Heinrich-Adolf von Bardeleben (ab 1891)

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Deutscher Arzt (Chirurg); studierte Medizin in Berlin, Heidelberg und Gießen sowie an der Pariser Sorbonne. Als ordentlicher Professor der Chirurgie an der Universität Greifswald begründete er beine eigenständige deutsche Chirurgie und schuf mit seinem Lehrbuch der Chirurgie die fachlichen Grundlagen für spätere berühmte Chirurgen z.B. Ferdinand Sauerbruch. An der Chirurgische Klinik der Charité Berlin war er Direktor und dort zugleich auch ordentlicher Professor. Während des Deutsch-Französischen Krieges (1870/1871) diente er als Generalarzt. 1876/1877 wurde er Rektors der Universität Berlin und 1882 zum Geheimen Obermedizinalrat ernannt. 1888 behandelte er Kaiser Friedrich III., der an Kehlkopfkrebs erkrankt war.

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Bilder: Dieter Müller (08/2006)

Berlin-Schöneberg, Alter St. Matthäus Kirchhof

Bild: Franz Joesef Mörsch (11/2003)

Berlin, Halensee-Grunewald

Hans Gottlieb Leopold Delbrück

Deutscher Historiker und Politiker; Bruder des Agrikulturchemiker Max Emil Julius Delbrück (*1850, †1919); nach dem Studium der Geschichtswissenschaften ab 1868 und anschließender Promotion nahm er als Freiwilliger am Deutsch-Französischen Krieg teil. Ab 1874 war er Erzieher des Sohnes des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des Prinzen Waldemar. Ab 1883 gab er zusammen mit Heinrich Treitschke die Preußischen Jahrbücher heraus, überwarf sich mit ihm aber wegen politischer Differenzen und gab bis 1919 die Jahrbücher alleine heraus. Ab 1885 war er außerordentlicher, ab 1895 ordentlicher Professor an der Universität Berlin als Nachfolger auf Treitschkes Lehrstuhl (1921 emeritiert), als Freikonservativer von 1882 bis 1885 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und von 1884 bis 1890 Mitglied des Deutschen Reichstags (Deutsche Reichspartei). Er setzte sich dort u.a. für eine Abschaffung des preußischen Dreiklassenwahlrechts ein. Er wandte sich gegen den zunehmenden Militarismus und ausgeprägten Nationalismus unter Kaiser Wilhelm II., dessen gefährlichen Auswirkungen er vorhersah, und wandte sich vehement gegen die auf Expansion und Nationalismus gerichtete Agitation des Alldeutschen Verbandes. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wies er die Alleinschuld Deutschland am Ausbruch des Kriegs zurück und verurteilte die Forderungen des Versailler Vertrages. Im Mai 1919 unterzeichnete er u.a. mit Max Weber ein Memorandum, in dem erklärt wurde, daß Deutschland einen Verteidigungskrieg gegen Rußland geführt habe. Verheiratet war Delbrück seit 1884 mit Corolina (Lina) Thiersch, einer Enkelin des Chemikers Justus von Liebig. Eine seiner Töchter, Emilie (*1905, †1991), war mit dem Juristen Klaus Bonhoeffer verheiratet, einer seiner Söhne, der Biophysiker Max Delbrück (*1906, †1981), erhielt 1969 zusammen mit Hershey und Luria den Nobelpreis für Medizin. Die Schwester seiner Frau war mit dem Theologen Adolf von Harnack verheiratet.

Werke u.a.: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte (Bände 1-4, 1900-20), fortgesetzt von E. Daniels und O. Haintz (Bde 5-7, 1926-36), Weltgeschichte, 5 Bde. (1923-28). 

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Bild: Franz Joesef Mörsch (11/2003)

Oscar Wilhelm August Hertwig

Deutscher Zoologe; studierte von 1868 bis 1872 in Jena, Zürich und Bonn hauptsächlich vergleichende Anatomie; er war Schüler von Ernst Haeckel. Ab 1878 war er außerordentlicher Professor in Jena und erhielt dort 1881 den ordentlichen Lehrstuhl für Anatomie. 1888 wechselte er nach Berlin. 1875 beobachtete Hertwig als erster am Seeigel die Befruchtung einer weiblichen Eizelle, die 1827 Karl Ernst von Baer entdeckt hatte, durch eine männliche Keimzelle. 1890 beschrieb er die Chromosomenreduktion bei der Reifeteilung und erkannte (mit anderen) den Zellkern als Träger der Vererbung.

Werke u.a.: Das Zahnsystem der Amphibien (1874).

