Rudolf Caracciola

Erfolgreicher Autorennfahrer; der Sohn eines Hoteliers fuhr in den 1920er Jahren für Daimler-Benz, hielt 17 Weltrekorde. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er seinen Wohnsitz in der Schweiz und 1946 die Schweizer Staatsangehörigkeit an. Der Versuch eines Comebacks nach dem Krieg gelang nicht. Nach einem Unfall im Jahre 1952, bei dem er sich eine dreifache Unterschenkelfraktur zuzog, mußte er seine Karriere endgültig beenden. Caracciola starb im Alter von nur 58 Jahren an den Folgen eines Leberversagens aufgrund einer fortgeschrittenen Leberzirrhose.

Autobiographie: Meine Welt (1958).

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Lugano-Castagnola, Friedhof

Ayrton Senna da Silva

 Bild: Gabriele (1989) flickr.com

 

 

 

 

Brasilianischer Autorennfahrer; begann wie der mehrfache deutsche Weltmeister Michael Schumacher (*1969) seine Karriere im Kart und wurde 1977 südamerikanischer Kartmeister. Im April 1985 errang er seinen allererster Formel-1-Sieg in Estoril (Portugal). Dreifacher Weltmeister wurde er auf einem rot-weißen McLaren-Honda. Senna, der 161 Grand Prix-Rennen bestritt, verunglückte beim Großen Preis von San Marino am 1.5.1994 in Imola, bei dem er schwerste Kopfverletzungen erlitt, an deren Folgen er wenige Stunden später in einer Klinik in Bologna verstarb.

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 São Paulo, (Brasilien) Morumbi Friedhof

Bernd Rosemeyer

   

Populärer deutscher Automobilrennfahrer; gewann u.a. 1936 die Großen Preise von Deutschland und Italien. Er verunglückte tödlich bei dem Versuch, einen Geschwingkeitsrekord aufzustellen, aufgrund einer starken Seitenböe nach dem Durchfahren einer Brücke der heutigen Autobahn A5 bei Darmstadt bei einer Geschwindigkeit von 440 km/h. Rosemeyer, der seine Popularität vollständig in den Dienst des Dritten Reiches gestellt hatte und SS-Hauptsturmführer war, wurde in einem Staatsbegräbnis mit Hakenkreuzfahne auf seinem Sarg beigesetzt. Verheiratet war er seit Juli 1936 mit der erfolgreichen Fliegerin Elly Beinhorn, die er ein Jahr zuvor bei einem Rennen auf dem Masaryk-Ring bei Brünn (Brno) kennengelernt hatte.

Plakette an der A5 zur Erinnerung an den tödlichen Unfall am 28. Januar 1938.

 

 

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Berlin-Dahlem, Städtischer Waldfriedhof

Hermann Lang

Deutscher Autorennfahrer; der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Lang war eine Ausnahmeerscheinung in der Riege der Rennfahrer, die üblicherweise aus begütertem oder adligem Haus stammten. Er begann als Motorradfahrer und Mechaniker bei Mercedes-Benz. Später errang er zusammen mit Rudolf Caracciola auf dem Formelrennwagen W165 von Daimler-Benz in Tripolis einen Doppelsieg. 1939 wurde Lang Europameister. Nach dem Zweiten Weltkrieg feierte er 1952 noch einmal einen bedeutenden Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Hermann Lang 1936 auf Mercedes-Benz W25C beim GP von Deutschland auf dem Nürburgring.

 

 

 

 

 

Hermann Lang 1936 auf Mercedes-Benz W25C beim Swiss GP in Bremgarten

 

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Stuttgart-Bad Cannstatt, Uff-Kirchhoff

Bilder: Uwe Geisel

Fritz Walter

Porträt aus Copyrightgründen leider nicht verfügbar

 

 

