Wilhelm Ludwig Hertz

 

 

Deutscher Buchhändler und Verleger; Sohn von Adelbert von Chamisso und Marianne Hertz; besuchte in Berlin das Friedrich-Werdersche Gymnasium und wollte eigentlich Maler werden. Stattdessen ging er 1840 zunächst bei Stange in Berlin und daraufhin bei Friedrich Johannes Frommann in Jena als Buchhändler in die Lehre. 1844 arbeitete er bei Perthes, Besser & Mauke in Hamburg als Gehilfe. 1847 heiratete Wilhelm Hertz in Hamburg seine Cousine Fanny (*1826, †1913) und kaufte im selben Jahr die Bessersche Buchhandlung in Berlin. In den folgenden Jahrzehnten verlegte Wilhelm Hertz – neben wissenschaftlichen Werken – Theodor Fontane, Emanuel Geibel, Gottfried Keller, Julian Schmidt, Herman Grimm und seinen Freund Paul Heyse. Bei Wilhelm Hertz erschienen mehr als tausend Titel. 1879 stand Wilhelm Hertz dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler Leipzig vor.

1875 wurde sein1848 geborener Sohn Hans Adolf Teilhaber der Besserschen Buchhandlung, die Wilhelm Hertz nach dem Tode seines Sohnes an Cottas Nachfolger in Stuttgart verkaufte. Durch die Hochzeit seiner Tochter Emma im Jahr 1879 war er der Schwiegervater des Berliner Verlegers Fritz Springer (*1850, †1944) . Sohn von Ferdinand Springer sen. Der klassische Philologe Martin Hertz (*1818, †1895 ) war Wilhelm Hertz’ Bruder.

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Bilder: Günter Bihn (05/2021)

Berlin-Schöneberg, Alten St.-Matthäus-Kirchhof

Ludwig Louis Anton Adlon

 

 

Deutscher Hotelier; zweites von drei Kindern des Hoteliers Lorenz Adlon und dessen Frau Susanne, née Wannsiedel; war in erster Ehe mit Tilly verheiratet, mit der fünf Kinder hatte.1 Nachdem die Ehe nach fast 15 Jahren geschieden wurde, heiratete er am 23.11.1922 die Deutsch-Amerikanerin Hedwig Burger, née Seithen gen. Hedda

Nachdem Louis Adlon das Luxushotel 1921 nach dem Tode seines Vaters übernommen hatte, führte er das Haus ab Beginn der “Goldenen Zwanziger” zu einem Anlaufpunkt von Prominenten nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus aller Welt; zu dessen Gästen gehörten, darunter Staatsoberhäupter, Industrielle, Intellektuelle, Filmstars u.a. Franklin D. Roosevelt, John D. Rockefeller, Herbert Hoover, Thomas Mann, Louise Brooks, Malene Dietrich, Josephine Baker, Greta Garbo und Charlie Chaplin, der 1931 anläßlich des Kinostarts vonLichter der Großstadt. nach Berlin gekommen war.

So wurde das Adlon zu einem Mythos. Allerdings änderte sich das nach der “Machtergreifung” durch die Nationalsozialisten; es stellten sich immer weniger internationale Prominente ein. Im Dezember 1939 beantragte Louis Adlon die Aufnahme in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) und wurde am 1.2.1940 unter der Mitgliedsnummer 7.463.047 aufgenommen: Hedda wurde ebenfalls Mitglied.

Das Hotel überstand die schweren Luftangriffe und späteren Straßenkämpfe in der “Schlacht um Berlin” im April 1945. Erst kurz danach brannte das Adlon, während es von Rotarmisten geplündert wurde, vom Weinkeller her fast vollständig aus. Das ehemalige Luxushotel stand als Ruine noch bis 1952, bevor es bis auf einen Seitenflügel abgerissen wurde.

Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches wurde Adlon von Angehörigen der Roten Armee festgenommen und verschleppt, wobei er unter ungeklärten Umständen zu Tode kam. Seine Frau Hedda, die die Leiche aufgefunden hatte, sorgte zunächst für eine provisorische Beerdigung; später wurde Louis Adlon auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig in Berlin beigesetzt.

