Katharina Parr [engl. Catherine Parr]

Königin von England; war das erste Kind von Sir Thomas Parr (†1517) und Maud Greene (†1529). Bereits nach dem Tod ihres kranken zweiten Gatten wollte sie eigentlich Thomas Seymour (*1508, †1549) heiraten, doch im Frühjahr 1543 warb König Heinrich VIII. um sie und sandte Thomas als Botschafter nach Brüssel. Bereits kurz darauf, am 12.7.1543, fand in Hampton Court die Hochzeit zwischen dem 20 Jahre älteren Heinrich und Katharina statt. Es gelang ihr während der dreijährigen Ehe, Heinrichs Kinder aus den vorherigen Ehen (Maria, Elisabeth und Eduard) in die neue Beziehung zu intergrieren. Nach Heinrichs Tod heiratete sie Ende Mai 1547 schließlich Thomas Seymour (nachmals Baron Seymour of Sudeley and Lord High Admiral), kümmerte sich jedoch auch weiterhin um die Erziehung ihrer Stieftochter Elisabeth und der von Jane Grey (*1535, †1554). Am 30.8.1548 gebar sie ihr einziges Kind; sie selbst starb bereits kurz nach der Geburt am Kindbettfieber.

Inschrift: Here lyethe quene Kateryn wife to Kyng Henry VIII And Last the Wife of Thomas Lord of Sudeley high Admyrall of England and unkle to Kyng Edward VI dyed 5 September MCCCCCXLVIII (Hier liegt Königin Katharina Frau Heinrichs VIII. und letzte Frau von Thomas Lord von Sudeley hoher Admiral von England und Onkel König Eduards VI. gestorben am 5. September 1548).

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Sudeley Castle b. Winchcombe (Gloucestershire), St. Mary's Church

Bild: Jochen Schultheis (11/2006)
Bild: Jochen Schultheis (11/2006)

Luitpold Karl Joseph Wilhelm von Bayern

Prinzregent von Bayern (1886-1912); Sohn König Ludwigs I., Regent für seine geisteskranken Neffen Ludwig II. (Entmündigung 9.6.1886) und Otto. Die eigentliche Herrschaft lag dabei jedoch bei seinen Ministern. Unter seiner Regentschaft entwicklete sich jedoch in München eine fruchtbare Zeit für die bildenden Künste. Nach dem beim Volk beliebten Prinzregenten sind zahlreiche Örtlichkeiten in der Residenzstadt sowie das bekannte Luitpold Theater benannt. Verheiratet war er seit dem 15.4.1844 mit der Erzherzogin von Österreich Auguste Ferdinande. Aus der Verbindung ging u.a. der spätere König Ludwig III. von Bayern hervor.

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Auguste Ferdinande

Erzherzogin von Österreich und Prinzessin der Toskana; Tochter Leopolds II. von Österreich-Toskana und seiner ersten Frau Maria Anna von Sachsen; Verheiratete war sie seit dem 15.4.1844 mit Prinzregent Luitpold von Bayern. Aus der Verbindung ging u.a. der spätere König Ludwig III. von Bayern hervor.

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Otto I.

