Hamburg, Firedhof Ohlsdorf

Carl Gottfried Heinrich Hagenbeck

~1890 

Deutscher Zoodirektor, Tierhändler und Zirkusdirektor; gründete am 7.5.1907 den gleichnamigen Zoologischen Garten in Hamburg-Stellingen; Sohn des Gottfried Clas Carl HagenbeckG.C.C.Hagenbeck, eines kleinen Tierhändlers, dessen Geschäft er nach dem Tod des Vaters (1865) zum größten Tierhandelshaus der Welt erweiterte. 1866 eröffnete er am Pferdemarkt in Hamburg Hagenbeck’s Thierpark. Hagenbeck brachte von zahlreichen Expeditionen (vor allem nach Afrika) Tiere und völkerkundliches Material und Angehörige von Volksstämmen mit, die er seit 1875 auf Tourneen vor einem am Exotischen interessierten Großstadtpublikum ausstellte. 1887 eröffnete er einen Zirkus. Nach der von Hagenbeck entwickelten Methode der “zahmen Dressur” wurde 1892 erstmals eine Löwengruppe im Pariser Nouveau Cirque vorgeführt. Für den „erzieherischen Wert” dieser Darbietungen wurde Hagenbeck 1891 von der Académie française geehrt. Am 7.5.1907 gründete er den ersten gitterlosen zoologischen Garten der Welt in Hamburg-Stellingen. Durch die Verwendung von Trocken- oder Wassergräben statt der bislang üblichen Gitterstäbe setzte Hagenbeck neue Maßstäbe im Zoo-Bau und gewährte so dem Publikum einen ungehinderten Blick auf die Tiere; durch die Einrichtung von Freiluftgehege (Felsen, Steppenlandschaften, Tropenhäuser etc.) ermöglichte er den Tieren eine artgerechte Haltung. Hagenbeck ist heute der größte private Tierpark Europas. In seiner 1908 erschienen Autobiographie Von Tieren und Menschen erläuterte und propagierte er seine Theorie einer „zahmen Dressur”. In die Literatur ging er u.a. durch Franz Kafkas Ein Bericht für eine Akademie (1917) ein.

Carl Hagenbeck mit dem Walroß Pallas (pinxit Lovis Corinth, 1911)

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Adam Opel

Deutscher Industrieller; Sohn eines Schlossers; machte eine Lehre als Schlosser in der Werkstatt seines Vaters, bevor ihn die Wanderjahre u.a. nach Paris führten, wo er in einer Nähmaschinenfabrik arbeitete. 1862 gründete er in seiner Heimatstadt eine eigene Firma, die Vorläuferin der späteren Adam Opel AG, in der zunächst Nähmaschinen hergestellt wurden. Später sollte er der erste Unternehmer sein, der in Deutschland Fahrräder produzierte. Erst drei Jahre nach seinem Tode wurde bei Opel mit dem Bau von Automobilen begonnen, eine Entwicklung die dazu führte, daß Opel in der Zeit zwischen 1898 bis 1928 Opel der größte Automobilhersteller Deutschlands wurde. Adam Opel war der Großvater des Industriellen, Motorsportlers und Generaldirektors der Adam Opel AG, Fritz von Opel.

 

 

Werbeplakat für eine Opel 6-Zylinder (1927)

 

 

Inschrift: anno domini MCMXXIV hoc sepulcrum in quorum hic requiescunt aeterna in pace memoriam erectum est [Im Jahre des Herrn 1924 wurde dieses Grab in Erinnerung derer errichtet, die hier ruhen].

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Rüsselsheim, Alter Friedhof

Heinrich Emanuel Merck

                     

Deutscher Apotheker, Chemiker und Industrieller; Gründer der Merck AG für chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Die Geschichte der Firma Merck begann 1668 mit der Übernahme der Engel-Apotheke in Darmstadt durch Jacob Merck. Rund 150 Jahre später, im Jahre 1827, faßte der damalige Inhaber der Engel-Apotheke, Heinrich Emanuel Merck, den vorausschauenden Entschluß, Pflanzeninhaltsstoffe ”im Großen“ herzustellen. Damit begann die Entwicklung des Industrieunternehmens Merck, heute ein modernes Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit eigenen Gesellschaften in allen wichtigen Ländern der Erde. Über 29.000 Mitarbeiter weltweit erzielten 1997 einen Gruppenumsatz von fast 4 Mrd. EURO.

