Bilder: Hajo Rackel (04/2009)

Walter de Gruyter

 

Deutscher Verlagsbuchhändler; studierte von 1883 bis 1887 Germanistik in Berlin, Bonn und Leipzig. 1897 kaufte er den Georg Reimer Verlag, in dem er 1894 als Volontär eingetreten war. Nach und nach erwarb er Beteiligungen an Wissenschaftsverlagen, u.a. 1911 an der G. J. Göschen'sche Verlagsbuchhandlung, die schließlich 1919 in seinen Verlag aufging, und am Verlag Karl J. Trübner. Im Jahre 1923 erhielt die Verlagsgruppe den Namen Verlag Walter de Gruyter & Co.

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Berlin, Parkfriedhof (Thunerstr.)

Fritz Mandl

 

Österreichische Industrieller; der Sohn Alexander Mandls (*1861, †1943), eines österreichischen Industriellen jüdischen Glaubens und einer katholischen Mutter wurde katholisch erzogen, absolvierte das Piaristen-Konvent in Krems. Noch 1918 rückte er als Einjährig-Freiwilliger ein, studierte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Chemie und trat 1920 in die Patronenfabrik seines Vaters ein, die er ab 1924 leitete. Später übernahm er auch die Lichtenwörther Patronenfabrik und des Grünbacher Steinkohlenbergbaus und ging Partnerschaften mit den deutschen Unternehmen Rheinmetall und Krupp ein. 1933 war er in die Hirtenberger Waffenaffäre (ein groß angelegter Waffenschmuggel von Italien über Österreich nach Ungarn) verwickelt. Nach dem “Anschluß” Österreichs an das Deutsche Reich 1938 mußte er seine Betriebe an die Wilhelm-Gustloff-Stiftung abtreten, verließ das Land und ging nach Argentinien. 1945 kehrte er nach Europa zurück.

Verheiratet war Mandl seit 10.8.1933 mit Hedwig Eva Maria Kiesler, die später als Schauspielerin in Hollywood unter dem Namen Hedy Lamarr berühmt wurde. 1937 verließ sie ihrem Mann, weil er sie wie sein persönliches Eigentum behandelt hatte. Als er nach dem Ende des 1920Krieges erklärte, er wolle Hedy Lamarr wieder heiraten, lehnte sie ab. Anfang der 1920er Jahre hatte die Stummfilmschauspielerin Eva May née Eva Maria Mandl (*1902, †1924) ihren Vetter heiraten wollen. Sie nahm sich, nachdem er abgelehnt hatte, das Leben.

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Hirtenberg (Niederösterreich)

Johann Vaillant

Deutscher Fabrikant; zehntes Kind eines Schneidermeisters; 1874 gründete er in Remscheid als Kupferschläger und Pumpenmacher sein eigenes Unternehmen. 1894 meldete er einen in einem geschlossenen mit Gas betriebenen Badeofen zum Patent an. Die Firma widmete sich seitdem der Heiztechnik. Die Vorlage zum heutigen Firmenlogo, dargestellt ein Hase in einem stilisierten Ei, erfand der Firmengründer 1899, als er zu Ostern des Jahres in dem monatlich publizierten Magazin Alte und neue Welt einen Hasen entdeckte, der in einem Osterei friedlich schlief.

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Remscheid, OT Papenberg, Friedhof

Bilder: Gassen

Carl Friedrich Ernst Frommann

Deutscher Verlagsbuchhändler; eröffnete im Jahre 1800 am Fürstengraben in Jena eine Verlagsbuchhandlung; das gastliche Haus wurde bald zum geselligen Mittelpunkt des Jenaer Geistesleben: häufige Besucher waren Friedrich von Schiller und Jean Paul, die Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, die Brüder Schlegel mit ihren Frauen, Universitätsprofessoren wie Christoph Wilhelm von Hufeland, Loder und Gries, Ludwig Tieck, der Komponist Carl Friedrich Zelter u.a., gern gesehener Gast war Goethe, der den geselligen Kreis schätzte, nicht zuletzt wegen Minna Herzlieb, der Pflegetochter der Frommanns; für die achtzehnjährige Schöne war sein Herz entflammt, für sie blieb der fast 60-Jährige jedoch nur "der liebe, alte Herr."

