Bild: Helmut O. Fischer

(Anna) Annie Hübler-Horn

 mit Partner Burger

Deutsche Eiskunstläuferin; holte sich als erste deutsche Olympiasiegerin mit ihrem Partner, dem Rechtsanwalt Heinrich Burger, bei den Spielen der IV. Olympiade am 29. Oktober 1908 in London den Titel im Eiskunstlauf der Paare. Neben zwei deutschen Meistertiteln 1907 in Altona und 1909 in München gewann das Paar Hübler/Burger jeweils auch die inoffiziellen Weltmeisterschaften in Wien, Troppau und Budapest. Ihre Laufbahn gab Annie Hübler 1911 auf und machte eine Ausbildung als Sängerin sowie Schauspielerin an der berühmten Falckenberg Schule in München. Sie trat ein Engagement als Opernsängerin am Stadttheater in Bremen an. Zusätzlich erlernte sie Konzert-Zither und trat auch in dieser Musikrichtung öffentlich auf. Nach Beendigung ihrer Karriere absolvierte Hübler ab 1913 in München eine Ausbildung zur Schauspielerin und Sopranistin. 1918 heiratete sie den Kaufhausbesitzer Ernst Horn

Erinnerungs-Briefmarke der Deutschen Post

 

Zurück zur Personenliste

München, Waldfriedhof (Alter Teil)

Helmut Schön

 

 

Deutscher Fußballspieler und -trainer; der “Mann mit der Mütze” war der Sohn eines Kunsthändlers und begann seine Karriere 1926 in Dresden als Spieler bei Dresdensia. Von 1930 bis 1945 war er Halbstürmer für den Dresdener SC, mit dem er zweimal Pokalsieger (1940 und 1941) und zweimal deutscher Meister (1943 und 1944) wurde. Von 1945 bis 1950 spielte er bei dem Nachfolger des Dresdener SC, der SG Dresden-Friedrichstadt, und zudem 1947/48 auch beim FC St. Pauli. 1950 wechselte er mit den meisten seiner Mitspieler zu Hertha BSC Berlin, wo er bis 1951 aktiv blieb. Zwischen 1937 und 1941 bestritt er 16 Länderspiele, in denen er 17 Treffer erzielte. Seit 1945 nebenbei als Trainer tätig, absolvierte er die Ausbildung zum Fußballtrainer 1950 in Köln. Zunächst war er Trainer beim SV Wiesbaden, wechselte 1952 ins Saarland, wo er nach dessen Beitritt zum Gebiet der Bundesrepublik bis zu dessen Ausscheiden als Assistent des Bundestrainer Sepp Herberger fungierte. Am 4.11.1964 übernahm er das Amt des Bundestrainers und war, bis er 1978 das Amt frühzeitig niederlegte und an Jupp Derwall übergab, den erfolgreichsten Nationaltrainer in der Nachkriegszeit mit so hervorragenden Spielern wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath, Günter Netzer und Gerd Müller. Er wurde u.a. 1966 in England Vizeweltmeister, 1972 Europameister, 1974 Weltmeister.

Memoiren: Fußball (1978).

Auszeichnungen u.a.: FIFA-Orden.

Zurück zur Personenliste

Wiesbaden, Nordfriedhof

2004

Reiner Klimke

 

Deutscher Dressurreiter; der erfolgreiche Pferdesportler ging 1960 mit der Stute Winzerin in der Katagorie Vielseitigkeit (Military) erstmals bei den XVII. Olympischen Spielen in Rom an den Start; als bester Deutscher belegte er Platz 18. Danach wandte er sich der Dressur zu. 1984 wurde er in Los Angeles aufAlarich Olympiasieger im Einzel, sowie Weltmeister 1974 und 1982. In den Jahren 1967, 1973 und 1985 war Europameister. Außerdem war Klinke zwischen 1966 und 1986 viermal Weltmeister und zwischen 1964 und 1988 fünfmal Olympiasieger mit der Mannschaft Von 1990 bis 1995 war Dr. Klimke Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen für die CDU.

