Bilder: Jürgen Pferdekamp (10/2008)

Benno Orenstein

Deutscher Industrieller; gründete gemeinsam mit Arthur Koppel am 1.4.1876 mit einem Kapital von 24.000 Goldmark die “Orenstein & Koppel OHG”. Die Firma stellte in Berlin-Schlachtensee zunächst Ausstattungen für Feldbahnen, darunter Loren, Gleise und Weichen, her. 1885 trennten sie die Partner: Während Orenstein ab 1892 am Gründungsplatz unter der Firmenbezeichnung “Märkische Lokomotivfabrik” auch Lokomotiven für Feldbahnen baute, übernahm Koppel unter der Bezeichnung “Arthur Koppel AG” als Lokhändler die Auslandsgeschäfte der O&K und fertigte Feldbahndampflokomotiven und eröffnete u.a. auch in den Vereinigten Staaten Büros. Nach seinem Tode wurde die “Arthur Koppel AG” 1909 in das Unternehmen Märkische Lokomotivfabrik integriert und der Name in “Orenstein & Koppel - Arthur Koppel AG” (O&K AG) geändert. Bald schon wurde die Fertigung auch auf weitere Standorte ausgeweitet. Ab April 1899 wurden unter dem Namen “AG für Feld- & Kleinbahnen-Bedarf, vormals Orenstein & Koppel“ Lokomotiven gebaut. Von 1894 bis 1900 produzierte O&K auch in einem Werk in Berlin-Tempelhof und ab 1900 in einem weiteren Zweigwerk in Berlin-Spandau. Die Produktionspalette wurde nach der Jahrhundertwende auf Bagger mit Eimerketten, angetrieben durch Dampfmaschinen oder Spiritusmotoren, hergestellt. 1908 entwickelte O&K einen auf Schienen fahrenden Löffelbagger für Arbeiten in schweren Böden. 1922 wurde ein dampfbetriebener Löffelbagger auf eigenem Raupenketten-Fahrwerk hergestellt. Ab 1926 werden Dieselmotoren statt Dampfmaschinen bei den Baggern eingebaut. Ab den 1930er Jahren baute das Unternehmen auch schwere Dampflokomativen für den Güter- und Personenfernverkehr der Baureihen 44 und 50 der Deutschen Reichsbahn.

Feldbahnlok in England Bild: Roger Marks (05/2007)

 

 

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Berlin-Weißensee, Jüdischer Friedhof

Bilder: The Michiana Forum (07/2008)

Clement Studebaker

US-amerikanischer Industrieller deutscher Abstammung; erlernte im Alter von 14 Jahren das Handwerk eines Hufschmiedes im Geschäft seines Vaters Henry, arbeitete später als Lehrer. 1852 gründeten er und sein älterer Bruder Henry das “H & C Studebaker Blacksmith Shop” an der Ecke Michigan und Jefferson Street in South Bend. John Mohler Studebaker, einer der Brüder, der während des sog. Kalifornischen Goldrauschs (1848–54) Geld gemacht hatte, trat 1858 in die Firma ein, indem er die Anteile Henrys übernahm. Nach und nach traten auch die anderen Brüder in das Unternehmen ein. Das Unternehmen, das ab 1868 als “Studebaker Brothers Manufacturing Company” firmierte, stellte ursprünglich Wagons für den Bergbau her und den sog. “Pennsylvania-German conestoga wagon” (auch Prairie Schooner genannt), Planwagen, mit denen die Ausweanderer gen Westen zogen. Mit dem Bau von Automobilen begann das Unternehmen erst ein Jahr nach seinem Tode.

