Kurt Fried

 

 

Deutscher Publizist und Verleger; kam mit seinen Eltern 1912 nach Ulm, wo der Vater ein Schuhgeschäft betrieb, dort bis 1923 die Schule besuchte, anschliessend eine kaufmännische Lehre absolvierte und dann 1926 bei der Ulmer Abendpost, der Zeitung der linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) , volontierte. Als die Zeitung 1930 eingestellt wurde, ging Fried nach München, wo er sich als Gasthörer an der Universität München einschrieb und zwischen 1930 und 1933 Seminare in Germanistik, Archäologie und Theaterwissenschaften belegte. Nebenbei wirkte er als Lektor und Herausgeber in einem Verlag, dozierte an der Ulmer Volkshochschule und schrieb Theater- und Kunstkritiken. Als er 1933 eine Aufnahme in Reichsschrifttumskammer beantragte, wurde diese abgelehnt, da sein Vater jüdischer Abstammung war und Fried daher nach Ansicht der Nationalsozialisten als Halbjude galt.

Nachdem am 30.11.1938 die Verordnung zur Ausschaltung von Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben in Kraft getreten war, übergab sein Vater das Schuhhaus mit Hilfe des Wirtschaftstreuhänders Robert Scholl, Vater der Geschwister Scholl, an Kurt Fried, der bis zur Schließung des Geschäftes 1943 wegen Inanspruchnahme der Räume für kriegswichtige Zwecke arbeitete im Schuhgeschäft als Geschäftsführer mitarbeitete.

Als er 1937 zwei Bücher unter dem Namen seiner Frau Elsie Gotsmann bei Gustav Kiepenheuer veröffentlichen wollte, wurde ihm von der Gestapo offizielles Publikationsverbot erteilt. 1939/40 erhoffte er sich durch seinen freiwilligen Wehrdienst die Entlassung seines Vaters aus der Haft, wurde aber im Juli 1940] als ”jüdischer Mischling“ selber entlassen, wurde jedoch 1943/44 doch zum Rüstungseinsatz eingezogen und als Werkzeugschleifer eingesetzt, bevor er 1944 er in das Zwangsarbeiterlager Leimbach im Harz verschleppt wurde, wo er erst 1945 durch die US-amerikanischen Truppen befreit wurde und nach Ulm zurückkehren konnte. Er beantragte gemeinsam mit Johannes Weißer und Paul Thielemann eine Zeitungslizenz und brachte die Schwäbische Donau-Zeitung heraus. Zwischen 1946 und 1948 veröffentlichte er weitere eigene Bücher. Zeitgleich war er von 1945 bis 1950 Kulturbeauftragter der Stadt Ulm. .

Von 1954 bis 1960 arbeitete Fried als Chefredakteur in seiner Zeitung und anschließend bis zu seinem Tode als Leiter der Kulturredaktion mit den Schwerpunkten Kulturpolitik und Kritik. 1968 wurde die Zeitung in Südwest Presse umbenannt.

Kurt Fried ist der Vater der Moderatorin und Schriftstellerin. Amelie Fried (*1958) aus seiner Ehe mit der Buchhändlerin Inge Fried-Ruthardt

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Bilder: Günter Bihn (04/2023)

Ulm, Hauptfriedhof

Theodor Henricus König

 

 

Deutscher Bierbrauer; Gründer der König-Brauerei; Sohn eines wohlhabenden Landwirts in Cappenberg; arbeitete zunächst wie sein Vater in der Landwirtschaft, bis er sich 1850 entschloß, das Brauhandwerk zu erlernen. Eine längere Wanderschaft führte ihn unter anderem nach Bayern und Österreich, wo er in verschiedenen Brauereien Erfahrungen sammelte. Um 1855 beendete er seine Wanderschaft und ließ sich im niederrheinischen Beeck nieder, wo er eine Stelle in einer Hausbrauerei annahm. Drei Jahre später bewarb sich um eine Konzession zur Errichtung einer Brauerei und Mälzerei bei der dafür zuständigen preußischen Bezirksregierung Düsseldorf, erhielt Im September 1758 die Konzession und ließ seine Brauerei unter der Firma Bairische Bierbrauerei Theodor König, Beeck bei Ruhrort ins Handelsregister eintragen.

