilt und später in Vincennes durch eine 12köpfiges Erschießungskommando hingerichtet. Bis heute gilt sie als die bislang bekannteste Spionin.

      Am Tage ihrer Verhaftung, 13. Februar 1917

Mata Haris Lebensgeschichte wurde mehrfach - ohne sich an die Fakten zu halten - verfilmt, zuerst 1920 mit Asta Nielsen in der Hauptrolle, sehr erfolgreich 1933 mit Greta Garbo ials Mata Hari.

 

 

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Paris, Sorbonne (med. Fakultät)

Hinweis: Da es niemanden gab, der für die Bestattungskosten aufgekommen wäre, wurde der Leichnam der medizinischen Fakultät der Sorbonne übergeben, wo sich die Spur verliert.

Fritz A. K. Kolbe

 

Deutscher Beamter, Spion; Sohn eines Handwerkers; hatte sich vom Eisenbahnobersekretär der Deutschen Reichsbahn über das Abitur in der Abendschule und einem Studium der Volkswirtschaftslehre von 1922 bis 1924 zum Beamten im mittleren Dienst des Auswärtigen Amts (AA) hochgearbeitet, in das er im Februar 1925 als Konsulatsdiatär eintrat; ab 1933 war er in Madrid, ab 1938 als Vizekonsul in Kapstadt eingesetzt, das er bei Kriegsbeginn verlassen mußte. Zurück in Berlin wurde er Mitarbeiter des Botschafters zur besonderen Verwendung Karl Ritter, dem Verbindungsbeamten vom AA zum Oberkommando der Wehrmacht (OKW), und hatte damit Zugang zu streng geheimen Verschlußsachen. Als Gegner des Nationalsozialismus übermittelte er ab August 1943 Informationen an den US-amerikanischen OSS-Agent Allen Welsh Dulles, den späteren Direktor der Central Intelligence Agency (CIA) und Bruder des späteren Außenministers John Foster Dulles u.a. über das V-1 und V-2 Raketenprogramm und die Entwicklung des Messerschmitt Me 262 Düsenjägers. Seine Motivation zum Geheimnisverrat war die Überzeugung, daß nur eine militärische Niederlage des Dritten Reiches die Unrechtsherrschaft der Nazis beenden könne. Nach dem Ende des Krieges versuchte Kolbe, sich in den Vereinigten Staaten eine Existenz aufzubauen. Als dies mißlang, beabsichtigte er, 1951 ins AA zurückkehren; da ihm die Rehabilitierung als Spion und Verräter verwehrt wurde, wurde ihm auch die Rückkehr von inzwischen auf ihre Posten zurückgekehrten Nazi-Beamten und -Diplomaten, insbesondere aber von Herbert Blankenhorn, dem damaligen Leiter der politischen Abteilung und seit 1938 NSDAP-Mitglied, verweigert. Nur dank einer Vermittlung von Dulles erhielt er von amerikanischer Seite eine kleine Pension; ansonsten bestritt er seinen Lebensunterhalt ab 1954 als Europavertreter eines US-amerikanischen Herstellers für Motorsägen. Erst Joschka Fischer hat 2004 in seiner Eigenschaft als Bundesaußenminister Fritz Kolbe und seinen patriotischen Verrat in Erinnerung gerufen und geehrt, so z.B durch die Einweihung des Fritz-Kolbe-Saals im Auswärtigen Amt.

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Berlin, Friedhof III der ev. Luisenkirchen-Gemeinde

Saskia van Uylenburgh

                      

Gattin von Rembrandt van Rijn; jüngste Tochter des wohlhabenden Juristen und Bürgermeisters Rombertus van Uylenburgh; sie war bereits im Alter von zwölf Jahren Vollwaise und wurde in der Familie ihrer Schwester, die in der Provinz Friesland wohnte, aufgezogen. Saskia war eine Nichte des Kunsthändlers Hendrick Uylenburgh mit dem Rembrandt seit 1631 zusammenarbeitete, seine Werkstatt leitete und dort Portraits fertigte. Saskia, die zu jener Zeit bei ihrem Schwager Johannes Maccovius in Franeker wohnte, lernte Rembrandt kennen und machte ihn mit gutbetuchten Geschäftsleuten und Kunstliebhabern bekannt. Am 22.6.1634 heiratete das Paar in Sint Annaparochie, einem Ortsteil der Gemeinde Het Bildt. Aus der Verbindung gingen vier Kinder hervor, von denen nur Titus (*1641, †1668) am Leben, der wie sein Vater Maler wurde. Zu Saskias Lebzeiten ging es der Famlie auch finanziell gut, so daß sie 1639 ein vornehmes Haus beziehen konnte. Saskia, die Rembrandt immer wieder portraitierte, starb an Tuberkulose.