 

Studebaker-Brüder

 

 

 

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South Bend (Indiana), Riverview Cemetery

Philipp Helfmann

 

Deutscher Unternehmer; von Haus aus Maurer, war Helfmann in Bornheim (heute zu Frankfurt am Main) zunächst als Holzhändler tätig, dann als Bauunternehmer. 1873 schloß sich ihm sein jüngerer Bruder Balthasar (*1848, †1896), der bis dahin als selbständiger Schlosser in Frankfurt gearbeitet hatte, an, und das kleine Unternehmen firmierten fortan als “Gebrüder Helfmann”. Während Balthasar sich mehr um die Bauausführung und -überwachung kümmerte, nahm Philipp sich der Kundenaquisition und der Verhandlungen mit den Banken an. Nach dem Tod Balthasars wandelte Helfmann 1896 die Firma in die “Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten” um. Nach seinem Tod wurde sein seit 1897 in der Firma tätiger Schwiegersohn Hans Weidmann Vorstandsvorsitzender. 1921 übernahm der Großindustrielle Hugo Stinnes die Aktienmehrheit und integrierte das Bauunternehmen in seinen komplexen Konzern und verlegte den Firmensitz 1922 nach Essen. 1923 wurde der Firmenname in “Hochtief Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebrüder Helfmann” geändert.

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bilder: Dieter Georg (11/2008)
Bild: Mark Yearian (11/2008)

Franz Rudolph Wurlitzer

 

US-amerikanischer Unternehmer deutscher Herkunft; wanderte 1853 in die Vereinigten Staaten aus und eröffnete 1856 in Cincinnati ein Geschäft für Vertrieb und Reparatur von Musikinstrumenten unter den Namen “The Wurlitzer Company”. Während er zunächst Fremdmarken importierte und vertrieb, u.a. Pianos der Firma „Regina Music Box Co“, baute er später eigene Musikinstrumente. 1860 gelang es ihm, einen umfangreichen Auftrag seitens der Armee zu erhalten: Er lieferte Trommeln und Trompeten. Ca. 1880 kam das erste Klavier unter seinem Namen auf den Markt, 1896 ein Piano namens “Tonophone”, das erste münzbetriebene Klavier aus seiner Werkstatt. 1908 erwarb er eine Orgelfabrik und avancierte mit seiner "Mighty Wurlitzer" Kino- und Theaterorgel zu dem bedeutendsten Ausrüster für Stummfilmkinos. Nach seinem Tode übernahmen seine drei Söhne das Unternehmen, dessen Namen heute quasi als Synonym für die münzbetriebenen “Jukeboxes” steht, die bei Sammlern besonders begehrt sind.

Wurtlitzer Jukebox (Bild: Schnékert, 08/2007)

 

 

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Cincinnati, Spring Grove Cemetery

Bilder: Hajo Rackel (11/2008)

August Hugo Friedrich Scherl

Deutscher Verleger; trat als Lehrling in den väterlichen “Verlag der Illustrierten Zeitung” ein. Nachdem ihm die Rechte an dem Blatt übertragen hatte, änderte er den Namen des Verlages in “Verlag der Illustrierte Presse”. Am 1. Oktober 1883 gründete er einen Presse- und Buchverlag, der seit 1900 den Namen “August Scherl Verlag” trug. Anfang November 1883 gründete er als ersten deutschen Generalanzeiger den Berliner Lokal-Anzeiger Central Organ, der zunächst einmal wöchentlich jeweils am Sonntag und ab 1885 täglich erschien. 1894 kamen die Neuesten Berliner Handels- und Börsennachrichten hinzu. Seit 1899 erschien in seinem “Verlag das illustrierte Wochenblatt” Die Woche, die jedoch an der Konkurrenz durch Ullstein scheiterte. Der Tag, den er 1900 gründete und bei dessen Überschriften erstmals rote Letter verwendet wurden, hielt sich immerhin bis in das Jahr 1934 am Markt. 1904 erwarb er Die Gartenlaube, ein Vorläufer moderner Illustrierten, hinzu, für die eine lange Reihe damals bekannter Autoren Artikel lieferte, und Sport im Bild. 1905 kommt der Praktische Wegweiser (später als Allgemeinen Wegweiser) auf dem Markt. Zeitweise waren seine Zeitungen und Zeitschriften auflagenstärker als die seiner großen Konkurrenten wie Leopold Ullstein (u.a. mit der Berliner und Vossische Zeitung) oder Rudolf Mosse (u.a. mit dem Berliner Tageblatt) und stand daher nicht nur in Berlin, sondern im gesamten Deutschen Reich mit seinen Verlagsobjekten an der Spitze. Scherl betätigte sich aber auch auf anderen Gebieten, so auf dem Gebiet der Theaterorganisation, experimentierte mit Lotterie-Systemen und versuchte im Obertaunuskreis bei Bad Homburg “Ein neues Schnellbahn-System“, eine Einschienenbahn, zu realisieren - ein Projekt, das er wegen mangelnder technischer Reife, aber auch geringer Akzeptanz seitens der Ortsansässigen 1912 endgültig ad acta legen mußte. Diese diversen, kostspieligen Aktivitäten führten schließlich dazu, daß Scherl sein Unternehmen an den “Deutschen Verlagsverein“ veräußern mußte und im Februar 1914 die Geschäftsführung niederlegte. Zwei Jahre später wurde sein Zeitungsimperium vom Alfred Hugenberg-Konzern und später von Max Amann (*1891, †1957), einem frühen Gefolgsmann Hitlers und Eigentümer des Franz-Eher-Verlags, in dem später u.a. Mein Kampf und der Völkische Beobachter erschienen, übernommen.