Einer der populärsten deutschen Fußballspieler; der Sohn des Wirtes der Vereinsgaststätte des 1. FC Kaiserslautern erzielte 1941 in seinem ersten Spiel in der Nationalmannschaft unter Sepp Herberger drei Tore; spielte, während er im Zweiten Weltkrieg als Soldat eingezogen war, in Länderspielen gegen Mannschaften in den besetzten Ländern, kehrte durch günstige Umstände bereits im Oktober 1945 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und begann 1948 wieder, aktiv Fußball zu spielen. 1953 wurde Walter mit 38 Toren Torschützenkönig in der Oberliga Südwest. Am 4.7.1954 führte er als Mannschaftskapitän die deutsche Nationalmannschaft in Bern zur Weltmeisterschaft mit 3:2 gegen den Favoriten Ungarn: “Das Wunder von Bern”. (Wir sind wieder wer!). 1958 spielte er das letzte Mal in der Nationalmannschaft, nachdem er 30 mal dessen Kapitän war und 33 Tore in insgesamt 61 Spielen erzielt hatte. 1985, am Tag seines 65. Geburtstages, wurde das Fußballstadion Am Betzenberg in Kaiserslautern ihm zu Ehren in Fritz-Walter-Stadion umbenannt.

Auszeichnungen u.a.: Goldene Verdienstmedaille der FIFA, Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft, Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

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 Kaiserslautern, Hauptfriedhof

Bild: Matthias Bauer (8/2005)
Bild: Anneliese Nerger (1997)
Bilder: (c) Josef Aschenbrenner (06/2005)
Bilder: Martin Leibach (06/2003)
Bilder: Uwe Geisel

Ulrich “Ulli Melkus

 

Deutscher Automobilrennfahrer; Sohn des Rennwagenkonstrukteurs und Rennfahrers Heinz Melkus; studierte an der Technischen Universität Dresden Ingenieurwissenschaften und arbeitete in der Werkstatt seines Vaters als Autokonstrukteur. Dort war er 1969 an der Entwicklung des erfolgreichen Melkus RS1000 beteiligt. 1973 entwickelte er als eigenständiges Projekt den RS1000 Spyder, sowie später den mit einem Motor von Lada ausgestatteten Melkus C9 sowie Formula Ost MT77, der immer wieder verbessert wurde, bis 1989 der ML89 entstand.

Seine Karriere als Motorsportler begann bereits im Alter von 15 Jahren, als er mit Motorrad-Geländerennen begann und im Folgejahr Kart-Rennen fuhr. Als er 18 war, fuhr er DDR-Formel 3-Rennwagen (“Zigarre”) und gewann gleich das erste Rennen. Während seiner Karriere gewann er insgesamt sechsmal den Friedens- und Freundschaft Cup (1978, 1980, 1981, 1983, 1984 und 1985). 1984 wurde er mit dem Titel “Meister des Sports“ geehrt, der höchsten sportlichen Auszeichnung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Melkus, den BMW nach der “Wende” 1990 für ein Motorsportprogramm engagieren wollte, starb bei einem Unfall auf der Autobahn bei Speyer auf der Heimfahrt vom Nürburgring nach Dresden

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Dresden, Leubnitz-Neuostra, Friedhof

Heinrich “Heini” Kwiatkowski

 

 

Deutscher Fußballspieler; der gelernte Schlosser wurde nach der Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft 1947/48 Mitglied der Mannschaft des FC Schalke 04, bei dem auch Ernst Kuzorra und Fritz Szepan spielten, nachdem er vor dem Krieg zu Beginn der Oberliga West gespielt hatte. Im Sommer 1950 wechselte er zu Rot-Weiss Essen, bevor er in der Saison 1952/53 zu Borussia Dortmund kam. Unter Trainer Max Merkel wurde er 1960/61 Vizemeister. Der damalige Bundestrainer Sepp Herberger, der ihn im März und April 1954 in zwei Länderspielen der B-Nationalmannschaft gegen England und der Schweiz getestet hatte, berief ihn in die deutsche Nationalelf und in das Aufgebot zur Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz als zweiten Mann hinter den Düsseldorfer Toni Turek. 1963 zählte er zum Kader des Deutschen Meisters BVB, nachdem er bereits zuvor 1956 und 1957 Deuter Meister gewesen war. Nach dem Ende seiner Profikarriere arbeitete “Kwiat” als Reprophotograph in der Stadtbildstelle Dortmund.