                         1865

König von Griechenland, königlicher Prinz von Bayern; zweitgeborene Sohn König Ludwigs I. von Bayern und der Therese, Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen. Als es nach der Beendigung des griechischen Unabhängigkeitskrieges (1821-30) und der Ermordung des ersten Staatsoberhauptes Griechenlands (Ioannis Kapodistrias, †1831) die Großmächte Großbritannien, Frankreich und Rußland Griechenland gemäß des am 3.2.1830 in London verfaßten Protokolls zu einem unabhängigen Königreich erklärten, rief die griechische Nationalversammlung den 16jährige Otto I. von Bayern, ein Nachkomme der byzantinischen Kaiserdynastien Komnenos und Laskaris, zum König aus. Otto bestieg daraufhin am 6.2.1832 den Thron. Bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Athen 1834 nahm Otto, der von 1832 bis 1862, seinen Sitz in Nafplion, einer Hafenstadt auf dem Peloponnes am Argolische Golf. 1841 bezog Otto in Athen das von Friedrich von Gärtner mit Geld aus Bayern erbaute Schloß, das heutige Parlamentsgebäude. Er errichte nach bayerischen Vorbild eine Zivilverwaltung unter der Regie bayerischer Beamter Das von ihm aufgelegte Investitionsprogramm, das dem durch den Befreiungskrieg gebeutelten Griechenland auf die Beine helfen sollte, wurde finanziell durch griechische Mäzene im Ausland und seinen Vater, den König Ludwig I. als Bürgen unterstützt. Zuletzt beliefen sich die Schulden gegenüber Bayern auf fast 2 Millionen Gulden. Ohne das letzte Darlehen von einer Million Gulden, das König Ludwig ermöglichte, hätte Griechenland den Staatsbankrott anmelden müssen. Nachdem 1843 die letzten bayerischen Truppen aus Griechenland abgezogen waren, weitete sich ein Militärputsch in Athen zu einem ersten Volksaufstand gegen König Otto mit der Folge aus, daß er einen Teil seiner Macht abgeben und 1844 einer Verfassung zustimmen mußte; Andreas Metaxas wurde zum Ministerpräsidenten ernannt. Der zweite große Aufstand brach 1862 los, während sich das Königspaar auf einer Rundreise befand. Nachdem er durch die Revolution gestürzt worden war, kehrte er mit seiner Frau, HerzoginAmalie von Oldenburg die er am 22.11.1836 in Oldenburg geheiratet hatte, nach Bayern zurück.

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Amalie Marie Friederike

                           

Königin von Griechenland; Herzogin von Oldenburg; Prinzessin von Bayern; Tochter von Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg und seiner ersten Frau, Prinzessin Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym. Sie war seit dem 22.11.1836 mit Otto I. Friedrich Ludwig, König von Griechenland, dem Sohn Ludwigs I., König von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen verheiratet. Als Königin von Griechenland war sie allgemein bei der Bevölkerung beliebt. In Abwesenheit von Otto übernahm sie oftmals die Regierungsgeschäfte. Amalie, die während der Abwesenheit von Otto öfters die Regierungsgeschäfte übernahm, kümmerte sich besonders um die Modernisierung der Landwirtschaft und deren Betriebe; so ließ sie in Pyrgos Heptalophos einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb einrichten, und sie legte ein Aufforstungsprogramm für Attika auf, das über die Jahrhunderte fast baumlos geworden war. Aber auch um den Ausbau von kulturellen Einrichtungen bemühte sie sich und begründete griechische Frauenvereine. Auf ihre Initiative hin wurde der Schloßgarten in Athen (seit 1974 Nationalgarten) angelegt. 

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Bild: KN (08.11.2006)

Bertha von Turin

 

Deutsche Kaiserin; Gemahlin Kaiser Heinrichs IV.; Tochter des Grafen Otto von Savoyen und der Adelheid von Turin. Wie seinerzeit aus dynastischen Gründen üblich, wurden Bertha und Heinrich bereits als Kinder miteinander verlobt (25.12.1055); die Hochzeit fand knapp 11 Jahre später im Juli 1066 in Trebur statt. Die Ehe war unglücklich; Heinrich wollte sich gar von Bertha scheiden lassen, nahm von dem Vorhaben allerdings Abstand, als Papst Alexander II. seine Zustimmung verweigerte.

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Speyer, Dom (Krypta)

Ludwig I.

    1830  ~1860

König von Bayern (1825-48); Sohn von Maximilian I., Großvater von Ludwig II.; baute München zur Kunststadt aus (u.a. Pinakotheken), wohin er 1826 auch die Landesuniversität (bisher Landshut) verlegte; begeisterte sich für den griechischen Freiheitskampf (sein zweiter Sohn Otto wurde 1832 griechischer König); seine zunächst liberale Politik zeigte nach 1830 reaktionäre Züge. Die Opposition, verstärkt durch die Affäre um Lola Montez, zwang ihn, am 20.3. 1848 zugunsten seines Sohnes Maximilian II. Joseph abzudanken. Auf ein Pferderennen anläßlich seiner Vermählung mit Therese von Sachsen-Hildburghausen (*1792, †1854) geht das Oktoberfest in München zurück.