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Berlin, Luisenstädtischer Friedhof, Bergmannstr.

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August Grün

 

Deutscher Ingenieur und Unternehmer; nach Latein- und Oberrealschule absolvierte er von 1865 bis 1868 sein Ingenieurstudium am Polytechnikum Stuttgart. Nach dem Studium war er ab 1869 zunächst bei dem damals führenden Brückenbaubetrieb Gebrüder Benckiser in Pforzheim tätig. Diese Tätigkeit wurde 1870 durch seine Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg unterbrochen. Danach wirkte er als Bauleiter zahlreichen Projekten. Aus einer Zusammenarbeit mit August Bernatz in Mannheim ging im März 1886 das gemeinsam gegründete Bauunternehmen Bernatz & Grün hervor. Als Bernatz 1892 aus dem Unternehmen ausschied, kam der Bauingenieur Paul Bilfinger (*1858, †1928) als neuer Teilhaber in die Firma. 1906 wurde das Bauunternehmen Grün & Bilfinger in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, Grün wurde deren Vorsitzender des Aufsichtsrats. Aus dem Unternehmen entstand 1975 der Baukonzern Bilfinger Berger.

Auszeichnungen u.a.: Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Darmstadt (1910).

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Mannheim, Hauptfriedhof

Gabriel-Julien Ouvrard

 