Zurück zur Personenliste              

Bild: Jochen Schultheis (2004)

Münster, Zentralfriedhof

Karl Jochen Rindt

 

Deutscher Automobilrennfahrer; Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin, die beide bei einem Bombenangriff auf Hamburg 1943 ums Leben kamen. Daher wuchs er bei seiner Großmutter in Graz auf, blieb zwar deutscher Staatsbürger, startete aber stets für Österreich. Bereits als Jugendlicher interessierte er sich für den Automobilrennsport und debütierte 1962 auf einem Alfa Romeo, Giuletta TI. Nach seiner Übersiedlung nach England im Jahre 1964 ging er für Brabham in der Formel 2 an den Start und wurde wenig später Formel-1-Fahrer, als der er sechs Grand-Prix-Siege errang und Weltmeister 1970 (posthum) wurde; er verunglückte tödlich beim Rennen in Monza, als beim Überholvorgang und Herunterschalten vor einer Kurve eine der vorderen Bremswellen brach. Rindt hatte keinen Sicherheitsgurt, da er Angst hatte, bei einem evtl. Unfall mit Feuer nicht rechtzeitig aus dem Rennwagen herauskommen könnte.

Zurück zur Personenliste

Graz, Zentralfriedhof

Gustav “Bubi Scholz

 

Deutscher Boxer; der Europameister im Mittelgewicht und Halbschwergewicht kam 1948 unmittelbar zum Profiboxsport, errang 1951 den Titel Deutscher Meister im Weltergewicht, den er zweimal verteidigte, bevor er 1954 auf eine erfolgreiche Amerikatournee ging. Nach einer 1 1/2-jährigen Zwangspause aus gesundheitlichen Gründen, gelang ihm 1957 ein Comeback durch einen K.O.-Sieg gegen Peter Müller und wurde deutscher Meister im Mittelgewicht. Im Oktober des folgenden Jahres wurde er mit einem Sieg über Charles Humez Europameister im Mittelgewicht. Er boxte lediglich einmal um die Weltmeisterschaft, verlor den Kampf gegen Harald Johnson in Berlin jedoch. Durch einen Disqualifikationssieg im Kampf gegen Giulio Rinaldi (*1935) wurde er 1964 Europameister im Halbschwergewicht. 1965 zog er sich aus dem Boxsport zurück. Insgesamt hatte er von 96 Kämpfen 94 für sich entscheiden können. Überschattet wurde sein Leben durch die Tötung seiner Frau, die er am 22.7.1984 in alkoholisiertem Zustand mit einem Gewehr durch eine Tür hindurch erschoß.

Sein Leben wurde 1998 unter dem Titel Die Bubi-Scholz-Story mit Götz George und Benno Fürmann verfilmt.

Zurück zur Personenliste                     

Bild: Dieter Müller (2004)

Berlin, Waldfriedhof, Potsdamer Chaussee

Arlington, National Cemetery

Joe Louis eigentl. Joe Louis Barrow

 

US-amerikanischer Boxer; siebtes von acht Kindern eines Farmers, der als Lohnarbeiter sein Geld verdiente bzw. in Pacht einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb führte; die Großeltern waren noch Sklave gewesen; Joe stärkte schon als Kind seine Schlagkraft an den mit Baumwolle prall gefüllten Säcken und entwickelte sich so zu einem der erfolgreichsten Berufsboxer (lediglich drei Niederlagen in 71 Kämpfen); er war Weltmeister im Schwergewicht von 1937 bis 1949. Erst 1950 verlor er seinen Titel in einem Kampf gegen Ezzard Charles, und 1951 gab er nach der Niederlagen gegen Rocky Marciano das Boxen auf.

In Deutschland wurde Louis besonders bekannt durch seine zwei Kämpfe gegen Max Schmeling In dem Kampf 1936 galt er Schmeling gegenüber als haushoch überlegen, wurde jedoch von jenem in der 12. Runde k.o. geschlagen. 1938 schlug Louis Schmeling bereits in der 1. Runde nach nur 2 Minuten und 4 Sekunden Kampf durch k.o. Insbesondere der zweite Kampf der beiden Boxer wurde im Vorfeld von den Nationalsozialisten einerseits und den Amerikanern andererseits als Kampf der Systeme (Freiheit gegen Unterdrückung) apostrophiert; hier kämpften nicht zwei Boxer gegeneinander, sondern Schwarz gegen Weiß, Demokratie gegen Diktatur. Beide blieben über die Jahre Freunde, obwohl sie sich wegen des Krieges jahrelang nicht haben sehen können; Schmeling spendete großzügig, als nach dem Tod von Louis, dessen Familie die Kosten für seine Beerdigung nicht aufbringen konnten.

