Fred Delmare eigentl. Werner Vorndran

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Schreiners und einer Näherin; erlernte er den Beruf des Werkzeugmachers. 1940 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger zur Kriegsmarine in Bremerhaven, nahm 1940 und 1941 Schauspielunterricht am dortigen Stadttheater bei dessen Intendanten Karl Georg Saebisch und wirkte in einer Operette als Statist mit. Nach einer schweren Verletzung im Jahre 1943 wurde er vom weiteren Dienst in der Marine freigestellt. 1946 kam er an das Nationaltheater von Weimar, an dem er Schauspielunterricht bei Walter Jupé erhielt, absolvierte von 1947 bis 1950 als externer Schüler die Schauspielschule des Hebbel-Theaters in West-Berlin und gab dort 1947 sein Debüt als Vansen in Goethes Trauerspiel Egmont. 1950 wechselte er an das Leipziger Schauspielhaus, dem er bis 1970 angehörte. In der DDR wurde Delmare hauptsächlich durch seine zahlreichen Filme bekannt: Er wirkte in mehr als 200 Filmen mit, darunter in den bedeutenden DDR-Produktionen Nackt unter Wölfen (1963) und Jeder stirbt für sich allein (1970). Zusehen war auch in der Kriminalfernsehserie Polizeiruf 110 z.B in der Folge Die Entdeckung (1980). Nach der Wiedervereinigung trat Delmare vermehrt in Fernsehserien auf und wurde dem Publikum im Westen der Bundesrepublik vor allem durch seine Rollen in den Fernsehproduktionen Lindenstraße, In aller Freundschaft und Unser Charly bekannt.

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Klaus Kammer

 

Deutscher Theater- und Filmschauspieler; der heute wegen seines frühen Todes fast vergessene Schauspieler gehörte in der Nachkriegszeit zu den bekanntesten Theatergesichtern. Nach seinem Theaterdebüt in seiner Heimatstadt im Jahre 1948 spielte er zunächst an diversen Theatern in der Provinz, bevor er für die Saison 1953/54 an das Thalia-Theater nach Hamburg kam und ab 1955 in Berlin mit bedeutenden Regisseuren wie Willi Schmidt (*1910, †1994), Boleslaw Barlog und Fritz Kortner zusammenarbeitete. In Berlin, am Schiller- und Schloßpark-Theater engagiert, begeisterte der junge Schulspieler nicht nur den bekannten, für die Welt schreibenden Theaterkritiker Friedrich Luft, als er in Franz Kafkas zu einem Ein-Personen-Stück umgeschriebener Erzählung Ein Bericht für eine Akademie, den Affen spielte: "Vergleichbares ist diesem Kritiker bisher nicht untergekommen. Kammers Darbietung ist ein extremer Schauspielakt ohnegleichen..."(DIE ZEIT,15.05.1964, Nr. 20). Kammer gestaltete Rollen wie die des Jimmy Porter in Osbornes Blick zurück im Zorn, oder Hans Henny Jahnns Thomas Chatterton. Der vielseitige Kammer wirkte auch in einigen Kino- und Fernsehfilmen mit, u.a. als der Häftling Willy Kufalt in Hans Falladas Wer einmal aus dem Blechnapf frißt. oder der Fernsehfassung Golden Boy des gleichnamigen Theaterstücks von Clifford Odets an der Seite von Hildegard Knef und René Deltgen. Im Alter von nur 35 Jahren starb Kammer an den Folgen einer Vergiftung durch Kohlenstoffmonoxid, das er in einer Garage eingeatmet hatte. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Hilde Röhling, die er in Hamburg am Thalia-Theater kennengelernt hatte.

Filme u.a.: Keine Angst vor großen Tieren (1953), Ein Mädchen aus Flandern (1955/56), Banditen der Autobahn (1955), Kriegsgericht (1959), In der Strafkolonie 1962/63). 

