Rudolph Moshammer

 Bild: B. Erdödy (2004) Wikipedia cc_somerightsreserved

 

Deutscher Unternehmer; aus einfachen Verhältnissen stammender Modemacher, der 1964 in München ein Geschäft für exklusive Herrenmode und 1970 auf der Münchener Maximilianstraße ein Designstudio für Damen- und Herrenmode eröffnete. Seine Mode war Haute Couture und Pret-à-porter in sehr exklusivem, zuweilen exzentrischem Stil. Trotz seines glamourösen und schillernden Lebenswandel hatte Moshammer stets Obdachlose großzügig unterstützt. Er wurde von dem irakischen Staatsangehörigen Herisch Ali Abdullah erdrosselt, als es zwischen ihm und dem Iraker, den er mit in sein Haus gebracht hatte, wegen 2.000 Euro für Liebesdienste zu einer Auseinandersetzung kam. Der Mörder wurde aufgrund einer DNA-Analyse innerhalb nur weniger Tage identifiziert und festgenommen.

2018 strahlte die ARD unter dem Titel Der große Rudolph eine fiktive TV-Filmsatire über Rudolph Moshammer aus, in dem Hannelore Elsner dessen Mutter Else verkörperte.

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Bilder: Helmut O. Fischer (01/2005)

München, Ostfriedhof

Emil Rathenau

         

Deutscher Unternehmer; der Vater von Walther Rathenau war bis 1873 in der Maschinenindustrie tätig und arbeitete im Ausland, wo er u.a. Thomas Alva Edisons kennenlernte, von dem er dessen Patente erwarb. 1883 gründete er die Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität, aus der 1887 die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) hervorging, 1884 die Berliner Elektrizitätswerke und 1903 zusammen mit Werner von von Siemens die Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H..

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Berlin-Treptow-Köpenick, Städtischer Waldfriedhof Oberschöneweide

Lorenz Adlon eigentl. Laurenz Adlon

             

Deutscher Gastronom und Hotelier; das sechste von neun Kindern des Schumachers Jacob Adlon und der Oberhebamme Anna Maria Elisabeth née Schallot erlernte zunächst bis 1872 das Tischlerhandwerk beim Mainzer Möbelhersteller Bembé (sein Lehrherr stattete übrigens später das Hotel Adlon mit Möbeln, aber u.a. auch das Charlottenburger Schloß, Ludwigs II. Schloß Neuschwanstein und das Biebricher Schloß in Wiesbaden aus); nach Abschluß seiner Lehre und nach Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg wechselte er allerdings das Metier: er betätigte sich als Gastwirt und machte sich auch einen Namen als Festwirt; so beauftragte man ihn u.a. 1876 mit der gastronomischen Betreuung des rheinischen Schützenfestes. 1877 kaufte er im Mainzer Gartenfeld das am Rheinufer gelegene Ausflugslokal Raimundigarten, das sich unter dem Namen “Restauration Adlon” bald einer großen Beliebtheit erfreute; in ihm werden sogar Sitzungen des Mainzer Carnevalvereins (MCV) abgehalten. Sowohl bei dem 1881 in Frankfurt am Main stattfindenden Deutschen Turnerfest als auch ein Jahr später bei der Bayerischen Gewerbeausstellung in München ist er als Gastronom mit von der Partie. Obwohl bereits seit den 1880er Jahren in der neuen deutschen Hauptstadt Berlin lebend, erwarb er 1889 in Amsterdam sein erstes Hotel. In Berlin selbst erwarb er nach und nach mehrere Restaurationsbetriebe (u.a. 1887 das Restaurant Hiller Unter den Linden und 1899 die Zooterrassen), um schließlich 1905 das Grundstück Unter den Linden 77 zu erwerben und dort das mit jedem erdenklichen Luxus ausgestattete Hotel Adlon für 17 Millionen Reichsmark mit Unterstützung des Kaiserhauses zu errichten. Am 24.10.1907 berichtete die Vossische Zeitung in Berlin: "Während des gestrigen Tages hatten Kaiser, Kaiserin, Prinzessinnen und Prinzen den prächtigen Hotelbau besichtigt und Herrn Adlon ihre Anerkennung des hier Geschaffenen in ehrendster Weise ausgesprochen." Das Haus stieg rasch zu einem bekannten Luxushotel auf und wurde ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Hauptstadt, in dem neben Kaiser Wilhelm II. die Prominenz aus aller Welt ein- und auszugehen pflegte. Adlon war zweimal verheiratet :In erster Ehe mit Susanne “Susi” née Wannsiedel, einer Schuhmachertochter, die Mutter des gemeinsamen Sohns Ludwig Anton (Louis), der nach dem Tode seines Vater das Unternehmen übernahm, und nach dem Tode Susis, die mit 28 Jahren starb, in zweiter Ehe mitder aus Stuttgart stammenden Fanny Mathilde Sophia née Claus., die aber auch bereits im Alter von nur 42 Jahre 1893 starb.