Zurück zur Personenliste

Bild: Josef Aschenbrenner (06/2005)
Bild Raymond Fudge (11/2006)
Bild: Mel Mashman (06/2006)
Bild: Mel Mashman (06/2006)
Bild Raymond Fudge (11/2006)

Hinweis: Die sterblichen Überreste Von Bubi Scholz wurden am 21.8.2008 umgebettet auf den Waldfriedhof an der Heerstraße. (oberes Bild)

05/2006

Michael Westphal

 

Deutscher Tennisspieler; begann im Alter von neun Jahren mit dem Tennisspiel und gewann 1980 die U16-Junioren-Europameisterschaft, 1981 den Einzeltitel des Challenger-Turniers von Travemünde, und 1984 gelang ihm der Einzug in das Finale des ATP Turniers von Livingston, sowie in das Halbfinale von München und Toulouse. 1985 stand er im Finale von Kitzbühel, 1989 sowohl im Einzel als auch im Doppel, an der Seite von Markus Zoecke, im Viertelfinale von Hamburg. Seine beste Plazierung in der Tennis-Weltrangliste war 1986 Platz 49 im Einzel sowie 1989 Platz 293 im Doppel. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er jedoch erst durch die Teilnahme in der deutschen Davis-Cup-Mannschaft, der er zwischen 1982 und 1986 angehörte und für die er 19 Einzelpartien bestritt. Sein größter Erfolg mit der Mannschaft war die Endspielteilnahme 1985. Im Halbfinale gewann er als klarer Außenseiter gegen TomᚠŠmíd aus der Tschechoslowakei; Deutschland konnte schließlich einen 5:0-Sieg erringen.

Nach Westphal, der der Immunschwächekrankheit AIDS erlag, ist der Michael Westphal Award benannt, der an Personen vergeben wird, die sich um den Tennissport verdient gemacht haben.

Zurück zur Personenliste                   

Bild: Heiko Bockstiegel (2011)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Willy Merkl

Deutscher Bergsteiger; von Haus aus Ingenieur; studierte nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Soldat diente, von 1920 bis 1923 Maschinenbau an der Höheren Technischen Staatslehranstalt in Nürnberg und arbeitete anschließend als Ingenieur bei der Deutschen Reichsbahn in Augsburg und dann ab 1929 in Neuaubing bei München. Als Bergsteiger erschloß er rund vierzig neue Felsanstiege in den Ostalpen und unternahm seit 1927 auch Touren in den Westalpen. 1929 führte er mit Fritz Bechtold, der ihn später in seinem Bericht über die Expedition Deutsche am Nanga Parbat. Der Angriff 1934 heroisierte und der zu dem Mythos des Nanga Parbat als “deutsche Schicksalsberg” führte, auf einer Kaukasusdurchquerung acht Erstbesteigungen durch. 1932 entdeckte Merkl als Leiter der Deutsch-Amerikanischen Himalaya-Expedition eine Route zum Gipfel des Nanga Parbat, auf der er mit der “Deutschen Himalaya-Expedition 1934“ den Gipfel erreichen wollte. Das Unternehmen endete allerdings mit dem nicht vollständig geklärten Tod von zehn Bergsteigern. Merkls Leiche wurde erst im Jahre 1938 gefunden. Karl Herrligkoffer, Merkls Halbbruder, gab 1936 dessen Aufzeichnungen unter dem Titel Ein Weg zum Nanga Parbat heraus.

Zurück zur Personenliste                   

Bilder: Heiko Bockstiegel (2012)

Prien am Chiemsee, Friedhof

Hinweis: Es handelt sich um eine Erinnerugstafel an den im Himalaya ums Leben gekommenen Willy Merkl.

