Mayer Amschel Rothschild eigentl. Mosche Meir Rothschild

 

Bankier; wuchs ab dem Alter von 13 Jahren als Vollwaise auf, seit 1770 verheiratet mit Gutle Schnapper (*1753, †1849), der Tochter des Bankiers Wolf Salomon Schnapper. Er war zunächst Münz- und Kunsthändler, dann Agent des Landgrafen (später Kurfürsten) Wilhelm I. von Hessen-Kassel, dessen Vermögen er während der napoleonischen Kriege rettete, bevor er 1766 in Frankfurt am Main das gleichnamige Bankhaus gründete. Er baute seine hervorragende Stellung als Finanzier der Kriegsgegner Napoléons aus und erreichte wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung. Er, aber besonders seine Söhne, gelangten durch die Finanzkraft der Bank zu einem bedeutenden Einfluß auf die internationale Politik. Rothschild hinterließ seinen zehn Söhnen, von denen fünf die Bankgeschäfte in verschiedenen europäischen Hauptstädten weiterführten, ein schuldenfreies Vermögen von 12 Millionen Talern. Sein ältester Sohn Mayer Amschel übernahm das Frankfurter Stammgeschäft, Salomon ging nach Wien, Nathan nach London, Carl nach Italien und Jakob (James) nach Paris. Gemäß der Devise ihres Vaters “concordia - intergritas - industria” (Eintracht, Redlichkeit, Fleiß), die jener seinen Söhnen auf dem Totenbett als Wahlspruch hinterlassen hatte, hielten sie stets zusammen und blieben in engem Kontakt.

Inschrift: Hier ist geborgen der Spendeneinnehmer, der geehrte Meister, Herr Mosche Meir, / Sohn des Seligen, des geehrten Herrn Anschel Rothtschild, sein Andenken zum Segen, verschieden in der Nacht des Ausgangs des heiligen Schabbat / und begraben am Tag darauf, am Tag 1, / Vorabend des Laubhüttenfestes, 573 / nach kleiner Zählung. Seine Seele sei eingebunden/in das Bündel des Lebens [mit den Seelen] von Awraham,Jizchak und Jaakow, Sara, Riwka und Rachel, / mit den Seelen der übrigen gerechten. Männer und Frauen, die im Garten Eden [weilen]. Amen'

Haus zum Rothen Schild in der Frankfurter Börnestraße, Stammhaus des Urahn der Rothschilds, Isaak zum roten Hahn, (nicht erhalten). Mayer Amschel und seine Frau wohnten jedoch in dem in der Judengasse gelegenen Haus zum Grünen Schild.

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Frankfurt am Main, Alter jüdischer Friedhof (Battonnstr.)

Adolf Schindling

Fabrikant; Sproß einer in Höchst alteingesessenen Fischerfamilie, gründete nach Lehre, kaufmännischer Anstellung in Kaiserslautern, Militärdienst in der deutschen Kolonie Tsingtau (Qingdoa), Arbeit in Hamburg und Kriegsdienst zusammen mit einem Freund am 1.2.1921 die OTA Apparate GmbH, die Automobilinstrumente zunächst nur vertrieb, dann auch herstellte. Aus dem Zusammenschluß der OTA und der Berliner DEUTA, von der sich Schindling 1942 wieder trennte, entstand 1930 die VDO Tachometer AG – Vereinigte DEUTA OTA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die VDO zu einem bedeutenden Lieferanten für die Auto-, Schiffs- und Flugzeugindustrie. 1962 beschäftigte die VDO Tachometer Werke Adolf Schindling GmbH über 5.000 Mitarbeiter im In- und Ausland und war damit der weltweit zweitgrößte Produzent für Fahrzeugmeßinstrumente. Adolf Schindling ist der Vater der erfolgreichen Dressurreiterin Liselott Linsenhoff, die mehrfach Medaillen bei olympischen Spielen errang.

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Heinrich Roessler

Chemiker, Unternehmer, Kommunal- und Sozialpolitiker; Sohn des Gründers der Frankfurter Edelmetallscheideanstalt, Friedrich Ernst Roessler (*1813 in Darmstadt, †1883 in Frankfurt am Main), studierte Chemie und Metallurgie an der Bergakademie in Freiberg und an der Universität in Göttingen, führte das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder Hector ab 1868 unter dem Namen Friedrich Roessler & Söhne. Als aufgrund der Einführung der Reichsmark die Firma den Auftrag erhielt, die alten Münzen zu scheiden, aber die vorhandenen Finanzmittel nicht ausreichten, wurde mit Hilfe von Banken die Aktiengesellschaft Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt vormals Roessler (Degussa) gegründet. Er und sein Bruder wurden zu Direktoren bestellt, bis sie 1901 aus dem Unternehmensvorstand ausschieden. Roessler engagierte sich im politischen und sozialen Leben Frankfurts (Degussa hatte bereits 1885 einen Pensionsfond für Mitarbeiter gebildet); er war als Mitglied der Demokratischen Partei Angehöriger der Stadtverordnetenversammlung.