(Übrigens genehmigte Großherzog Ludwig II. am 12.8.1836 die Gründung eines "Gewerbevereins für das Großherzogtum Hessen", an der der Maschinenfabrikant Johannes Jordan und Münzrat Hektor Rößler für die "mechanische Technik", Apotheker Heinrich Emanuel Merck und Professor Justus Liebig in Gießen für die "chemische Technik" aktiv beteiligt waren).

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Darmstadt, Alter Friedhof

Wilhelm Gustav Dyckerhoff

Deutscher Industrieller; aus altem Ratsherrengeschlecht stammend; begann nach einer kaufmännischen Lehre und einem langjährigen Aufenthalt in England und Frankreich 1861 mit Carl Brentano mit der Fabrikation von Portland-Zement. Am 4.6.1864 gründete er in Amöneburg (heute Wiesbaden-Amöneburg) die Portland-Zementwerke Dyckerhoff & Söhne, die in Mannheim ein Büro betrieb. Der Standort am Rhein mit günstigen Rohmaterialvorkommen wie Kalkstein, Mergel, Ton (ein späteres Spezialprodukt ist „Dyckerhoff-Weiß“ Zement) bot gute Bedingungen für die Herstellung und den Transport des wichtigen Baustoffs. Es entstand eine Fabrikationsanlage mit einem Ringofen und einem Schachtofen, die mit nur 14 Arbeitern bedient wurden. Der wirtschaftliche Durchbruch kam mit dem Sieg über die englische Konkurrenz bei der Ausschreibung über den Bau der holländischen Staatseisenbahnen, der ihm 1869 den holländischen Markt öffnete. Auch der im Zuge der Gründerjahre einsetzende Bauboom ließ das Unternehmen rasch wachsen. Der gegen Ende des 19. Jahrhundert aufgrund der Rezession einsetzende Umsatzeinbruch konnte durch verstärkte Exporte in die Vereinigten Staaten aufgefangen werden. Um die Jahrhundertwende traten die beiden ältesten Söhne die Nachfolge des Vaters an und zogen sich erst aus den Geschäften zurück, als das Unternehmen 1911 in eine GmbH umgewandelt wurde. Die Firma Dyckerhoff entwickelte sich ab 1931 zur Aktiengesellschaft und zum Baustoff-Konzern mit Zweigniederlassungen im In- und Ausland. Der Konzern hat heute mehr als 9.000 Mitarbeiter.

Die sozialen Leistungen Dyckerhoffs galten als vorbildlich; so hatte Dyckerhoff bereits 1864 eine Krankenkasse für die Mitarbeiter eingerichtet - Jahrzehnte bevor eine solche Institution gesetzlich vorgeschrieben war.

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Inschrift auf der Rückseite des Grabmals

Mannheim, Hauptfriedhof.

Christoph Heinrich Boehringer

 

 

Deutscher Apotheker und Unternehmer; Vater von Ernst (*1860, †1892) und Albert Boehringer; sein Vater Christian Friedrich (*1791, †1867) hatte mit ihm und Bruder Christian 1859 in Stuttgart die Chinin- und Arznei-Fabrik C.F. Böhringer & Söhne gegründet. Ab 1868 war er deren Leiter und ab 1873 Alleininhaber. 1870 erfolgte die Umsiedlung der Firma der besseren Verkehrsanbindung wegen auf das von der BASF aufgegebene Grundstück im Jungbusch. Kurz vor seinem Tod erwarb Boehringer als “Landsitz” das damals knapp 200 Jahre alte, am Ostufer des Starnberger Sees gelegene Schloß Allmannshausen und ließ es großzügig umbauen; es erhielt u.a. eine imposanten, zur Seeseite zugewandten Portikus und eine Renaissancefassade.

