Robert Bosch

Deutscher Industrieller; Onkel des Chemikers Carl Bosch. In der von ihm 1886 gegründeten Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik (später Robert Bosch GmbH) wurde u.a. der erste Hochspannungsmagnetzünder für Ottomotoren entwickelt (1902). Schon vor der Jahrhundertwende dehnte er seine unternehmerischen Aktivitäten ins Ausland aus, zunächst 1898 nach Großbritannien und weitere europäische Länder. 1906 eröffnete er die erste Vertretung und 1910 die erste Fabrik in den Vereinigten Staaten. 1913 besaß das Unternehmen Niederlassungen in Amerika, Asien, Afrika und Australien und erwirtschaftete 88 % des Umsatzes außerhalb Deutschlands. 1932 erwarb er das Unternehmen Blaupunkt, in dem nach Beginn des Zweiten Weltkrieges überwiegend Rüstungsaufträge ausgeführt wurden. Während des Krieges beschäftigte die Bosch-Gruppe Zwangsarbeiter. Aber er tat “alles um jüdische Angestellte und deren Familien zu retten“ (Historiker Arno Lustiger).

Sozialpolitisch trat Bosch durch die Einführung des Achtstundentages (1906) hervor. 1910 spendete er eine Million Reichsmark an die Technische Hochschule Stuttgart. 1913 spendete er weitere 20 Millionen Reichsmark für Wohltätigkeitszwecke. In der 1919 von ihm gegründeten Zeitschrift Bosch-Zünder, die nicht nur der Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter, sondern auch als Sprachrohr seiner demokratischen Überzeugungen diente.

Robert Bosch, ein großer Freund der Natur, hatte ein großes Interesse an landwirtschaftlichen Fragen und gründete auf einem Moorgebiet in der Nähe des oberbayerischen Mooseurach das landwirtschaftliches Anwesen Boschhof, der mit Nachhaltigkeit betrieben wurde. Später wurde die Anbaufläche des Boschhofs, der heute einem Enkel Boschs geführt wird, verkleinert. Verheiratet war Bosch in erster Ehe mit Anna Kayser. Aus der Verbindung gingen die Töchter Margarete (1889) und Paula hervor, sowie 1891 der Sohn Robert, der 1921 an Multipler Sklerose starb. Der Verlust des Sohnes, der das Unternehmen eines Tages hätte übernehmen sollen, traf nicht nur Robert Bosch schwer, sondern auch seine Ehefrau, die in eine tiefe Depression verfiel; die Ehe hielt dieser Belastung nicht stand und wurde 1926 geschieden. 1927 heiratete er die 27 Jahre jüngere Sängerin Margarete Woerz. Aus dieser Ehe gingen Sohn Robert (1928–2004) und die Tochter Eva (*1931) hervor.

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Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof

Georg(e) Westermann

                            

Deutscher Verleger; Sohn eines Goldschmiedemeisters; machte in der Schulbuchhandlung von Friedrich Vieweg eine vierjährige Ausbildung zum Buchhändler. Nach seiner Ausbildung und einem Jahr als Gehilfe ging er auf die damals übliche Wanderschaft, arbeitete in Königsberg, Leipzig und Hamburg. 1838 gründete er in Braunschweig eine Verlagsbuchhandlung, die er im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel anzeigte. Eine der ersten Veröffentlichungen Leben und Abenteuer des Nicolaus Nickleby von Charles Dickens, den er während seiner Englandreise im Jahre 1837 persönlich kennengelernt hatte. Es folgten im Rahmen seiner erfolgreichen Klassischen Bibliothek Werke von Jonathan Swift und Henry Fielding u.a. 1845 erweiterte Westermann den Verlag um eine eigene Druckerei sowie eine Buchbinderei, so daß er nun auch Atlanten und Kartenwerken für Schule und private Zwecke herstellen konnte. Der 1853 als Schul-Atlas zum Unterricht in der Erdkunde begonnene und ab 1883 als Diercke Weltatlas weitergeführte Schulatlas ist das bis heute erfolgreichste von Westermann initiierte Verlagsprodukt. 1856 folgten schließlich die reich bebilderten Kulturzeitschrift Westermann's illustrirte deutsche Monats-Hefte im Stile des US-amerikanischen Magazins Harper's Monthly. Nach seinem Tode übernahm sein Sohn Friedrich (*1840, †1907) die Leitung des Unternehmens.

