Isidor Straus

 1903                    

US-amerikanischer Unternehmer und Politiker deutscher Herkunft; 1888 wurde er zusammen mit seinem Bruder Nathan Teilhaber des New Yorker Kaufhauses R. H. Macy, das seine Familie, die 1854 von Otterberg in der Pfalz in die Vereinigten Staaten ausgewandert war, 1874 von den Gründer, dem ehemaligen Walfänger Rowland Hussey Macy erworben hatte. Außerdem war er in den Jahren von 1894 bis 1895 für die Demokraten Mitglied des Repräsentantenhauses. Er und seine Frau Rosalie Ida, née Blun (*1849, †1912), waren Passagiere bei der Jungfernfahrt der Titanic, die am 15. April 1912 im Nordatlantik nach einer Kollision mit einem Eisberg unterging. Obwohl auf der Straus mit Gattin Ida am Tag der HochzeitBackbordseite, auf der Straus und seine Frau sich eingefunden hatten, nur Frauen in die Rettungsboote steigen durften, bot man Straus an, bei ihm eine Ausnahme zu machen, da er schon ein betagter Mann sei; er lehnte jedoch ab. Daraufhin weigerte seine Frau sich, ohne ihn in ein Boot einzusteigen. Beide kamen bei der Katastrophe ums Leben. Während seine Leiche später aus dem Atlantik geborgen wurde, wurde Ida Straus nie gefunden.

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New York, Bronx, Woodlawn Cemetery

Antonio Giacomo Stradivari

Italienischer Geigenbauer; der bedeutendste Geigenbaumeister überhaupt war der Schüler von Nicola Amati (*1596, †1684), der u.a. auch Andrea Guarneri del Gesù (*vor 1626, †1698) unterrichtete. 1680 eröffnete er in seiner Heimatstadt an der Piazza San Domenico eine eigene Werkstatt. Zunächst baute er Instrumente im Stile seines Lehrers, entwickelte dann aber zwischen 1680 und 1700 eine eigene Geigenform, die sich durch vollendete Proportionen, einen leuchtend goldbraunen Lack, durch Klangstärke und eine große Tragweite des Tons auszeichnet. Von seinen Instrumenten sind etwa 540 Violinen, 50 Violoncelli und kaum mehr als 12 Bratschen erhalten. In seiner Werkstatt arbeiteten seine Söhne Francesco (*1671, †1743) und Omobono Stradivari (*1679, †1742).

Inschriften: (Oberseite) Sepolcro di Antonio Stradivari e suoi eredi anno 1729; (Frontseite) Qui fu la tomba del sovrano dei liutai Antonio Stradivari N.1648-49 M. 1739 (Grab des Antonio Stradivari und seiner Erben im Jahre 1729 - Hier befand sich das Grab des Monarchen der Geigenbauer, Antonio Stradivari, geb. 1648-49, gest. 1737).

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Bild: Alessandro (05/2006)

Cremona, Giardini Giovanni Paolo II.

Hinweis: es handelt sich um eine Kopie des Grabsteines, der sich auf Stradivaris Grab in der Basilica di San Domenico, die 1868 zerstört worden war, befunden hatte. Diese Kopie befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Basilika in den heutigen Gärten der Piazza Roma (Giardini Giovanni Paolo II.).

Anna Vandenhoeck née Parry

 

Deutsche Unternehmerin; Ehefrau des aus Holland eingewanderten Abraham Vandenhoeck (*~1700), der in London eine Druckerei und Buchhandlung in London, 1732 auch in Hamburg gegründet hatte, bevor er aufgrund einer Einladung nach Göttingen kam, um dort einen Verlag zu gründen, nachdem dort die von Georg II. 1732/1734 gegründete Universität 1737 ihre Pforten öffnete. Nach dem Todes ihres Mann im Jahre 1750 übernahm sie zwar den Verlag, er hatte ihr aber wirtschaftliche schwierige Verhältnisse hinterlassen. Es gelang ihr jedoch mit Hilfe ihres Buchhalters Carl Friedrich Ruprecht, den sie später zum Telhaber machte, den Verlag innerhalb weniger Jahre zum Erfolg zu führen. Aus Dankbarkeiz für seine Unterstützung setzte Anna Vandenhoek, die kinderlos blieb, Ruprecht zu ihrem Universalerben ein. Da das Erbe mit hohen Legaten zugunsten der Professorenwitwenkasse und der reformierten Kirche belastet war, hatte Ruprecht nach ihrem Tode keine leichten Stand, so daß er Ende der 1780er die Druckerei aufgab. Da gemäß ihres Testaments der Name Vandenhoek erhalten bleiben sollte, lautet der Verlagsname nunmehr Vandenhoeck & Ruprecht.