Französischer Großkaufmann, Bankier und Börsenspekulant; Sohn des Eigentümers einer Papierfabrik; 1788 ging er nach dem Besuch eines Collèges bei Kolonialwarenhändlern in Nantes in die Lehre und gründete dann einen eigenen Großhandel mit Kolonialwaren. Bei einer erfolgreichen Spekulation um Lieferkontrakte, die ihm für zwei Jahre die Papierproduktion in der der Region um Nantes brachte, erzielte der erst 19-Jährige einen Gewinn von 300.000 Livres. Gemeinsam mit einem Handelshaus in Bordeaux machte er Geschäfte in Zucker, Kaffee und Baumwolle und zog sich damit den Ruf ein, die Lebensmittel des Volkes rücksichtslos zu verteuern. Wegen dieser Aktivitäten während der Französischen Revolution mit dem Tode bedroht, setzte sich aus der Provinz nach Paris ab, wurde Soldat und gründete 1794 ein eigenes Bankhaus. Im Salon der Madame Tallien lernte er 1795 Paul de Barras, Mitglied des Directoire exécutif (Direktoriums), kennen. Ihm unterbreitete er Vorschläge zur Restitution kreditfähigen Papiergeldes. Barras erkannte Ouvrards Talent, und es kam zu einem Treffen, nach dem seine Bank- und Handelsgeschäfte bald diejenigen der Lieferanten dominierten. In dieser Zeit bereicherte er sich durch den Handel mit Kolonialwaren und durch Geschäfte mit dem Nachschub für das Militär. Mittels seinen drei Geschäftshäuser in Brest, Nantes und Orleans, einer Bank und einem Unternehmen in Antwerpen sowie weiteren Beteiligungen u.a. an drei in Paris ansässigen Unternehmen, nahm er wesentlichen Einfluß auf die Preisgestaltung für Weizen Stahl und Holz. Ab September 1798 Generalproviantmeister, gelang es ihm, den Auftrag für die Verproviantierung der französischen Marine für drei Jahre an sich zu ziehen; wenige Monate später erhielt er einen ähnlichen Auftrag für die Versorgung eines spanischen Flottenverbands in Brest sowie und die Lieferungen für die 1799 in Italien stationierte französische Armee. Im Januar 1800 ließ der Erste Konsul Napoléon Bonaparte, stets gegenüber Unternehmern mißtrauisch eingestellt, ihn verhaften, wobei die Überprüfung der Rechnungen und Verträge von dem Juristen Cambacérès, Mitglied des Wohlfahrtsausschusses, allerdings keine Unregelmäßigkeit ergaben, so daß Ouvrard weiterhin seine Geschäfte betreiben konnte. Allerdings gerieten er und sein Partner Vanlerberghe in finanzielle Turbulenzen, als seine Rechnung nicht aufging, als sich die Invasion Englands nicht realiserte. Als Folge mußte er viele seiner Immobilien veräußern, u.a. auch das von ihm 1797 erworbene Anwesen Château du Raincy, daß er nach einem Konkurs im Jahre 1806 verkaufen mußte. Zwar konnte er nach einer Einigung mit seinen Gläubigern seine Geschäftstätigkeit wieder aufnehmen, erlitt aber einen Imageschaden, der schließlich in eine Katastrophe mündete. 1809 wurde er in Sainte-Pélagie wegen unbezahlter Schulden für drei Monate inhaftiert, kam aber nach Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß. Für drei Jahre kam er jedoch wieder ins Gefängnis, nachdem er Louis Bonaparte und Joseph Fouché überredet hatte, geheime Friedensverhandlungen mit England zu beginnen, deren Ziel es war, .den freien Handel wieder herzustellen. Eine bedeutenden Rolle spielte Ouvrard erneut in der Zeit nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806. Frankreich wurde 1815 auf dem Wiener Kongreß gezwungen, enorme Reparationen zu zahlen, die die Staatskasse leerten, so daß alle Zahlungen seitens des Staates ausgesetzt werden mußten. Nachdem ein Versuch des Herzogs von Richelieu, Premierminister unter Ludwig XVIII., mit einer Zwangsanleihe von 100 Millionen Franken Barmittel bei wohlhabenden Bürgern abzuschöpfen, zu einem weitgehenden Vertrauensverlust geführt hatte, riet Ouvrard Richelieu eine bedeutende französische Rentenanleihe durch Großbanken wie die englische Baring emittieren zu lassen. Während dieser Schachzug gelang und sich die Staatskassen wieder füllten, beschuldigte man Ouvrard der versuchten Übervorteilung und strich ihm die zugesagten Provisionen. Im Jahr 1823 wurde Ouvrard ohne Wissen des Kriegsministers Herzog von Bellune durch Generalissimus Herzog von Angoulême anläßlich der Invasion Spaniens als Generalproviantmeister bestätigt; da der vorgesehene Etat jedoch nur die Hälfte der Kosten des Feldzuges abdeckte, wurde Ouvrard mit Bestechungsvorwürfen konfrontiert, die ihn für zwei Jahre in Untersuchungshaft brachten; erst Ende 1829 wurde er aus der Haft entlassen. Von diesem Schlag konnte er sich nicht mehr erholen.