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Duisburg Alt-Hamborn, Friedhof an der Abtei St. Johann

Bilder: Thorsten Pietsch (08/2023)

John Fontenay

 

Schiffsmakler, Reeder und Kaufmann; lebte ab etwa 1800 überwiegend in Hamburg, wobei über seine ersten Jahre dort wenig bekannt ist. Fontenay betätigte sich in Hamburg am Handel und der Schifffahrt und erwarb mehrere Grundstücke und Wohnhäuser1, nahm aber am gesellschaftlichen oder politischen Leben der Stadt nicht teil.

Nachdem Fontenay 1801 seine beruflichen Tätigkeiten in Hamburg aufgenommen hatte, verschlechterte sich im Rahmen der Kontinentalsperre Napoléons durch die Elbblockade und die französische Besetzung Hamburgs, die wirtschaftliche Situation seiner Familie. Am 11.4.1810 versteigerte er alle Mobilien, die er dort erworben hatte und verließ drei Wochen später mit seiner Familie die Hansestadt, um über Glückstadt und Cuxhaven nach England zu reisen, wo sie sich dreizehn Monate aufhielten. Im Juni 1811 setzte die Familie mit dem Parlamentärschiff Le Brillant ins französische Morlaix über, reiste dann nach vierwöchigem Aufenthalt in Paris weiter nach Clermont-Ferrand, wo sie zwei Jahre wohnte. Während sich Fontenay in London noch als Hamburger Kaufmann ausgegeben hatte, trat er in Frankreich als amerikanischer Staatsbürger auf. Er lebte dort zurückgezogen und pflegte Beziehungen zu wenigen ortsansässigen Einwohnern. Geschäftstätigkeiten Fontenays aus dieser Zeit sind nicht verzeichnet. Nach der Niederlage Napoléons zog die Familie im Juni 1813 nach Schleswig, damals unter dänischer Herrschaft, und kehrte im Mai 1814 nach Hamburg zurück, wo Fontenay seine Berufstätigkeit wieder aufnahm.

An Fontenay erinnern heute in Hamburg drei Straßennamen im als “Fontenay“ bezeichneten Areal am südwestlichen Ufer der Außenalster.

Verheiratete war er seit 24.1.1802 mit vermögenden Witwe Anna Catharina Kirsten. Fontenay starb am 7.3.1835 in seinem Wohnhaus am Mittelweg 185. Sein Nachlass wird heute von der Stiftung ”John Fontenay’s Testament“ verwaltet.

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1 Immobilien und Grundstücken, insbesondere im Bereich nördlich des Dammtors, Haus an der Admiralitätstraße 221/212 (später 61/62), das er lebenslang als Wohn- und Arbeitsstätte nutzte, 1816 ein 50.000 Quadratmeter großes Grundstück am südwestlichen Ufer der Außenalster, mehrere Wohnhäuser in Hamburg.

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Bilder: Parsifal von Pallandt (08/2023)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Claus Wisser

 

 

Deutscher Unternehmer und Kunstmäzen; Sohn eines Kaufmanns; besuchte in seiner Geburtsstadt die Friedrich-List-Schule, ein Berufliches Gymnasium in Wiesbaden, bis zum Abitur, obwohl sein Vater das Geschäft 1956 schließen mußte und der 14-Jährige mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten die Familie unterstützen mußte. Noch während seiner Schulzeit wurde Wisser Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Nach dem Abitur begann er ein Studium der Betriebswirtschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. In dieser Zeit nahm er an der beginnenden Studentenrevolte gegen die unter der Kanzlerschaft Kurt Georg Kiesingers durchgesetzten Notstandsgesetze teil. An der Universität hörte er auch Vorlesung von Carlo Schmid, der als Professor für politische Wissenschaften in Frankfurt am Main lehrte; 1965 brach Wisser das Studium ab.

Danach gründete er ein Unternehmen, das Dienstleistungen im Bereich der Reinigung von Bürogebäuden anbot. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich die WISAG als ein Dienstleistungskonzern, der u.a. Reinigung, Grünflächenpflege, Sicherheit und Catering bietet und Industrie, Verwaltung und Flughäfen. Claus Wisser leitete die WISAG bis 2011, als er den Vorsitz seinem Sohn Michael Wisser übergab und in den Aufsichtsrat wechselte.