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Göttingen, Bartholomäus-Friedhof

Howard Robard Hughes

US-amerikanischer Unternehmer; war der Haupterbe der einträglichen Hughes Tool Company, Filmproduzent und Luftfahrtpionier. Nach dem Todes seines Vaters Howard Robard “Bo” Hughes im Jahre 1924 übernahm er die Hughes Tool Company, die aufgrund ihres Monopols im Bereich von Erdöl-Bohrköpfe jährlich Millionen-Gewinne erwirtschaftete. In Hollywood betätigte er sich als Filmproduzent und Regisseur solch bekannter Produktionen wie The Racket (1928), Hell's Angels (1930), seinerzeit der bis dato teuerste Film aller Zeiten, und The Front Page (1931) - letztere erhielten jeweils eine Oscarnominierung -, sowie Scarface (1932, dt. Narbengesicht) des Regisseurs Howard Hawks (*1896, †1977) und The Outlaw (1940), ein Film über Billy the Kid. Er entdeckte Jean Harlow und Jane Russell (*1921, †2011) und baute sie zu Filmstars auf. 1948 übernahm er das Hollywoodstudio RKO. Als begeisterter Flieger gründete er die Firma Hughes Aircraft und entwickelte diverse Flugzeuge. Sein bewegtes Leben war Gegenstand des Film The Aviator (2004) von Regisseur Martin Scorsese (*1942) mit Leonardo DiCaprio (*1974) in der Hauptrolle.

Howard Hughes war zweimal verheiratet. Von 1925 bis 1929 mit Ella Rice und von 1957 bis 1971 mit der Schauspielerin Jean Peters, trennte sich jedoch von ihr bald wieder; geschieden wurden sie erst 1971. Außerdem war er von 1936 bis 1938 mit Katharine Hepburn liiert,

Hughes, der mit einem angeborenen Hörleiden (Otosklerose) geboren wurde und zeit seines Lebens an einer schweren Zwangsstörung litt, starb an Bord eines Flugzeuges an den Folgen eines Nierenversagens.

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Bilder: Kevin Trotman (02/2006)

Houston (Texas) Glenwood Cemetery

Bilder: Matthias Bauer (2002)

Bonn, Südfriedhof

Ludwig Bamberger

Deutscher Bankier und Politiker; der Sohn einer bürgerlichen jüdischen Familie - der Vater besaß eine kleine Privatbank - studierte Jura in seiner Heimatstadt. Während der Deutsche Revolution von 1848/49 begeisterte er sich für die neuen freiheitlichen Ideen, verließ das juristische Referendat und verfaßte - als Juden wäre ihm sowieso eine Laufbahn als Richter oder Anwalt verschlossen - stattdessen Berichte über das Frankfurter Paulskirchen-Parlament für die Mainzer Zeitung. Als Mitglied des Führungskreises der Revolutionäre von 1848 mußte er nach der Niederschlagung des Badisch-Pfälzischen Aufstands im Sommer 1849 ins Ausland fliehen. Während seines Exils in London und Paris, wo seine Familie Verwandte hatte, machte er eine Banklehre, bevor er sich in Rotterdam und Paris als Bankier betätigte. Während dieser Zeit erkannte er, daß nur eine liberale Wirtschaftsordnung für Deutschland langfristig auch politischen Fortschritt bringen würde. Erst nachdem durch eine Amnestie das gegen ihn in Abwesenheit gefällte Todesurteil aufgehoben war, konnte er 17 Jahre später in seine Heimat zurückkehren. 1868 zog Bamberger als Abgeordneter in das Zollparlament in Berlin ein, wo er für eine Währungsunion eintrat, und schloß sich den Nationalliberalen an. Zunächst favorisierte er die Politik Otto von Bismarcks, da diese eine politische Einheit für Deutschland anstrebte. 1869/70 war Bamberger zusammen mit Adelbert Delbrück an der Vorbereitung zur Gründung der Deutschen Bank beteiligt und war nach deren Gründung von 1870 bis 1872 Mitglied des Verwaltungsrates. 1871 wählte man Bamberger für die Nationalliberalen in den Deutschen Reichstag; er wurde finanzpolitischer Berater Bismarcks. In dieser Eigenschaft spielte Bamberger eine Schlüsselrolle bei der Schaffung einer einheitlichen deutschen Währung. Ein weiteres Verdienst lag in der Initiierung der Einrichtung einer Reichsbank als zentralem Instrument zur Steuerung des Geldflußes. Als Bismarck eine Schutzzollpolitik betrieb, kam zwischen Bamberger, als einem Verfechter des Freihandels und des Manchesterliberalismus im Parlament, und Bismarck zum Bruch. Bamberger blieb über die Entlassung Bismarcks aus dem Amt hinaus, bis 1893 Mitglied des Reichstags (MdR.