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Bilder: Dieter Georg (2004)
Bilder: Dieter Georg (2004)

Johann Jakob JacquesMouson

 

Deutscher Fabrikant; einer Familie hugenottischen Ursprungs entstammend, unter seiner und der Ägide seines Bruders Daniel wurden Produkte der Seifenfabrik Mouson 1900 mit dem Grand Prix der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet. Weltweit bekannt wurde das Unternehmen durch die Herstellung von Feinseifen und Lavendelwasser (Mouson Lavendel “Mit der Postkutsche” - das Stammhaus lag neben der Thurn und Taxisschen Poststation), Hautcremes und Parfüms.

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Friedrich August Ravenstein

ravensteinbd

Deutscher Verleger; begann bei dem aus Düren nach Frankfurt am Main zugezogenen Buchhändler Carl Christian Jügel (*1783, †1869) 1825 eine Lehre und bildete sich zusätzlich zum Geometer aus. gründete 1830 in Frankfurt am Main einen geographischen Verlag, veröffentlichte 1827 nach einer fünfjährigen Lehre bei Carl Christian Jügel als seine erste kartographische Arbeit Der Rheinlauf von Mainz bis Köln. 1858 entwickelte er zusammen mit Karl Friedrich Gauß eine neue Art von topographischen Gebirgskarten durch Darstellung der Höhenschichten. Der Erfolg des Verlages beruhte auf der Realisierung schnellen Publizierens. Ravenstein war an der Gründung des auf dem Feldberg im Taunus errichteten Hauses maßgeblich beteiligt, das am 12. August 1860 eingeweiht wurde. Ebenso war er an der Gründung des Taunusklubs und des Frankfurter Palmengartens beteiligt.

Ravenstein brachte die Ideen des Turnvater Jahn in seine Heimatstadt: 1833 rief er den ersten privaten Turnverein ins Leben.

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Bilder: Dieter Georg

Der nicht mehr am urspr. Platz stehende Grabstein befindet sich auf dem obigen Bild am linken Rand.

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bild: KN (05.03.2001)
Bilder oben und unten: Dieter Georg (2004)

Charles Morand Pathé

 

 

Französischer Unternehmer; eines vor fünf Kindern eines Metzgereibesitzers, der sein Geschäft zunächst in Chevry-Cossigny betrieb, es dann aber nach Vincennes umsiedelte, wo der junge Jacques zunächst in die Lehre ging, dann bei einem Metzger in der rue de Charenton in Paris. Ab 1889 arbeitete er dann als ambulanter Metzger. Da ihm jedoch das Leben, wie seine Eltern es führten, nicht zusagte, beschloß er nach Argentinien auszuwandern. Mit finanzieller Unterstützung seitens seiner Geschwister reiste er 1889 nach Buenos Aires, um dort ein Geschäft zu etablieren; es gelang ihm jedoch nicht Fuß zu fassen, obwohl er es in diversen Branchen versucht hatte. Nach einer überstandenen Gelbfiebererkrankung kehrte er schließlich körperlich geschwächt zwei Jahre nach seiner Auswanderung nach Frankreich zurück. Im Oktober 1893, jetzt 30 Jahre alt, heiratete er Mademoiselle Foy und verdiente seinen Broterwerb als Schreiberling bei einem Pariser Anwalt. Eine Wende nahm sein Leben, als er ein Jahr später auf einer Messe in Vincennes einen der von Thomas Alva Edinson erfundenen Phonographen entdeckte. Wenig später entdeckte er dann das ebenfalls von Edinson erfundenen Kinescope auf einer Messe in London, baute sie nach und begann nun mit dem Handel dieser Apparaturen, die ihn auch selber sehr faszinierten (er gab sogar das erste Wochenschaumagazin heraus). Im Jahre 1896 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Émile die Firma Pathé Frères und weitete den Handel über Phonographen hinaus auch auf Projektoren und Filme aus; bei einer Reise in die Vereinigten Staaten hatte er die Rechte exklusiv für Frankreich für den Vertrieb des Kinetoskopen und einiger Filme Edisons gesichert. Dann entdeckte er, daß eine Vermietung der Apparaturen und Filme lukrativer wäre, als deren Verkauf. Eine Kapitalaufstockung der Société Pathé frères im Dezember 1897 erlaubte ihm eine Einführung der Produktionsfirma nouvelle société Pathé Frères auf den finanzkräftigen Kapitalmarkt. Seine Aktivitäten weiteten sich nunmehr auf Produktion, Laboratorien und Vertrieb aus. Zwischen 1902 und 1904 eröffnete er Niederlassungen in ganz Europa. Ab 1901 spezialisierte sich Pathé gemeinsam mit dem Regisseur und Filmpionier Ferdinand Zecca auf die Herstellung von Filmen. In der Folge wurdepathe_werbeplakat Fachpersonal eingestellt, so etwa Kameraleute, Regisseure und Ausstatter, aber auch Schriftsteller, die die Drehbücher verfaßten. Pathés Filmproduktion erhöhte sich von ca. 70 im Jahr 1901 bis auf 500 im Jahre 1903. 1905 erhielt das Unternehmen die bis heute geltende Darstellung eines gallischen Hahns als Firmenlogo.