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Max Merkel

 

Österreichischer Fußballspieler und -trainer; meldete sich aufgrund einer Zeitungsannonce beim SK Rapid Wien, wollte als Stürmer spielen, wurde jedoch als Verteidiger und überhaupt nur eimal eingesetzt, so daß er zum Wiener Sport-Club wechselte. Unmittelbar vor Beginn des Zweiten Weltkriegs setzte ihn Sepp Herberger am 27.8.1939 im Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Slowakei ein. Während des Krieges ergab sich lediglich beim LSV Markersdorf an der Pielach Gelegenheit, zum Fußballspielen; dort war ein Luftwaffenstützpunkt eingerichtet worden, an dem die zum Militär eingezogenen Fußballer “zusammengezogen” waren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Merkel 1946 nach Hütteldorf zurück, wurde mit Rapid in der Folgezeit insgesamt viermal Meister und gewann 1951 auch den Zentropapokal. Am 22.6.1952 bestritt er sein einziges Länderspiel für Österreich gegen die Schweiz. Seine Trainerkarriere begann er beim HBS Den Haag, und von 1955 bis 1956 trainierte er die niederländische Nationalmannschaft, mit der er in zehn Spielen zwischen April 1955 und Juni 1956 sieben Siege, ein Unentschieden bei zwei Niederlagen erzielte. Seine erste Station in Deutschland als Trainer war dann Borussia Dortmund, wo er die Mannschaft verjüngte und 1961 das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zwar erreichte, dann aber gegen den 1.FC Nürnberg 0:3 verloren. Mit dem TSV 1860 München, den "Löwen", gewann er 1964 den DFB-Pokal und zwei Jahre später die deutsche Meisterschaft. 1965 erreichte er mit der Mannschaft das Europapokalfinale der Pokalsieger, das Spiel vor 100.000 Zuschauern im Wembley-Stadion ging allerdings mit 0:2 gegen West Ham United verloren. Mit dem 1. FC Nürnberg, den er 1967 als Abstiegskandidat übernommen hatte, gelang ihm 1968 der Gewinn der deutschen Meisterschaft, im folgenden Krisenjahr verließ er jedoch den Verein, der dann unter seinem Nachfolger abstieg. Anfang der 1970er Jahre war er in der spanischen Liga bei Atlético Madrid erfolgreich. Von Juli 1975 bis zu seiner Entlassung im März 1976 Trainer von Schalke war. Am Ende seiner Karriere, eigentlich wollte er sich bereits 1977 in den Ruhestand begeben, trainierte er 1981 ein halbes Jahr lang noch einmal den Karlsruher SC, nachdem er zuvor kurzzeitig beim FC Augsburg gewesen war. Später verfaßte er - gemeinsam mit einem Ghostwriter - Kolumnen für die Bild Zeitung.

Bekannt war Merkel auch für seine markigen und markanten Sprüche: "Er ist kein Platzhirsch, eher ein Rehkitz" (über Mehmet Scholl), "Im Training habe ich mal die Alkoholiker meiner Mannschaft gegen die Antialkoholiker spielen lassen. Die Alkoholiker gewannen 7:1. Da hab i g'sagt: Sauft's weiter."

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Bilder: Peter R. Seeber (09/2011)

Dortmund, Südwestfriedhof

Bild: Sb3126 (05/2009) Wikipedia.de

Putzbrunn OT Hohenbrunn (Ldkrs. München)

Rolf Rüssmann

 

Deutscher Fußballspieler und -manager; spielte von 1969 bis 1973 beim FC Schalke 04 und wurde als kopfballstarker Verteidiger mit dem Verein 1972 DFB-Pokalsieger und deutscher Vizemeister. 1972 wurde er in das volläufige Aufgebot der Nationalmannschaft. berufen, mußte dieses jedoch wieder verlassen, nachdem seine Verwicklung in den Bundesliga-Bestechungsskandal bekannt und er im März 1973 vom Landgericht Essen im rechtskräftig verurteilt und mit einer Geldstrafe belegt wurde. Er konnte aufgrund einer von DFB ebenfalls ausgesprochenen 2-jährigen Spielsperre nicht mehr in der Bundesrepublik spielen, erhielt jedoch eine Freigabe für ausländische Ligen; so wechselte er zum FC Brügge nach Belgien. Im Januar 1974 wurde ihm die Rückkehr zum FC Schalke 04 gewährt, und er wurde mit dem Verein 1977 noch einmal Vizemeister. 1978 war er bei der Weltmeisterschaft in Argentinien dabei. 1980 wechselte Rüssmann zur Borussia nach Dortmund, wo er bis 1985 spielte. Mit 453 Spielen in der Bundesliga, in denen er 48 Tore schoß, gehört Rüssmann damit zu den Spielern mit den meisten Bundesligaeinsätzen. Nach der aktiven Laufbahn war Rüssmann 1987 für wenige Monate als Nachfolger Rudi Assauers als Manager bei Schalke tätig, dann von 1990 bis 1998 in Mönchengladbach und vom Februar bis Dezember 2001 beim VfB Stuttgart.

