Bild: Alexander Krischnig (12/2005)

Wladyslaw III. von Warna

Polnischer König (1434-44) und Ungarn (1440-44); aus dem Haus der Jagiellonen entstammend, Sohn von König Wladyslaw II. aus dessen zweiter Ehe mit Sofia Holszanska. Nach dem Tode seines Vaters wurde er im Alter von 10 Jahren zum König von Polen gekrönt, er blieb jedoch unter der Obhut adeliger Herren und des Kardinals Olesnicki. Das von den Osmanen bedrohte Ungarn bot Wladyslaw die Krone von Ungarn an, die Bindung mit Polen sollte für Ungarn eine Art Schutz bedeuten. Er ließ sich vom Papst überreden, mit seiner schlecht ausgebildeten Armee gegen die Osmanen zu ziehen. Zu einer entscheidenden Schlacht bei Warna kam es am 10.11.1444, sie endete in einer Niederlage und der König fiel auf dem Schlachtfeld. Wladyslaw war nie verheiratet und zog Männerfreundschaften vor.

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Sigismund I. der Alte

Polnischer König (1506-29); dem Hause der Jagiellonen entstammend. Sigismund folgte seinen Brüdern Johann und Alexander auf den polnischen Thron, er war ein Sohn von König Kasimir IV. und Elisabeth von Habsburg. Unter seiner Herrschaft erreichte Polen die größte Machtfülle, jedoch war innenpolitische die Machtbefugnis des Königs stark eingeschränkt. Um die Ostgrenze gegen das Großfürstentum Moskau und das Osmanische Reich abzusichern, schloß er ein Bündnis mit seinem Bruder Vladislav von Böhmen und mit dem deutschen Kaiser Maximilian I. Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Orden wurde unter Sigismunds Herrschaft die Lehnshoheit der polnischen Krone in Preußen durch den Deutschen Orden anerkannt. Sigismund war zweimal verheiratet, durch seine zweite Frau Bona Sforza verbreiteten sich in Polen die Ideen der Renaissance - Wissenschaft und Kunst blühten auf. Königin Bona ist noch heute in Polen sehr bekannt. Noch zu Lebzeiten Sigismunds wurde 1529 sein ältester Sohn Sigismund durch den Sejm zum König von Polen gewählt, wodurch Sigismund I. den Beinamen “der Alte” erhielt.

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Hinweis: Kenotaph; der Leichnam Wladislaws III. blieb auf dem Schlachtfeld liegen und wurde nicht gefunden.

Bild: Alexander Krischnig (12/2005)

Sigismund II. August

                              

Polnischer König (1529-72) der dem Haus der Jagiellonen entstammende Sohn von König Sigismund I. wurde 1529, vom Adel nur widerwillig akzeptiert, zum König gewählt und regierte nach dem Tode seines Vaters (1548) selbständig. Sigismund arbeitete eng mit den Magnaten und dem Senat zusammen, geriet jedoch in Konflikt mit dem niederen Adel. 1561 erwarb er Livland und Kurland. Am 1.7.1569 beschloß das durch ihn einberufenen Parlament die Lubliner Union: die bis dahin in Personalunion verbundenen Staaten Polen und Litauen wurden in einen einheitlichen Staat umgewandelt (“Adelsrepublik”) und die Wahlmonarchie wurde eingeführt, d.h. der König wurde nach dem Tod Sigismund II. unter Beteiligung des ganzen Adels gewählt. Sigismund war dreimal verheiratet u.a. mit Katharina, der Tochter Ferdinands I. und Anna von Böhmens, blieb jedoch kinderlos. Er war der letzte polnische König aus dem Haus der Jagiellonen und der letzte erbliche polnische König. Nach seinem Tode wurde Heinrich aus dem Hause Valois, der später als französische König Heinrich III. zum König von Polen gewählt.

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Sigismund III. Wasa

                     