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Bilder: Wolfgang Prokosch (2005)

Jena, Alter Friedhof

Bild: Magnus Manske (08/2008)

Isaac Merritt Singer

US-amerikanischer Unternehmer und Erfinder; Sohn eines 1803 aus der Pfalz in die Vereinigten Staaten eingewanderten Mühlenbauers. Eine begonnene Lehre in einer Mechanikerwerkstatt brach er ab, um sich einer Gruppe von Schauspielern anzuschließen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich in dieser Zeit abwechselnd als Mechaniker und Schauspieler. Catherine Maria Haley, die er 1830 geheiratet hatte und mit der er zwei Kinder hatte, ließ er in New York, wohin er mit ihr gezogen war, 1836 zurück. Dafür lebte er in den nächsten 24 Jahren mit Mary Ann Sponsler zusammen, die er in Baltimore kennengelernt hatte; mit ihr hatte er 10 Kinder. 1839 ließ sich Singer einen Steinbohrer und 1849 eine Schneidemaschine patentieren, und 1851 brachte er eine Nähmaschine auf den Markt, die er auf der Basis der ersten von Elias Howe 1846 erfundenen Maschine weiterentwickelt hatte. Es war die erste Maschine mit mit Einzelfadentechnik, die auch über eine Kettenstichfunktion verfügte. Er ließ sich die Erfindung patentieren und gründete im selben Jahr in Boston die Singer Manufactoring Company. Die Maschine entwickelte sich zu einem großen wirtschaftlichen Erfolg, so daß das Unternehmen bald weltweit operierte.

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Torquay (GB), Friedhof

Bilkder: Steffen Giesler (07/2009)

Jürgen Ponto

 

Deutscher Bankier; Neffe des Schauspielers Erich Ponto; entstammte einer Hamburger Kaufmannsfamilie; studierte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem er noch kurz vor ende des Krieges eingezogen und schwer verwundet wurde, Rechtswissenschaften und arbeitete kurze Zeit als Anwalt, bevor er 1950 als Jurist für die Dresdner Bank - unterbrochen durch ein Auslandsstudium an der Universität Seattle (USA) - wurde und schließlich Chefsyndikus des Bankhauses wurde. 1969 wurde er als Nachfolger von Erich Vierhub Vorstandssprecher der Bank und trat damit aus der Anonymität hervor. Am 30.7.1977 erhielt Familie Ponto in ihrem in Oberursel bei Frankfurt am Main gelegenen Haus Besuch von Susanne Albrecht, begleitet von Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar. Die drei - Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF) - wurden eingelassen, da Susanne Albrecht die Tochter der mit den Pontos befreundeten Familie war. Brigitte Mohnhaupt schoß mehrmals auf Ponto, der zusammenbrach; anschließend flüchteten sie mit dem vor dem Haus wartenden, von Peter-Jürgen Boock gesteuerten Fluchtfahrzeug. Jürgen Ponto erlag später in der Universitätsklinik Frankfurt seinen Verletzungen. Susanne Albrecht wurde 1990 festgenommen, legte im Rahmen der sog. Kronzeugenregelung ein umfassendes Geständnis ab und wurde 1991 zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, wurde aber bereits 1996 auf Bewährung aus der Haft entlassen.

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Sensbachtal (Odenwaldkreis), Friedhof Sensbacher Höhe

August Belmont ne Aron Schönberg

Bild: Library of Congress 

 