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Berlin, Jüdischer Friedhof, Schönhauser Allee

Bilder: Dr. Hans-Peter Laqueur

Hinweis: In dem Doppelgrab ist auch Bambergers Freund und Kampfgefährte, der in New York verstorbene Politiker und Jounalist Eduard Lasker beigesetzt. Die Grabstätte wurde 2002 von der Deutschen Bank AG restauriert.

Bild: Lienhard Schulz (02/2006)

Gottlieb Adelbert Delbrück

 

Deutscher Unternehmer und Bankier; studierte zunächst Theologie und Jura, arbeitete dann zunächst als Anwalt und Angestellter einer Versicherungsgesellschaft. 1854 gründete er mit anderen die Bank Delbrück Leo & Co. In den 1850er und 1860er Jahren in Leitungspositionen verschiedener Wirtschaftsverbänden und Bankensektor tätig, verfolgte er seine Idee von der Gründung einer großen deutschen Bank. In seinem Bestreben wurde er von dem nationalliberalen Politiker und Wirtschaftsexperten Ludwig Bamberger unterstützt. Durch die Zeichnung von Aktien im Werte von 175.000 Thalern durch das Bankhaus Magnus, dessen Inhaber Victor Magnus war, wurde dieser zum Mitbegründer der schließlich 1870 in Berlin gegründeten Deutschen Bank; Delbrück wurde 1871 zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates gewählt, Bamberger zum Mitglied des Verwaltungsrates. 1889 schied Delbrück aus gesundheitlichen Gründen aus dem Verwaltungsrat der Bank aus. Er starb nur wenige Monate später während eines Aufenthaltes in Kreuzlingen (Schweiz).

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Berlin, Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde

Bild: Susan Kane (04/2008)
Bilder: Klaus Hübner (03/2010)

Hans Thierfelder

 

 

Deutscher Fabrikant; Sohn eines Architekten; nach dem Tod des Vaters, der im Ersten Weltkrieg als Fliegeroffizier an den Folgen von Verletzungen, die er sich in einem Luftkampf zugezogen hatte, starb, wurde er von seinem Großvater und seinem Onkel erzogen. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zu einem Textilingenieur an der Höheren Fachschule für Wirkerei und Strickerei in Chemnitz und anschließend eine kaufmännische Ausbildung im Betrieb seines Großvaters in Auerbach, der Firma .Feinstrumpf Großwerke A. Robert Wieland, Auerbach – kurz ARWA –, die seinerzeit eine der größten deutschen Strumpffabriken war. 1936 wurde er Prokurist der Firma und im Folgejahr Betriebsführer. Von 1941, dem Jahr in dem er Mitglied der NSDAP wurde, bis 1944 wurde er zum Dienst in der Kriegsmarine herangezogen. Da das seit 1940 von seiner Mutter geleitete Unternehmen ab Herbst 1943 u.a. für das Rüstungsunternehmen AGO Flugzeugwerke GmbH Oschersleben produzierte, wurde das Unternehmen 1946 enteignet. Im selben Jahr verließ er die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) und floh zunächst nach Westberlin. Er begann dann mit dem Aufbau einer neuen Firma in Bagnang und dort bereits Pfingsten 1949 mit der Produktion von Strümpfen. Noch im selben Jahr verlagerte er das junge Unternehmen nach Unterrot bei Gaildorf, wo die Produktion im Herbst des Jahres 1949 begonnen werden konnte. Bereits 1952 beschäftigte das Unternehmen 1.450 Mitarbeiter und erreichte einen Marktanteil von 20 Prozent. Nach und nach entstanden Werksfilialen in Westberlin, in Wien und im südafrikanischen Pary. Anfang der 1960er Jahre geriet das Unternehmen aufgrund vom Massenimporten, Preiskämpfen und Überkapazitäten in wirtschaftliche Turbulenzen. Es kam zu Lohnkürzungen, Streiks und Entlassungen von Mitarbeitern. 1973 sah Thierfelder sich gezwungen seine Strumpffabriken an den US-Konzern Hudson verkaufen. Thierfelder zog sich nach St. Moritz und Westerland zurück.