Zur Eroberung der Welt; Charles und Émile Pathé (pinxit Adrien Barrère)

1905 konnte als Darsteller für Pathé Frères der Theaterschauspieler Max Linder .gewonnen werden, der zum Erfolg des Unternehmens nicht wenig beitrug. Pathé gründete jetzt Zweigniederlassungen auch im Ausland, 1906 in Barcelona, und vier Jahre später mit Pathé América in den Vereinigten Staaten - im Verbund mit der von Edison initiierter Motion Picture Patents Company; 1912 folgte Belgien. Ab 1926 teilte Pathé mit der US-Firma Kodak das Monopol zur Herstellung von unbelichtetem Filmmaterial. 1929 veräußerte Charles Pathé, der das Filmgeschäft als Erster industrialisiert und internationalisiert hatte, seine Geschäftsanteile und zog sich ins Privatleben nach Monaco zurück.

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Vincennes (Dép. Val-de-Marne), Ancien Cimetière

Bilder: Herbert Herterich (02/2014)

John Zachary DeLorean

 

 

US-amerikanischer Manager und Sportwagenbauer; Sohn eines in den 1920er Jahren in die Vereinigten Staaten eingewanderten Rumänen; begann am Lawrence Institut für Technologie in Detroi ein Technik-Studium, bevor er 1943 zur Army eingezogen wurde. Nach dem Ende des Zeiten Weltkriegs arbeitete er eineinhalb Jahre als Konstrukteur bei der Public Lighting Commission, um seine Familie finanziell unterstützen zu können, und setzte dann sein Studium am Lawrence Institut bis zu seinem Abschluß 1948 fort .Von 1956 bis 1972 war er bei General Motors beschäftigt, zuletzt als Mitglied des Vorstands. Nach seiner Kündigung dort gründete er die DeLorean Motor Company und entwickelte den zweisitzigen Sportwagen DeLorean DMC-12 - seine einzige realisierte Entwicklung. Das für den US-Markt konzipierte Fahrzeug wurde im industieschwachen Nordirland mit finanzieller Unterstützung der britischen Regierung, die die Arbeitslosigkeit durch die Ansiedlung der Produktionsstätte reduzieren wollte, gefertigt. Der Absatz des Wagens verlief schleppend; er war untermotorisiert, aber zu teuer. Schließlich mußte die Produktion eingestellt werden, als die britische Regierung auf die pünktliche Zahlung einer Zinsforderung bestand; John DeLorean mußte 1982 Konkurs anmelden, da er keine neuen Investoren auftreiben konnte. Da nutzte es auch nichts, daß das Auto durch die Mitte bis Ende der 1980er Jahre produzierte erfolgreiche Film-Trilogie Back to the Future (dt. Zurück in die Zukunft) international bekannt wurde. Im Oktober 1982 wurde DeLorean von der DEA und dem FBI unter dem Vorwurf des Drogenhandels verhaftet. Ein ehemaliger Drogenschmuggler und Informant der Drug Enforcement Administration (DEA, Drogenvollzugsbehörde) hatte DeLorean zu einem fiktiven Drogendeal überredet, der ihm benötigtes Kapital hätte bringen sollten und auf den er eingegangen war. In einem Prozeß konnte er erfolgreich vortragen, er sei nur aus Angst um das Leben und die Gesundheit seiner Familie auf den Drogenhandel eingegangen und wurde schließlich in allen Punkten freigesprochen. Weitere Versuche, neue Entwicklungen, u.a. einen Nachfolger für den DeLorean Sportwagen oder ein Einschienen-Transportsystem zu realisieren, scheiterten. 1999 mußte John DeLorean nach Abwicklung der DeLorean Motor Company Privatinsolvenz erklären.