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Maria Johanna Julia Koppenhöfer

 

Deutsche Schauspielerin; Tochter eines Stuttgarter Hotelbesitzers; nach einer Schauspielausbildung und ihrem Bühnendebüt in Stuttgart hatte sie Engagements in München und Köln und kam 1925 an das Deutsche Theater Berlin sowie 1926 an das Preußische Staatstheater Berlin. Ihr Leinwanddebüt konnte sie in einer Nebenrolle in dem Film 24 Stunden aus dem Leben einer Frau im Jahre 1931 feiern. Danach wirkte sie in zahlreichen weiteren Leinwandproduktionen mit, u.a. an der Seite von Zarah Leander in Das Herz der Königin (1940) oder der Verfilmung von Pole Poppenspäler nach der gleichnamigen Novelle von Theodor Storm. Die Premiere ihrer letzten Arbeit für das Kino, Leni Riefenstahls Tiefland, konnte Maria Koppenhöfer nicht mehr miterleben; der Film kam erst 1954, sechs Jahre nach ihrem Tod in die Kinos. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielte sie zunächst in München Theater, und glänzte dort insbesondere in der Erstaufführung von Anouilhs Eurydike; später war sie in Frankfurt am Main als Iphigenie in Goethes gleichnamigen Schauspiel zu sehen.

Filme u.a.: Unheimliche Geschichten (1932), Das erste Recht des Kindes (1932), Flüchtlinge (1933), Schlußakkord (1936), Der Raub der Sabinerinnen (1936), Der Berg ruft! (1938), Anna Favetti (1938), Das Herz der Königin (1939), Bismarck (1940), Wetterleuchten um Barbara (1940/41), Der Puppenspieler (1945).

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Edward Goldenberg Robinson eigentl. Emmanuel Goldenberg

 

US-amerikanischer Schauspieler; kam 1902 mit seinen Eltern und seinen fünf Brüdern in die USA, wo er in New Yorks Lower East Side aufwuchs. Seine ursprüngliche Absicht, entweder Rabbi oder Rechtsanwalt zu werden, gab er auf und begann mit Hilfe eines Stipendiums eine Schauspielausbildung an der Academy of Dramatic Arts. Ab 1915 trat er in Nebenrollen am Broadway und in einigen Stummfilmen in Erscheinung. Seine Darstellung als der Gangster Rico Bandello in dem Streifen Little Caesar (1931, dt. Der kleine Cäsar) begründete sein Image als “tough guy” (harter Junge), als der er u.a. in Smart Money (1931, dt. Leichtes Geld) oder Tiger Shark (1932, dt. Tiger-Hai) zu sehen war. In den 1940er Jahren weitete er sein Darstellungskunst auf psychologische Dramen aus, z.B. unter der Regie von Billy Wilder in Double Indemnity (1944, dt. Frau ohne Gewissen), oder unter der Regie von Fritz Lang die beiden Filme The Woman in the Window (1945, dt. Gefährliche Begegnung) bzw. Scarlet Street (1945); 1948 war er an der Seite von Humphrey Bogard in dem Gangsterfilm Key Largo von John Huston zu sehen, dem letzten von fünf mit Bogard gedrehten Filmen.

Filme u.a.: Five Star Final (1931, dt. Spätausgabe), Kid Galahad (1937), A Slight Case of Murder, The Amazing Dr. Clitterhouse (beide 1938), The Stranger (1946, dt. Die Spur des Falken), The Ten Commandments (1957, Die zehn Gebote), Robin and the Seven Hoods (1964, dt. Sieben gegen Chicago), The Cincinnati Kid (1965), Soylent Green (1973, dt. Jahr 2022… die überleben wollen).

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Louis Burt Mayer eigentl. Eliezer Meir

 