1987 war Claus Wisser Mitbegründer des von Michael Herrmann gegründeten Rheingau Musik Festivals (RMF) und Vorsitzender von dessen Förderverein. Er war Mitglied in der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität in Frankfurt und hatte unterschiedliche Aufsichts- und Beiratsmandate inne.

Wisser unterstützte außerdem die Museen Städelsches Kunstinstitut und Caricatura Museum für Komische Kunst im restaurierten Leinwandhaus (Weckmarkt).

Auszeichnungen u.a.: Georg-August-Zinn-Medaille (2005), Hessischer Verdienstorden (2010), Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2022)

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Ferdinand Sichel

 

 

Deutscher Tapeziermeister, Dekorateur und Chemiker; gründete 1889 in der Großen Packhofstraße 39 in der Innenstadt von Hannover das Unternehmen "Arabin-Werk. Chemische Fabrik Hannover". Nach dem großen Erfolg seines auf der Basis von Pflanzenstärke entwickelten Kleisters, mit dem sich Tapeten kinderleicht an Wohnungswände kleben ließen,  expandierte das Unternehmen weiter und verlegte bereits sieben Jahre später die Produktion in ein neues Werk im damaligen Dorf und heutigen Stadtteil Limmer, und nach der Anbindung des Unternehmens an das Gleissystem der Reichsbahn sowie an einen Seitenarm des Mittellandkanals in den Jahren 1913/14, der direkt am Werkgelände vorbeizieht, können die produzierten Klebestoffe in noch größeren Mengen, kostengünstiger und schneller zu den Kunden in ganz Deutschland transportiert werden.

In den 1920er Jahren war Sichel ein wichtiger Klebstofflieferant für die Fa. Henkel, deren neues Waschmittel Persil zu der Zeit erfolgreich auf den Markt kam und entsprechenden Bedarf an Klebemitteln für die Verpackungen nach sich zog. Als neuartiger Fußbodenbelag war Linoleum auf dem Vormarsch, “der für die zuverlässige und dauerhafte Verlegung neue Klebstoffe erforderte, die von der Fa. Sichel entwickelt und geliefert werden konnten."

Eine Kooperation mit dem Chemiker Dr. Friedrich Supf, die seit dem Ersten Weltkrieg bestand, führte 1931 zunächst zur Eingliederung seines Betriebes, der Chemischen Fabrik Mahler & Dr. Supf in Neubrandenburg und Berlin-Wilmersdorf, in die Sichelwerke. Nach dem Tod von Ferdinand Sichel übernahm Dr. Supf auf Nachfrage der Erben die Firma ab 1936, die damit der Enteignung durch Arisierung entgangen ist.

1962 übernahm der Düsseldorfer Henkel-Konzern das Sichel-Werk, seit 2011 werden an der nach seinem Gründer benannten Sichelstraße Dichtstoffe statt Kleister hergestellt.

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Bilder: Parsifal von Pallandt (10/2023)

Hannover OT Bothfeld, Jüdischer Friedhof

Louis-Ferdinand Ullstein

 

 

Deutscher Verleger; zweitältester Sohn des aus Fürth stammenden Presseverlegers Leopold Ullstein; absolvierte eine kaufmännische sowie eine technische Ausbildung in verschiedenen Unternehmen des In- und Auslandes, bevor er 1886 wieder in das väterliche Unternehmen eintrat, die Leitung des Druckereibetriebes übernahm und bald engster Vertrauter seines Vaters bei der Leitung der Verlagsgeschäft wurde. Im Januar 1889 wurde Louis Ullstein – zusammen mit seinem älteren Bruder Hans – auch offiziell Teilhaber des Verlages, der damit den Namen Ullstein & Co. erhielt. 1904 baute er die Berliner Zeitung zur B.Z. am Mittag um, was einen großen wirtschaftlichen Erfolg und eine Umwälzung der Berliner Presselandschaft nach sich zog. Sie war die erste Boulevardzeitung im Straßenverkauf für den deutschen Zeitungsmarkt und erschien bis 1943.