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Joachim Clemens Fest

 

Deutscher Journalist, Publizist und Historiker; der Sohn eines Rektors studierte nach Abitur und Einsatz als Flakhelfer in Friedrichshafen, wo sich das Dornier-Flugzeugewerk befand, Jura, Geschichte, Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau, Frankfurt am Main und Berlin. Der als Repräsentant des Bürgerliche Zeitalters geltende Fest begann seine Karriere beim Radio im amerikanischen Sektor (RIAS), Berlin. 1961 wurde er Dramaturg beim NDR und Chefredakteur des politischen Magazins Panorama und im Alter von 37 Jahren Chefredakteur des Norddeutschen Rundfunks (NDR). 1968 ließ er sich beurlauben, um eine Hitler-Biographie zu verfassen, ein Thema, an das sich bislang niemand in Deutschland gewagt hatte, “weil ein Mann wie Hitler nicht erklärbar” sei. Auch nach seinem großen Bucherfolg beschäftigte Fest sich sein Leben lang mit der Analyse des Dritten Reichs. Außerdem war er Mitherausgeber der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (5 Bde., 1981-85). 1973 wurde er Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) (bis 1993), übernahm von seinem Vorgänger Karl Korn die Leitung des Kulturteils der Zeitung und machte daraus ein meinungsbildendes Organ, für das u.a. Heinrich Böll und Erich Fried schrieben, und für sein Resort gelang es ihm, Männer wie Marcel Reich-Ranicki, mit dem er sich später über den sogenannen Historikerstreit überwarf, und Georg Hensel zu gewinnen.

Werke u.a.: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli (1994), Speer. Eine Biographie (1999), Der Untergang. Hitler und das Ende des Dritten Reiches (2002), Autobiographisches: Begegnungen (2004), Ich nicht (posthum 2006).

Auszeichnungen u.a.: Henry-Nannen-Preis (Mai 2006).

Inschrift: Etiam si omnes, ego non [Auch wenn es alle machen, ich nicht]

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Berlin, St. Matthias-Friedhof

Bild: Claus Harmsen (stones & art, 11/2006)

Oswald Arnold Gottfried Spengler

Bild 183-R06610 Bundesarchiv

Deutscher Geschichtsphilosoph; kurz nach dem Eintritt in das Gymnasium zog sein Vater, ein Postsekretär, mit der Familie nach Halle (Saale). Nach dem Studium der Naturwissenschaften und Philosophie an der dortigen Universität und später an den Universitäten in München und Berlin sowie der Promotion mit der Schrift Der metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie war er von 1908 bis 1911 Gymnasiallehrer für naturwissenschaftliche Fächer sowie Deutsch und Geschichte in Hamburg und arbeitete nach seinem Umzug nach München (1911) als freier Schriftsteller, wobei er zunächst für verschiedene Zeitungen als Kulturreferent arbeitete und 1914 erste Schriften veröffentlichte. In dieser Zeit begann er mit den Arbeiten zu seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes (2 Bde.), das zwischen 1918 und 1922 erschien und das das moderne Geschichtsbild nachhaltig geprägt hat. Anläßlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erschien seine Denkschrift An den Kaiser Wilhelm, in der er dessen Beginn als "den größten Tag der Weltgeschichte" bezeichnete. Am Weltkrieg selber mußte er allerdings wegen einer Herzschwäche nicht teilnehmen. Mehrere Angebote auf Professuren ( Göttingen, 1919; Leipzig, 1933), lehnte er ab. Auch das Angebot Gregor Strassers, der ihn für die Mitarbeit an den Nationalsozialistischen Monatsheften zu gewinnen versuchte, schlug er aus - mit dem Hinweis auf die "primitive Lösung des Antisemitismus" durch die Nationalsozialisten. Als Joseph Goebbels ihn aufforderte, zum “Tag von Potsdam” eine Rede zu halten, lehnte er auch dies ab, ganz im Gegenteil distanzierte er sich mehr und mehr von den Nationalsozialisten. Jetzt wurde ihm, um den man noch kurz zuvor gebuhlt hatte, seitens des Völkischen Beobachters nicht nur indifferentes Verhalten vorgeworfen, sondern zudem, weder Hitler noch die "nationalsozialistische Bewegung" überhaupt gewürdigt zu haben, und ab sofort durfte Spengler in den Medien nicht mehr erwähnt werden; drei Jahre später starb er im Alter von nur 55 Jahren an einem Herzinfarkt in München. Die geschichtsphilosophischen und kulturgeschichtlichen Ideen aus seinem Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes, in dem er “den Versuch gewagt” hatte, “Geschichte vorauszubestimmen”, “das Schicksal einer Kultur ... in den noch nicht abgelaufenen Stadien zu verfolgen”, wirken allerdings bis heute fort. Der englische Historiker Arnold J. Toynbee, der Spengler zeitlebens bewundert hatte, lehnte allerdings dessen deterministische Sicht, der Aufstieg und Fall von Zivilisationen seinen einem natürlichen und unausweichlichem Zyklus unterworfen, ab. Für ihn ist Geschichte zwar ebenfalls Anstieg und Fall von Zivilisationen, aber nicht die Geschichte von Nationalstaaten oder ethnischer Gruppen, vielmehr gemäß kultureller, nicht aber nationaler Kriterien. Diese Ansicht vertritt heute auch Samuel Huntington (*1927, †2008) in seinem Buch The Clash of Civilizations - Remake of World Order (1996).