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Bild: Amblin new (10/2011) Wikipedia.org
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Troy (Michigan), White Chapel Memorial Park Cemetery

Rolf Becker

 

 

Deutscher Verleger; absolvierte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung in einer Bank, bevor er zum Wehrdienst herangezogen wurde und im Zweiten Weltkrieg in der Zeit von 1939 bis 1945 als Pilot in der Deutschen Lufwaffe diente. Nach dem Ende des Krieges gründete er in Schneverdingen eine pharmazeutische Großhandlung. Ab 1948 war er als Verkaufsberater für die pharmazeutische und kosmetische Industrie und ab 1951 zunächst als Verkaufsleiter und schließlich als Geschäftsführer der Hermes Arzneimittel in München-Großhesselohe tätig. Bereits 1955 hatte er den Verlag Wort & Bild gegründet und mit der Herausgabe von Gesundheitszeitschriften, die der medizinischen Aufklärung und Beratung dienten, begonnen, als er 1956 die Apotheken Umschau erstmals auflegte, die im Rhythmus von 14 Tagen erschien und bis heute kostenlos in Apotheken abgegeben wird. In ihr werden Themen aus dem Bereich der Gesundheit aufgegriffen und in leicht verständlicher Form behandelt. Im Jahr 2005 gründete er die Stiftung Rufzeichen Gesundheit!.

Auszeichnungen u.a.: Bayerischer Verdienstorden (1983), Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. (1985).

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Bild: Matthias Bauer (03/2014)

Baierbrunn (Ldkrs. München, Friedhof

Paul Pietsch

 

 

Deutscher Verleger und Motorsportler; Sohn eines Bierbrauers; begann nach Abschluß der Handelschule selbst ein Ausbildung zum Bierbrauer, interessierte sich aber früh schon für den Motorrennsport, und als sein Vater starb, erwarb er mit Mitteln aus der Erbschaft einen gebrauchten Bugatti 35B. Sein erstes Rennen in Wiesbaden-Erbenheim im Mai 1932 mit dem neuerworbenen Wagen endete für ihn tragikomisch; obwohl führend, verlor er das Rennen, da er vergessen hatte, das Auto ausreichend zu betanken: Der Wagen blieb auf offener Strecke stehen. Noch im selben Jahr, bei seinem zweiten Rennen, hatte er mehr Fortune: Hinter Rudolf Caracciola und Hans Stuber errang er beim Internationalen Kesselberg-Rennen den dritten Platz. Erstmals ganz oben auf dem Siegertreppchen stand er dann im August 1932 nach dem Riesengebirgs-Rennen. Es folgten für ihn, der 1933 und 1934 für Alfa Romeo fuhr, weitere Erfolge. 1934 kam er mit Bernd Rosemeyer als Nachwuchsfahrer in das Team der Auto Union, verließ den Rennstall nach Problemen aber wieder und fuhr wieder als Privatfahrer erfolgreich auf Alfa Romeo und Maserati. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlebte Pietsch als Höhepunkt seiner Karriere seine Teilnahme beim Großen Preis von Deutschland am 23.7.1939 auf dem Nürburgring; obwohl er sich wegen technischer Probleme mit seinem Maserati 8 CTF seinem ehemaligen Stallgefährten Caracciola und auch Hermann Müller geschlagen geben muß, kam aber noch auf den 3. Platz. Während des Zweiten Weltkrieges war Pietsch Soldat, wurde zweimal verwundet und geriet in Gefangenschaft. Nach der Entassung aus der Gefangenschaft und der Rückkehr in die Heimat gründete er 1946 gemeinsam mit zwei ebenfalls autosportinteressierten Freunden nach Genehmigung durch die französische Besatzungsmacht die Zeitschrift Das Auto, die im Dezember selben Jahres in einer Auflage von 30.000 Exemplaren erstmals erschien. Außerdem nahm er seine Karriere als Rennfahrer wieder auf, konzentrierte sich jetzt aber auf Sportwagen- und Formel-2-Rennen in Deutschland. Er gewann das Eifelrennen auf dem Nürburgring im Juni 1950 und wurde im selben Jahr Deutscher Meister in der Sportwagenklasse bis 1500 cm³, und im Folgejahr siegte er sowohl beim Eifelrennen auf dem Nürburgring als auch beim Bergrennen am Schauinsland in der Formel-2-Klasse. Nach einem schweren Unfall bei einem Training auf der Avus in Berlin am 28.9.1952 entschloß Pietsch sich, den Rennsport an den Nagel hängen. Er konzentrierte sich fortan auf die Aufgaben in seinem sich rasant entwickelnden Verlag. Ab 1956 leitete er den Verlag allein, nachdem sein einer Partner sich aus dem Geschäft zurückgezogen hatte und der andere gestorben war. Pietsch entwickelte den Verlag zum größte Special-Interest-Zeitschriftenhaus Europas. Zahlreiche Publikationen kamen aus dem VerlagMotor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, darunter: auto motor und sport, Motorrad, sport auto, Flug Revue, aerokurier Besonders erfolgreich war auch die Autoreparaturreihe Korff - Jetzt helfe ich mir selbst.