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Amsterdam, Oude Kerk

Egmont Monti Lüftner

 

Österreichischer Musikmanager; studierte nach der Matura (Abitur) in Graz Volkswirtschaft an der Universität Wien, wobei er seinen Lebenunterhalt in den Semesterferien u.a. in einem Stahlwerk, später als Buchverkäufer bei Bertelsmann verdiente. Nach Abschluß des Studiums gründete er im Auftrag des Bertelsmann Unternehmen die Plattenfirma Ariola Schallplatten GmbH in in seiner Heimat, bevor er 1964 als Geschäftsführer nach München übersiedelte. Lüftner gelang es, Künstler wie Udo Jürgens, Peter Alexander, Rex Gildo, Mireille Mathieu und Heintje unter Vertrag zu nehmen und zu Stars aufzubauen. Später gehörten Whitney Houston, Bob Marley und Cat Stevens zu den Sängern, die von ihm in Deutschland vermarktet wurden. Außerdem entdeckte Lüftner Frank Farian, der dann unter anderem Boney M. gründete und damit Erfolge feierte.

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Bild: Shelley (05/2009) flickr.com/photos/datshell3543501865/

München, Bogenhausener Friedhof

Mirko Szewczuk

 

Deutscher Karikaturist österreichischer Herkunft; nach dem Besuch der Volksschule ab 1926 und eines Realgymnasiums bis 1938 wurde er 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Im Jahre 1941 erhielt er eine Ausbildung als Pressezeichner bei einer Propagandakompanie der Wehrmacht, legte 1942 die Schriftleiterprüfung und eine Prüfung als Pressezeichner ab und arbeitete anschließend für die Karikaturenagentur Die Politische Zeichnung - Interpress. Nach dem Ende des Zweiten Krieges studierte er von 1946 bis 1949 an der Landeskunstschule Hamburg und wurde von der Wochenzeitung Die Zeit als Karikaturist angestellt. Für die in Hamburg erscheinende und zum Axel Springer-Konzern gehörenden Tageszeitung Die Welt war er von 1949 bis 1957 als Karikaturist tätig und parallel dazu (ab 1952) bis zu seinem Tode 1957 als Fernsehkarikaturist des NWDR und später des WDR in Hamburg.

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Bilder; Udo Grimberg (05/2009)

Otto Friedrich Behnke

 

Deutscher Gastronom; Gründer des Willkomm-Höfts. Seit dem 6. Juni 1952 werden an der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft täglich zwischen 8h00 und Sonnenuntergang bzw. 20h00 alle ein- und auslaufenden Schiffe oberhalb einer Größe von 500 Bruttoregistertonnen (BRT) sowohl mit optischen als auch akustischem Signal begrüßt. Außerdem erfahren die Besucher der Schiffsbegrüßungsanlage woher/wohin das Schiff fährt, wie groß es ist, aus welchem Land es stammt, wer der Eigentümer ist; teilweise wird auch die Art der Ladung bekannt gegeben. Das begrüßte Schiff dippt die Flagge, und die Prozedur endet stets mit dem Abspielen der entspr. Nationalhymne. Seit 1977 erinnert eine am Flaggenmast angebracht Plakette an die Gründung der Anlage, anläßlich der Namenssuche hierfür das Hamburger Abendblatt mittels eines Preisausschreibens eine geeignete Bezeichnung gesucht hatte. Später wurde der Ort unter der Bezeichnung “Welcome Point” in die Seekarten eingetragen.

Willkommshöft bei Wedel

 

 

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Bild: Udo Grimberg (01/2009)

Hamburg-Nienstedten

Hamburg-Nienstedten, Friedhof

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Paula Thiede

 

 

Deutsche Gewerkschafterin

 war die erste Frau, die hauptamtlich eine reichsweite Gewerkschaft führte.

 

 

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Bilder: Klaus Meinert (04/2018)

Berlin-Lichtenberg, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Reinhold Lingner

 

 

Deutscher Landschafts- und Gartenarchitekt;

 

 

 

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Bilder: Klaus Meinert (04/2018)

Berlin-Lichtenberg, Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Karl Foerster

 

 

Deutscher Gärtner und Gartenschriftsteller;

 

 

 

Inschrift: Kommen wird was du bereitet mit glühender Seele

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Bilder: Klaus Meinert (04/2018)

Potsdam OT Bornim, Alter Friedhof

Johannes Christian Wilhelm Dalmann

 

 

Deutscher Wasserbaudirektor; studierte an der Bauakademie zu Berlin

 

 

 

 

 

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Bilder: Parsifal von Pallandt (05/2018)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Sonstige LXXVIII

Omnibus salutem!