Verheiratet war Hans Thierfelder seit 1946 mit Ursula née Thies.

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Bilder: Claus Harmsen (04/2013)

Berchtesgaden, Bergfriedhof

Bruno Bader

 

 

Deutscher Unternehmer; arbeitete nach einer kaufmännischen Ausbildung zunächst als Reisender für eine Pforzheimer Schmuckfirma. 1929 gründete er in Pforzheim ein Versandhausunternehmen, den Bader-Versand, der zunächst nur Schmuck, Armbanduhren, Tafelbesteck und Silberwaren anbot. Dabei führte er ein Teilzahlungsverfahren ein, das ohne Bonitätsprüfungen, d.h. nur auf Vertrauen in die Bonität der Kunden, basierte. Das Ergebnis war eine rasches wirtschaftliches Wachstum des Unternehmens: Zehn Jahre nach der Gründung umfaßte der Bader-Katalog 100 Seiten, und das Unternehmen beschäftigte ca. 500 Mitarbeiter. Wie viele andere Unternehmen auch, litt Bader unter den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges; und als kurz vor Kriegsende, am 23.2.1945, bei schweren Angriffen britischer Bomber auf Pforzheim auch die Büros und die Fertigungshallen zerstört wurden, lag das Unternehmen wirtschaftlich am Boden. Nach dem Ende des Krieges nahm Bruno Baden mit zwölf Mitarbeitern 1946 den Wiederaufbau des Unternehmens in Angriff, und sechzig Jahre nach Gründung des Unternehmens war der wirtschaftliche Vorkriegsstand wieder erreicht.

Tee- bzw. Kaffeelöffel aus dem Besteckangebot der frühen 1930er Jahre.

1952 wurde das Warenangebot um Bekleidung erweitert., die erstmals - zunächst vom bisherigen Katalog gesondert - im Sommerkatalog 1953 angeboten wurde. 1965 wurden die beiden Kataloge zu einem einzigen zusammengeführt. Um den wachsenden Anforderungen an das Versandgeschäft zu genügen, wurde 1965 der Versandstandort auf das Pforzheimer Gewerbegebiet “Brötzinger Tal” verlagert und dort 1972 nochmals erweitert (nach Bruno Baders Tod kam 1995 eine neues Verwaltungsgebäude hinzu). Heute (Stand 2013) beschäftigt Bader Pforzheim ca. 1.000 Mitarbeiter; das Angebot umfßt ca. 17.000 Artikel.

Bruno Bader wurde 1969 für seine sozialpolitischen Verdienste beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Kriege und für die fortschrittliche Sozialpolitik in seinem Unternehmen mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

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Bilder: Matthias Bauer (04/2013)

Pforzheim, Hauptfriedhof

Hans Riegel

 

 

Deutscher Unternehmer; gründete die Firma HARIBO (Akronym aus Hans Riegel Bonn). Nach einer Ausbildung als Bonbonkocher und diversen Tätigkeiten in Süßwarenfabriken wurde er bei der Firma Heinen in Bonn-Kessenich noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges deren Geschäftspartner: ab sofort lautete der Name der Firma Heinen & Riegel. 1920 machte er sich jedoch selbstständig und begann 1925 mit der Herstellung von Lakritz-Produkten. Ab Mitte der 1930 Jahre wirbt die Firma mit dem noch heute verwendeten Slogan: “HARIBO macht Kinder froh.” Heute agiert HARIBO weltweit.

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Unternehmer / Manager XXXV

Omnibus salutem!