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München, Nordfriedhof

Bild: Giulia  (03/2006)

David Émile Durkheim

Französischer Soziologe; der Sohn eines Rabbiners wurde Professor u.a. an der Sorbonne (seit 1902). Er deutete die Gesellschaft als vom “Kollektivbewußtsein” bestimmt, das, obgleich von den Individuen erzeugt, auf diese einen überindividuellen sozialen Zwang durch seine normativen Verpflichtungen und Sanktionen ausübe (Gruppenmoral). Mit seinem Werk Die Regeln der soziologischen Methode (1895) entwickelte er die Soziologie als empirische Wissenschaft.

Werke u.a.: Über die Teilung der sozialen Arbeit (1893), Die elementaren Formen des religiösen Lebens (1912).

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Paris, Cimetière du Montparnasse

Albrecht Eduard Bernhard Nocht

 

 

Deutscher Tropenmediziner und -hygieniker; studierte Medizin in Berlin und diente anschließend als Arzt in der Kaiserlichen Marine. Ab 1887 arbeitete er drei Jahre lang im Kaiserlichen Gesundheitsamt unter Robert Koch. Nach einer Tätigkeit ab 1893 als Hafenarzt für Hamburg von baute er nach der Choleraepidemie, an der über 8.000 Menschen gestorben waren, ab 1900 ein bereits bestehendes kleines Institut innerhalb des Hafenkrankenhauses zum Hamburger Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten aus, dessen Leiter er bis 1930 war. Aus ihm ging das später nach ihm benannte Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin her. 1919 wurde Nocht zum Professor für Tropenmedizin an der medizinischen Fakultät der neugegründeten Universität Hamburg berufen. Von 1927 bis 1934 war er Vizepräsident der Hygiene-Kommission des Völkerbundes. Am 11.11.1933 gehörte er zu den Unterzeichnern des Bekenntnisses der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Hitler und dem nationalsozialistischen Staat. 1942 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina verliehen. Bernhard Nocht und seine Frau nahmen sich 1945 das Leben.

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Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Hamburg-Nienstedten

Hinweis: Nach Ablauf der Liegefrist wurden die sterblichen Überreste nach Ohlsdorf überführt.

Bilder: Matthias Bauer (07/2008)

Berlin, Halensee-Grunewald

Percy Ernst Schramm

 

 

Deutscher Historiker; einer vermögenden Kaufmannsfamilie entstammend; begann im April 1914 ein Studium der Geschichte an der Universität Freiburg im. Breisgau, das er unterbrach, als er sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Nach dem Ende des Krieges setzte er das Studium mit dem Beginn des Sommersemester 1919 zunächst an der Hamburger Universität fort, wo er zusätzlich Kunstgeschichte und Staatsrecht studierte, wechselte dann jedoch zu Beginn des Sommersemesters 1920 an die Universität München und im Sommersemester 1921 nach Heidelberg, wo er sein Studium 1922 mit der Promotion abschloß. 1924 habilitierte er sich als Privatdozent in Heidelberg, folgte 1929 aber einem Ruf als Ordinarius für Mittlere und Neuere Geschichte an die Universität Göttingen. Schramm, der 1963 emeritiert wurde, erforschte v.a. die Geschichte des frühen und hohen Mittelalters. Während des Zweiten Weltkriegs führte Schramm im Range eines Majors von 1943 bis 1945 das Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW). Von Mai 1945 bis Oktober 1946 war er in US-amerikanischer Gefangenschaft.