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Bilder: Peter R. Seeber (04/2012)

Gelsenkirchen, Ev. Altstadtfriedhof

Thorvald Ellegaard eigentl. Thorvald Christian Christiansen

1912

 

Dänischer Rennradfahrer; Sohn eines Bauern auf dessen Bauernhof in Fangel er und sein Bruder Peter aufwuchsen, war schon als Kind sportbegeistert und benutzte gern sein Hochrad. An Christi Himmelfahrt des Jahres 1895 gewann er erstmals auf der Rennbahn in Slagelse, und 1896 erhielt er sein Zertifikat und konzentrierte sich jetzt mehr auf den Radsport. Da der Vater außerdem seinen Hof krankheitsbedingt nicht weiterführen konnte und die Brüder nicht gewillt waren, diesen zu übernehmen, verkaufte die Familie den Hof und zog nach Fruens Bøge, einem Villenquartier in Odense, wo er im Jahre 1897 eine kleine Villa in der Nähe der neuen Radrennbahn, wo der Vater als Aufseher Arbeit gefunden hatte und die Brüder in den späten 19091890er Jahren das Geschehen im Velodrom dominierten. 1897 wurde er für Weltmeisterschaften in Glasgow nominiert, mußte die Teilnahme aber absagen, da ihm sein Arbeitgeber, der Architekt Frederiksen, bei dem er arbeitete, lediglich für eine Woche beurlauben wollte, so daß sein Landsmann Erwin Schrader der erste Radweltmeister wurde. Ein Jahr später gab er seine Arbeit als Mauerer auf und wurde Radprofi. 1899 schrieb das deutsche Magazin Rad-Welt über ihn: “Ellegaard verfügt als Fahrer über exzellente Fähigkeiten. Unzweifelhaft wird man von ihn in der Zukunft hören....” 1901 gewann er erstmals die Radweltmeisterschaften in Berlin. In den Jahren zwischen 1899 und 1914 stand er zehnmal im Finale der Sprint-Profi-Weltmeisterschaft, von denen er sechs gewann. Ellegaard war jetzt Dänemarks erstes Sportidol. Da er auch in Deutschland sehr beliebt war, wurde er 1910 für eine Tagesgage von 1.000 Reichsmark für das Berliner Sechstagerennen verpflichtet, mußte jedoch (als Sprinter) nach drei Tagen vollkommen entkräftet aufgeben. 1912 nahm er mit seiner Frau Karen Kirstine Nicolaysen, Wohnsitz in Paris, da er von dort aus die diversen Radsportveranstaltungen besser erreichen konnte. Außerdem wurde dort 1913 seine Tochter France Marguerite geboren, die später am dortigen Konservatorium studierte und eine bekannte Pianistin wurde. Als er 1918, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die 40 überschritt, konnte er die großen, für die Sprints notwendigen Anstrengungen zwar nicht mehr wie früher leisten, überzeugte sein Publikum aber immer noch durch sein Können. 1925 feierte er sein 30-jähriges Jubiläum als Radrennfahrer, nahm aber im Folgejahr in Kopenhagen den Abschied von seiner aktiven Karriere als Rennfahrer und war danach noch kurze Zeit Sportlicher Leiter auf der Radrennbahn in Ordrup.

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Bild: Finn Larsen (10/2014)

Søllerød (Rudersdal Kommune), Friedhof

Sportler

Omnibus salutem!