Gianclaudio Giuseppe ClayRegazzoni

 

 

Schweizer Automobilrennfahrer; begann seine Karriere 1963, fuhr ab 1965 zunächst in der Formel-3 und wechselte 1968 in die Formel-2 ein. Am 21.6.1970 debütierte er in der Formel-1 für Ferrari in Zandvoort und kam bei seinem ersten Rennen auf Platz 4; im selben Jahr wurde er auf anhieb WM-Dritter. Parallel fuhr er im selben Jahr in der Formel-2 beiTecno und wurde dort Europameister. 1973 fuhr er kurzzeitig für BRM, kehrte aber gemeinsam mit seinem Teamkollegen Niki Lauda (*1949) zu Ferrari zurück. Nach einer von ihm verursachten Kollision mit Lauda beim Großen Preis von England 1976 in Brands Hatch mußte Regazzoni mit Ende des Jahres das Ferrari-Team verlassen. Er fuhr daraufhin ohne Fortune beim Team Ensign von Mo Nunn, und wechselte bereits nach einem Jahr zum Shadow-Team, in dem Hans-Joachim Stuck.(*1951) sein Teamkollege war, wo er aber ebenfalls wenig erfolgreich war. Ab 1979 fuhr Clay Regazzoni beim Williams-Team als zweiter Pilot neben Alan Jones (*1946) und erzielte beim Rennen in Silverstone den ersten GP-Sieg für das Team. Als Willams für die Saison 1980 Carlos Reutemann (*1942) als neuen Piloten verpflichtete, kehrte Regazzoni zu seinem alten Team Ensign zurück, verunglückte aber 1980 beim Grand Prix in Long Beach nach dem Bruch des Gaspedals, als sein Wagen ungebremst in den in der Auslaufzone stehenden Brabham BT49 des Argentiniers Ricardo Zunino raste, so schwer an der Wirbelsäule, daß Regazzoni, der insgesamt 132 Grand Prix bestritten hatte und dabei fünf Siege errang, darunter als seinen größten Erfolg die Vizeweltmeisterschaft 1974, seitdem querschnittsgelähmt war. Dennoch nahm er in den 1980 und 1990er Jahren mit speziell hergerichteten Fahrzeugen an zahlreichen Rennen teil, darunter auch mehrfach an der Rallye Paris-Dakar. Regazzoni kam bei einem Unfall auf einer Schnellstraße in der Nähe des Ortes Fontevivo ums Leben, als der von ihm gesteuerte Chrysler Voyager mit einem Lastwagen zusammenstieß. Als Grund für den Unfall wurde seitens der ermittelnden Behörden eine plötzlich auftretende Übelkeit Regazzonis angenommen, da sowohl die Sicht als auch die Straßenverhältnisse einwandfrei waren.

Zurück zur Personenliste                   

Bilder: Matthias Bauer (05/2012)

Porza (Kt. Tessin), Gemeindefriedhof

Franz Pfnür gen. Bi Dui

 

 

Deutscher Skirennläufer; startete für den in der Nähe von Au gelegenen Ski-Club Schellenberg. Bei der Skiweltmeisterschaft 1934 in St. Moritz gewann er in der Abfahrt und in der Kombination jeweils Silber. Im Slalom gelang es Pfnür, sich gegen den als unbezwingbar geltenden Favoriten, den aus der Schweiz stammenden David Zogg, durchzusetzen und Weltmeister zu werden. Weniger erfolgreich war dagegen seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Jahre 1935 Mürren in der Schweiz, aus der er im Slalom lediglich als Fünfter hervorging. Der größte Erfolg seiner Karriere gelang ihm allerdings ein Jahr später bei den IV. Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen, bei denen alpine Skirennen erstmals auf dem Programm standen. In den beiden Rennen für die olympische Kombinationswertung lieferte er sich ein spannendes Duell mit dem Norweger Birger Ruud, dem er sich in der Abfahrt geschlagen geben mußte, aber im Slalom auf dem Gudiberg seinen Rückstand aufholen konnte und so Olympiasiege wurde. Da er sich nicht sicher war, ob er alle Tore korrekt genommen hatte, fragte er, am Ziel angekommen, auf gut bayrisch: ”Bi Dui“ (Bin ich durch), was ihm seinen Spitznamen einbrachte. Im selben Jahr wurde er Deutscher Meister in der Kombination.

Nach den Olympischen Spielen folgte er einer Einladung Hitlers zum Kaffee auf dem Obersalzberg geladen. Er wurde Mitglied der SS und während des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1944 schwer verwundet und rang fast 15 Monate mit dem Tod. Nach dem Ende des Krieges wurde er wegen seiner Mitgliedschaft zur SS nie zur Rechenschaft gezogen.

Zurück zur Personenliste                   btn_up

Berchtesgaden, Alter Friedhof

Bilder: Heiko Bockstiegel (07/2002)
Sportler II

Omnibus salutem!