US-amerikanischer Filmproduzent; kam mit seinen Eltern ca. 1888 nach Kanada und ging 1904 nach Boston. 1907 eröffnete er in Haverhill (Massachusetts) sein erstes Kino. Er verlieh außerdem Filme und besaß innerhalb weniger Jahre 90 Prozent aller Kinos in den New England Staaten. Mit dem Geld, das Mayer, der 1912 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erwarb, mit seinem Anteil an dem Film The Birth of a Nation (dt. Die Geburt einer Nation) 1915 verdient hatte, gründete er 1916 gemeinsam mit Richard A. Rowland die Metro Pictures Corporation, die er zwei Jahre später aus Angst vor der Motion Picture Patents Company (Edison Trust), einem Film-Oligopol, von New York City nach Hollywood verlegte, und die 1924 gemeinsam mit Samuel Goldwyn in der neu gegründeten Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) aufging. Im Jahr 1925 produzierte Mayer seinen erfolgreichsten Film, den nach dem Erfolgsroman von Lewis Wallace gedrehten Monumentalfilm Ben Hur, der sich zum erfolgreichsten amerikanischen Kinofilm entwickelte. Weitere herausragende Erfolgen waren The Big Parade (1925), Grand Hotel (1932, dt. Menschen im Hotel) oder Dinner at Eight (1933, dt. Dinner um acht). Sein Erfolg beruhte u.a. darauf, daß er die Schauspieler vertraglich exklusiv an MGM band (sog. Star-System); zu diesen Stars gehörten u.a. Joan Crawford, Clark Gable, Greta Garbo, Ava Gardner, Judy Garland, Cary Grant, Jean Harlow, Hedy Lamarr, Katharine Hepburn, James Stewart, Elizabeth Taylor, Spencer Tracy und Lana Turner. Erst Ende der 1940er Jahre geriet das Unternehmen durch das Aufkommen des Fernsehens und aufgrund eines veränderten Publikumsgeschmacks in die Krise und erliitt substantielle Gewinneinbuße. In die Krise hatte aber auch der ständige von Mayer veranlaßte Wechsel bei Studioleitern geführt. Mayer war auch politisch aktiv, so war er Anhänger der Republikaner und unterstützte u.a. bei der Präsidentenwahl 1929 Herbert Hoover und Joseph McCarthy bei der Wahl zum Senator von Kalifornien. Von 1931 bis 1932 war er Vizevorsitzender der Partei in Kalifornien, von 1932 bis 1933 Vorsitzender. 1934 bekämpfte er Upton Sinclairs Bewerbung um das Amt des kalifornischen Gouverneurs.

1981 übernahm MGM den Konkurrenten United Artists Communication Co. und firmierte danach unter Metro-Goldwyn-Mayer/United Artists Communications Co. Inc. (MGM/UA). Ab 1986 wechselte MGM mehrfach den Eigentümer und befindet sich seit 1996 im Besitz des amerikanischen Finanziers Kirk Kerkorian.

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Bild: Bernd Schwibbe (06/2009)

Berlin, Friedhof a.d. Stubenrauchstraße

Bild: Thomas Haas (08/2009)

Leipzig, Südfriedhof

Bilder: Heiko Bockstiegel (2009)

Hannover, Stöckener Friedhof

Bilder: Hajo Rackel (08/2009)

Stuttgart, Fangelsbach-Friedhof

Bild: Marl Yearian (08/2009)

New York, Brooklyn, Beth El Cemetery

Hinweis: Edward G. Robinson wurde im Goodman-Mausoleum beigesetzt. 

Bild: Lisa Burks (07/2009)

East Los Angeles, Home of Peace Memorial Park

Lutz-Jürgen Moik

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Chemikers; wuchs nach dem frühen Tode seines Vaters in einem Militär-Waisenhaus in Potsdam auf. Dort entdeckte ihn 1942 der Regisseur Robert A. Stemmle, der ihn als Schuljunge in seinem Film Meine Herren Söhne an der Seite von Werner Hinz einsetzte. Moik, der eigentlich den Beruf eines Bühnenbildner ergreifen wollte und Kunstgeschichte studierte, arbeitete zunächst als Sprecher beim Rundfunk und in diversen Hörspielen. Nebenbei nahm er privaten Schauspielunterricht bei Leonore Ehn und wurde 1947 für die Hauptrolle in dem Nachkriegsdrama Und finden dereinst wir uns wieder... des Regisseurs Hans Müller ausgewählt. Er brach daraufhin sein Studium ab und konzentrierte sich ganz auf eine Karriere als Darsteller. Er wirkte in mehreren Filmen für die ostdeutsche Filmproduktionsgesellschaft DEFA mit und ab 1951 auch in bundesdeutschen Filmen. Bekannt wurde Moik 1950 durch Paul Verhoevens Verfilmung des Märchens Das kalte Herz. In der Bundesrepublik wirkte er u.a. in Der eiserne Gustav (1958) mit an der Seite von Heinz Rühmann mit, in dem Streifen Fabrik der Offiziere (1960) und in Fernsehserien; außerdem arbeitete er als Synchrosprecher.