Werke u.a.: Sphaira, Globus, Reichsapfel. Wanderung und Wandlung eines Herrschaftszeichens von Caesar bis zu Elisabeth II. Ein Beitrag zum ”Nachleben“ der Antike (1958), Neun Generationen. Dreihundert Jahre deutscher „Kulturgeschichte“ im Lichte der Schicksale einer Hamburger Bürgerfamilie (1648–1948). (2 Bde., 1963-64)

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Bilder: Heiko Bockstiegel (1999)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Étienne Geoffroy Saint-Hilaire

 

Französischer Zoologe; Vater des Zoologen Isidore Geoffroy Saint-Hilaire; jüngstes von vierzehn Kindern eines Rechtsanwalts; studierte zunächst Theologie am Collége de Navarre in Paris: Aufgrund der Ereignisse der Französischen Revolution brach er das Studium ab, um Jura und anschließend Medizin zu studieren. 1793 wurde er am Jardin des Plantes zum Demonstrator für Zoologie ernannt, una als im selben Jahr das Musée d'Histoire Naturelle gegründet wurde, erhielt er dort eine Professur für die Zoologie der Wirbeltiere. Er versuchte, den Körperbau der Wirbeltiere und der Wirbellosen auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurückzuführen, was ihn - Anhänger der Abstammungslehre Jean Baptiste de Lamarcks - in Gegensatz zu den zur selben Zeit an der Akademie lehrenden Naturhistoriker Georges Cuvier brachte und zum sog. Pariser Akademiestreit führte. Innerhalb der Wirbeltiere deckte Geoffroy Saint-Hilaire viele Homologien (von griech. ὁμολογεῖν, - Übereinstimmungen) auf und gelangte u.a. zu einer Hypothese über die Abstammung der Vögel von urzeitlichen Reptilien. Damit erkannte er die Kontinuität zwischen fossilen und gegenwärtigen Lebewesen und bestätigte so den Evolutionsgedanken. Außerdem führte er verschiedentlich experimentelle Arbeiten durch, die den Verdacht bestätigten, daß Umwelteinflüssen Mißbildungen in der Keimesentwicklung von Wirbeltieren verursachen. 1818 erschien Geoffroy Saint-Hilaires Philosophie anatomique, zwischen 1820 und 1842 publizierte er das 7-bändige Werk Histoire naturelle des mammifères sowie 1830 Philosophie zoologique.

Von 1798 bis 1804 nahm er von 1798 bis 1801 an der Ägyptischen Expedition teil, an der unter dem Kommando von Napoléon Bonaparte außer ihm zahlreiche Wissenschaftler teilnahmen.

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Paris, Cimetière du Père Lachaise

Bilder: Valérie-Emma Leroux (12/2010) Wikipedia.org
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Georg Friedrich Grotefend

 

Deutscher Sprachwissenschaftler und Altertumsforscher; sechstes Kind eines Schuhmachermeisters; studierte nach dem Besuch der Lateinschule in Münden (heute Hann. Münden) und dem Pädagogium in Ilfeld ab 1795 an der Universität von Göttingen Philologie und Theologie. Noch mitten im Studium begriffen, arbeitete er bereits ab 1797 parallel dazu als Collaborator (lat. Mitarbeiter) am Gymnasium (heute Max-Planck-Gymnasium) in Göttingen. 1803 wurde er Prorektor am Städtische Gymnasium (heute Lessing-Gymnasium) in Frankfurt am Main, ab 1806 bis 1821 daselbst als Korrektor, während er ab 1812 zugleich Professor für klassische Literatur am just von Großherzog Carl Theodor von Dalberg im Großherzogtum Frankfurt gegründeten Lyceum Carolinum in Franklfurt am Main, war. 1819 war er einer der Begründer der Gesellschaft für Deutschlands ältere Geschichtskunde, die die Monumenta Germaniae Historica herausgab. 1821 ging er als Schulleiter nach Hannover an das dortige Lyzeums und ging als solcher 1849 in den Ruhestand.

Besondere Verdienste erwarb sich Grotefend durch die Enschlüsselung der Keilschriften von Persepolis, die der Kartograph Carsten Niebuhr, der Vater des Altertumsforschers Barthold Georg Niebuhr, auf seiner großen vom dänischen König Friedrich V. initiierten und finanzierten Arabien-Reise kopiert und von dort mit nach Deutschland gebracht hatte. 1802 gelang es ihm innerhalb kürzester Zeit, die bereits 1621 im Iran entdeckte Inschrift von Behistun über den Rückschluß persischer Königsnamen in griechischen Texten zu entziffern. Dieser besonderen Leistung folgten im Laufer der Zeit weitere Arbeiten zu babylonischen und assyrischen Keilschriften.

Werke u.a.: Anfangsgründe der deutschen Prosodie. (1815),   Neue Beiträge zur Erläuterung der persepolitanischen Keilschrift. (1837), Zur Geographie und Geschichte von Altitalien. 5 Hefte (1840–42).

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Bilder: D. Buhre (04/2014)

Hannover, Gartenfriedhof

Wissenschaft & Forschung XXXIX

Omnibus salutem!