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Braunschweig, Magni-Friedhof

Marcus Theodor Dumont

 

Deutscher Verleger; Sproß einer aus Belgien stammenden Buchhändler- und Buchdruckerfamilie; verheiratet mit Katharina Schauberg, kaufte er im Frühjahr 1805 die den schaubergischen Erben gehörende Kölnische Zeitung. Aber bereits ein halbes Jahr später verlor er die Lizenz, weil er sich nicht an die strengen Vorgaben der Zensur gehalten habe. Zehn Tage später – nach Intervention eines Freundes der Familie bei der französischen Verwaltung Kölns - durfte er wieder drucken. Einmal ließ er die Zeitung ohne Text erscheinen – aus Protest gegen die ständige Zensur. 1818 gründete er die Dumont Schaubergsche Verlagsbuchhandlung, die hauptsächlich rheinische Literatur verlegte und die 1894 verkauft wurde.

Inschrift: Ein Geschlecht vergeht, das anderes kommt.

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Bild: Claus Harmsen (2002, stones & art)

Köln, Friedhof Melaten

Oskar Beck

 

Deutscher Verlagsbuchhändler; übersiedelte den Verlag 1889 nach Schwabing. Das Unternehmen war aus einer bereits bestehenden Buchhandlung und Druckerei hervorgegangen, die Carl Gottlieb Beck 1763 in Nördlingen übernommen hatte. Die Auslieferung der C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, deren Schwerpunkt die Publikation juristischer Fachliteratur ist, der aber auch evangelische Theologie und Belletristik pflegt, befindet sich noch heute in Nördlingen. Bei Beck erschien nach dem Ersten Weltkrieg Oswald Spenglers Untergang des Abendlandes.

 

 

 

 

Heinrich Beck

 

Deutscher Verleger; gründete 1946 eine Tochtergesellschaft, die Biedersteiner Verlags GmbH, die sich mit schöngeistiger Literatur, Sachbüchern und Altertumswissenschaften befaßte.

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Lothar Blanvalet

 

Deutscher Verleger und Schriftsteller; entstammte einer alten Hugenottenfamilie, wollte ursprünglich Schauspieler werden, trat jedoch auf Wunsch seiner Familie eine Lehrstelle in einem Berliner Verlag an. 1934/1935 gründete er seinen eigenen Verlag, dessen Tätigkeit jedoch 1943 seitens der Nationalsozialisten untersagt wurde. Zu einem der größten Erfolge nach der 1946 erfolgten Neuzulassung des Verlages zählte der 1956 bei Blanvalet in mehreren Fortsetzungen publizierte historische Roman Anne Golons Angelique.

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Bild: Claus Harmsen (stones & art)

München, Nordfriedhof

Bild: Claus Harmsen (stones & art)

Berlin, Alter Friedhof Wannsee

Reinhard Piper

 

Deutscher Verleger; der Sohn des Penzliner Bürgermeisters absolvierte von 1895 bis 1898 eine Buchhändlerlehre in der Palmschen Hofbuchhandlung in München, arbeitete anschließend bis 1901 in der Berliner Buchhandlung Adolf Weber und von 1902 bis 1903 in der Buchhandlung Köhler in Dresden, wo er Ernst Barlach kennenlernte, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Im gleichen Jahr verlegte er mit Dafnis von Arno Holz sein erstes Buch. Am 19.5.1904 gründete er in München zusammen mit Georg Müller den Verlag R. Piper & Co. in München.