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Raymond Hart Massey

 

Kanadisch-amerikanischer Schauspieler; Sohn des Eigentümers der Massey-Harris Tractor Company, Vorläufer der heutigen Firma Massey Ferguson Limited, und der aus den Vereinigten Staaten stammenden Anna Massey, née Vincent; bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich bei der kanadischen Armee und war als Artillerist an der Front in Flandern eingesetzt. Traumatisiert aus dem Krieg nach Kanada zurückgekehrt, wurde er Ausbilder für US-amerikanische Offizier an der Yale Universität Nach dem Ende des Krieges arbeitete er zunächst im elterlichen Betrieb und verkaufte Landmaschinen. Massey, der bereits während des Krieges auf Bühnen aufgetreten war, ging Anfang der 1920er Jahre nach London, wo er 1922 erstmals auf einer professionellen Theaterbühne stand. Erstmals im einem Film war er 1927 in dem Streifen High Treason zu sehen. 1931 mimte er in The Speckled Band, dem ersten Sherlock-Holmes-Film mit Ton, den berühmten Detektiven. Er übernahm jetzt zunehmend Hauptrollen, so 1934 in dem HistorienfilmThe Scarlet Pimpernel (dt. Die scharlachrote Blume), 1936 in H.G. Wells Science-fiction-Film Things to Come (dt. Was kommen wird) oder 1944 in der Rolle des Bezirksstaatsanwalts in The Woman in the Window (dt. Gefährliche Begegnung) an der Seite von Edward G. Robinson und Joan Bennett. 1940 übernahm er die Rolle des ermordeten US-Präsidenten Abraham Lincoln in dem Film Abe Lincoln in Illinois (viele Jahre vorher hatte dessen Sohn Robert Todd Lincoln, Masseys Stimme gehört und verblüfft festgestellt, daß sie der seines Vaters sehr ähnelte). Im Zweiten Weltkriegs war er erneut Angehöriger der kanadischen Armee, aus der er 1943 nach erneuter Verwundung als Kriegsinvalide entlassen wurde. In den 1950er und 1960er Jahren war Massey, der nach dem Krieg die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erworben hatte, häufig auch in Fernsehfilmen zu sehen. Als Teilnehmer an beiden Weltkriegen verurteilte er den von den USA geführten Vietnamkrieg

Filme u.a.: Fire Over England (1937, dt. Feuer über England), The Hurricane (1937, dt. … dann kam der Orkan), Arsenic and Old Lace (1944, dt. Arsen und Spitzenhäubchen), East of Eden (1955, dt Jenseits von Eden), The Naked and the Dead (1958, dt. Die Nackten und die Toten), The Great Impostor (1961, dt. Ein charmanter Hochstapler), How the West Was Won (1962, dt. Das war der Wilde Westen).

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New Haven (Connecticut), Beaverdale Memorial Park

Bild: Susan Kayne (08/2009)

Walter Rodi” Jakob Roderer

 

 