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Berlin, Alter Domfriedhof St. Hedwig

Friedrich Ernst Roessler

 

Deutscher Unternehmer; Gründer der Firma, aus der die DEGUSSA (Deutsche Gold- und Silber Scheideanstalt) vorm. Roessler hervorging, 1873 in Frankfurt am Main. Sein Sohn Heinrich führte das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder Hector ab 1868 unter dem Namen Friedrich Roessler & Söhne weiter, bevor es den Namen DEGUSSA erhielt.

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Bild: KN (2006)

Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bild: Dieter Georg (06/2007)
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Gerhard Kubetschek

 

Deutscher Fabrikant; Sohn eines Tischlers; machte nach dem Besuch der Volksschule eine kaufmännische Ausbildung. Anfang der 1930er Jahre erwarb er Anteile an einer Berliner Firma, die Automaten u.a. für Zigaretten herstellte. Seine berufliche Tätigkeit wurde im Zweiten Weltkrieg durch seinen Einsatz bei den Fallschirmspringern unterbrochen. Nach dem Ende des Krieges war er zunächst als Einkäufer im Radiohandel tätig. Nachdem am 20.6. 1948 mit der Einführung der Währungsreform in der sog. Westzone Deutschlands das Geld wieder einen Wert bekam, gründete Kubetschek im niedersächsischen Wolfenbüttel einen kleinen Handwerksbetrieb, dem er den Namen Kuba gab und in dem er mit der Herstellung von hochwertigen, sog. Tonmöbeln begann, d.h. Möbelstücke, in die Rundfunk- und später auch Fernsehgeräte eingebaut werden konnten. Da solche Einrichtungsgegenstände bald im Trend der Zeit lagen, erziehlte das Unternehme bereits 1949 einen Umsatz von 1 Million DM und beschäftigte sehr bald mehr als 100 Mitarbeiter. Nachdem Kubetschek den Rundfunkgerätehersteller Continental Rundfunk GmbH übernommen hatte und nun auch entsprechend technischer Sachverstand zur Verfügung stand, beteiligte sich die Firma Kuba-Imperial, wie sie jetzt hieß, auch an der Entwicklung von Rundfunk- und Fernsehtechnik. In den 1960er Jahren entstanden Firmenstandorte auch in Braunschweig und in Osterode; die Zahl der Beschäftigten stieg auf über 4.000, der Jahresumsatz betrug mehr als 220 Millionen DM. 1966 veräußerte Kubetschek das Unternehmen für 80 Millionen DM an den US-amerikanischen Mischkonzern General Electric (GE). (Kubetschek blieb zunächst als Geschäftsführer im Unternehmen, war später noch Vorstandsmitglied). Bereits im Jahr der Übernahme durch GE mußte das Werk in Osterode geschlossen werden, Ende 1969 verkauften die Amerikaner das Unternehmen, dessen Personalstand inzwischen auf 2.000 reduziert worden war, an AEG. 1972 wurde schließlich das Stammwerk in Wolfenbüttel dicht gemacht. Kubetschek selber konnte durch Agieren auf dem Grundstücksmarkt sein Vermögen weiter vermehren. 2006 wurde das Kuba-Museum gegründet, in dem die Geräte zu sehen sind, die in Wolfenbüttel produziert wurden (http://www.kuba-museum.de)

   

Musikmöbel “Kuba Komet” (mit freundlicher Genehmigung des Kuba-Museums)

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Wolfenbüttel, Hauptfriedhof

Bilder: Hans-Christian Seidel (07/2012)

Zustand der Grabstätte vor der Rrenovierung im Jahre 2012

Bilder: Ulrich Bork (9/2005)
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Hugo Hoffmann

 