Ein Jahrzehnt nach dem Tode seines Vaters und dem seines älteren Bruder Ernst nannte Albert Boehringer mit Wirkung zum 1.1.1893 zu Ehren seines Vaters Christoph Heinrich Boehringer sein Unternehmen in C. H. Boehringer Sohn um.

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Mannheim, Hauptfriedhof

Bild: KN (11.09.2001)

Pawel Michajlowitsch Tretjakow [russ. Павел Михайлович Третьяков]

Russischer Kaufmann; erbte das Geschäft seines Vaters und betrieb einen florierenden Handel mit Flachs, Stoffen und dem Verkauf von Textilien. Als Mitbegründer der Moskauer Handelsbank und der Moskauer Industrie- und Handelsgesellschaft reich geworden, sammelte er ab 1856 gezielt russische Kunst, wobei der Schwerpunkt zunächst auf der zeitgenössischen russischen Kunst des Realismus lag; erweiterte später seine Sammlung auf die russische Kunst des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach 1890 begann er auch Ikonen zu sammeln. Sein Ziel war von Beginn an, ein Kunstmuseum zu errichten, das der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte. 1892 schenkte er seine Sammlung, die auf ungefähr 2.000 Werke angewachsen war, der Stadt Moskau.

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Bild: Vasil Yaroshevich (05/2007)

Moskau, Friedhof am Neujungfrauenkloster

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Mannheim, Hauptfriedhof

Carl Reiss

 

Deutscher Unternehmer; Sohn des Mannheimer Oberbürgermeisters Friedrich Reiß; war an zahlreichen Gründungen von Unternehmen beteiligt, u.a. der Rheinischen Creditbank, der Pfälzischen Hypothekenbank, der Mannheimer Versicherungs-Gesellschaft und der Mannheimer Gummi-, Guttapercha- und Asbest-Fabrik. Reiss war kaiserlich-türkischer Generalkonsul, von 1889 bis 1891 Mitglied der Zweiten Kammer der Badischen Landstände, der Nationalliberalen Partei, von 1896 bis zu seinem Tode Stadtverordneter in Mannheim sowie ab 1903 Mitglied der Ersten Kammer der Badischen Landstände.

Verheiratet war er mit der Tochter von Friedrich Engelhorn, dem Gründer der BASF. Die Ehe blieb kinderlos. Sein gesamtes Vermögen vermachte er der Stadt Mannheim, u.a. die Fasaneninsel (heute Reißinsel); außerdem geht auf ihn die Gründung des Reiss-Museums (heute Engelhorn-Museen, rem) zurück.

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Hinweis: Links das Grab seines Bruders Wilhelm, eines Forschungsreisenden.

Otto Gerstenberg

 pinxit Max Liebermann (Ausschnitt)

Deutscher Unternehmer und Kunstsammler; studierte nach dem Abitur 1865 in Berlin Mathematik und Philosophie und begann 1873 als Versicherungsmathematiker bei der Allgemeinen Eisenbahn-Versicherungs-Gesellschaft (später Victoria zu Berlin Allgemeine Versicherungs-Actien-Gesellschaft, heute Victoria) zu arbeiten, um bereits 1888 i dans Direktorium der Versicherung aufzusteigen und 1901 Generaldirektor zu werden. Dank der Bismarckschen Sozialgesetzgebung, die der finanziellen Absicherung der Arbeiter gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter diente, und zunehmender privater Vorsorge entwickelte sich das Unternehmen unter der Führung Gerstenbergs rasch erfolgreich weiter. Dazu trugen insbesondere die von Gerstenberg ersonnenen zusätzlichen Leistungen wie “Lebens- und Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr“ und das “System der steigenden Dividende als besondere Form der Gewinnbeteiligung“ oder die 1889 kreierte ”Lebenslängliche Verkehrsmittel-Unglück-Versicherung mit einmaliger Prämienzahlung“ bei. So stieg die Victoria unter Gerstenbergs Leitung zur führenden deutschen Lebensversicherungsgesellschaft auf. Er führte aber auch für die Mitarbeiter des Unternehmens soziale Leistungen ein; so gab es ab 1903 ab 12h00 den arbeitfreien Sonnabendnachmittag, später dann auch noch die Einrichtung einer Werksküche.