Deutsch-US-amerikanischer Bankier und Politiker; einer einst einflußreichen jüdischen Familie mit sephardischen Wurzeln entstammend. Nachdem seine Mutter gestorben war, kam der 7-jährige Knabe nach Frankfurt am Main, wo er bei seinem Onkel und seiner Großmutter unterkam. Nachdem er das 1804 gegründete Philanthropin, eine Schule der jüdischen Gemeinde in der Mainstadt, 1828 abgebrochen hatte, fand der 14-Jährige dank familiärer Beziehungen eine Anstellung als Lehrling und Gehilfe beim Bankhaus Rothschild in Frankfurt und machte dort schnell Karriere; 1832 erlangte er Handlungsvollmacht für die Bank und tätigte Geschäfte in Neapel, Paris und Rom, wo er im übrigen den Kirchenstaat bei seinen Finanzgeschäften beriet. 1837 sollte er nach Havanna reisen, um in der Hauptstadt der damaligen spanischen Kolonie Kuba, Rothschilds dortige Interessen zu vertreten. Auf dem Weg dorthin reiste er über New York City, um dort einen Zwischenstopp einzulegen. Als er dort eintraf, erlebte er die ersten Auswirkungen der fiskalischen und ökonomischen Krise und die Panik des Jahres 1837 während der zwei Amtszeit des demokratischen Präsident Andrew Jackson, Anstatt weiter nach Havanna zu fahren, beschloß er, in New York City zu bleiben, um dort die gefährdeten finanziellen Interessen Rothschilds in Amerika zu überwachen, deren New Yorker Agent Konkurs angemeldet hatte. Nachdem er den Beschluß gefaßt hatte, sich dauerhaft in den Vereinigten Staaten niederzulassen, änderte er den Familiennamen "Schönberg", in "Belmont", um Antisemitismus aus dem Weg zu gehen und sich so schneller und besser in die amerikanischen Gesellschaft integrieren .zu können. Schon bald gründete er sein eigenes Unternehmen, die August Belmont & Company, und übernahm zu günstigen Konditionen zahlreiche in Konkurs gegangene Unternehmen und behauptete zudem, er sei rechtmäßger Geschäftsführer der dortige Rothschild-Niederlassung, was die Rothschilds zwar erboste, sie aber hinnahmen, nachdem er damit begonnen hatte, Wechsel im Namen Rothschilds zu diskontieren. Innerhalb nur weniger Jahre stieg Belmont zu einem der reichsten Männer und führenden Bankiers in den Vereinigten Staaten auf. Als Rivale des Bankhauses Barings entwickelte er sich zu einem der größten Kreditgeber der US-Regierung. Belmont, der einigem Antisemitismus und Mißtrauen begegnete, als er in der Finanzwelt New Yorks mitzuwirken begann, trat 1841 der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika bei, der vorherrschende Kirche des New Yorker Patriziats. Belmont erwarb 1844 erwarb er dann auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 1844-1849 war Delmont als österreichischer Generalkonsul in New York City tätig. Auf Anraten des demokratischen Abgeordneten John Slidell, Onkel von Caroline Slidell und Tochter Matthew Perrys, die Belmont 1849 geheiratet hatte, brachte ihn dazu, sich für die Demokratische Partei einzusetzen und die Nominierung von James Buchanan als Präsidentschaftskandidat finanziell zu unterstützen. Nachdem Franklin Pierce als Kandidat nominiert worden war, wechselte Belmont daraufhin das Lager. und wurde nach dessen Wahl im Jahre 1852 zum Chargé d'affaires der USA in Den Haag ernannt.

Während der Zeit der Sezessionskriege stand er auf der Seite des Nordstaaten, wurde jedoch auf Grund seines jüdischen Hintergrunds verdächtigt, mit dem Süden zu sympathisieren. Delmont wurde immer wieder Ziel von angriffen; u.a. warf man ihm die Veruntreuung öffentlicher Gelder vor, so daß seine politische Karriere ohne fortune endete. .Andererseits gelang es ihm 1873 die finanzielle Krise in den Vereinigten Staaten gut zu überstehen, und er beteiligte sich in der Folge an der Emission von Regierungs-Schuldverschreibungen der USA.

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Bilder: Robert Lee (08/2014)

Newport (Rhode Island), Island Cemetery

William Reid

 

 

Schottischcher Hotelier; eines von zwöf Kindern eine Farmers; wurde als Kind auf Anraten eines Arztes nach Madeira verschickt, um seine schwache gesundheitliche Konstitution in dem dortigen milden Klima zu stärken. Der Vater hatte dem 14-Jährigen fünf Pfund mit auf den Weg gegeben - für die damaligen Verhältnisse eine ansehnliche Summe Geldes. 1836 traf Reid, der die Reise dorthin als ”cabin boy” (Schiffsjunge) machte, dort ein. Im Alter von 25 Jahre hatte er sich bereits einen Ex- und Import-Weinhandel aufgebaut. Bald vermietete er gemeinsam mit seiner Frau Margaret, née Dewey, die als Gesellschaftsdame mit einer englischen Adeligen auf die Insel gekommen war, Quintas, typische portugiesische Weingüter, an wohlhabende Touristen - inklusive einer “Rundum-Betreung”.

Als die österreichische Kaiserin Elisabeth (“Sisi”) im Jahr 1860 für fünf Monate nach Madeira gekommen war, “um ihren Husten auszukurieren”, entwickelte sich in der Folge dort ein reger Tourismus. Zu dieser Zeit eröffneten William und Margaret ihr erstes Hotel, die Quinta das Fontes, die sie mit Zustimmung von Albert, dem zweiten Sohn der Königin Victoria, in Royal Edinburg Hotel. umbenannten. Sie nutzten die Gunst der Stunde und gründeten bald weitere Hotels, darunter in Funchal das Santa Clara Hotel und das Miles Carmo Hotel. Außerdem eröffneten sie eine Unterkunft im Bergdorf Monte, mit Blick auf Funchal, sowie eine in St. Anna (in der heutigen Santana) an der Nordküste.