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Heinrich Karl Gustav Hugendubel

 

Deutscher Verlagsbuchhändler; legte 1865 in Nürnberg die Buchhändlerprüfung ab, arbeitete als Buchhändler in Heidelberg und Ingolstadt, machte sich 1867 mit der Krüll'schen Buchhandlung in Eichstätt selbständig und erwarb schließlich 1893 in München eine bereits bestehende Buchhandlung in der Salvatorstraße, der er seinen Namen gab. 1916 übernahm sein Sohn Heinrich Hugendubel die Leitung. Heute umfaßt die Firma eine Reihe von Buchhandlungen in ganz Deutschland und einen Verlag.

 

 

 

Heinrich “Heiner Hugendubel

 

Deutscher Buchhändler; baute die von seinem Vater übernommene Buchhandlung im Nachkriegsdeutschland nach und nach zu größten Buchhandelskette Westdeutschlands aus.

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München, Waldfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (2005)
Bild: Claus Harmsen (stones & art, 07/2007)
Bild: Claus Harmsen (stones & art, 07/2007)

München, Nordfriedhof

Bild: Brunswyk (04/2012) Wikipedia.de
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Joseph Eugène Schneider

                                   

 

Französischer Industrieller; blieb nach dem frühen Tode seines Vaters, eines königlichen Notars, und seiner Mutter als Waise fast mittellos zurück und wurde von seinem Onkel aufgenommen. Er arbeitete zunächst in einem Handelshaus in Reims, dann in der Banque Seillière-Demachy, wo er sich durch seinen ausgeprägten Geschäftssinn auszeichnete. 1830 wurde er Leiter der Eisenwerke in Bazeilles. Nachdem im Jahr 1833 sein älterer Bruder Adolphe Verwaltungschef der Industrie von Le Creusot geworden war, wurde Eugène im Jahre 1836 zum Mitgeschäftsführer der Firma Schneider und Co. berufen. Nach dem Tode des Bruders im Jahr 1845 war er Alleinvorstand der Creusot, wurde zudem an dessen Stelle zum Generalrat des Kanton Couches et Montcenis gewählt und am 13. September Mitglied des Kollegiums des Departements Saône-et-Loire. Am 1.8.1846 wiedergewählt, unterstützte er die Politik des konservativen Politikers François Guizot . Im Jahre 1851 wurde er zum Minister für Landwirtschaft und Handel ernannt, 1854 war er imBild: TL (07/2005) Wikipedia.org Vorstand der Bank von Frankreich, im Jahr 1864 wurde er Präsident der Bank Société Générale, Vorsitzender der zehn größten metallurgischen Gruppen und war von 1866 bis 1870 Bürgermeister von Le Creusot. Der Sturz von Napoleon III. markierte das Ende seiner politischen Karriere; als am 4.9.1870 Demonstranten die Volksversammlung stürmte und das Ende des Reiches und die Gründung der Republik forderten, wurde er vertrieben.

Schneider-Denkmal in Le Creusot no_copyright

 Durch einen Schlaganfall im Jahr 1874 gelähmt, starb er im darauf folgenden Jahr. Verheiratet war Eugène Schneider mit Clémence Lemoine Mares, der Tochter von Gilles MP Lemoine Mares, eines wohlhabenden Bankies und Enkelin von Baron André Poupart Neuflize . Das Paar hatte eine Tochter, Felicitas, mit ihrem Cousin Minister Alfred Deseilligny verheiratet, und einen Sohn, Henri, der die Firma nach dem Tod seines Vaters leitete.

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bild: Herbert Herterich (02(2014)

Hinweis: Grabstätte der ”Famille Schneider aîné“ (i.e. des Älteren); Eugène Schneider selbst wurde in der Gruft der Kirche von Saint-Charles in Creusot beigesetzt.

Bilder: Klaus Paap (03/2017)

Friedrich Albert Langen

 

Deutscher Verleger; drittes von vier Kindern des Industriellen Friedrich Albert Langen und dessen Frau Ida, née Goeters;.

Gründer der satirischen Zeitschrift Simplicissimus.

1894

 

 

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Köln, Friedhof Melaten

Unternehmer / Manager XVII

Omnibus salutem!