Ein Jahr nach seinem Tode erfolgte die “Arisierung” und spätere Umwandlung des Ullstein Verlages in den Deutschen Verlag, der bis 1945 Teil des nationalsozialistischen Verlagsimperiums Franz Eher Nachf. war.

Verheiratet war Louis-Ferdinand Ullstein mit Else Landsberger, der Schwester des Schriftstellers Artur Landsberger; beide waren früh aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten. 

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Bilder: Bianca Lobien (10/2023)

 Stahnsdorf, Südwestkirchhof

Ludwig Johann Leichner

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Deutscher Fabrikant, Opernsänger (Bariton); studierte zunächst Pharmazie an der Wiener Universität und arbeitete nebenbei als Praktikant in einer Apotheke. Er nahm bei dem österreichischen Komponisten Heinrich Proch ein Gesangsstudium und brach das Chemiestudium vorerst ab, nachdem er unter dem Künstlernamen Raphael Carlo als Bariton zunächst ein Engagement in Bamberg, später weitere in Magdeburg, Königsberg, Köln und Stettin bekam, wobei er überwiegend in Opern von Richard Wagner sang. Anfang der 1870er Jahre beschloß er, das Studium der Chemie wieder aufzunehmen - diesmal in Berlin bei August Wilhelm von Hofmann, dem es gelang, Anilinfarbstoffe herzustellen.

Es gelang Leichner als Erstem eine bleifreie Bühnenschminke zu entwickeln, die erfolgreich verkauft wurde, so daß er 1873 die Poudre- und Schminkenfabrik Leichner in der Schützenstrasse 31 in Berlin etablieren konnte, deren Produkte bald landesweit und nach Vorstellung im Rahmen der Weltausstellung in Paris 1878 und auf der Gewerbeausstellung in Berlin 1879 gefeiert, prämiert und danach auch international nachgefragt wurden. 1883 kamen das Produkt Hermelinpuder und 1896 der Aspasiapuder auf den Markt.

1899 fertigte der Bildhauer Eugen Boermel, der bereits einen Theaterzuschauerraum für Leichners Firma entworfen hatte, eine Büste Leichners an.

In Erinnerung an seine Liebe zu Richard Wagner ließ Leichner vom Bildhauer Gustav -Heinrich Eberlein ein Wagner-Denkmal schaffen und 1903 im Berliner Tiergarten aufstellen; zum Schutz vor Witterungseinflüssen wurde es 1987 überdacht.

Enthüllung des Wagner-Denkmals im Jahre 1908 (Bild: Anton von Werner)

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Bilder; Parsifal von Pallandt (11/2023)

Berlin, Städt. Friedhof Dahlem

Gerhard Dietrich Wempe

 

 

Deutscher Unternehmer (Juwelier); der Sohn eines Gemischtwarenhändlers und gelernten Uhrmachers gründete 1878 im niedersächsischen Elsfleth (Ldkrs. Wesermarsch, Oldenburger Land) sein erstes Uhrengeschäft, bevor er nach seinem Umzug 1894 nach Oldenburg dort ein Geschäft eröffnete, dem eine weitere Filiale am Schulterblatt 141 in Altona (heute zu Hamburg) folgte; seit 1907 war Wempe dann auch in Hamburg präsent.

Nach dem Tod von des Firmengründers übernahm sein Sohn Herbert (*1890, †1963), das Unternehmen, das 1951 insgesamt vier Niederlassungen in Hamburg umfaßte.

Heute betreibt das Unternehmen, welches neben eigenen Produkten solche namhafter Hersteller und hochwertigen Schmuck anbietet, 34 Geschäfte und Markenboutiquen, davon 26 in Deutschland sowie Niederlassungen in New York City, Paris, London (zwei Geschäfte), Wien, Madrid sowie auf den Kreuzfahrtschiffen Europa und Europa 2 .