Ludwig förderte den Eisenbahnbau in Bayern. Die erste deutsche Eisenbahn für Personenverkehr zwischen Nürnberg und Fürth, die Ludwigseisenbahn, die 1835 eröffnet wurde, sowie die Eisenbahn zwischen Bexbach und Ludwigshafen am Rhein, , die Pfälzische Ludwigsbahn, wurden nach ihm benannt. Ludwig ließ 1843 bis 1854 die Bahnstrecke Hof–Nürnberg–Augsburg–Kempten–Lindau (Ludwig-Süd-Nord-Bahn) bauen.

Inschrift: Ludovicus Bavariae Rex in honorem sancti Bonifacii Germanorum apostoli hanc basilicam ecclesiam condidit. Fundamentum posuit anno domini MDCCCXXXV die XII mensis Octobris (Ludwig, König von Bayer, gründete zu Ehren des Heiligen Bonifacius, Apostel der Deutschen, diese Kirche. Die Fundamente wurde im Jahre des Herrn 1835 am 12. Tag des Oktober gelegt).

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Bilder: Franz Josef Mörsch jr. (07/2006)
Bild: Franz Josef Mörsch jr. (07/2006)

München, St. Bonifaz Kirche

Therese Charlotte Luise née von Sachsen-Hildburghausen

 

Königin von Bayern; Nichte der Königinnen Luise von Preußen und Friederike von Hannover. Am 12. Oktober 1810 fand ihre Trauung mit dem bayerischen Kronprinzen Ludwig in der Hofkapelle der Residenz statt. Anschließend fand auf der später nach ihr benannten Theresienwiese ein Pferderennen und seitdem alljährlich das Oktoberfest statt. Sie starb 1854 als Opfer einer Cholera-Epidemie.

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Bild: Alexander Krischnig (07/2007)

München, Theatinerkirche, Fürstengruft

Bilder: Carolyn Heathcote (08/2006)

Viktor Emanuel II. (Vittorio Emanuele)

                

König von Italien (1861-78); Großvater von Viktor Emanuel III.; ältester Sohn König Karl Alberts I. von Sardinien und dessen Gemahlin Maria Theresia von der Toskana: Er gelangte durch die Abdankung seines Vaters nach der Niederlage gegen die unter Feldmarschall Josef Graf Radetzky geführten Österreicher bei der Schlacht von Novara (1849) auf den Thron. Zunächst schloß er mit Österreich Frieden, versuchte dann jedoch mit Erfolg sein Königreich Sardinien-Piemont an die Spitze des Risorgimento. Als Berater fugierte sein Minister Camillo Cavour, dem er weitgehend freie Hand in der Einigungsbestrebungen ließ. Die Gallionsfigur dieser Bewegung war jedoch Viktor Emanuel. So erklangen nach der Aufführung von Giuseppe Verdis Oper Nabucco Verdi-Rufe die Scala (=Viva Emanuele Re dItalia). Wenig später leiteten die “Cinque giorni di Milano” (18.-22.3.1848) das Ende der österreichischen Herrschaft über Norditalien ein. Die Österreicher, die nach politisch-militärischer Provokation Sardiniens in Piemont eingefallen waren, wurden mit französischer Hilfe 1859 im Sardinischen Krieg besiegt und die Lombardei erobert. Die mittelitalienischen Staaten anerkannten Viktor Emanuel als König eines künftigen geeinten italienischen konstitutionell-monarchistischen Staates. Nach der Befreiung Siziliens und Neapels (Königreich beider Sizilien) von der Herrschaft der Bourbonen durch die Freischaren Giuseppe Garibaldis 1860/61 sprach sich auch die dortige Bevölkerung in einem Plebiszit für die Vereinigung mit Italien aus. Am 17.3.1861 wurde Viktor Emanuel II. offiziell zum König von Italien proklamiert.

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Rom, Pantheon

Bild: Sandro Mancuso (04/2006)

München, St. Bonifaz Kirche

München, Theatinerkirche, Fürstengruft

München, Theatinerkirche, Fürstengruft

München, Theatinerkirche, Fürstengruft

Kolorierte Aufnahme aus dem Jahre 1900

Hinweis: Ludwigs Herz wurde in der Gnadenkapelle in Altötting beigesetzt

Bilder: Alexander Krischnig (07/2007)
Adel / Regenten XXXVII

Omnibus salutem!