Polnischer (1587-1632) und schwedischer König (1594-99); der der Dynastie der Wasa entstammende Sohn des schwedischen Königs Johann III. und Katharina Jagiellonka, der Schwester von Sigismund II. August. Von seiner polnischen Mutter katholische erzogen, wurde Sigismund nach dem Tod Stephan Báthorys auf Betreiben des Kanzler Zamoyskis zum polnischen König gewählt. Sigismund versprach, eine Flotte auf der Ostsee zu betreiben, die Ostgrenze gegen die Tataren zu sichern, und Schweden nicht ohne Einwilligung des polnischen Parlaments zu besuchen. Sechzehn Tage später unterzeichnete er die Artikel von Kalmar, die das zukünftige Verhältnis zwischen Polen und Schweden regelten, da er im Laufe der Zeit seinem Vater als König von Schweden nachfolgen würde. Die beiden Königreiche sollten zeitlich unbegrenzt vereinigt werden, aber jedes sollte seine eigenen Gesetze und Bräuche behalten. Von seinem Vater wurde ihm ausdrücklich befohlen, nach Schweden zurückzukehren, wenn die polnische Deputation auf die Abtretung Estlands an Polen als Bedingung für seine Machtübernahme bestehen würde. Es stellte sich heraus, daß die Polen noch schwieriger als erwartet zufriedenzustellen waren; schließlich wurde der Kompromiß geschlossen, die territorialen Entscheidungen auf die Zeit nach dem Tod Johann III. aufzuschieben. Sigismunds Stellung als König von Polen war außergewöhnlich schwierig. Als Ausländer konnte er von Anfang an nicht mit der Sympathie seiner Untertanen rechnen. Selbst Zamoyski, der ihn auf den Thron gebracht hatte, klagte, daß der König vom Teufel besessen sei. Die ersten Jahre von Sigismunds Herrschaft spiegeln einen fast kontinuierlichen Kampf zwischen Anna von ÖsterreichZamoyski und dem König wieder, in dem die Opponenten wenig mehr erreichten, als sich gegenseitig in Schach zu halten. Im Jahre 1592 heiratete Sigismund Anna von Österreich (l.), die Tochter Karls II. von Innerösterreich, und im selben Jahr wurde eine Versöhnung zwischen dem König und dem Kanzler eingefädelt, die ihm erlauben sollte, den nach dem Tod seines Vaters Johann III. frei gewordenen schwedischen Königsthron in Besitz zu nehmen. 1594 wurde er in Uppsala gekrönt, dazu hatte er zustimmen müssen, daß Schweden weiter seine protestantische Konfession pflegen durfte. Am 14. Juli reiste er nach Polen ab und ließ seinen Onkel Herzog Karl und den Senat Schweden während seiner Abwesenheit regieren. Vier Jahre später, im Juli 1598, wurde Sigismund gezwungen, um die Krone in seinem Heimatland zu kämpfen, da sein Onkel dabei war, mit Hilfe des Senats die Macht an sich zu reißen. Sigismunds Heer aus ungarischen Söldnern wurde am 25. September geschlagen, Herzog Karl wurde als Karl IX. zum König gekrönt. 1602 heiratete Sigismund Konstanze von Österreich (*1588, †1631), die Schwester seiner verstorbenen ersten Ehefrau. Nach dem Tod des Kanzlers verschlimmerte sich die politische Lage, da die Opposition nunmehr in den Händen von unfähigen Männern lag. Von 1606 bis 1610 herrschte in Polen praktisch Anarchie. Beim Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges schloß sich Sigismund klugerweise dem Kaiser an, um den vereinigten Anstrengungen der Protestanten und Türken die Waage zu halten. Diese Taktik war sehr vorteilhaft für die katholische Sache, da es die Türken von Zentral- und Nordosteuropa fernhielt. Privat war der König ein begabter ein begabter Kunstmaler und Goldschmied.

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Bild: Alexander Krischnig (12/2005)
Bild: Alexander Krischnig (12/2005)

Stephan IV. Báthory

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Polnischer König (1575-86) und Fürst von Siebenbürgen; wurde 1571 gegen den Willen der Habsburger in Wien durch die ungarischen Stände zum Fürsten von Siebenbürgen gewählt. 1574 wurde der polnische Thron frei, da der erste gewählte polnische König, Heinrich von Valois, es vorzog seinem verstorbenen Bruder Charles als König von Frankreich nachzufolgen. Daraufhin brach ein Nachfolgestreit unter den polnischen Adeligen aus, in den sich auch der Habsburger Maximilian II. einmischte. Insbesondere auf Druck des Kanzlers Jan Zamoyski wurde 1575 Stephan Báthory zum polnischen König gewählt, als Bedingung für seine Machtübernahme wurde ihm jedoch auferlegt Anna, die bereits 53 Jahre alte Tochter des vorletzten Jagiellonen-Königs Sigismund I. zu heiraten. Anfangs war seine Stellung extrem schwierig. Dies änderte sich jedoch mit dem Tod Maximilians, gerade in dem Moment, als dieser zusammen mit den Moskowitern in Polen einmarschieren wollte. Stephan hegte weiterhin tiefes Mißtrauen gegen die Habsburger, willigte jedoch einem durch den Nuntius eingefädeltem Verteidigungsbündnis mit dem Kaiserreich ein. Es folgten zwei Feldzüge gegen Rußland, 1581 drang Stephan bis ins Herz des Großfürstentums Moskau ein und belagerte Pskow. Da Iwan der Schreckliche um die Sicherheit seiner drittgrößten Stadt fürchtete, willigte er einem Friedensvertrag ein und trat Livland an Polen ab. Sein innenpolitisches Hauptziel war es das bis dahin dreigeteilte Ungarn in einem Reich zu vereinen, dieses Vorhaben wurde jedoch durch seinen Tod zerstreut.