Otto Gerstenberg pflegte Kontakte zu Malern wie Max Liebermann, dem Landschafts- und Porträtmaler Joseph Oppenheimer (*1876, †1966) und Max Slevogt. Er erwarb vorwiegend auf Pariser Auktionen zahlreiche Graphiken und Gemälde und baute eine bedeutende private Kunstsammlung auf (zu seiner Sammlung gehörten u.a. Werke von Honoré Daumier, Edgar Degas, Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir und Henri de Toulouse-Lautrec. Viele der Graphiken und Gemälde gingen im Laufe der Zeit verloren, sind im Zweiten Weltkrieg beim Kampf um Berlin zerstört oder nach dem Krieg verschleppt worden.

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Bilder: Günter Bihn (05/2012)

Berlin, St. Annen Kirchhof, Dahlem-Dorf

Emilie Louise Flöge

pinxit Gustav Klimt (Ausschnitt, 1891)        pinxit Gustav Klimt (Ausschnitt)

 

Österreichische Modeschöpferin und Unternehmerin; Tochter eines Drechslermeisters und Meerschaumpfeifenfabrikanten; Emilie führte als Eigentümerin gemeinsam mit ihrer Schwester Helene ab 1904 den Modesalon “Schwestern Flöge“ in der Mariahilfer Straße in Wien, dessen Interieur von dem Architekten Josef Hoffmann im Jugendstil entworfen worden war, und wo sie ab 1898 die Kleidung für die Wiener Secession konzipierte. Gustav Klimt, den die kennengelernt hatte, da ihre Schwester Helene mit dessen Bruder Ernst befreundet war, den diese 1891 geheiratet hatte, verschaffte ihr viele Damen aus der wohlhabenden Wiener Gesellschaft, die er gemalt hatte, als Klientel. Als Ernst im Dezember des Folgejahres verstarb, wurde Klimt Vormund der kleinen Tochter Helene, und die beiden trafen sich nun regelmäßig. Ab 1900 hielten sich Emilie und Klimt regelmäßig am Attersee auf, wo Emilies Familie ein Anwesen hatte. Zu jener Zeit entstanden zahlreiche Photographien, die Klimt als begeisterter Photograph dort in der Natur machte und auf denen Emilie häufig posiert. Ab 1902 malte er Emilie, die ein faszinierendes Mitglied der Wiener Bohème und der Fin de siècle-Kreise, seine Muse und eines seiner Modelle war, u.a. für Die Erfüllung (1905-11) oder - wie Experten meinen - eines seiner berühmtesten Gemälde, Der Kuß (1907/08). In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde ihr Haus in der Ungargasse durch ein Feuer zerstört, wobei nicht nur ihre Kollektion an Kleidungsstücken, sondern auch wertvolle Gegenstände aus dem Nachlaß Klimts, den sie zur Häfte geerbt hatte, zerstört wurden; der andere Teil fiel der Familie des Künstlers zu.

In dem 2006 produzierten Film Klimt, in dem dieser vom dem US-amerikanischen Schauspieler John Malkovich verkörpert wurde, übernahm Veronika Ferres die Rolle der Emilie Flöge.

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Wien, Evangelischer Friedhof Simmering

Bilder: Heinz Knisch (10/2012)

Alfred Herrhausen

 

 

Deutscher Bankier; Sohn eines Vermessungsingenieurs; kam nach dem Studium der Volkswirtschaft in Köln, Tätigkeit u.a. bei Ruhrgas AG und VWE 1969 an die Deutsche Bank AG in Frankfurt am Main. Er hatte schon frühzeitig erkannt, daß die Globalisierung der Wirtschaft neue Strukturen auch des Bankgeschäfts erfordern würde, beabsichtigte daher die Deutsche Bank AG, deren Vorstandssprecher er zuletzt war, gegen inneren Widerstand auf die neuen Anforderungen u.a. durch Umstrukturierung vorzubereiten. Immer wieder forderte er im Eigeninteresse auch der Banken mehr soziale und ökonomische Verantwortung und plädierte für einen Schuldenerlaß für die ärmsten Länder.