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Bilder: Herbert Herterich (03/2013)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Ernest Flammarion

 

 

Französischer Verleger; zweites von vier Kindern; begann seine buchhändlerische Laufbahn 1867 als Mitarbeiter in der Buchhandlung Didier. Seinen Erfolg als Verleger verdankte er dem Buch seines älteren Bruders, des Astronomen Camille, das er 1878 unter dem Titel L'Astronomie populaire veröffentlichte und das sich zu einem regelrechten Verkaufsschlager entwickelte. Der Erfolg des Buches setzte ihn in den stand, sich immer mehr der Literatur zuzuwenden. So veröffentlichte er die Werke eine Vielzahl von zeitgenössischen Schriftstellern, darunter diejenigen von Honoré de Balzac, Gustave Flaubert, Émile Zola, Guy du Maupassant, Jules Renard oder seinerzeit populärer Schriftsteller wie Hector Malot. Bald wies der Verlagskatalog auch populärwissenschaftliche Publikationen und solche aus dem Bereich der Geisteswissenschaften aus. Nach seinem Tode übernahm zunächst sein Sohn Albert (*1877, †1937) den Verlag, dem bereits ein Jahr später Flammarions Enkel Henri (*1910, †1985) folgte. Der letzte Nachkomme der Familie, Charles-Henri Flammarion, leitete das Unternehmen ab 1985, bevor es im Jahre 2000 unter die Kontrolle der italienischen Gruppe RCS kam.

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Paris, Cimetière du Montparnasse

Bilder: Herbert Herterich (06/2013)

Johann Lange

 

Deutscher Schiffsbauer und Reeder; Sohn eines Schiffbauers; nach seiner Ausbildung in der 1771 gegründeten Werft des Schiffsbauers Johann Jantzen, übernahm er nach dem Tode seines Prinzipals im Auftrag von dessen Witwe die Werks- und Geschäftsleitung der Jantzen-Werft. 1805 gründete er in Vegesack nahe der Mündung der Lesum in die Weser die nach ihm benannte Schiffswerft, die als Vorläufer der 1893 gegründeten Werft Bremer Vulkan gilt, und erwarb später auch auf dem linken Ufer der Aue, das zum Hannoverschen gehörte, einen weiteren Werftplatz. Zwischen 1837 und 1840 baute er auch das erste Trockendock im Bereich der Unterweser, und 1844 lief hier der erste Schiffsneubau vom Stapel. Das Unternehmen entwickelte sich rasant; bereits 11 Jahre nach der Gründung hatte es unter seiner Leitung ca. fünfzig seetüchtige Schiffe vom Stapel lassen können, darunter zahlreiche Büsen, d.h. besonders für den Heeringsfang geeignete Segelschiffe, die die Bremer Heringsfischereigesellschaft in Auftrag gegeben hatte. Nach einer Studienreise in das im Schiffbau führende Großbritannien, wo er den dortigen Schiffsbau studierte, legte er die “Weser” auf Kiel, eines der ersten in Deutschland konstruierten Dampfschiffe. Bis zum Ende seines Lebens hatte er mehr als zweihundert größere Segelschiffe – hauptsächlich für Bremer Auftraggeber – gebaut. Seine Reederei profitierte zudem vom Auswanderungsboom zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Lange war allerdings auch noch anderweitig tätig; wobei ihn seine Söhne unterstützten; so betrieb er eine Brennerei und Brauerei, und da er eine Konzession für eine Trankocherei erworben hatte, beteiligte er sich auch am Walfang, unterhielt eine Seifenfabrik und eine Dampfmühle. Seine Söhne waren es auch, die das Werftunternehmen nach dem Tode des Vaters weiterführten. Es geriet allerdings in eine Krise, weil es nicht rechtzeitig vom Holz- auf den Eisenschiffbau umgestellt worden war. Die Anlagen in Bremerhaven wurden von der Seebeckwerft und die Werften in Vegesack und Grohn vom Bremer Vulkan übernommen.

Verheiratet war Johann Lange seit 1803 mit Anna née Raschen, der Tochter einer Schiffbaufamilie aus dem benachbarten Ort St. Magnus.

Die Johann Lange-Werft in Vegesack - mit der Brigg Emmy auf der Helling liegend (1837).

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Bilder: Heiko Bockstiegel (2014)

Bremen-Vegesack, Friedhof

Linke Seite des Grabmals

Unternehmer / Manager XLVIII

Omnibus salutem!