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1  Tilly Adlon sie zog mit ihrer Tochter Elisabeth ins Süddeutsche, während die anderen Kinder Susanne (Mutter von Percy Adlon), Lorenz und die Zwillinge Carl und Louis junior aufs Internat geschickt wurden. Die letzten drei wanderten später nach Amerika aus.

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Bilder: Parsifal von Pallandt (06/2022)

Berlin, Alter Domfriedhof St. Hedwig

Ferdinand Karl Piëch

 

 

Österreichischer Ingenieur und Industriemanager; Sohn des Wiener Anwalts Anton Piëch und dessen Frau Louise, Tochter von Ferdinand Porsche; besuchte von 1952 bis 1958 das Schweizer Internat Lyceum Alpinum Zuoz im Engadin. Nach dem Studium des Maschinenbaus an der ETH Zürich – mit einer Diplomarbeit zur Entwicklung eines Formel-1-Motors – war er ab 1963 bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche KG in Zuffenhausen tätig, und wurde 1971 technischer Geschäftsführer. Während dieser Zeit leitete er unter anderem ab 1966 für VW die Entwicklung eines Kompaktwagens (Volkswagen EA 266) mit dem Motor unter der Rücksitzbank, der Nachfolger des Käfers werden sollte (das Projekt wurde 1971 beendet). Seit 1972 war er bei der heutigen Audi AG (u.a. von 1988 bis 1993 Vorstandsvorsitzender), von 1993 bis 2002 Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG, danach bis 2015 deren Aufsichtsratsvorsitzender.

Mitinhaber der Porsche Holding OHG, Salzburg, und der Porsche AG.

Inschrift: “Ich wollte immer nur Autos bauen”.

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Bilder: Claus Harmsen (stones & art, 07/2022)

Piesendorf (Bez. Zell am See, Salzburger Land), Friedhof

Daniel Keel

 

 

Schweizer Verleger; brach das Gymnasium vorzeitig ab und machte zwischen 1947 1949 und eine Ausbildung zum Buchhändler. Im Jahr 1952 gründete er den Diogenes Verlag - zunächst als Ein-Mann-Unternehmen -, den er bis zu seinem Tod leitete. Im Jahr 1954 stieß sein Jugendfreund Rudolf C. Bettschart, der wie Keel im selben Jahr und am selben Tag geboren ist, zum Unternehmen. Der Diogenes Verlag verlegte zunächst Cartoons; als erster von ihm verlegter Titel erschien ein Band des englischen Karikaturisten Ronald Searle mit dem Titel Weil noch das Lämpchen glüht 99 boshafte Zeichnungen gerechtfertigt durch Friedrich Dürrenmatt. 1961 gründete er die Galerie Daniel Keel. Im Laufe der Jahre entwickelte sich zu einem renommierten Verlag, in dem Werke zahlreicher wichtiger zeitgenössischer Autoren erschienen, so u.a. John Irving, Ingrid Noll, Urs Widmer. Patrick Süskind, Friedrich Dürrenmatt, Bernhard Schlink, Martin Suter, Doris Dörrie, Paulo Coelho, Loriot und zahlreiche englischsprachige Krimiautoren wie Donna Leon, Dashiell Hammett und Patricia Highsmith. Das Verlagsprogramm umfaßt ca. 6.000 erschienene Titel, von denen 2.000 lieferbar sind, von mehr als 800 Schriftstellern und Künstlern in mehr als 65 Jahren Verlagsgeschichte.

Verheiratet war Keel seit 1962 mit der Malerin Anna Keel, née Diekmann. Der jüngste, 1968 geborene Sohn Philipp übernahm 2012 die Verlegertätigkeit bei Diogenes, während dessen älterer Bruder, Jakob, dem Verwaltungsrat vorsitzt. Daniel Keels Bruder Othmar Keel ist Theologe, Bibel- und Religionswissenschaftler sowie Ägyptologe.

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Bilder: Manuel Schmidt (07/2022)

Zürich, Friedhof Fluntern

Unternehmer / Manager LXXII

Omnibus salutem!