Schweizer Volksschauspieler; Sohn eines Textilkaufmanns; nach dem humanistischen Abitur wollte er ursprünglich Pfarrer werden, studierte dann aber Germanistik an der Universität von Zürich, mußte dieses jedoch aus finanziellen Gründen nach nur vier Semestern aufgeben. Er verdiente sich danach Geld durch Auftritte am Züricher Schauspielhaus in Nebenrollen und arbeitete außerdem in einer Fabrik und als Vertreter.  Nachdem er für das Cabaret Fédéral entdeckt worden und in Schweizer Filmen wie Oberstadtgass (1956) mitgewirkt hatte, gründete er 1957 ein eigenes Theater, mit dem er viele Jahrzehnte mit Boulevard-Stücken und Schwänken durch das Land tourte Sein erfolgreichstes Stück war die Komödie Der Mustergatte, mit der er alle Theaterrekord brach: Fast 1.300 Mal brachte er auf die Bühne. Sein 1988 gedrehter Film Ein Schweizer namens Nötzli ist bis heute eine der kommerziell erfolgreichsten Schweizer Kinoproduktionen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde Roderer aufgrund seiner Mitwirkung in den Filmen Ein Käfer auf Extratour (1973) und Das verrückteste Auto der Welt (1975) aus der Dudu-Filmreihe, über einen umgebauten VW Käfer namens Dudu, die zwischen 1971 und 1978 unter der Regie von Rudolf Zehetgruber produziert wurde, wahrgenommen. 1993 zog Roderer sich von der Bühne zurück. Zuvor hatte er in der Deutschschweizer Presse eine Anzeigenkampagne zum damals geplanten Beitritt der Schweiz zum Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) geschaltet, in der er seine Landsleute aufforderte, bei einer auf Ende 1992 angesetzten Volksabstimmung gegen den Beitritt zu stimmen. Roderers Argumentation trug ihm allerdings in rechtskonservativen Kreisen Beifall ein, während sie ihn bei den Beitrittsbefürwortern diskreditierte.

Filme u.a.: So ein Mustergatte (1937), Die Venus von Tivoli (1953), Der 10. Mai (1957), Ferien vom Ich (1963), Der Würger vom Tower (1966).

Auszeichnungen u.a.: Prix Walo als Publikumsliebling (1983 und 1988), Ehren-Prix Walo für sein Lebenswerk (2006), Lifetime Award des Schweizer Fernsehens für sein Lebenswerk (2010).

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Gudrun Genest

 

 

Deutsche Schauspielerin; Cousine des Schauspielers Hubert von Meyerinck; debütierte nach einer Schauspielausbildung 1931 an der Berliner Volksbühne, über die kommenden Jahre gefolgt von Engagements 1931/32 am Staatstheater Berlin, von 1933 bis 1942 an den Städtischen Bühnen Köln und von 1943 bis 1944 an der Berliner Soldatenbühne. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte sie wie u.a. Hildegard Knef, Klaus Schwarzkopf und Gunnar Möller, Klaus Kinski und Martin Held zum Ensemble des mit Boleslaw Barlogs Hilfe wiedereröffneten Schloßpark Theaters in Stieglitz. Dort spielte sie u.a. die Eliante in Molières Der Menschenfeind, das Fräulein Bürstner in Kafkas Der Prozeß oder die Bettina Clausen in Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenuntergang. Ab 1951 wirkte sie am Schillertheater. Dort stand sie in zeitgenössischen und klassischen Theaterstücken auf der Bühne. Ab 1950 stand sie dann auch vor der Filmkamera; so war sie u.a. in der Komödie Kohlhiesels Töchter (1962) an der Seite von Liselotte Pulver, in Edgar-Wallace-Filmen, z.B. Die Blaue Hand (1967), und der Familienserie Die Wicherts von nebenan (1986) zu sehen. Außerdem lieh sie ihre Stimme als Synchronsprecherin zahlreichen ausländischen Kollegen.

Verheiratet war sie seit 1954 mit dem ehemaligen Ufa-Star Aribert Wäscher.

Filme u.a.: Semmelweis – Retter der Mütter (1950), Die Ehe des Herrn Mississippi (1961), Ein Tag ist schöner als der andere (1969), Mein Gott, Willi! (1980), Haus am See (1991),

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Bild: Klaus Ernst 09/2013)
Bild: Klaus Ernst 07/2013)

Berlin, Dahlemer St. Annen-Kirchhof

Illnau-Effretikon, Friedhof

Evelyn Gressmann

 

 

Deutsche Schauspielerin; erlernte zunächst das Graphikerhandwerk und absolvierte dann eine kaufmännische Lehre, wobei sie parallel dazu als Photomodell arbeitete. Nach einer Schauspielunterricht gab sie in Berlin ihr Debüt in dem Musical Lady aus Paris.