Ende 1976 zog sich Paul Pietsch aus dem Tagesgeschäft des Verlages zurück.

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Titisee-Neustadt, Alter Friedhof

Hinweis: Die Asche des verstorbenen Paul Pietsch wurde in der Friedhofkapelle des Alten Friedhofs beigesetzt. Auf der Familiengrabstätte wurden lediglich sein Name sowie Geburts- und Todestag vermerkt.

Bilder: Klaus Paap (06/2015)
Bild: Klaus Paap (06/2015)

Max Gütermann

 

 

Deutscher Fabrikant; war bis 1864 als Angestellter in einem Seidenhandelshaus in Wien, einem der damals größten Handelszentren für Seidenwaren tätig. Da Nähseide seinerzeit hauptsächlich in Oberitalien produziert wurde und importiert werden mußte, sah er eine Chance, diese Lücke mit einem eigenen Produktionsbetrieb in der Heimat erfolgreich zu schließen. 1864 machte er sich selbständig und gründete in Gutach, wo es ihm gelang, eine stillgelegte Mühle mit einer angegliederten kleinen Wasserkraftanlagezu erwerben, die Firma Nähseidenfabrik Gütermann & Co., in der die Produktion 1867 mit zunächst 30 Arbeitskräften aufgenommen wurde. Aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse des Material und seinem ausgesprochenen Gespür für den Markt, wuchs das Unternehmen rasch, zumal er seine Produkte auf der Weltausstellung 1873 in Wien zusätzlich bekannt machen konnte Die Gütermann-Nähseide entwickelte sich zu einem Markenzeichen auf ihrem Gebiet. Um die Jahrhundertwende wurden sogar Arbeiter aus Italien angeheuert, um das wachsende Geschäft bewältigen zu können. Gütermann, der wie seine Frau Sophie jüdischen Glaubens war und seine Kinderguetermann_werbung protestantisch taufen ließ, prägte das Schwarzwaldtal mit seinem Unternehmen, gründete Vereine, eine Werkskapelle, errichtete Werkswohnungen und förderte den örtlichen Sportverein sowie die Feuerwehr.

Werbepostkarte (fecit Curt Liebich)

Während des Dritten Reichs wurden Geschäftsführer unter dem Vorwand eines Devisenvergehens verhaftet, einer der Nachfahren, Eugen Gütermann, kam im KZ ums Leben, ein anderer - als angeblicher Homosexueller beschuldigt und in das KZ Buchenwald eingeliefert - überlebte. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelang es dem Unternehmen wieder Fuß zufassen, aber die zunehmende Konkurrenz aus Fernost machte dem Unternehmen, das auch mit der Produktion technischer Garne begann, mehr und mehr zu schaffen, so daß ab 2008 am Standort Gutach zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut werden mußten. Schließlich, im Jahr 2014, wurde das Unternehmen, dessen Markennamen beibehalten wurde, von der Firma American & Efird (A&E), dem zweitgrößten Nähfadenhersteller der Welt übernommen, die wiederum von dem Finanzinvestor KPS Capital Partners aus New York gekauft wurde.

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Bilder. Klaus Paap (06/2015)

Gutach im Breisgau, Friedhof

Unternehmer / Manager XI

Omnibus salutem!