Heinrich Lanz

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Deutscher Unternehmer; der Sohn eines Speditionsunternehmers begründete die bedeutendste europäische Landmaschinenfabrik mit mehr als 1.000 Arbeitern. Durch seine diversen Erfindungen (Traktoren, Dreschmaschinen etc.) revolutionierte er die Arbeitsvorgänge in der Landwirtschaft.

Sein Sohn Karl Lanz der später mit gemeinsam Johann Schütte selbst Starrluftschiffe und Flugzeuge unter dem Namen Schütte-Lanz baute, stiftete den Lanz-Preis der Lüfte, mit dem er die Entwicklung der fliegerei vorantreiben wollte.

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Mannheim, Hauptfriedhof

Peter Suhrkamp eigentl. Johann Heinrich Suhrkamp

Deutscher Verlagsbuchhändler; mußte schon früh seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten, da sein Vater, ein Landwirt, mit seinem Wunsch zu studieren, nicht einverstanden war. Nach dem Besuch der Dorfschule absolvierte er das Lehrerseminar und legte das Staatsexamen ab. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Kriegsfreiwilliger teilnahm und traumatiert aus ihm hervorging, war er zunächst als Lehrer an der Odenwaldschule und Freien Schulgemeinde Wickersdorf, während er parallel dazu sein Studium fortsetzte, tätig. 1921 wurde er an das Hessische Landestheater in Darmstadt als Dramaturg und Regisseur berufen, kehrte jedoch 1925 nach Wickersdorf zurück. Nachdem er 1929 nach Berlin gegangen war, arbeitete er als Redakteur beim Berliner Tagblatt und im Ullstein-Verlag. 1933 trat er als Herausgeber der kulturpolitischen Zeitschrift Die Neue Rundschau in den Berliner S. Fischer Verlag ein, den er ab 1934 (zusammen mit G. Bermann Fischer und ab 1936 allein) leitete und 1943 in Suhrkamp Verlag vormalig S. Fischer umbenannte. 1950 gündete er in Frankfurt am Main den Suhrkamp Verlag, den er zu dem führenden belletristischen Verlag der Bundesrepublik, für den er bedeutende Autoren gewann, machte. Suhrkamp, der insgesamt dreimal verheiratet war, heiratete 1935 die Schauspielerin Annemarie Seidel (*1895, †1959), die jüngere Schwester der Schriftstellerin Ina Seidel.

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Keitum (Sylt), Inselkirche St. Severin

Bilder: Dietmar Pothmann

Gustav Langenscheidt

 

Deutscher Sprachlehrer und Verleger; der Sohn eines Dekorateurs bereiste bis 1853, nachdem er 1850 eine Ausbildung zum Kaufmann absolvierte hatte, zu Fuß fast alle Nachbarländer Deutschlands. Während seiner Zeit beim Militär macht er sich Gedanken darüber, welche Methode am geeignetsten zum Erlernen des Französischen sei und entwickelte nach Beendigung des Militärdienstes zusammen mit dem französischen Sprachlehrer Charles Toussaint (†1877) eine spezielle Methode (Methode Toussaint-Langenscheidt) hierfür. 1856 gründete er in Berlin den gleichnamigen Verlag, der auf dieser Methode fußende französische und englische Unterrichtsbücher publizierte, dann auch enzyklopädische Wörterbücher: das zusammen mit Sachs und Villatte seit 1869 entwickelte Encyklopädische französisch-deutsche und deutsch-französische Wörterbuch (1880) und seit 1891 mit Muret und Sanders konzipierte Encyklopädisches englisch-deutsche und deutsch-englische Wörterbuch, das allerdings erst 1901 nach seinem Tode erschien.

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Stahnsdorf, Südwest-Friedhof

Bild: Uwe Geisel

Hans Lutz Merkle

 

Deutscher Unternehmer; war bis 1958 zunächst Mitglied des Vorstandes der Ulrich Gminder AG in Reutlingen. Von 1963 bis 1984 war er Vorsitzender bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart, wo man ihn mit dem Beinamen "Gottvater Merkle" belegte.

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Pforzheim, Hauptfriedhof

August Heinrich Euler eigentl. August Reith

           