Deutscher Unternehmer; Sohn eines Handwerkers; nach einer Ausbildung zum Konditor richtete er 1868 in der Berliner Mohrenstraße eine “Conditor-Küche” ein, in der er zunächst Fondants, eine weiche, pastöse Zuckermasse, die zur Herstellung von Süßwaren Verwendung findet, sowie Fruchtpasteten herstellte, ab 1871 folgten Schokolade und Pralinen. 1878 erwarb er die Berliner Confiseur-Waaren-Handlung Felix & Sarotti. 1881 kaufte Hoffmann ein Gelände in der Tempelhofer Straße 30, das bereits Mitte der 1860er Jahre mit einem Gebäude bebaut war, in dem sich zu ebener Erde ein Pferdestall befand, sowie Wohnräume im 1. und 2. Stock. Er ließ das Gebäude abreißen und errichtete an dessen Stelle ein Fabrikgebäude; sehr bald erwarb er weitere Grundstücke hinzu. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Paul Tiede war er jetzt in der Lage, sein Angebot erheblich auszuweiten; seit 1889 stellte er auch Marzipan her. 1893 erfolgte die Eintragung des Namens Sarotti als Markenzeichen (vermutlich wählte er den Namen und das Emblem mit Bezug auf seine erste Firmenandresse in der Mohrenstraße. Das Unternehmen reüssierte und beschäftigte bereits um die 1.000 Arbeitnehmer, 1903 vereinigte er die Firmen Felix & Sarotti und Hoffmann & Tiede zur Sarotti Chocoladen- und Cacao-Industrie AG. 1913 erweiterte er Produktionsstätte noch einmal, indem er ein großes Firmengeländeam Teltowkanal erwarb, auf dem das Sarotti-Werk Tempelhof entstand.

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Bilder: Bernd Plagge (03/2013)

Stahnsdorf, Südwest-Friedhof

Thomas Johann Heinrich Mann

 

Deutscher Kaufmann; zweites Kind von Johann Siegmund Mann jr. und dessen Gemahlin Elisabeth née Marty; Vater von Thomas und Heinrich Mann; übernahm 1862 die von seinem Großvater 1790 gegründete Firma Joh. Siegm. Mann, Commissions- und Speditionsgeschäfte. Seit 1864 bereits Königlich Niederländischer Konsul, wurde er vom Senat der Freien Reichsstadt Lübeck 1877 zum Senator für Wirtschaft und Finanzen gewählt.

Da er der Auffassung war, seine Söhne seien “nicht nach seinem Wunsche”, bestimmte er in seinem Testament, daß die Firma nach seinem Todes zu liquidieren und das Wohnhaus zu verkaufen sei; allerdings wurden aus dem Erlöß der Verkäufe an die Hinterbliebenen nur die Zinsen ausbezahlt. Seine Frau Julia, née da Silva-Bruhns, aus brasilianisch-deutschem Großbürgertum entstammend, die er 1869 geheiratet hatte, verließ Lübeck und zog mit den drei jüngeren Kindern Julia, gen. Lula, Carla (*1881, †1910) und Viktor (*1890, †1949) nach München.

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Bilder: Heiko Bockstiegel (06/1999)

Lübeck, Burgtor Friedhof

Wilhelm Brandecker

 

Deutscher Verleger; gründete 1835 in Sulz am Neckar den Schwärzwälder Boten und gab ihn als ein ”Amts- und Intelligenzblatt“ heraus. Zwei Jahre nach der Gründung verlegten Brandecker und seine Frau Amalie (*1824, †1893), die beide das Blatt bis 1884 führten, der Sitz des Verlages nach Oberdorf verlegt. Neun Jahre nach der Gründung verfügte das Blatt über eineAauflage von 5.000 Exemplaren. 1850/51 erschien erstmals ein Jahrbuch-Kalender. Anläßlich der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit druckte der Verlag 1896 erstmals auch Sportnachrichten. 1899 war der Schwarzwälder Bote mit einer Auflage von 27.778 Exemplaren die am weitesten verbreitete Zeitung in Württemberg. Wilhelm Wolf, Sohn von Thekla Amalie, der älteste Tochter Brandeckers, der 1891 als zweiter Redakteur und verantwortlicher Schriftleiter des Blattes in das Unternehmen eingetreten war, wurde nach dem Tode von Brandeckers Gemahlin, dessen Nachfolger.

Heute (Stand 2014) beschäftigt die Schwarzwälder Bote Mediengruppe, zu der noch einige andere Verlagsobjekte gehören, rund 1.000 Mitarbeitern.

Eine Ausgabe des Schwarzwälder Boten aus dem Jahr 1908

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Bild: Klaus Paap (05/2014)

Oberndorf am Neckar, Friedhof

Unternehmer / Manager XV

Omnibus salutem!