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Bilder: Parsifal von Pallandt (11/2023)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Johan Adam Werner Klaus Günter Jan von Haeften

 

 

Deutscher Unternehmer; Sohn des Widerstandskämpfers Hans Bernd von Haeften und dessen Frau Barbara, née Curtius, der Tochter des ehemaligen Reichsministers und Juristen Julius Curtius. Seine Mutter wurde am 25.7.1944 ebenfalls verhaftet, nachdem sie Jan und seine Geschwister in die Obhut der Großeltern gegeben hatte. Trotzdem geriet auch er zeitweise in Sippenhaft. Sein Großvater war der Präsident des Reichsarchivs Hans von Haeften (1870–1937). Mütterlicherseits stammt Haeften vom Gründer und Namensgeber der Firma Franz Haniel & Cie. GmbH ab;

Haeften machte nach dem Besuch von Privatschulen in Deutschland und Schottland eine Lehre bei Rheinpreussen in Duisburg-Homberg und war anschließend Angestellter eines Sägewerks in Bebra. 1955 wurde er als 24-Jähriger Geschäftsführer der Montan-Union AG in Wien. In den 1960er Jahren gründete Haeften in Hamburg mit einem Partner die Lehndorffsche Vermögensverwaltung.

Von 1991 an gehörte Haeften zum Verwaltungsrat der Schweizer Metro-Holding. 2000 wurde er Nachfolger von Erwin Conradi als Aufsichtsratsvorsitzender bis zum Mai 2003; bis 2003 war er auch Aufsichtsratsvorsitzender des Haniel-Konzerns und Oberhaupt des Haniel-Clans und war damit Chef eines 250 Jahre alten Familienunternehmens mit einem Umsatz von jährlich 20 Milliarden Euro. Sein Nachfolger wurde Franz Markus Haniel (*1955).

Verheiratet war Haeften seit 1957 mit Marie Eleonora (“Nona”) Gräfin von Lehndorff (*1937. †2018), der Tochter des Widerstandskämpfers Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort (*1909), der 1944 in Berlin-Plötzensee als Beteiligter an dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler ermordet wurde.

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Bilder: Parsifal von Pallandt (11/2023)

Berlin, St. Annen Kirchhof, Dahlem-Dorf

Karl Mayer

 

Deutscher Untermehmer; Sohn der Eheleute Josef-Peter Mayer und Eva-Christina; mußte bereits in frühster Kindheit auf dem kleinen Bauernhof der Eltern mithelfen. Von 1923 bis 1927 machte er eine Ausbildung zum Mechaniker bei der Firma Gebrüder Klingspor in Offenbach, dann 1935 seine Meisterprüfung und gründete im Alter von 28 Jahren 1937 direkt neben seinem Elternhaus eineMechanische Werkstätte, in der Drehteile hergestellt wurden; später folgte die Spezialisierung auf die Herstellung von Kettenwirkmaschinen mit den Varianten Kettenwirkautomaten und Raschelmaschinen. Über die Jahre entstanden eigene Niederlassungen in den wichtigsten wichtigsten Märkten von Amerika bis Japan.

Karl Mayer war in seiner Heimatstadt Obertshausen von 1952 bis 1956 als Gemeindevertreter und als Kreistagsabgeordneter von 1960 bis 1968 tätig.

In Dankbarkeit gegenüber der Stätte seiner Kindheit und Jugendzeit stiftete Karl Mayer sein Elternhaus der Stadt Obertshausen, das am 3.10.1992 als Werkstattmuseum “Karl-Mayer-Haus“ eröffnet wurde. Bei der Eröffnung des Museums sagte der 1995 verstorbene Unternehmer, Mäzen und engagierte Bürger Karl Mayer: ”Das Leben meiner Eltern prägte meine Bescheidenheit; Fleiß und Disziplin, waren der Grundstein meines Erfolges. – Ich habe nie vergessen, wo die Wiege meines Erfolges stand”.

Auszeichnungen u.a.: Ehrenbürgerwürde Obertshausens (1968), Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1970), Verleihung der Ehrenprofessur in Japan (1983), Ehrendoktorwürde in den USA (1985).

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Unter Verwendung der Festschrift des HGV Obertshausen

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Bilder: Günter Bihn (11/2023)

Obertshausen (Ldkrs. Offenbach am Main), Neuer Friedhof Im Birkengrund

Bilder: Dieter Georg (03/2024)
Unternehmer / Manager LXXIII

Omnibus salutem!