Deutscher Ingenieur, Flugzeugbauer und Flugpionier; er arbeitete zunächst als Generalvertreter von Fahrrädern und machte sich, nachdem Reise durch China, Japan und Rußland gemacht hatte, 1903 als Unternehmer in Frankfurt am Main selbständig, indem er einen Handel mit Autozubehörteilen aufzog. In Frankreich erwarb er 1907 von den Gebrüdern Gabriel und Charles (*1882, †1912) Voisin eine Lizenz zum Bau eines Doppeldecker und entwickelte bald eigene Motorflugzeuge. Mittels eines selbstgebauten Flugzeug brachte er sich das Fliegen bei und erhielt nach einer Prüfung vor einer Kommission der Fédération Aéronautique Internationale auf dem dem zu einem Flugplatz umfunktionierten Truppenübungsplatz in Griesheim (heute zu Darmstadt) am 1.2.1910 den deutschen Flugzeugführerschein No.1. Mit einer seiner Maschinen, dem “Gelbe Hund”, beförderte Leutnant von Hiddessen am 10.6.1912 erstmalig in der Geschichte der deutschen Fliegerei Luftpost. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges sind seinem Unternehmen ca. 100 Patente erteilt und dort zahlreiche Piloten ausgebildet worden. Allerdings mußte Euler aufgrund der Beschränkungen des Versailler Vertrages, demzufolge in Deutschland keine Flugzeuge mehr gebaut und geflogen werden durften, seine Firma nach Kiregsende schließen. Er leitete daraufhin als Staatsekretär von 1918 bis 1921 das neu gegründete Reichsluftfahrtamt, bewirkte in dieser Zeit die Zulassung der ersten Luftverkehrsunternehmen im Reich und schuf die erste Luftverkehrsordnung. Anschließend zog er sich in sein Haus auf dem Feldberg im Schwarzwald zurück.

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Frankfurt am Main, Hauptfriedhof

Bilder: KN (08/2006)
Bilder: Franz Josef Mörsch jr. (11/2003)

Karl Klasen

 

Deutscher Bankmanager; Bundesbankpräsident (1970-77); Sohn eines Hamburger Reederei-Angestellten, studierte ab 1928 Rechtswissenschaften, wobei er anfangs als Werkstudent im Hamburger Hafen und als Reiseführer bei der Hapag arbeitete. 1931 wurde er Mitglied der SPD. Ab 1935 war er als Justitiar in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft Filiale Hamburg tätig, bis er seine Einberufung zur Wehrmacht erhielt, kehrte aber unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in die Filiale Hamburg zurück, deren Direktor er 1948 wurde, bevor er noch im selben Jahr für eine Wahlperiode in das Amt des Präsidenten der Landeszentralbank in Hamburg berufen wurde. Nach Ablauf der Regelzeit wurde er in den Vorstand der Norddeutschen Bank berufen. Nach der Wiederzulassung der Deutschen Bank gehörte er ab 1957 deren Vorstand an. 1970 wurde Klasen Nachfolger von Karl Blessing als Präsident der Deutschen Bundesbank. In seiner Amtszeit bis 1977 setzte er sich erfolgreich für die Stabilität der DM und für die Autonomie der Notenbank ein. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bundesbankpräsidenten wurde Klasen 1978 in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt, dem er bis 1984 angehörte.

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Bilder: Günter Bihn (05/2012)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Wolf Jobst Siedler

 

 

Deutscher Verleger und Schriftsteller; Sohn eines kaiserlichen Diplomaten und späteren Syndikus' und Justitiars; wurde direkt vom Gymnmasium, der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog, gemeinsam mit Mitschülern als Flakhelfer zum Einsatz auf der benachbarten Insel Wangerooge herangezogen. Später werden er und der Sohn von Ernst Jünger wegen Wehrkraftzersetzung verhaftet und von einem Kriegsgericht zu neun Monaten Zuchthaus verurteilt. Danach kam er zur “Frontbewährung“ an die Front in Italien, wo Jüngers Sohn 1944 fiel. Siedler geiret in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Dann studierte er in Berlin an der Freien Universität Philosophie, Soziologie und Germanistik. Im Alter von 29 Jahren wurde er Feuilletonchef des Tagesspiegel, und 1963, als er 37 Jahre alt war, machte ihnAxel Springer zum Chef des Propyläen Verlages. In den Jahren 1967 bis 1979 wirkte er als Geschäftsführer der Ullstein GmbH für die Verlage Propyläen, Quadriga und Ullstein. Schließlich gründete er 1980 seinen eigenen Verlag, den Siedler-Verlag, in dem er historische und zeitgeschichtlichen Publikationen veröffentlichte; bei ihm erschien der Nachlaß des ersten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, erschien und in dem Werke von den deutschen Politgrößen herauskommen: u.a. Helmut Schmidt, Franz Josef Strauß, Hans- Dietrich Genscher, Richard von Weizsäcker, aber auch der letzte Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Michail Gorbatschow, schrieb für ihn. Wie sein ehemaliger Chef Axel Springer hielt er immer an Berlin fest, trotz aller Gefährdungen, die die geteilte Stadt erlebte und sicherlich vieler auch Nachteile.

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Bilder: Klaus Meinert (08/2014)

Berlin, Städt. Friedhof Dahlem

Martin Garlieb Amsinck

 

 