Nachdem sie 1972 als Ensemblemitglied des Renaissance-Theaters den jährlichen Kunstpreis der Berliner Akademie der Künste in der Sparte Darstellende Kunst erhielt, machte sie sich in den Folgejahren vor allem durch Rollen an den Boulevardtheatern der Stadt einen Namen. Bundesweit bekannt wurde sie durch die Fernsehserie Drei Damen vom Grill, als die Sauna-Besitzerin Edeltraut Krüger an der Seite von Brigitte Mira, Brigitte Grothum (*1935), Gabriele Schramm (*1950) und Günter Pfitzmann.

Evelyn Gressmann arbeitete seit der 1960er Jahre auch als Synchronsprecherin. So lieh sie ihre Stimme u.a. Marie Versini in Winnetou und sein Freund Old Firehand, Jean Simmons in How to Make an American Quilt (1995, dt. Ein amerikanischer Quilt), Bette Davis in The Bride Came C.O.D. (1941, dt. Die Braut kam per Nachnahme), Sally Kirkland in Get a Clue (1997, dt. Abenteuerliche Erbschaft) und Susan Saint James 1967 in Der Gnadenlose. Von 2009 bis 2018 war sie die Synchronstimme von Linda Hunt in der Fernsehserie Navy CIS: L.A..

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Bilder: Werner Farwick (12/2018)

Stahnsdorf, Südwestkirchhof

Hans Kahlert

 

 

Deutscher Schauspieler; Sohn eines Bilderrahmenfabrikanten; Nachfahre des Kunstglaser Adolf Kahlert, dessen Glasfenster noch heute den Rigaer Dom zieren. Kahlert kam nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in das in der Nähe Göttingen eingerichteten Grenzdurchgangslager Friedland, das seinerzeit der vorübergehenden Aufnahme von Heimatlosen, meistens aus den deutschen aus Gebieten geflüchteten Deutschen diente, und von dort zu in der Nähe von Hannover wohnenden Verwandten. Als 20-Jähringer nahm er ohne Wissen der Eltern privaten Schauspielunterricht, wobei er sich das Geld für die Ausbildung - ebenfalls, ohne die Eltern davon wußten -mit Arbeit in einer Fabrik verdiente. Sein Bühnendebüt gab er in Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing bei den Sommerspielen in Dinkelsbühl. Es folgten weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn u.a. Recklinghausen, Hannover, Bad Godesberg und schließlich in der Hansestadt Hamburg, wo er an renommierten Bühnen wie dem Deutschen Schauspielhaus, dem Theater im Zimmer oder dem Altonaer Theater zu sehen war. Daneben stand Hans Kahlert von 1983 bis 1995 bei den Karl-May-Festspielen in Elspe unter Vertrag, überwiegend in komischen Rollen wie dem Kantor Hampel oder Sir David Lindsay. Pierre Brice, von 1988 bis 1991 Darsteller des Apachenhäuplings Winnetou, war es, der Kahlert dann 1999 zu den Karl-May-Festspielen nach Bad Segeberg holte, wo seit 1952 alljährlich Aufführungen im Freilichttheater am Kalkberg stattfinden.

Seit 1965 stand Hans Kahlert dann auch immer wieder vor der Fernsehkamera, so in mehreren Episoden der Kriminalserie der ARD Tatort und im Großstadtrevier, wo er in sieben verschiedenen Folgen zu sehen war. Seine Paraderolle aber war die des Onkels von Adsche Tönnsen - verkörpert von Peter-Heinrich Brix - in der seit 2005 vom NDR ausgestrahlten Heimatserie Neues aus Büttenwarder an der Seite von Jan Fedder

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Bilder: Werneer Farwick (06/2022)

Hamburg-Harburg, Neuer Friedhof

Jochen Schenck

 

 

Deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher; begann seine Karriere als Mitglied der Schauspielensemble der Niederdeutsche Bühne Bremen, bevor er 1956 von Hans Mahler und Walter Scherau an das von Richard Ohnsorg gegründete Hamburger Ohnsorg-Theater kam und dort reüssierte und aufgrund der Fernsehübertragungen durch den NDR auch bundesweit bekannt wurde. Dort lernte er auch seine erste Frau, die Schauspielerin Christa Wehling kennen, die dort bereits seit 1954 engagiert war und die er 1957 heiratete. 41 Jahre lang war er Mitglied des Ohnsorg-Theaters, wo er in zahlreichen Stücken neben seiner Ehefrau, so u.a in Werken wie Der Bürgermeisterstuhl (1962) mit Heinz Lanker und Erna Raupach-Petersen, Meister Anecker (1965) mit Henry Vahl und Heini Kaufeld, Die Königin von Honolulu (1966) mit Otto Lüthje und Heidi Mahler, Zwei Kisten Rum (1958) mit Walter Scherau und (1968) mit Werner Riepel und Karl-Heinz Kreienbaum, Die Kartenlegerin (1968) mit Heidi Kabel und Willy Millowitsch, Das Hörrohr (1973) mit Hans Jensen und Ernst Grabbe sowie Mudder Mews (1977) mit Heidi Kabel und Heidi Mahler. Darüber hinaus inszenierte er auch einige Stücke des Ohnsorg-Theaters wie 1975 Frau Pieper lebt gefährlich und war jahrelang Oberspielleiter.

Jochen Schenck übernahm auch Gastrollen in Fernsehserien und -spielen, so in Folgen der Krimiserie Sonderdezernat K1. oder Vier Stunden von Elbe 1 (1968). 1987 hatte er eine kleine Rolle in dem von Hark Bohm inszenierten Spielfilm Der kleine Staatsanwalt,, einem komödiantischen Wirtschaftskrimi. Für sein Engagement für die norddeutsche Sprache als Hörspielsprecher in plattdeutschen Stücken und in Leseabenden wurde er 1996 mit dem Fritz-Reuter-Preis ausgezeichnet; außerdem würdigte ihn das Ohnsorg-Theater für seine Leistungen mit der Ohnsorg-Verdienstmedaille.

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Christa Wehling mariée Schenck

 

Deutsche Volksschauspielerin; kam 1954 an das Ohnsorg-Theater und gehörte dessen Ensemble über Jahrzehnte an. Dort lernte sie ihren Mann kennen, den Schauspieler Jochen Schenck, den sie 1957 heiratete. Bekannt wurde sie auch überregional durch die Inszenierungen, die der NDR aus dem Theater übertrug, so etwa der Stücke Opa wird verkauft (1961) mit Henry Vahl, Heinz Lanker, Karl-Heinz Kreienbaum, Der Bürgermeisterstuhl (1962 und 1969) mit Heinz Lanker, Otto Lüthje, Henry Vahl, Erna Raupach-Petersen, Meister Anecker (1965) mit Henry Vahl, Jochen Schenck, Heini Kaufeld, Die Königin von Honolulu (1966) mit Otto Lüthje, Erna Raupach-Petersen, Heidi Mahler, Jochen Schenck, Werner Riepel, Zwei Kisten Rum (1968) mit Wiebke Allert, Werner Riepel, Heini Kaufeld, Die Kartenlegerin (1968) mit Heidi Kabel, Willy Millowitsch, Mein Mann, der fährt zur See (1971) mit Werner Riepel, Edgar Bessen, Hilde Sicks, Das Hörrohr (1973) mit Hans Jensen, Heidi Mahler, Ernst Grabbe und Gute Nacht, Frau Engel (1983) mit Heidi Kabel, Werner Riepel, Karl-Heinz Kreienbaum.

Daneben spielte sie auch in speziellen Fernsehproduktionen, zum Beispiel in Sparks in Neu-Grönland (1971), Bismarck von hinten oder Wir schließen nie (1974), Aller guten Dinge sind drei (1980) und Die schönsten Geschichten mit Heinz Rühmann (1994). Auch in einer Reihe von Mundart-Hörspielen des NDR war sie zu hören, wie beispielsweise 1965 unter der Regie von Rudolf Beiswanger als Königin Isabella I. in Kristoffer Kolumbus mit Jochen Schenck und Otto Lüthje.

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Bilder: Dirk Gebauer (06/2022)

Elmshorn (Krs. Pinneberg, Schleswig-Holstein), Friedhof

Theater / TV / Film / Show CLXIII

Omnibus salutem!