Reid und seine Frau bewohnten eine der prestigeträchtigsten Quintas Madeiras, die Quinta do Bom Sucesso. die 1881 erbaut worden war; seit 1960 ist sie Teil der Botanischen Gärten von Madeira.

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Funchal (Madeira), British Cemetery

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Bilder: Parsifal von Pallandt (02/2017)

Carl Leverkus

 

Deutscher Chemiker; Unternehmer; Sohn eines Apothekers und der Tochter eines Remscheider Fabrikanten und Großhändlers für Stahlwaren; besuchte nach einer Apothekerlehre im Wintersemester 1822/1823 die Philipps-Universität Marburg, an der er Vorlesungen in den Fachern Chemie, Pharmazie und Medizin, Botanik, Mineralogie und Mathematik belegt hatte. Anschließend setzte er seine Ausbildung als Gehilfe in der Apotheke seines Vaters sowie in Trier fort, bevor er 1826 nach Paris ging, dem seinerzeitigen “Mekka” der wissenschaftlichen Chemie. Dort erlebte Leverkus den sog. Prioritätenstreit, der über die Synthese von Ultramarin, besonders lichtechte blaue Farbpigmente, entbrannt war; ein französischer Ausschuß hatte im Jahre 1824 einen hohen Preis für denjenigen ausgelobt, der in der Lage wäre, ein Verfahren zur künstlichen Herstellung von Ultramarinblau zu entwickeln. Praktisch gleichzeitig mit dem in Toulouse arbeitenden französischen Chemiker Jean-Baptiste Guimet, dem der Preis zugesprochen wurde, gelang Christian Gottlob Gmelin ein Verfahren zur Herstellung künstlichen Ultramarins. Zurück in Deutschland immatrikulierten sich Carl Leverkus 1829 an der Berliner Universität, wo er am 10.10.1829 das Apotheker-Examen erster Klasse ablegte. 1834 errichtete er in Wermelskirchen seine erste Fabrik, die Chemische Fabrik Dr. Carl Leverkus, in der er allerlei chemische Produkte herstellte. Zur Fabrik gehörte auch ein eigenes Laboratorium, in dem er unterdessen ein verbessertes Verfahren zur Synthese von Ultramarin entwickelte. . 1838 gelang es ihm, für den Bereich des Königreichs Preußen ein auf zehn Jahre befristetes Patent zu erhalten. Auf der ersten Weltausstellung im Jahre 1851 in London wurde das Ultramarin als das hervorragendste Erzeugnis der deutschen Industrie gerühmt, 1855 wurde Carl Leverkus mit der silbernen Medaille der Pariser Weltausstellung ausgezeichnet. Gezwungen, ein neues Fabrikgebäude zu errichten, erwarb Leverkus ein entsprechendes Gelände in am Rhein gelegenen Wiesdorf (heute zu Leverkusen), wo die neue Fabrik ihren Betrieb im Frühjahr 1862 als “Rheinische Ultramarin – Fabrik von Dr. C. Leverkus, Leverkusen bei Coeln a/Rhein" aufnahm. Der der Fabrik angegliederten Siedlung hatte er nach dem bei Lennep liegenden gleichnamigen Familiensitz Leverkusen, den Namen “Leverkusen" gegeben.

Carl Leverkus und seine Frau Juliane Auguste, née Kipper, die er 1838 geheiratet hatte, engagierten sich sozial; indem sie sich auch um die Belange der Belegschaft kümmerten, einen eigenen Werkschor und eine eigene freiwillige Werkfeuerwehr gründeten, Wohnungen bauen ließen sowie einen Konsumverein für die Arbeiter gründeten.

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Bilder: Dirk Budde (03/2017)

Wermelskirchen, Stadtfriedhof

Bilder: Dirk Budde (03/2017)

Original-Grabstein

António Augusto de Carvalho Monteiro, Barão de Regaleir

Bild: Carlos Botelho (Wikipedia_pt) 

 

Portugiesischer Untermehmer und Kunstsammler;

 

 

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Bilder: Parsifal von Pallandt (02/2017)

Lissabon, Cemitério dos Prazeres

Unternehmer / Manager LX

Omnibus salutem!