Deutscher Schiffsbauer und Reeder; Sproß einer ursprünglich aus den Niederlanden zugewanderten Familie; Sohn des Kaufmanns Johannes Amsinck, Inhaber der Firma Johannes Schuback & Söhne; wandte sich nach einer kaufmännischen Lehre dem Schiffbau zu und hielt sich . einige Jahre in Nürnberg und in Großbritannien auf, das seinerzeit das führende Land auf dem Gebiet des Schiffbaus; in Glasgow war er sogar am Bau des Segeldampfers Great Eastern, des damals größten Schiffes der Welt, beteiligt. 1856 gründete er in Hamburg auf dem Kleinen Grasbrook eine Werft zum Bau von Segelschiffen und baute bis 1878 vorwiegend Barken, ein im 19. Jahrhundert als Hochseefrachtschiff weit verbreiteter Segelschiffstyp, in Größen bis zu 1.000 Registertonnen. Als 1859 auch als Reeder tätig, baute er fast die Hälfte seiner Schiffe auf eigene Rechnung. 1878 gab er den Schiffbau allerdings auf, nachdem er erkannt hatte, daß die Zukunft des Schiffbaus nicht im Holzschiffbau, sondern im Bau von Schiffen aus Eisen und Stahl liegen wird, konzentrierte sich mit seinen Brüdern Wilhelm und Heinrich ganz auf das Geschäft einer Reederei und stieg mit seiner Firma M.G. Amsinck zu einer der größten Segelschiffsreedereien Hamburgs auf. Als erstes Schiff auf der Basis einer Eisenkonstruktion erwarb Amsinck 1880 die eiserne Bark Flora, die auf der Werft Blohm & Voss - als deren erstes Schiff überhaupt - gebaut worden war. 1883 wurde Amsinck Mitglied des Verwaltungsrats der Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft (kurz Hamburg Süd) gewählt, und von 1877 bis 1886 gehörte er der Hamburger der Bürgerschaft, sowie ab 1882 der Deputation für Handel und Schiffahrt an. Außerdem bekleidete er zahlreiche Ehrenämter, u.a. als Handelsrichter (1880–85), beeidigter Schiffstaxator (1876–85) und Beisitzer des Seeamtes. Ein Jahr nach dem Todes seines Vaters löste sein Sohn Garlieb die Reederei auf, nachdem die Dampfschiffe die Segelschiffe ganz verdrängt hatten. 1931, einhundert Jahre nach seinem Geburtstag, ehrte der Hamburger Senat ihn, indem er den Segelschiff-Kai in Amsinck-Kai umbenannte.

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Bild: Joern M (05/2009) Wikipedia.de
Bild: Joern M (05/2009) Wikipedia.de
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Hamburg-Niendorf, Friedhof, Alter Teil

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Pjotr Arsenjewitsch Smirnow [russ. Пётр Арсе́ньевич Смирнóв]

 

 

Russischer Fabrikant; Sohn eines Leibeigenen; kam nach seiner Freilassung (die Leibeigenschaft wurde von Zar Alexander II. offiziell erst ein Jahr später abgeschafft) nach Moskau und gründete dort im Jahre 1860 gemeinsam mit neun Mitarbeitern einen kleinen Spirituosenladen. 1863 eröffnete er an der Owtschennikowska-Uferpromenade der Moskwa, unmittelbar an der an der Чугунный мост (Gußeisenbrücke) gelegen, eine kleine Brennerei und beschäftigte bereits im Folgejahr 25 Mitarbeiter. Seine hochwertigen Produkte fanden auf der Weltausstellung in Wien im Jahre 1873 erstmals auch international Anerkennung. 1882 wurden die von завод П. А. Смирнова (Destillerie P.A. Smirnow) hergestellten und verkauften Produkte, Weine, Wodka, Schnaps und Liköre, auf der All-Russischen Kunst- und Industrieausstellung in Moskau als ausgezeichnete Qualität bewertet und erhielten das Privileg, das russische Staatswappen zu verwenden. Smirnow beschäftigte jetzt 250 Mitarbeiter; bis 1896 erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten alleine in der Brennerei auf 1.500 ,die assozierten Unternehmen mitgerechnet auf 5.000; das Unternehmen hatte sich jetzt zur führenden Wodka-Brennerei im vorrevolutionären Rußland entwickelt, und seine Produkte wurden vielfältig - auch im Ausland ausgezeichnet.

Das Unternehmen wurde nach dem Tode des Gründers von seinen Söhnen Pjotr Nikolaj und Wladimir (*1875, †1934) fortgeführt, wobei Wladimir das Unternehmen bereits 1903 verließ und sich um Pferdezucht und -rennen kümmerte und einen Rennstall betrieb (sein Pferd Pyljuga gewann zahlreiche Preise bei den kaiserlichen Rennen). Vor den Wirren der Oktoberrevolution und deren Nachwirkungen aus Rußland geflohen, besann er sich erst in der Türkei seiner Herkunft und beschloß die Produktion von "Smirnoff" Wodka wieder aufzunehmen. Er entwarf eine Flasche, deren Aufkleber er entwarf und handbemalte Auch von dort floh er und kam über Litauen, Warschau und Prag schließlich nach Courbevoie in Frankreich, mietete ein kleines Fabrikgebäude und begann mit der Produktion von Wodka Smirnoff. 1933, bereits schwer krank, verkaufte er die Rechte an der Marke Smirnoff  für $14.000.

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Bild: Vladimir OKC (08/2011), Wikipedia.ru
Bild: Vladimir OKC (08/2011), Wikipedia.ru

Moskau, Pjatnizkoje-Friedhof ( Пятницкое кладбище)

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Unternehmer / Manager VIII

Omnibus salutem!