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Wladislaw IV. Wasa

                                      

Polnischer König (1632-48) aus der Dynastie der Wasa, Sohn von König Sigismund III. Wasa und Anna von Österreich. Er war ein Befürworter der kriegerischen Auseinandersetzung, wobei er sich von dem pazifistische eingestellten polnischen Adel entfernte. 1610 wurde ihm die russische Zarenkrone angeboten, regiert hatte er jedoch nie. 1617 stieß er mit Unterstützung von Dnjeprokosaken auf Moskau zu. In einem Friedensvertrag wurde schließlich die Regentschaft von Zar Michael de facto anerkannt. 1632 wurde Wladislaw zum polnischen König gewählt. Zwei Jahre später erhielt er von Rußland die Stadt Smolensk und ließ sich dadurch den Verzicht auf die Zarenkrone endgültig abkaufen. Wladislaw erhob auch stets Ansprüche auf die schwedische Krone,Marie Luise Gonzaga was häufig zu bewaffneten Konflikten mit Schweden führte. Polnische Küstenstädte wurden mehrmals von den Schweden überfallen, was zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten auf Seiten der Polen führte. Während Wladislaws Herrschaft verschlechterte sich auch die Situation in der Ukraine, was 1648 zum großen Kosakenaufstand führte. In erster Ehe war Wladislaw mit seiner Cousine, der Habsburgerin Cäcilia Renata, verheiratet, die nach drei Totgeburten im Kindbett starb. Seine zweite Ehefrau war Luisa Maria Gonzaga (*1611, †1667), die für das gute Verhältnis mit Frankreich sorgte und sich für die Wahl des Nachfolgers zu Lebzeiten des Herrschers (electio vivente rege) stark machte. Nach dem Tod Wladislaws heiratete sie dessen Bruder, König Johann II. Kasimir.

Wladislaw II. Wasa hoch zu Pferde (pinxit Peter Paul Rubens, ca. 1624)

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Bild: Alexander Krischnig (12/2005)
Bild: Alexander Krischnig (12/2005)

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Mitttelschiff links

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Krypta

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Krypta

Grab der Königin Anna (von Österreich), 1. Ehefrau Sigismunds III.

Grab der Königin Konstanze (von Österreich), 2. Ehefrau Sigismunds III.

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Krypta

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Krypta

Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Krypta

Cäcilia Renata

 

Königin von Polen; Großfürstin von Litauen; Erzherzogin von Österreich; jüngste Tochter Ferdinands II. und Maria Annas von Bayern; am 13.9.1637 wurde sie mit Wladislaw IV. Wasa verheiratet und noch am selben Tag in der Warschauer Johanneskathedrale gekrönt. Sie begann zugleich, den Hof nach ihren Vorstellungen zu organisieren, wobei ihr ihre natürliche Liebenswürdigkeit dabei dienlich war. Sie verbündete sich mit der Fraktion der Pro-Habsburger des Kanzlers Jerzy Ossoliński und der pro-katholischen des Albrycht Stanisław Radziwiłł, um den Einfluß des Hauses Habsburg gegen die politischen Gegner am Hof zu stärken; und sie nutze ihren Einfluß auf ihren Gemahl zu eben diesem Zwecke. Erst als dieser nach 1638 die geringe Unterstützung seitens Österreichs feststellte, schwand ihr Einfluß über den König.

Aus der Verbindung gingen drei Kinder hervor, von denen jedoch zwei jung verstarben. Bei der Geburt des dritten Kindes, das eine Totgeburt war, starb sie im Alter von nur 32 Jahren.

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Krakau, Schloß-(Dom-)Kirche auf dem Wawel, Krypta

Bilder: Alexander Krischnig (12/2005)
Adel / Regenten XXV

Omnibus salutem!