Herrhausens gepanzertes Fahrzeug, ein Mercedes-Benz der S-Klasse, befand sich auf dem Weg in die Zentrale der deutschen Bank in Frankfurt am Main, als - ausgelöst durch eine vorher installierte Lichtschranke - eine Bombe explodierte, deren Druckwelle genau auf die hintere Seitentür des Fahrzeugs traf. Ein durch die Wucht der Explosion gelöstestes Fahrzeugteil traf Herrhausens Oberschenkel und durchtrennte dort eine Schlagader, so daß er innerhalb kürzester Zeit verblutete. Die Täter sind bis heute unerkannt geblieben. Allerdings bekannte sich die Rote Armee Fraktion (RAF) am Nachmittag des Mordes durch einen Telefonanruf in der Wohnung der Herrhausens zur Tat, und am 2.12. desselben Jahres wurde ein Bekennerschreiben der RAF gefunden.

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Bilder: KN (25.07.2006)

Bad Homburg, Waldfriedhof

Friedrich “Fritz” Adam Hermann von Opel (seit 1917)

 

 

Deutscher Industrieller und Motorsportler; Enkel von Adam Opel und Sohn von Wilhelm von Opel; studierte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, in den er als Freiwilliger gezogen war, an der TH Darmstadt, trat dann in das Familienunternehmen, die Adam Opel KG, in dem er zunächst Leiter der Testabteilung war, ein.  Bis 1928 war er Teilhaber der Firma Adam Opel, bis dahin eine Familien-Kommandit-Gesellschaft, dann aber im Dezember desselben Jahres in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Im März 1929 wurden 80% der Aktien für 120 Mio. Reichsmark an die amerikanische General Motors Corporation (GMC) veräußert; bis 1931 übernahm GM das Unternehmen dann vollständig. Fritz von Opel legte einen Teil seines großen Vermögens in den USA an, wo es während des Krieges beschlagnahmt wurde.

Seine Leidenschaft galt der Entwicklung schneller Fahrzeuge. Bereits in seiner Zeit als Mitglied des Opel-Geschäftsführung gewann er 14.7.1927 gewann er mit einem Raketen-angetiebenen Rennwagen die renommierte Trophée de Paris. Gemeinsam mit Max Valier und Friedrich Wilhelm Sander baute Fritz von Opel, dessen Spitzname “Raketen-Fritz“ war, einen Rennwagen mit Pulverraketenantrieb (Opel-Sander-Rakwagen 1) und erreichte am 11.4.1928 mit diesem Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 138 km/h, mit dem Opel-Sander-Rakwagen 2 am 23. Mai desselben Jahres dann 235 km/h. Am 23. Juni schraubte die unbemannte RAK 3 den Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge auf einer schnurgeraden Eisenbahnstrecke, der “Hasenbahn“ bei Burgwedel, auf 254 km/h. Fritz von Opel finanzierte den ersten bemannten Raketenflug am 11.6.1928 mit einer Lippisch-Ente, welche mit Feststoffraketen versehen wurde. Darauf aufbauend unternahm Opel am 30.9.1929 auf dem Frankfurter Flugplatz Rebstock einen weiteren bemannten Raketenflug; dafür hatte der Flugzeugkonstrukteur Julius Hatry einen Hochdecker mit doppeltem Leitwerk entwickelt - das erste speziell für den Raketenantrieb gebaute Flugzeug weltweit. Das Raketenflugzeug Opel-Sander RAK.1 erreichte eine Höhe von 20 bis 30 Metern und legte in 80 Sekunden knapp zwei Kilometer zurück. Es kam allerdings zu einer Bruchlandung, die Fritz von Opel jedoch unbeschadet überstand. Zu weiteren Raketenversuchen kam es daraufhin nicht mehr. 1929 verließ Fritz von Opel das Familienunternehmen und wenig später Deutschland  Am 25.4.1940 wurde er von den britischen Behörden vor Gibraltar von italienischen Linienschiff Conte di Savoia abgezogen und 16 Tage in Gibraltar inhaftiert, danach durfte er in die Vereinigten Staaten reisen.

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Rüsselsheim, Alter Friedhof

Unternehmer / Manager  III

Omnibus salutem!